Müllberg

9.8.02025 5 (9)

Beitragsfoto: Müllberg

Kövesi

Dass es auch sehr verantwortliche und kompetente Politiker und Beamte geben kann, das zeigt uns die EU-Generalstaatsanwältin Laura Kövesi. Ein ausführliches Porträt von Laura Kövesi können Sie im Europamagazin gleich morgen um 12.45 Uhr im Ersten oder schon heute in der ARD-Mediathek sehen.

Hier finden Sie einen Teaser der Tagesschau, der richtig neugierig auf diese Frau macht.

Korruption findet sich leider auch in allen Demokratien, wobei sie gerade dort am meisten Schaden anrichtet, weil wir Bürger unseren Volksvertretern grundsätzlich mit einem sehr großen Vertrauensvorschuss ausstatten. Und ist dieser dann verbraucht, schadet das leider der Demokratie am meisten.

Und gerade deswegen sind die Gegner unserer Demokratien sehr erpicht darauf, demokratische Abgeordnete und Beamte zu korrumpieren. Damit zerstören sie nämlich jede Demokratie von innen heraus!

Und deswegen ist auch die erste europäischen Generalstaatsanwältin so wichtig für Europa und auch für unser Land. Alleine 2024 eröffnete sie 2 666 Ermittlungsverfahren mit einem veranschlagten Gesamtschaden von 24,8 Milliarden Euro!

Spahn

Eigentlich hätte die CDU es wissen müssen, Jens Spahn ist für überhaupt nichts geeignet. Als Minister bereits ein Totalausfall, so nun auch als Fraktionsvorsitzender.

Das mit der Richterwahl war schon nicht mehr zu vertreten, da manövriert er sogleich noch die eigene Fraktion zusammen mit dem Bundeskanzler, der offensichtlich ganz spontan einen Stopp von Kriegswaffenausfuhren nach Israel verkündet hat, in sehr seichte Wasser.

Ich gehe einmal davon aus, dass man Jens Spahn die Funktion und die Aufgaben eines Fraktionsvorsitzenden bereits erklärt hat.

Bei der Union war es aber schon immer erfolgreich, sich von einem Fettnäpfchen zum anderen zu bewegen, denn das macht einen beim Wahlvolk äußerst beliebt und sichert die eigene Karriere. Denn die gewöhnlichen Wähler wissen vor der nächsten Wahl überhaupt nicht mehr, warum sie einen Jens Spahn überhaupt kennen und die eigenen Parteimitglieder wählen stets immer alles, was man ihnen so vorsetzt.

Es wäre wirklich einmal an der Zeit, dass man eine Hitliste der Steuermilliardenverschwender aufstellt. Ich gehe davon aus, dass Helmut Kohl diese weiterhin anführt. Ursula von der Leyen wird ebenfalls einen Spitzenplatz besetzen und Jens Spahn bemüht sich auch hierbei an die Spitze vorzustoßen.

SlumCity

Eigentlich wollte ich wieder einmal in der Stadt Sport genießen, dann bin ich aber auf dem Weg dorthin über einen Müllhaufen nach dem anderen gestolpert und habe einfach jegliche Lust auf Sport verloren.

Noch am Freitag dachte ich, dass es sehr mutig für ein Ladengeschäft ist, seine Stühle und Tische nach Ladenschluss nicht wegzuschließen, tags darauf waren es schon ein paar Tische und Stühle weniger. Was mich dann doch etwas verwundert, weil die üblichen Interessenten etwas nur dann geschenkt nehmen, wenn man es ihnen auch noch kostenlos nach Hause liefert.

Und so verwundert es auch nicht, dass uns abends beim Spazieren durch die Fußgängerzone die Ratten nur so um die Füße wuseln. Nichts gegen diese Tiere, wir haben sie schon als Kinder am Neckar und in den Straßen gesehen, aber noch nicht in diesen Mengen.

Zudem erstaunlich, wie viele Heilbronner sich zwischen diesen Müllbergen wohlfühlen.

Positiv, dass ein Gespräch mit einem Nachbarn half und dieser nun ehemalige Pflanzenteile entsorgt hat, welche beim langsamen Zerfall unseren Eingangsbereich immer wieder zu einem Hindernispfad machten. Dafür lasse ich demnächst einen Baum entfernen, der ihm seinen Platz an der Sonne etwas beschattet. Im Kleinen funktioniert unsere Stadt dann doch noch — zumindest ab und zu.

Nachtrag 10.8.2025

Ich hatte erwartet, dass mein obiges Wortspiel Reaktionen bei meinen Mitbürgern hervorruft. Nun muss ich davon ausgehen, dass die lokalen Leser wohl nicht in der Innenstadt wohnen und somit auch nicht (mehr) den ursprünglichen Werbeslogan kennen.

