Verkehrsschild

14.5.02025 4.8 (6)

Beitragsfoto: Blick aus Heilbronn heraus

Erklärungsversuch

Bei all den Billionen Euro an Steuergeldern, von denen sehr viele einfach so hinterher weg sind, fragen sich die Bürger immer öfters, was mit diesen eigentlich gemacht wird. Auch wenn bei uns die systemische Korruption gang und gäbe ist, kann dies das Verschwinden von Billionen Euro alleine nicht erklären.

Es ist wohl und dies vielleicht auch meist ohne böse Absicht der Beteiligten einfach ein ganz normales systemimmanentes Problem — zumindest aber in jenen Systemen, die auf eine Bestenauslese verzichten; der Preis für die Mediokratie, dies im Sinne von Herrschaft der Mittelmäßigkeit. 

Nehmen wir als Beispiel die Turmstraße, man könnte auch die Hilfsgelder für Flüchtlinge oder die Sozialhilfen nehmen. Die Turmstraße liegt eindeutig nicht im Fokus der Stadtverantwortlichen, ganz im Gegenteil, sie könnte zum Problemchen für die Autofahrer unter den städtischen Bediensteten werden, die dann gegebenenfalls nicht mehr so schnell in ihren verdienten Dienstschluss kämen.

Und so kann die Turmstraße gut verwendet werden, um Fördermittel zu deren Sanierung einzuwerben, es eilt ja nicht. Sobald man die Fördermittel erhalten hat, für die Turmstraße mindestens bereits zweimal, nutzt man diese erst dazu, um die dafür zuständige Verwaltung aufzupolstern. Sind die Fördermittel ausreichend oder gar regelmäßig, wird die zuständige Verwaltung sogar noch erweitert. Wenn dann noch Fördermittel übrig sind, werden Beraterverträge abgeschlossen und Wettbewerbe ausgelobt. Wenn dann immer noch Gelder übrig sind, kommt es zu Ausstellungen, Preisverleihungen und auch zu ersten Modellen, die man dann in extra angemieteten Räumen ausstellen kann. Immer noch Geld übrig? Kein Problem: es gibt Bürgerbeteiligungen, Podiumsdiskussionen und temporäre „Sommerzonen“.

Irgendwann sind die Steuergelder für die Turmstraße wieder einmal irgendwie so weg. An der Turmstraße selbst hat sich nichts verändert, so wie die letzten 60 Jahre bereits. Macht nichts, man wartet nun wieder eine Weile — höhere Verwaltungen vergessen in solchen Fällen schnell — und beantragt neue Fördermittel, was beim aktuellen Bundeshaushalt überhaupt kein Problem sein dürfte!

Und da wir in Deutschland unzählige „Turmstraßen“ haben, könnte alleine dies erklären, warum es bei uns kaum noch vorangeht.

Vermischtes

Eigentlich nur deshalb erwähnenswert, weil es ein weiteres Anzeichen für den Rückschritt ist. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes soll nun das „Nacked Dressing“ verboten sein. Offene Gesellschaften zeichnen sich mit dadurch aus, dass es jedem freisteht, sich so zu kleiden, wie er es möchte. Man dabei aber auch als Zuschauer oder als ganz gewöhnlicher Passant seine Kommentare dazu abgeben darf; die Höflichkeit gebietet es manchmal, davon abzusehen.

Ich nahm das Schaulaufen in Cannes nur einmal wahr, nämlich als ich für „meine Truppen“, die sich schon mehrere Wochen auf einem Übungsplatz in der Nähe befanden, nach einem Zeitvertreib suchte. Und die Veranstalter hatten interessanter Weise nichts dagegen, dass uniformierte junge Männer diesem Schaulaufen folgten. Eher die anwesenden Politiker, wobei ich bis heute noch nicht weiß, was diese dort überhaupt zu suchen hatten?

Als Betrachter wundert es mich, warum gerade jene Menschen „Fleisch zeigen“, die es besser nicht machen sollten — beim aktuellen Wetter auch in Heilbronn ein Thema. Vanessa Friedman vermutet es wohl richtig, dass man als halbwegs gut aussehende Frau kaum leichter Werbung für sich machen kann. Als Mann werfe ich hingegen ein, dass wir nicht ganz so blind sind, dass es gut aussehende Frauen überhaupt nötig hätten, durch Freizügigkeit zu glänzen. Und so wird es wie bei den Hüten, Taschen und Schuhen auch wohl eher ein Frau-Frau Ding sein.

