Technik

31.10.02024 5 (9)

Beitragsfoto: Technik | © Foto von Pixabay auf Pexels

Rundschreiben

Einmal im Monat gibt es das Rundschreiben der EUROPA-UNION. Und so habe ich heute das aktuelle Rundschreiben an 256 Empfänger versandt. Und auch dort werbe ich für das Volksbegehren zur Verkleinerung des Landtages.

Ob diese Rundschreiben die Leser auch erreichen, kann ich bis heute nicht mit Gewissheit sagen. Manchmal erhalte ich vereinzeltes Feedback, meist aber nur die Information darüber, wer aus dem Verteiler genommen wurde oder sich daraus abgemeldet hat.

Auf alle Fälle aber stellen diese Rundschreiben sicher, dass jeder, der sich über die Termine der EUROPA-UNION informieren möchte, dies auch kann.

Vermischtes

Nach einigen Jahren Abstinenz nutze ich wieder einmal ein iPad. Zwar gibt es noch ein iPad Mini im Haus, das auch immer wieder für alles Mögliche genutzt wird, aber es ist schon länger nicht mehr so ganz mit den anderen Apple-Produkten kompatibel, nimmt dafür aber kaum Platz weg.

Nun schaue ich mir eine etwas größere Version genauer an, welche größenmäßig an die ersten iPads herankommen dürfte. Mein Ziel dabei ist es, meine Handschrift wieder etwas aufzuhübschen und zudem ein verlässliches Notizheft an der Hand zu bekommen. Wenn alles klappt, werden die erstellten Notizen später in Zettel für den Zettelkasten umgewandelt.

Etwas verwirrend die Information von Apple, dass ich ältere Geräte aus meinem Netzwerk nehmen muss, um einige neuere Features von Apple nutzen zu können; nicht nur mein iPad Mini soll stillgelegt werden, auch etwas größere Geräte möchte Apple nicht mehr genutzt sehen. Ob das gerade in der heutigen Zeit eine gute Firmen-Policy ist, wird sich sicherlich noch zeigen müssen.

Und so ganz nebenbei beschäftigten sich meine besser Hälfte und ich mit unseren alten Mokka-Kochern, die neue Dichtungsringe benötigen. Als erste Folge davon haben wir nun einen neuen Kocher von Bialetti in Gebrauch. Dabei stellten wir beim Maurer fest, dass unser wohl ältester Kocher trotz gleichen Aussehens nicht von dieser Firma ist, welche bereits seit 1933 diese Kocher herstellt, auf alle Fälle passte kein einziger Dichtungsring. Und so werde ich später einmal gucken, welche Firmen alles solche Kocher hergestellt haben; bis auf einen neueren dürften alle unsere Kocher aber aus Italien kommen.

Und wer sich selber einmal am Mokka probieren möchte, gleich ein Tipp von mir. Im Gegensatz zum Espresso wird der Kaffee nicht vorab verdichtet und man kocht den Mokka am besten bei kleiner Flamme auf. Zudem sollte man den Wassertank nicht über das dortige Ventil füllen, denn das soll den Mokka etwas verwässern.

Entschleunigung

Ohne Social Media lebt es sich ganz gut. Auch wenn ich ab und zu doch noch etwas neugierig werde, wenn jemand über unzählige Klicks und Likes erzählt. Gestern gab es dann einen kleinen Lackmustest, denn wer mich erreichen wollte, der konnte dies auch ohne die Nutzung von Sozialen Medien. Über eine Karte habe ich mich dabei besonders gefreut, traf meine Stimmungslage voll und ganz.

Leider aber leben weiterhin viel zu viele Mitmenschen fast nur noch in den Social Media, manche sollen damit tatsächlich Geld verdienen können und manch andere ergaunern sich darüber sogar politische Ämter. Jüngst ging ein Clip „viral“, welcher Puerto-Ricaner zeigt, die Donald Trump ein Ständchen darbieten. Davon begeistert, ließ er sich sogleich auch noch als Müllmann feiern. Seine Wahlkampftaktik ist dabei unschlagbar: „Schlage deine Wähler, erniedrige, betrüge und vergewaltige sie, so werden sie dich immer lieben, wenn nicht sogar anbeten“. — Aber selbst das ist von ihm geklaut, denn diese bewährte Taktik stammt aus dem Rotlichtmilieu.

Inzwischen erniedrigt Donald Trump die gesamten Vereinigten Staaten und die US-Amerikaner werden für ihn die Wahlurnen stürmen. Ach, wie hoffe ich, dass ich mich irre!