Dieser war auf Schildern sehr prominent und anfangs sogar beleuchtet zu sehen! Geholfen hat es offensichtlich nichts. Was nun wieder bezeugt, dass zu große Unterschiede zwischen Anspruch und Wirklichkeit keinem gut tun.

Etwas überrascht war ich dann, als ich eine Reaktion von Peter Schulze aus Mannheim erhielt — rein zufällig (?) ist die Mannheimer Straße nicht sehr weit. Er macht mich auf eine Anzeige der Stadt Heilbronn im Magazin „Zeit Reisen“ aufmerksam, die den Titel „Heilbronn: Tradition trifft Innovation“ trägt.

Ob Weinwanderung in den Reben, Kanu-Tour auf dem Neckar oder ein Blick in die Zukunft im KI-Zentrum IPAI – Heilbronn bietet Erlebnisse rund um Wein, Wasser und Wissen. Der Reise-Podcast places to go widmet der Stadt gleich drei Episoden: In jeweils unter 10 Minuten bekommst du 1.) einen Überblick über Heilbronn 2.) Lust auf Württembergs älteste Weinstadt und 3.) alles Wichtige über Heilbronn als Wissens-Stadt.

Ich war positiv überrascht, was es alles bei uns in Heilbronn so gibt. Als Werber guckt man natürlich nicht unters Sofa, das gebietet die Höflichkeit. Die müssen aber auch nicht vor Ort leben oder kommen als Stadtverantwortliche gleich von außerhalb — zumindest aber residieren sie in den besseren Gegenden der Stadt.

Auf alle Fälle haben die Werber einen guten Sinn für Humor und übertreffen an Ignoranz sogar unsere eigenen Lokalreporter:

„… empfehlen wir einen Shoppingbummel durch die Innenstadt: Neben bekannten Marken hat Heilbronn auch viele inhabergeführte Geschäfte!“

„Friede, Freude, Eierkuchen“

redewendung

Blumenpracht

23.6.02025 4.3 (9)

Beitragsfoto: Blumenpracht am Straßenrand | © Bettina Kümmerle

Vermischtes

Heute wurde ich wieder einmal darauf aufmerksam gemacht, dass ich zu viel schreibe. Mag sein, aber man muss auch nicht wirklich alles lesen, was ich so schreibe. Übrigens, Grüße an den Nordseestrand bei Bergen.

Thomas Michl hat heute meinen gestrigen Blog-Beitrag „Gruppenbildung“ mit in seinen wöchentlichen Newsletter aufgenommen. Freut mich selbstverständlich, auch wenn ich mit „agil“ weiterhin nichts anzufangen weiß, was durchaus auch an mir liegen könnte. Aber wie schon gesagt, ich muss das Rad auch nicht jeden Tag neu erfinden.

Eine Sendung des Reschke Fernsehens (ARD) verdeutlicht mir immer mehr, dass das SPD Nazi-Gebuhle in Heilbronn kein lokales Alleinstellungsmerkmal ist. Nicht nur in Heilbronn wurden viel zu viele Nazis nicht nur nicht entnazifiziert, sondern konnten ihre Karrieren mit neuem Parteibuch einfach so weiterführen. Und da ist es eigentlich nur folgerichtig, dass sich viele Nazis gleich ein SPD-Parteibuch organisiert haben, denn wer hätte das auch nur vermutet — außer vielleicht meine eigene Nazi-Verwandtschaft, wobei sich mein Großonkel richtig über die neuen Genossen amüsierte; was ich selber erst viel zu spät verstanden habe.

Eine Aufarbeitung tut immer weh! aber auch Not! Wer dies nun, da es so gut wie keine echten Nazis von damals mehr gibt, weiterhin verhindert oder auch nur verschleppt, der schadet sich letztendlich selbst immer mehr und macht sich zumindest moralisch betrachtet zum Mittäter.

Dieses an den Tag gelegte und immer wieder festzustellende Verhalten macht überhaupt keinen Sinn. Es sei denn, man hofft weiterhin inständig darauf, dass es sehr bald ein neues 1933 geben wird!

Wäre jammerschade, wenn die Kühne-Milliarden zum Schluss auch noch auf den Konten der AfD landen.

Lobenswert jene Personen, ob natürlich oder juristisch, die sich dieser Aufarbeitung stellen. Wie gesagt, das tut weh und kostet auch noch Zeit und Geld. Manchmal muss man einfach Dinge machen, die man nicht tun möchte — man nennt diesen Zustand schnödes Leben.

Darauf, dass man in unserem eigenen Rathaus den Nazi-OB abhängt, hoffe ich schon lange nicht mehr.