Vor Kurzem freute ich mich sehr, dass ich bei der Stadtverwaltung vorsprechen durfte. Noch mehr darüber, dass man mir meine Urkunden beglaubigte und in der Verwaltung in Kopie hinterlegte, damit ich bei künftigen Behördengängen nicht wieder sämtliche Originale herauszusuchen habe. Ich war hin und weg und mehr als positiv überrascht: 21. Jahrhundert in unserer Stadtverwaltung!

Heute musste ich erneut einen Behördengang erledigen, kein Problem, denke ich, da die notwendigen Unterlagen dort bereits vorliegen. Falsch gedacht und versprochen! Diese Unterlagen liegen zwar in der Heilbronner Stadtverwaltung, aber leider nun nicht bei der zuständigen Sachbearbeiterin.

Also gut, wieder von vorne. Originale heraussuchen, zur Stadtverwaltung pilgern, beglaubigen lassen, beglaubigte Kopien dort hinterlegen und darauf hoffen, dass man es beim kommenden Behördengang mit derselben Mitarbeiterin zutun bekommt. Bei weit über 3 000 Mitarbeitern eine sehr vage Hoffnung!

Gestern leider nur ein viel zu kurzes Gespräch mit Detlef Stern, gab es überhaupt ein Käffchen? Dann Improvisation — einmal nur mit Profis! Danach etwas unglückliche Studenten, die wieder einmal erkannten, dass man als Student auch selbstständig lesen und denken muss. Zumindest aber etwas zuhören und versuchen zu verstehen. Das Ganze hatte bei mir eher den Anschein, dass es hier um betreutes Lernen geht, wohl so lange, bis die jungen Damen und Herren ihre Rentenansprüche geltend machen können.

Sehr erfreulich die Zusammenarbeit mit zweit Heilbronner Handwerksbetrieben, gemeinsam konnten wir eine sehr passable Lösung finden. Nach sieben Stunden war alles zu meiner Zufriedenheit erledigt. Und dazu musste ich nur kurz vor der Vorlesung, gleich nach der Vorlesung und letztmals für die Abnahme am Nachmittag tätig werden. Gott sei es gedankt! Es gibt sie noch, die Profis!

Auflösung

Für mein vermutlich erstes Bilderrätsel in diesem Weblog bekam ich einen halbwegs erfolgreichen Lösungsversuch eingesandt.

Gerd M. Hoffmann erkannte sofort den Standort des Blog-Beitragbildes, einem sogenannten Blue Screen of Death (BSOD), welcher sich in einer Sontheimer Aldifiliale befindet. Die etwas Älteren von uns kennen sicherlich noch den Black Screen of Death, der wohl zu deprimierend wirkt und deshalb durch einen Blue Screen ersetzt wurde. In einem Anfall von Retromanie versuchte Microsoft einmal zum Original zurückzukehren, ließ es dann aber wieder bleiben.

Heutzutage hat sich die Microsoft-Software so gut entwickelt, dass man als Laie kaum noch einen Blue Screen zu sehen bekommt, es sei denn, man bekommt es mit Profis wie im obigen Falle zu tun. Kleine Notiz am Rande, auch Apple hat für seine Mobiltelefone inzwischen den BSOD übernommen.

Und meine technikaffinen Leser werden mir bestimmt noch mitteilen wollen, dass es auch einen Red Screen of Death (RSOD) gibt. Heutzutage muss man dazu nur ein Flugzeug zum Absturz bringen wollen. Sollte der RSOD darüber hinaus bei Ihnen auftreten, wäre es vielleicht einmal an der Zeit, um das eigene Betriebssystem „upzudaten“.

Nun zurück zum eigentlichen Bilderrätsel. Diese Aufnahme stammt vom Klingenberger Steg. Die Blickrichtung ist Richtung Heilbronn. Am 1. Mai 1926 wurde der Steg eingeweiht und von mir am 1. Mai 2025 zum ersten Mal betreten. Eigentlich gehörte der Steg bis zu deren Eingemeindung den Horkheimern, warum auch immer. Zuvor gab es an dieser Stelle eine Fährverbindung. Weil aber immer mehr Menschen aus dem Zabergäu in die damaligen Sonntheimer Fabriken strömten, wurde ein Steg notwendig.

