Sprecher

Gemeinderäte 5 (2)

Beitragsfoto: Sprecher in einem Gremium | © Shutterstock

Die Gemeinderäte, die übrigens aus den Stadträten des Mittelalters hervorgegangen sind, können als die untersten politischen Gremien, weil auf kommunaler Ebene angesiedelt, betrachtet werden. Die heutigen Gemeinderäte werden im Gegensatz zu den ehemaligen Stadträten von der Gesamtbevölkerung und nicht nur von den städtischen Eliten gewählt und können damit auch als die Volksvertreter direkt vor Ort betrachtet werden. Eine zeitgemäßere, weil für den Großteil der Bevölkerung verständlichere Bezeichnung wäre Orts- bzw. Stadtparlament.

Wie in allen anderen Parlamenten auch, gibt es nur wenige Voraussetzungen, um für das Amt eines Gemeinderats zu kandidieren. Man muss das Mindestalter dafür erreicht haben und man muss bereits für eine bestimmte Zeit seinen Hauptwohnsitz und Lebensschwerpunkt in der Gemeinde haben; in Deutschland sind dies drei Monate. Wenn man jetzt noch bei einer Partei oder Wählergruppe einen Listenplatz ergattert, dann entscheidet nur noch der Wähler über den Einzug in den Gemeinderat — selbstverständlich hat dabei auch noch das bei den Wahlen angewandte Auszählsystem einen nicht unwesentlichen Einfluss; diesbezüglich wurde in Baden-Württemberg das Berechnungsverfahren für die Sitzverteilung in kommunalen Gremien von d’Hondt auf das Höchstzahlverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers umgestellt. 

Wenn man dann aber einmal Gemeinderat ist, kann man tun und lassen, was man möchte. Möchte man aber seinen Listenplatz auch für die kommende Wahl behalten, dann unterliegt man dem Fraktionszwang und muss so abstimmen, wie es die eigene Partei gerne hätte. Die Ausnahme sind hierbei die Freien Wähler, die gerade hier den Unterschied machen.

Eines aber sollte man auf jeden Fall nicht machen, nämlich seinen Wohnsitz und Lebensschwerpunkt während der eigenen Amtszeit zu verlegen, denn damit entfällt auch die tatsächlich einzige Voraussetzung für das Amt eines Gemeinderats. Und so ist es eigentlich üblich, dass man die Wahlperiode, für die man gewählt wurde auch beendet. Manchmal kommt es vor, dass sich einige Gemeinderäte trotz ihres bereits sehr hohen Alters noch einmal wählen lassen, nur um dann feststellen zu müssen, dass sie ihr Versprechen gegenüber dem Wähler nicht halten können. Dann übernimmt ein Nachrücker dieses Mandat.

In seltenen Fällen kommt es vor, dass ein Gemeinderat durch Tod, schwere Krankheit oder eine berufliche bzw. familiäre Veränderung auf sein Mandat verzichten muss.

Und so muss der Bürger mit dem leben, was er auch gewählt hat. Und meist ist es so, dass er immer wieder dieselben Gemeinderäte wählt — egal, was diese auch machen oder nicht machen — solange diese nur von den Parteien einen Listenplatz erhalten.

Und so hat es sich eingebürgert, dass unsere Gemeinderäte machen können, was sie wollen. Und da es keine qualitativen Voraussetzungen — außer gewählt zu werden — für dieses Amt gibt, passiert auch meist nicht mehr sehr viel Produktives, was durchaus das jahrzehntelange Warten auf bestimmte Vorhaben, wie z. B. die Saarlandstraße oder Sauberkeit, Ruhe und Ordnung in der Stadt erklären kann.

Allerdings kann es auch immer noch sehr viel schlimmer kommen, wie wir es gerade am Beispiel einer Stadt in unserer Nachbarschaft miterleben können. Die dortigen Gemeinderäte werfen die Steuergelder nicht nur mit vollen Händen, sondern bereits mit Wäschekübeln zum Fenster hinaus und erdreisten es sich dabei sogar, vom Land weitere zusätzliche Mittel zu fordern. In dieser Zwergstadt hat das demokratische Korrektiv des Wählers schon längst versagt, und so bleibt zu hoffen, dass unser Land, denn das Korrektiv des Landkreises hat offensichtlich ebenfalls nicht funktioniert, demnächst die Notbremse zieht.

So müssten wir Wähler eigentlich erkennen, dass es in erster Linie auf uns selber ankommt, nämlich indem wir ganz genau hinschauen, wen wir wählen. Einfach nur städtische „Berühmtheiten“ zu wählen, ohne darauf zu achten, ob diese wenigstens lesen und schreiben können sowie die Grundrechenarten beherrschen, hat zur Folge, dass unsere Gemeinden in sehr schwierige Fahrwasser geraten. Und wenn dann die Parteien sich noch auf Bürgermeister einigen, die außer einem Parteibuch nichts vorzuweisen haben, dann wird es insgesamt für die Gemeinden mehr als lebensbedrohlich. Denn der „professionelle“ Bürgermeister führt nicht nur den „ehrenamtlichen“ Gemeinderat, sondern auch noch die Gemeindeverwaltung — bei uns in Heilbronn immerhin weit über 3 000 Mitarbeiter.

Aber dies können wir alles wieder regeln, nämlich dadurch, indem wir entsprechend wählen gehen und bei der kommenden Wahl darauf achten, mit welchen Kandidaten die Parteien und Wählergruppen ins Rennen gehen. Erlauben Sie mir einen Hinweis: Sie suchen sich ihren Arzt auch nicht nach der Haarfarbe oder danach aus, wie oft sie ihn in ihrem Lieblingsbesen sehen. Und schon gar nicht, weil dieser auf einer von Parteien erstellten Liste ganz oben steht.

