Sonnensystem

Systemrelevanz 5 (6)

Beitragsfoto: Sonnensystem | © Shutterstock

Wenn ein einzelner Bürger stirbt, ist dies immer eine tragische Sache, insbesondere für sein näheres Umfeld. Für unsere Gesellschaft aber ist dies ein alltäglicher Vorgang und gefährdet deshalb auch kein Staatsgebilde. Selbst wenn für einen „Staatenlenker“ in seiner vollen Schaffenskraft die Welt untergeht, ist dies zwar für eine Gesellschaft ebenfalls tragisch, aber auch gleichfalls zu verkraften. Kurz gesagt: unsere Friedhöfe liegen voll von Menschen, die sich für unersetzlich hielten.

Und was für natürliche Personen gilt, gilt auch für juristische Personen! Kaum ein Mensch erinnert sich z. B. noch an Mannesmann, Borgward, Horten oder Commodore, was wieder einmal bestätigt, dass nichts unvergänglich ist. 

Deshalb erstaunt es mich ganz besonders, wenn man in Bezug auf Unternehmen von einer Systemrelevanz spricht. Damit unterstellt man diesen eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle, dass ihre Insolvenz vom Staat nicht hingenommen werden könnte. Und wenn diesen vermeintlich „systemrelevanten“ Unternehmen eine Insolvenz droht, wird sie nunmehr regelmäßig mit öffentlichen Mitteln abgewendet. Die sogenannte „Bankenrettung“ kann als plakatives Beispiel dienen. Der Haken dabei ist, wer bestimmt und nach welchen Kriterien, welches Unternehmen eigentlich systemrelevant ist?!

Um es auf den Punkt zu bringen: eine Systemrelevanz von Personen natürlicher oder juristischer Art, gibt es nicht. Unsere Gesellschaft wird auch den „Untergang“ der gesamten Wirtschaft verkraften können – was übrigens nicht das erste Mal wäre.

Da aber keiner ernsthaft diesen Beweis antreten möchte, sollte man sich überlegen, wie man der „Gefahr“ von vermeintlich systemrelevanten Unternehmen begegnet. Im Falle, dass die Regierung von einer Systemrelevanz spricht, liegt wohl folgendes Problem vor: entweder ist dieses Unternehmen für unseren Staat zu groß oder unser Staat ist für dieses Unternehmen zu klein. Für dieses Problem gibt es meines Erachtens nunmehr zwei Lösungsmöglichkeiten. Das Unternehmen wird auf eine für den Staat verträgliche Größe reduziert oder der Staat gibt die „Verantwortung“ für ein solches Unternehmen an eine dafür größenmäßig ausreichende Gemeinschaft ab – hier käme bei uns die Europäische Union ins Spiel.

Ich persönlich gehe weiterhin davon aus, dass es keine systemrelevanten Personen gibt und vermute eher, dass die Bezeichnung Systemrelevanz dazu dient, um die wirtschaftlichen Interessen einzelner Menschen vor denen der Gemeinschaft zu stellen und die dabei entstehenden Kosten auf Letztere umzuverteilen!

„One of the symptoms of an approaching nervous breakdown is the belief that one’s work is terribly important.“

Bertrand Russell, The Conquest of Happiness (2006 [1930]: 48)

Klassenzimmer

Schule & Bildung 5 (5)

Beitragsfoto: © Shutterstock

Um unser Bildungssystem steht es nicht zum Besten! Wer etwas anderes behauptet, dem muss man vorwerfen, zumindest diese Misere weiter zu unterstützen, wenn nicht gar voranzutreiben. Was müssen wir tun, um unsere Schulen und unser Bildungsystem insgesamt zukunftsfähig zu machen?

Ich bin der Überzeugung, dass wir dabei das Rad nicht neu erfinden, sondern nur die Vorteile bereits vorhandener Modelle wieder akzeptieren und auch in den richtigen Rahmen setzen müssen.

Fangen wir am Anfang der Kette an. Bei Kindergärten, Kindertagesstätten und Sonderschulen; wer sich an letzterem Begriff stört, kann alternative Begriffe vorschlagen, die Notwendigkeit von Sonderschulen wird er damit aber nicht wegreden können. Je nach persönlichem Bedarf, beginnt jedes Kind seine schulische Bildung und Ausbildung an einem dieser Orte. Da es immer Menschen mit größeren geistigen oder körperlichen Einschränkungen geben wird, muss man sich Gedanken machen, wie man diese am Besten in die Gesellschaft einbindet – gemäß dem dafür heute benutzen Begriff: inkludiert. Zum einen aus finanziellen Gründen und zum anderen wegen des immer bestehenden Mangels an qualifizierten Betreuern und Lehrern, kann nicht jeder Kindergarten und auch nicht jede Kindertagesstätte die Inklusion von Menschen mit größeren Einschränkungen sicherstellen. Deswegen müssen wir entsprechende Einrichtungen vorhalten und können diese zudem auch zum Vorteil der Betroffenen ausrichten.