Inzwischen wieder einmal saniert, steht er nun eher den Radfahrern zur Verfügung. Als Fußgänger muss man deshalb höllisch aufpassen, sobald man diesen Steg betritt, zumindest bei gutem Wetter.

Direkt neben dem Steg befindet sich eine Slipanlage, welche noch heute gerne von Wassersportlern benutzt wird. Diese sollten sich dann aber daran halten und nur in Richtung Heilbronn paddeln, denn in der anderen Richtung möchte die Natur geschützt werden. Bis zur Erstellung einer Slipanlage bei der Neckarhalde nutzten wir DLRGler gerne diese Slipanlage und tuckerten dann für unsere Einsätze in Richtung Heilbronn.


Fliegende Umschläge

E-Mail 4.8 (9)

Beitragsfoto: Fliegende Umschläge | © Gerd Altmann auf Pixabay

Die gute alte E-Mail ist nach weit über 30 Jahren allgemeinem Gebrauch erwachsen geworden. Woran mache ich dies fest? Ganz einfach, inzwischen wird sie staatlich reguliert wie keine einzige Briefpost jemals zuvor. Und alle möglichen Menschen und Unternehmen möchten sich mit unserem E-Mail-Gebrauch dumm und dämlich verdienen. Kein Anbieter mehr, der nicht KI in seiner E-Mail-Software anbietet.

Und selbst das Apple-Tool „Mail“, welches sich stets wegen seiner Einfachheit von anderen Anbietern abgehoben hat, ist inzwischen kaum noch zu bedienen. Microsofts Outlook wurde gar zu einem Monster-Tool für alle Beamten und solche Menschen, die es unbedingt werden möchten. Einzig SAP ist in der Lage noch unbrauchbarere Produkte liefern zu können.

Aber wir Menschen wollen es auch nicht anders! Im Gegensatz zu unserem Briefkasten vor der Haus- oder Wohnungstür soll der E-Mail-Briefkasten unser gesamtes Leben regeln, dabei von ganz alleine funktionieren und last but not least auch noch als Archiv unseres eigenen Lebens dienen.

Sie erkennen das Problem?

Ich leere meinen Briefkasten täglich, wenn nötig auch mehrmals am Tag. Dies mache ich auch so mit meinen E-Mail-Briefkästen — da digital, leiste ich mir bis heute den Luxus gleich mehrere davon zu besitzen; bin inzwischen allerdings dabei, diese Briefkästen bis auf das unbedingt Nötige wieder zu reduzieren. Ohne meinen PAL-Filter komme ich aber weiterhin nicht aus.

Und nein, ich archiviere weder mein Privatleben noch mein Berufsleben in E-Mail-Postfächern! Deshalb kaufe ich auch keine extra Speicherplätze oder E-Mail-Archivierungssoftwareergänzungen.

Im Worst-Case sind meine E-Mail-Postfacher von Spam und anderer Mail so zugemüllt, dass ich mehr als einen Tag benötige, diese zu leeren. Die Post landet wie auch die analoge dabei im Müll.

Nur faschistoide Regierungen können auf die Idee kommen, dass ich diesen Müll auch noch und dies am besten bei der Stasi zu archivieren habe!

Einen Vorteil hat die digitale Post allerdings gegenüber der althergebrachten. Man kann sie besser adressieren. Und so nehme ich E-Mail zur Kenntnis, die mit einem mir bekannten Absender versehen und auch an mich adressiert sind (To: / An:).

Wenn die E-Mail an mich mit via „Cc: / Kopie:“ oder „Bcc: / Blindkopie:“ geht, rechnet der Absender damit, dass meine Neugierde in diesem Falle so groß ist, dass ich diese auch zur Kenntnis nehme, oder er weiß, dass wir in einem entsprechenden Briefverkehr stehen und ich via dieser Möglichkeiten informiert werden möchte.

Da dies im Berufsleben gängige Praxis ist, öffne ich auch diese E-Mail, wenn sie an meine diesbezüglichen Postfächer gelangt.