„Peace will not come until we have mastered both sex and war.“

DAve Grossmann, On Killing (2009 [1995])

Tanzen

28.2.02024 4.7 (3)

Beitragsfoto: Tanzen | © Pixabay

Verschiedenes

Manche Besprechungen können so richtig erschöpfend sein, vor allem dann, wenn es noch nicht einmal ein Protokoll gibt und schon wieder ganz neue Ideen durch die Lüfte wabern. Vielleicht hälfe es, wenn man sich zu einem Thema nur in einer Gruppe trifft und nicht ständig neue Grüppchen bildet. Als Mitverantwortlicher verliere ich so langsam aber sicher die Lust an der ganzen Sache.

An anderer Stelle geht es schon etwas organisierter von statten, und so kann ich mich schon auf einen sehr interessanten Europa-Ball freuen.

Als kleinen Mehrwert für meine Leser habe ich heute eine freie Wohnung in der Innenstadt anzupreisen. Wer neugierig ist, kann schon einmal den entsprechenden Blog-Beitrag vom 20. Mai 2019 lesen. Demnächst werde ich auch noch einen neuen Beitrag mit weiteren Details schreiben. Wer schon jetzt Interesse an der Wohnung hat, der kann sich gerne bei mir melden. Die Wohnung geht offiziell in ein paar Tagen an den Markt.

Erfreulich zu erfahren, dass man wohl eine RAF-Terroristin nach all den Jahrzehnten gefasst hat. Wie von mir vor ein paar Tagen geschrieben, eine Demokratie muss sich gegen alle ihre Feinde wehren. Noch erfreulicher aber ist es, dass sich die europäischen Faschisten aus Frankreich und Italien nun ganz offiziell von den deutschen Nationalsozialisten zu distanzieren beginnen; die Steigerung von Faschismus ist weiterhin der Nationalsozialismus! Wunderbar wäre es dabei, wenn auch viele unserer Mitbürger endlich zu verstehen beginnen, was sie da mit ihren Stimmen und Geldern heranziehen: nicht nur Staats- und Demokratiefeinde, sondern die übelsten Verbrecher auf Gottes Erdboden.

Höhepunkt des gestrigen Tages dann aber nicht das dienstägliche Planschen im Stadtbad, denn zum Schwimmen fehlt in all dem Gewimmel der Platz und ich habe keine Lust, mich um ein Plätzchen in einer Bahn zu streiten, sondern das abendliche Tanzbeinschwingen.

Apropos Stadtbad, es sieht gerade danach aus, dass die Kannibalisierung der Heilbronner Innenstadt munter weitergeht. Die Stadtverwaltung vertreibt nicht nur die letzten attraktiven Geschäfte, lässt die letzten Sportanlagen und Grünflächen verschwinden, sondern möchte nun auch noch das Stadtbad in einen der Stadtteile verlegen.

Aufräumen

Eine Erinnerung, dass ich meine Apps „verifizieren“ müsste, führt nun dazu, dass ich nach all den Jahren meine Entwickler-Accounts bei Google, Microsoft und Apple schließen möchte.

Zuerst wurde es etwas nostalgisch als ich versuchte, mich bei den jeweiligen Accounts anzumelden und dann auf Dinge wie z. B. eine Chat-App gestoßen bin, die ich schon längst vergessen hatte. Und so wird es wohl auch nichts machen, wenn diese Apps nicht nur aus den jeweiligen Stores verschwinden, sondern nun auch aus meinen alten Entwicklerkonten.

Dann wurde es etwas nervig, nämlich als ich die unterschiedlichsten Namen und Nummern angeben musste — was mich daran erinnerte, dass ein funktionierendes Backup oder wenigstens ein altes Notizbuch durchaus nützlich sein können. Dumm dabei nur, dass ich die Notizbücher, auch die digitalen, schon längst entsorgt habe und ein Backup für mich immer noch das reinste Teufelszeug ist.

Und so werde ich wohl die kommenden Tage doch so einige E-Mail austauschen, bis auch dieses Aufräumen von Erfolg gekrönt sein wird. In diesem Falle aber dürften die beteiligten Firmen die Leidtragenden sein, denn für meine Schlamperei können sie nun wirklich nichts.

Nachtrag

Da anscheinend Apps von mir noch genutzt werden (?), können diese nicht aus dem Store entfernt (??) und deshalb einer meiner Accounts nicht gelöscht werden. Für manche Dinge bin ich inzwischen einfach zu alt.