Sobald ein Kind den Abholpunkt „Einschulung“ erreicht, welcher aufgrund der heutigen Mobilität in unserer Gesellschaft zumindest auf Bundesebene einheitlich und klar definiert werden muss, kommt es in die Grundschule. Kinder, denen es an dafür notwendiger Reife, Auffassungsgabe oder Sprachkenntnissen mangelt, werden an Sonderschulen weiter gefördert und im Idealfall später in das reguläre Schulsystem eingegliedert. Da es aus oben bereits erwähnten Gründen nicht machbar ist, jede Grundschule inklusionsfähig zu machen, muss es Grundschulen Plus geben, die auch Kindern mit größeren körperlichen Einschränkungen voll und ganz gerecht werden können. Das Ziel der Grundschulen ist weiterhin, allen Schülern ein Grundwissen zu vermitteln und, böse, wer Schlimmes dabei denkt, die Schüler auf die weiterführenden Schulen zu verteilen. Diese „Einteilung“ muss zwingend wieder in die Verantwortung der dafür auch vorgesehenen Lehrkräfte und Betreuer zurückgegeben werden!

Nach dem Durchlaufen der Grundschule kommen die Schüler entweder auf eine Hauptschule, eine Mittel- bzw. Realschule oder auf ein Gymnasium. Die jeweils dafür notwendigen Abholpunkte müssen, wie oben bereits erwähnt, mindestens auf Bundesebene einheitlich sein. Und auch die jeweiligen Erziehungs-, Ausbildungs- und Bildungsziele müssen bundeseinheitlich festgelegt werden. Um die Inklusion aller Schülern mit größeren körperlichen Einschränkungen sicherzustellen, kann es notwendig sein, dass auch hier Plus-Schulen eingerichtet und vorgehalten werden. Zusätzlich müssen für Schüler, für die bereits der Abschluss der Grundschule ein Erfolg ist oder für Schüler, für die ein Verbleib im Schulsystem reine Zeitverschwendung wäre, Sonderschulen vorhanden sein, um letztere schnellstmöglich auf eine Universität zu bringen oder erstere bestens auf einen möglichen Verbleib in entsprechenden Folgeeinrichtungen vorzubereiten.

Nach dem Abschluss der Hauptschule sollte für alle Absolventen eine Lehre und die entsprechende Berufsschule verpflichtend sein. Realschulabsolventen müssten zwischen Lehre & Berufsschule, Lehre & Hochschule oder den Besuch einer Hochschule wählen; diese Entscheidung sollte unbedingt vom jeweiligen „Klassenlehrer“ unterstützt werden. Für Abiturienten wäre der Besuch einer Hochschule oder Universität nur folgerichtig und abhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit.

Auch an unseren Universitäten, den originären Einrichtungen für höhere Bildung, müssen Änderungen erfolgen. Die speziellen Ausbildungsbedürfnisse von Industrie, Wirtschaft und Handel können bestens durch entsprechende und auch diesbezüglich geförderte Hochschulen abgedeckt werden. Damit könnten sich Universitäten wieder verstärkt wissenschaftlichen Erkenntnissen widmen, ihren Lehrkräften zudem das Erreichen einer universitären Lehrbefähigung besser ermöglichen und damit insgesamt das Bildungsniveau erhöhen, was für die Weiterentwicklung jeder Gesellschaft sehr förderlich ist.

„Education is our only political safety. Outside of this ark all is deluge.“

Horace Mann, The New Era, Vol. III, No. 10 (Oktober 1873: 368)

Bannerbild der Markthalle Stuttgart

Eine Markthalle für Heilbronn 5 (3)

Beitragsfoto: Markthalle Stuttgart (Quelle: Banner der Website)

Schon seit vielen Jahren kommt immer wieder einmal der Wunsch nach einer Markthalle in Heilbronn auf. Zuletzt war wohl das Reim-Areal besser bekannt als der Parkplatz beim Käthchenhof, oder gar der Käthchenhof selbst im Gespräch. Eine Markthalle in der Heilbronner Kernstadt wäre zudem eine gelungene Ergänzung des Wochenmarkts, welcher regelmäßig auf dem Marktplatz stattfindet.

Auch scheint die Zeit für eine Heilbronner Markthalle mehr als reif zu sein, da viele Bürger wieder verstärkt nach regionalen oder besser noch lokalen Produkten Ausschau halten und auch bereit sind, ein wenig mehr dafür zu bezahlen. Dazu würde eine Markthalle das Angebot nicht nur über einen längeren Zeitraum hinweg, sondern auch witterungsunabhängiger verfügbar machen – ein in einer Internet affinen Welt nicht zu unterschätzender Vorteil.

Und kombiniert mit passenden Getränke- und Imbissständen sowie kleinen Restaurants versehen, eine weitere Attraktion nicht nur für die Studenten der Heilbronner Universität und Hochschulen und den immer öfters nach Heilbronn strebenden Touristen. 

Zeitlich käme die Markthalle passend, um den Heilbronner Innovations- und Attraktivitätsschwung auch nach dem Ende der BUGA weiter aufrechtzuhalten. 

„Old and young, we are all on our last cruise.“

Robert Louis Stevenson, Crabbed Age and Youth (1907: 19)