(Fast) vergessen

Man kann zu Sacha Baron Cohen stehen, wie man möchte, auch ich vertrage nicht immer seinen derben Humor. Aber das hier unten verlinkt Gezeigte bezeugt, dass dieser Komiker mehr drauf hat, als es die meisten von uns erahnen. Und dazu hat er auch noch völlig Recht!

Is it too late to give Sacha Baron Cohen an Oscar for this? Not a damn lie told. 🇺🇸

[image or embed]— The Tennessee Holler (@thetnholler.bsky.social) 22. Juni 2025 um 21:53

Policy Brief

Wohl damit ich etwas auf andere Gedanken komme, hat mir heute Peter Schulze ein Policy Brief des EU-Außenamts übermittelt. Ivan Krastev und Mark Leonard sind die Autoren. Auf alle Fälle eine spannende Lektüre.

Auch wenn ich immer an die Notwendigkeit einer EU-Osterweiterung glaubte und diese befürwortete, kommen mir immer mehr Zweifel, ob es den Preis, den wir nicht nur heute dafür bezahlen, überhaupt wert sein kann.

Besserung

Heute geht es mir erstmals seit Anfang letzter Woche wieder etwas besser. Dies aber nicht nur wegen der Stoa, sondern sicherlich wegen der gewohnt bestmöglichen Betreuung durch meine bessere Hälfte, die in den letzten Jahrzehnten doch so einiges mit mir oder besser wegen mir erleiden musste. Manchmal kauft man einfach die Katze im Sack und dass sie bisher noch nicht draufgeschlagen hat, beweist schon alleine, was für ein toller Mensch sie ist!

Allerdings hätte ich mich nicht „bessern“ können, wenn mich nicht ein verantwortungsvoller Arzt erst zu einer Operation überredet hätte und in dessen Folge ein richtig gutes Ärzte-, Schwestern- und Pflegerteam alles daran setzte, um mich wieder fit zu bekommen.

Für mich dabei völlig überraschend, dass in all den Jahrzehnten Krankenhaus- und Klinikaufenthalte mir das Essen zum ersten Mal schmeckte. Ich hätte jede Wette verloren, dass ich jemals eine solche Küche und das dahinterstehende Personal loben würde. Chapeau!

Sicherlich haben auch die Besserungswünsche aus meinem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zu einer schnelleren Besserung beigetragen. Wenn jetzt alles so weiterläuft, werde ich bereits am 1. Juli 2025 den Studenten zur Verfügung stehen. Detlef Stern hat beständig mitgeplottet und nachgesteuert.

Und auch alle anderen Aktivitäten werde ich ab kommender Woche wieder langsam, aber sicher hochfahren. Meine Leser dürfen sich dabei gewiss sein, das meine „Besserung“ kaum Auswirkungen auf meine Blog-Beiträge haben wird — manche Dinge verändern sich so gut wie nie; selbstverständlich gilt das nicht für Projekte!

Auch aus meinem Blog wurde zwischenzeitlich etwas entfernt, was manche andere Blogger wohl nicht so richtig verstehen werden — ich bitte hier einfach um Nachsicht. Wahrscheinlich wird es aber außer mir kein anderer feststellen.

Meine Besserung betreffend, hoffe ich nun, dass ich nicht erneut den bevorstehenden Hochzeitstag vergesse.

„Betrachte alles, was Dir Freude macht, gerade so, wie wenn Du es sähest, während es blüht! Genieße es!“

Seneca, 17. u. 18. Buch, 104. Brief (2023: 1059)

Flaggen der NATO und der EU

6.3.02025 5 (6)

Beitragsfoto: Flaggen der NATO und der EU | © Shutterstock

Gemeinschaft

Nur zusammen sind wir stark! Das fängt bereits im Kindergarten an und hört auch bei Verteidigungsbündnissen nicht auf. Wie im Kindergarten gibt es auch in Bündnissen, wie z. B. der EU geborene Vollpfosten, die man schleunigst und dann immer wieder in die Ecke stellen muss. Schon etwas länger ist es der kriminelle Victor Orban, der, weil unsere Staats- und Regierungschefs keine Cojones haben, immer wieder unsere Gemeinschaft auseinanderbringt.

Jede Gemeinschaft lebt davon, dass man gemeinsam und auf derselben Augenhöhe miteinander agiert und kommuniziert. Und wie gesagt, dabei die Vollpfosten sofort in die Ecke stellt, denn da gehören Pfosten auch hin.

Für mich heute sehr erfreulich, dass die kleine Gemeinschaft der Europäischen Föderalisten weiterhin ganz gut funktioniert. Und als Kreisvorsitzender musste ich auch nur ab und zu ein paar wenige Vollpfosten in die Ecke stellen, manche davon haben sogar daraus gelernt. Heute hat mich unsere Gemeinschaft sehr gut gestützt, überraschend viele vor Ort und andere zumindest schriftlich. Jeder hat das getan, was er aktuell tun konnte — und das ist ebenfalls das Geheimnis und Erfolgsmodell von Gemeinschaften.