Gedicht

Nikki Giovanni schrieb bereits 1968 das Gedicht „Ego tripping“, dessen Titel durch „there may be a reason why“ ergänzt wurde. Dieses Gedicht passt in die heutige Zeit und in unseren Kulturkreis wie die Faust auf das Auge. Ich halte es für besonders erwähnenswert, weil es den folgenden Satz enthält, der das gesamte Gedicht voll und ganz auf den Punkt bringt.

„I am so hip even my errors are correct“

Nikki Giovanni, ego tripping (1968)

Das heutige Gedicht ist allerdings von Paul Laurence Dunbar, der aus Ohio stammt und in Dayton zur Schule ging — was wahrscheinlich Dan interessieren dürfte.

We Wear the Mask

We wear the mask that grins and lies,
It hides our cheeks and shades our eyes, —
This debt we pay to human guile;
With torn and bleeding hearts we smile,
And mouth with myriad subtleties.

Why should the world be over-wise,
In counting all our tears and sighs?
Nay, let them only see us, while

We wear the mask.
We smile, but, O great Christ, our cries
To thee from tortured souls arise.
We sing, but oh the clay is vile
Beneath our feet, and long the mile;
But let the world dream otherwise,

We wear the mask!

Paul Laurence Dunbar, The Complete Poems of Paul Laurence Dunbar (1913)

Und wer sich etwas weiter vertiefen möchte, dem empfehle ich Dunbars „Weltschmerz“-Gedicht. Weltschmerz, ein weiteres Wort, das deshalb in die englische Sprache Einzug gehalten hat, weil man es wohl kaum besser ausdrücken kann.


Apple Park

Reisen 5 (3)

Beitragsfoto: Apple Park

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Das wusste bereits Matthias Claudius. Und so ist es auch bei mir, besonders nachdem ich gerade erst wieder zurück in Heilbronn bin. Das mit der Bahn hat erstaunlich gut geklappt, beide Züge auf die Minute pünktlich und, trotz gegenteiliger Warnung, ohne Reservierung einen Sitzplatz. Und auch das Hinbringen zum und Abholen von den Flugplätzen mit dem Auto dank Familienunterstützung eine sehr bequeme Transportmöglichkeit. Nun neu im Programm, wobei ich es bereits vor ein paar Jahren schon einmal in Berlin ausprobieren konnte, ist nun Uber. Davon hat mich jüngst Jeff Johnson überzeugt, was nun wieder in Heilbronn schwieriger sein wird, da Uber noch nicht in allen deutschen Städten vertreten ist.

Das heutige Thema meines Reiseberichtes ist aber Lufthansa sowie, weil es nicht anders möglich war, auch United Airlines. Und auch Apple kommt dabei mit ins Spiel, nicht weil ich einen schönen Überflug über das riesige Gebäude in Cupertino hatte, was nun wohl die Golden Gate Bridge als Attraktion ablösen wird, sondern, weil ich kurz entschlossen eines meiner neusten Gadgets — ein Airtag — einsetzte, denn es bot sich geradezu einmal an.

Völlig entspannt hatte ich meine Reise in Frankfurt angetreten und das Einchecken heutzutage ist eine richtig feine Sache. Man legt nur noch den Reisepass auf und bekommt schon die notwendigen Bänder für die Koffer, und wenn gewünscht auch die Flugtickets. Letzteres kann ich jedem nur raten, denn, auch wenn ich sehr Technik affin bin und selbst alle möglichen Apps sehr gerne selbst verwende (siehe Uber) so hatte ich gerade wieder ein paar nette Erlebnisse mit der Lufthansa App und weil mich mit dem Aufgeben des Koffers in Frankfurt sogleich auch United Airlines darum bat mit deren App.

Um das Ganze abzukürzen, ohne Apps wäre die Reise viel entspannter und sorgenfreier verlaufen — man sollte nur den Mut aufbringen, auf die Angestellten vor Ort zu bauen. Und diese waren bei beiden Airlines zur Stelle, dann wenn man sie auch brauchte.

Beim heutigen Stand des Technikverständnisses, was zumindest die Apps und das Internet angeht, der dafür zuständigen Mitarbeiter beider Fluggesellschaften, taugen diese nur dann, wenn man berufsmäßiger Vielflieger ist — wobei man dann diese gerade überhaupt nicht benötigt — oder, wenn an die Zeit mit sinnlosem Herumspielen verplempern möchte.