Für den Fall, dass eine E-Mail für mich wichtig ist, gibt es drei Möglichkeiten und eine weitere, die allerdings nur der Macht der Fakten geschuldet ist. Bei letzterer retourniere ich die E-Mail mit meiner Antwort — wenig professionell aber im Umgang mit manchen Menschen heutzutage notwendig. Für diese Art der Kommunikation gibt es allerdings auch wieder bereits seit mehreren Jahrzehnten die Chat-Tools und Räume! Hierzu nutze ich inzwischen standardmäßig Threema, DeltaChat oder die SMS.

Manchmal, heutzutage aber nur noch sehr selten wird eine E-Mail von mir noch ausgedruckt und weiterverarbeitet (Möglichkeit 1), meist aber in ein PDF umgewandelt und weiterverarbeitet (Möglichkeit 2) oder aber als reiner Text mit in meinen Zettelkasten übernommen (Möglichkeit 3).

Wenn die E-Mail von mir letztendlich bearbeitet wurde, schreibe ich eine eigene E-Mail, manchmal aber auch nur eine SMS oder ich greife gleich zum Telefon. Die schwierigeren Angelegenheiten werden weiterhin im Vier- oder Mehraugengespräch erledigt.

Nachtrag

Wer nun etwas tiefer in die (digitale) Materie einsteigen möchte, dem empfehle ich RFC 5322 der Network Working Group von 2008. Man erhält dieses und andere RFC wie auch den Passierschein A38 mit dem blauen Formular.

„Weisheit ist das vollkommene Gut des menschlichen Verstandes; Philosophie ist die Liebe zur Weisheit und das Streben danach.“

Seneca, 14. Buch, 89. Brief (2023: 789)

Konzert

Musikvideo zum Tag 4.8 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Als ich es gerade in der New York Times lese, erinnere ich mich tatsächlich an eine Band aus den 1980er-Jahren, The Bangles. Das einzig Besondere daran war, dass ich damals deren Abtritt von der Bühne nicht einmal mitbekommen hatte — sie waren einfach weg und niemanden hat es weiters gestört.

Vielleicht lag es bei mir einfach daran, dass meine Montage seit 1983 immer bereits am Sonntagabend begannen und ich mit dem folgenden Lied noch nie so recht etwas anfangen konnte.

The Bangles gründeten sich 1981 in Los Angeles und sind den Älteren unter uns noch mit den Liedern Manic Monday (1985), Walk Like an Egyptian (1986) und Eternal Flame (1989) bekannt. Damit war auf alle Fälle garantiert, dass die Band nicht als Ein-Hit-Wunder in die Musikgeschichte einging.

Und da es aktuell regnet, habe ich es noch mit dem obigen Lied probiert — funktioniert nicht, im Gegenteil, es beginnt jetzt sogar zu schneien. Ganz zu schweigen von einer ewigen Flamme.

Und so sind es wohl die Armreifen, welche noch in den 1990er-Jahren an fast allen Damenarmen hingen und beständig klimperten, das was mir in Erinnerung geblieben ist. Das zweite Lied lasse ich ganz bewusst weg, denn ich möchte keine Diskussion wegen „kultureller Aneignung“ starten. Ok, Olaf Scholz würde deswegen aktuell gar des Rassismus’ angeklagt werden.

Was schon gar nicht mehr zur aktuellen — hier sind wir wieder alle, nicht nur die Union, hinter der Zeit zurück — Weltlage passt, denn die US-Internetgrößen passen sich bereits den neuen Gegebenheiten an und haben sämtliche Google- oder Apple-Kalender gelöscht, welche nur im Ansatz etwas mit Diversität zu tun hatten. Auch sollen sie bereits damit begonnen haben, ganze Weltteile neu zu benennen, wie z. B. den Golf von Mexiko oder Grönland. Letzteres soll nun wohl Rot, Weiß und Blauland heißen.

Dabei ist es völlig egal, von welcher politischen oder gesellschaftlichen Richtung die Sprache manipuliert und verändert wird, denn jede nicht ganz von alleine stattfindende Sprachänderung ist ein Eingriff in die Freiheit von allen Menschen.

Und wer es jetzt noch nicht versteht, was die Stunde schlägt, dem hilft es auch nicht mehr, mit dem Buch 1984 zu beginnen! Wir haben es allesamt völlig versaut! wieder einmal.