Und so bleibt zu hoffen, dass auch die NATO weiterhin ein Erfolgsmodell bleibt und dabei möglichst viele Akteure in der NATO noch Cojones haben. Wer dabei allerdings den größten Vollpfosten aller Zeiten in die Ecke stellt, bleibt ein Rätsel. Wahrscheinlich aber müssen es erneut die USA wieder selbst richten und wieder einmal allen zeigen, dass die USA das bessere Europa sind!

Sollte es in den USA noch tatsächlich systemrelevante Familien geben, wäre es wirklich an der Zeit, dass diese die GOP schleunigst sanieren, dabei ihre weniger brillanten Mitbürger mitnehmen und gemeinsam als USA erneut die Welt retten! Nicht nur die Welt, auch die USA hätten es dringend nötig.

Billionen (ARD: „Mega-Schulden“)

Seit Jahrzehnten sind wir darin Weltmeister, Verteidigungshaushalte für alles Mögliche umzuwidmen. Angefangen von einer versteckten Wirtschaftsförderung über illegale Sozialhilfen bis hin zu einer immer maßloseren Klientelpolitik — alleine dafür opfern wir jährlich über 1 % unseres Bruttoinlandsprodukts. Und weil Klientelpolitik mit das Teuerste ist, was man sich nur erlauben kann, mussten wir auch noch die Infrastruktur und die Bildung gleich mit abwirtschaften. Auf Regierungsdeutsch heißt dies inzwischen „auf Verschleiß fahren“.

Ebenfalls seit Jahrzehnten versuchen unsere französischen Nachbarn an unserem Erfolgsmodell zu partizipieren und ließen sich von uns u. a. Airbus und weitere militärische Fehlschläge finanzieren. Bisher hatten sie nur kein Glück darin, dass wir ihnen auch noch ihre „Atomwaffen“ finanzieren.

Aber jetzt, wo wir nicht mehr über 50 Milliarden Euro im Jahr, sondern gleich von Hunderten Milliarden Euro im Jahr reden, wird auch dies ermöglicht werden — nicht, dass wir dann einen eigenen Nuklearschirm hätten, sondern es werden sich nur weitere wichtige (Regierungsdeutsch: systemrelevante) Familien dumm und dämlich verdienen dürfen.

Und auch die Briten — welche ganz offiziell nach dem Brexit ebenfalls pleite sind — entdecken jetzt das Potenzial deutscher Schuldenberge. Weitere Länder werden sicherlich folgen. Und so ist es nur folgerichtig, dass wir Europa zu allererst zu einer Schuldenunion machen und damit die kommenden weiteren Billionendefizite auf möglichst alle Europäer verteilen — eine Begleichung der Schulden wird für keinen mehr möglich sein und so ist es zumindest eine emotionale Angelegenheit, denn geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.

Und vielleicht schafft es dann die Schuldenunion, um Europa vor der russischen Aggression zu schützen. Könnte ja sein, dass uns die Russen dann gar nicht mehr so attraktiv finden, wenn sie dann ganz Europa wie damals die DDR auch nur durchzufüttern hätten.

Beerdigung

Die heutige Beerdigung verlief sehr harmonisch, fast die gesamte Familie konnte mit dabei sein. Und auch sehr viele Freunde und Bekannte waren gekommen. Selbst das Wetter spielte mit. Neben einer hervorragenden Predigt von Pfarrerin Ester Sauer waren es für mich die drei Musikstücke, welche von Christina und Sebastian Schaffer dargeboten wurden, die mir in sehr guter Erinnerung bleiben werden.

Der Besuch einer Beerdigung führt bei mir immer wieder dazu, dass ich mich an vergangene Beerdigungen erinnere, darunter auch ganz spezielle. Kurz war ich versucht, aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann habe ich mich aber wieder gefangen und lasse es lieber. Nur so viel, es gibt auch Friedhöfe, da fahren die Reisebusse im Minutentakt vor den Aussegnungshallen vor und jede Trauergemeinde muss dabei aufpassen, dass sie sich auch auf der richtigen Beerdigung wiederfindet.

In Heilbronn geht es auch hierbei viel beschaulicher zu und das war in diesem Falle eine Wohltat. Eins vielleicht dann doch noch: mein Vater war jahrzehntelang aktives Parteimitglied, aber zu seiner Beerdigung kamen zumindest für mich überraschend dann offizielle Vertreter einer ganz anderen Partei — Sachen gibts …

„Du denke immerhin stets an den Tod, dann brauchst Du ihn niemals zu fürchten.“

Seneca, 4. Buch, 30. Brief (2023: 215)