Also bereits am Gate in Frankfurt hatte ich zwei entsprechende Apps und musste feststellen, dass ich mich beim Lufthansa-App wieder einmal legitimieren musste. Da zumindest ich dies immer dann machen muss, wenn ich diese tatsächlich einmal benötige, verbuche ich einmal unter persönliches Schicksal — dieses Mal hatte ich aber eine Liste mit sämtlichen benötigten Abfragepunkten mit dabei. Dumm nur, dass die United App wieder ganz andere Dinge von mir wissen wollte und beide Apps wohl nicht miteinander kommunizieren. Also Lufthansa-App für den Flug. Und von dieser wurde ich während der gesamten Reise immer dann daran erinnert, dass mir eine weitere Website auf der Suche nach meinem Gate hilft, wenn ich es mir dort bereits schon längst gemütlich gemacht hatte.

Auf dem Flug, was inzwischen wohl üblich ist, gab es Internet und Telefonanbindung. Dieses Mal eine sehr gute Sache, da das Bordsystem den gesamten Flug über nach Südafrika unterwegs war und mich die Aufruf- und Abspielgeschwindigkeit der Filme, der Musik und der Spiele an die Nullerjahre des Internets erinnerte. So hatte ich die beiden zwei Apps und mein Schachprogramm. So schnell ging noch nie ein Flug vorüber — wobei ich mich mit beiden Apps nicht wirklich so richtig anfreunden konnte.

Dann erfolgte der Umstieg auf United, der mir den ersten richtigen und guten Kaffee bescherte. Zwar gegen Bezahlung, was aber auch keine Rolle mehr spielt, wenn man dies mit den Ticketpreisen vergleicht. Seit COVID-19 gibt es bei der Lufthansa übrigens den Kaffee zwar weiterhin im Preis inbegriffen, der wird aber leider nur noch in homöopathischen Dosen verabreicht; wobei ich nicht zu den Kunden gehöre, die wegen jedes Schlückchens das Bordpersonal belästigen möchten — ergo: gut 10 Stunden Flug und fast ne Gosche voll Kaffee. Aber keine Angst, ich war nicht am Verdursten, denn Wasser wird weiterhin zur genüge bereitgestellt. Das aber liegt wohl nur daran, weil man keine Flüssigkeiten mit ins Flugzeug nehmen darf. Sollte dies künftig geändert werden, muss ich wohl auch dafür Vorsorge tragen; dies wird aber erst zum Schluss dieses Beitrages Thema, denn noch bin ich bei den Apps.

Also der Umstieg auf United ging völlig umstandslos und dies ohne Apps, wobei ich weiterhin laut der Lufthansa-App noch meinen Flug bestätigen sollte und der Erhalt eines Online-Tickets nicht möglich war. Eine Tatsache, die gottlob nur die App interessierte. Wie schon geschrieben, einfach nur den Pass hinhalten und man erhält sämtliche Dokumente am Schalter.

Hätte ich keinen Spieltrieb mehr, wären von mir die Apps bereits nach Ankunft gelöscht worden, aber so beließ ich diese auf dem Mobiltelefon — eine dumme Idee, wie es sich kurz vor Rückflug herausstellte. Dass sich der Rückflug näherte, erfuhr ich per E-Mail von United und kurz darauf war ich bis nach Frankfurt durchgebucht. Später dann meldete sich mein Lufthansa-App und entschuldigte sich, dass ich einen Anschlussflug nicht bekomme. Das United App meldete sich kurz darauf auch, aber ich hatte die Anmeldedaten nicht parat. Ohne App hätte ich noch eine schöne Zeit gehabt, so aber begann ich nachzufragen, wie es denn nun weitergehen soll. Diese Antwort blieb mir die App schuldig und meine flugbegleitenden Versuche über die App Antworten zu erhalten, gipfelten in einer Unterhaltung auf Deutsch, die ich sehr gerne auf Englisch geführt hätte und den Hinweisen meines Gegenübers, dass er unsere Unterhaltung beständig mit einem Übersetzungsprogramm übersetzen muss. Das Gesprächsergebnis — ich war derweil in San Franzisko — war, dass ich mich in München an einen Lufthansamitarbeiter wenden solle. Ein weiteres Gesprächsergebnis, dass auch Chatbots Dienstzeiten haben.

Im echten Leben holte ich mir am Flughafen in Santa Ana beim Einchecken des Gepäcks die Bordkarten bis nach Frankfurt. Da ich nun wusste, dass es sicherlich noch spannend werden wird, aktivierte ich vorab zwei Airtags und gab sie in die Gepäckstücke.

Ein nützliches App hätte mir mitgeteilt, dass ich einen späteren Flug nach San Franzisko nehmen könne, um nicht dort auf eine mehr als zwei Stunden verspätete Maschine warten zu müssen und mir zugleich mitgeteilt, dass ich auf einen späteren Flug von München nach Frankfurt umgebucht würde. Mein App teilte mir aber nur mit, dass es eine Website gibt, die mir den Weg ans Gate zeigen könne.

In San Franzisko angekommen und mit genügend Wartezeit ausgestattet, spielte ich mit den beiden Apps, wobei ich auf jeder App andere Daten hatte und beide nicht mit meinen Bordkarten übereinstimmten. Und ich guckte nach meinem aufgegebenen Gepäck. Tatsächlich konnte man es am Flughafen nachverfolgen und es bewegte sich mehr als ich, um die Wartezeit bis zum Weiterflug zu überbrücken.

Als ich am Gate den ersten United Mitarbeiter erblickte, wandte ich mich an diese und hatte kurz darauf neue Tickets in der Hand, sie hatte mich in München einfach auf den nächsten Flug nach Frankfurt gebucht — und dies ganz ohne App. Was aber meine Apps nicht daran hinderte, mir immer wieder neue Dinge anzuzeigen, die fast bis zum Schluss nicht mit meinen vorhandenen Tickets übereinstimmten, aber mir unbedingt am Gate in München angelangt, den Weg dorthin zeigen wollte.

Um das Ganze noch spannender zu machen, guckte ich ab und zu ins App meiner besseren Hälfte, diese hatte ihrerseits wiederum ganz andere Sachstände — die aber auch mit der Realität wenig zu tun hatten. Lustig wurde es als ich beim Abflug in San Franzisko nach den AirTags guckte, denn ein Koffer winkte mir dabei hinterher. Dank der freundlichen und sehr professionellen Intervention eines Lufthansamitarbeiters in Frankfurt befindet sich der Koffer inzwischen in Frankfurt und wird mir hoffentlich bald zugeschickt werden.

Inzwischen galt es gut zehn Stunden zu überbrücken und mit den beiden Apps wollte ich nicht mehr spielen. Dieses Mal funktionierte dafür das Bordsystem, auch dieses flog wieder mit zurück nach Europa und die Unterhaltungsangebote konnte man ebenfalls angucken — bei einem Nachtflug für mich aber weniger interessant.

Da dies nach COVID-19 nicht mein erster Flug mit Lufthansa war, war ich auch auf alles vorbereitet und hatte mein eigenes Essen mit an Bord. Deshalb konnte ich das Angebot einer warmen Mahlzeit zu Flugbeginn ablehnen; es gab tatsächlich Zeiten, da fand ich die Lufthansaküche für gar nicht schlecht, teilweise sogar für schmackhaft. Inzwischen aber kann ich dieses Essen im Bestfall als ungenießbar einstufen. Bei allem Verständnis für Sparmaßnahmen und Zwänge, solch ein Essen sollte man lieber gleich ganz weglassen.

Aber auch die Restriktionen beim Essen und Trinken haben ihre Vorteile, denn man muss nicht mehr bei den Bordtoiletten anstehen und mit der Reduktion des Alkohols sind dazu wohl auch doch so manche negative Begleiterscheinungen bei den Mitreisenden weniger geworden.

Zum Ende des Fluges gab es dann das vorab angekündigte Frühstück und ich freute mich nach mehr als zehn Stunden auf ein warmes Getränk, auch wenn es dies wieder in einer homöopathischen Dosis gab. Meine Freude war so groß, dass ich ganz vergaß das Frühstück abzulehnen und so hatte ich plötzlich ein in Plastik eingewickeltes baguetteartiges Gebilde auf meinem Schoß und meine Neugierde war geweckt.

Die „Obduktion“ ergab eine Art Weißbrot, das wohl angefeuchtet worden war und aufgrund der Plastikummantelung eine etwas schwammige Konsistenz angenommen hatte. Dazwischen befand sich etwas kaltes Eiartiges, wobei eine Kostprobe ergab, dass dies tatsächlich einmal ein Ei gewesen sein könnte, und zwei oder drei sellerieartige Stängel, die doch wohl eher einmal Gräser waren. Insgesamt eine Kombination, die nur Köche produzieren können, die schon alles in ihrem Leben erreicht haben und ganz genau wissen, dass ihre Kunden wirklich alles vertilgen, was sie diesen vorsetzen. Wer aber so etwas isst ohne selbst kurz vor dem Hungertod zu stehen, der sollte sein Leben ganz neu überdenken.

Für diese Meisterleistung erhält die Lufthansa von mir eineinhalb von drei möglichen Sternen der militärischen Kochkunst. Zur besseren Einstufung, ein Stern dieser Kochkunst vergab ich einmal an die französische Truppenküche in Mostar in den Jahren 1997 bis 1999 und zwei ganze Sterne vergab ich einer schwarzafrikanischen Truppenküche 2010, die zugleich auch Toilettenanlage war. Bisher befand sich unter den Fluggesellschaften nur die Air France in diesem Ranking, und zwar im Jahr 2000 mit einem halben Punkt; das besagte Frühstücksrezept dürfte dabei von dieser stammen — kann aber auch sein, dass die Lufthansa sehr günstig an die damaligen Restbestände kam.

Der Flug von München nach Frankfurt verlief erwartungsgemäß ohne Probleme, auch dort wurde Wasser gereicht. Übrigens, eine nette Geste bei diesen sommerlichen Temperaturen.

Wie bereits erwähnt, ich fliege sehr gerne mit der Lufthansa und dies bereits seit 1964. Deshalb sei es mir auch gestattet, einmal weniger Gutes anzusprechen.

Das mit der App scheint die Zukunft zu sein, aber dann muss diese auch tatsächlich besser oder zumindest kundenfreundlicher als die durchweg guten Mitarbeiter vor Ort sein — die „online“ Mitarbeiter meine ich damit explizit nicht. Solange solch ein App nicht von jedem unfallfrei bedient werden kann, verwirrt es nur die Kunden anstatt sie an die Lufthansa zu binden.

Und wenn schon digitale Star Alliance, dann sollte die dabei verwendete Software der Fluggesellschaften dieselbe sein — ein individuelles Branding kann gerne weiterbestehen.

Das mit der Reduzierung des Essen- und Getränkeangebots bei den Fernflügen halte auch ich für sinnvoll und zielführend. Aber man darf dabei nicht den Fehler begehen und auch die Qualität des Angebots zu reduzieren!

Und das mit den bordeigenen Entertainmentsystemen hat sich in Zeiten des Internets und dessen Verfügbarkeit auf Langstreckenflügen inzwischen ebenfalls wieder überlebt.

Gerade zum Abschluss meines Beitrages erhielt ich die folgende Meldung von Lufthansa.

Dear passenger,A delivery agent has been appointed to deliver your delayed baggage in colour XXX. 

Please find below the delivery details:Delivery agent:Fgs email: logistik@fgs-frankfurt.de

Website of delivery agent:www.fgs-frankfurt.de

Tracking number: xxxxxx

The delivery agent will contact you as soon as possible and will deliver to the delivery address you have specified on the baggage status website.

Due to the current situation, delays with processing may occur.You can also access your submitted data on the baggage status website. You will need to enter your reference number and your family name.

Nachtrag 13.6.2023

Gleich am Morgen stand der Koffer vor der Tür. Beim Auspacken stellte ich dann fest, dass er innen an einer Ecke zerbrochen war. Und so kann ich sein Zurückbleiben nachvollziehen. Er muss beim Beladen des Flugzeugs vom Wagen gefallen sein. Nach all den Jahren kann er nun zwar nicht mehr als Carry-On dienen aber als einfaches Gepäckstück wird er wohl weiterhin funktionieren. Und damit ist nun auch diese Reise abgeschlossen.

Und nein, ich werde weder den Koffer als beschädigt melden noch nachfragen, ob es für die Verspätung eine Entschädigung gibt. Ich gehöre noch zu den Reisenden, die solche Vorkommnisse als ganz alltäglich und einfach dazugehörend betrachten, so wie es auch der gute Service des während der Reise getroffenen Luftfahrtgesellschaftspersonal war. Über die von mir zu bemängelnden Dinge habe ich bereits geschrieben.

„Wenn jemand eine Reise tut
so kann er was erzählen,
drum nehm ich meinen Stock und Hut
und tät das Reisen wählen.
Da hat er gar nicht übel,
gar nicht übel, gar nicht übel dran getan;
verzähl er nur weiter Herr Ürian.“

Matthias Claudius, Wenn jemand eine Reise tut