Was wir Bürger allerdings sehr schwer ändern können, das ist ein Systemversagen, und hier muss ich als Heilbronner dann doch mehr als staunen!

Als Berufsoffizier konnte ich kaum bis gar nicht mein passives Wahlrecht wahrnehmen, da unsere entsprechenden Gesetze und Regelungen (z. B. mindestens drei Monate Hauptwohnsitz) für die Lebenssituationen von immer mehr Menschen nicht mehr geeignet sind. Und so war es mir auch nicht möglich, bereits 2014 für den Gemeinderat zu kandidieren, da ich erst wieder Ende 2014 meinen Hauptwohnsitz nach Heilbronn zurückverlegen konnte.

Und so war ich dann 2019 mehr als erstaunt, als mindestens eine Heilbronner Partei mindestens eine Kandidatin aufstellte, die ihren Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt schon vor längerem in eine andere Stadt verlegt hatte — zumindest hatte diese mir dies bei ihrem Vereinsaustritt so schriftlich mitgeteilt. Das Rational der Partei dahinter ist mir schon verständlich, man möchte dieser Kandidatin den Listenplatz geben, damit sie bei späteren Wahlen bereits bekannt ist, wenn sie dann wieder in Heilbronn leben wird — falls sie dann wieder in Heilbronn leben wird! Das Ganze ist aber illegal und illegitim! Hinzu kommt, dass man dann allen Heilbronnern — auch mir in den vergangen Jahrzehnten diese Möglichkeit hätte einräumen müssen. So werfe ich zumindest dieser Partei vor, dass diese ein komisches Demokratieverständnis hat.

Sie können sich vorstellen, dass ich dann doch etwas schockiert war, als die Wahlkommission sämtliche Parteilisten als völlig in Ordnung absegnete — denn diese gleicht die Kandidaten und deren Wohnsitze ab, zumindest wäre das ihre Aufgabe. Und da half es mir auch nicht, dass mir altergraute Wahlkämpfer mitteilten, dass man das in Heilbronn schon immer so mache. Aus eigener Erfahrung darf ich nun hinzufügen, auch nur für die „besseren“ Heilbronner — und dazu gehöre ich offensichtlich nicht.

Nach der Wahl 2019 hat man mir dann sehr schnell mitgeteilt, dass diese bestimmte Kandidatin nicht gewählt wurde und damit doch alles wieder in Ordnung sei.

Was dann aber doch nicht in Ordnung sein kann ist, wenn nun 2019 gewählte Gemeinderäte ihren Lebensschwerpunkt eindeutig außerhalb von Heilbronn ansiedeln. Ich persönlich fand es schon etwas grenzwertig, wenn Abgeordnete, die über Jahre hinweg in Berlin leben, weiterhin ihr Gemeinderatsmandat beibehalten — was übrigens deren Entscheidungen in Berlin gegen Heilbronner Interessen, wie eine funktionierende Frankenbahn und ein Schleusenausbau, erklärt.

Diese Grenze dürfte aber eindeutig dann überschritten sein, wenn ein Heilbronner Gemeinderat gut ein Jahr lang in Südamerika studiert oder in den USA eine Firma betreut, wobei noch die eigene Familie dort vor Ort lebt! Und dies sind nur die wenigen Fälle, die mir als Heilbronner Bürger so zu Ohren kommen. Sehr interessant wäre es, wenn man die verantwortlichen Parteien oder Wählergruppen ganz offiziell dazu befragt, ob deren Gemeinderäte überhaupt die Möglichkeit haben, um sich um unsere Heilbronner Interessen kümmern zu können!

Und so ist es von mir vielleicht sogar falsch gewesen, wenn ich einzelnen Gemeinderäten persönliches Versagen vorwarf, denn wenn diese überhaupt nicht wissen, was in Heilbronn so vor sich geht, dann können diese wohl kaum für unsere Interessen eintreten. Aber dann muss man den dafür verantwortlichen Parteien und Wählergruppen den Vorwurf machen! Und wir müssen uns alle fragen, was für ein Demokratieverständnis bei diesen Parteien vorliegt — nur für Parteimitglieder zu sorgen, damit diese ein möglichst bequemes Leben haben, ist etwas zu wenig.

„What is it we all seek for in an election? To answer its real purposes, you must first possess the means of knowing the fitness of your man; and then you must retain some hold upon him by personal obligation or dependence.“

Edmund Burke, Reflections on the Revolution in France (2017[1790])

Berliner Wahlurne

29.9.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Berliner Wahlurne | © Shutterstock

Stadtbad

Unser heutiges Stadtbad steht neben dem Bollwerksturm und ist zurzeit wieder eine sehr gute Möglichkeit, um zu schwimmen. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass man sowohl das Außenbecken als auch die Sauna vorübergehend geschlossen hat.

Meine bessere Hälfte und ich genießen es nun wieder, um in angenehmer Atmosphäre unsere Runden zu ziehen. Mich stört nur dabei, dass ich diese Runden nun nicht mehr in 1 000 Meter Einheiten messe, sondern jetzt eher opamäßig unterwegs bin; die mangelhaften Trainingsmöglichkeiten der letzten Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.

Und so bin ich weiterhin und jetzt noch verstärkt der festen Überzeugung, dass unser Stadtbad wieder voll und ganz ein Sportbad werden sollte. Wer seine Drinks am Beckenrad genießen möchte oder seine Schwätzchen gerne im lauwarmen Wasser abhält, der kann doch ganz einfach die vielen Spaßbäder um Heilbronn herum aufsuchen.

Das Wegbleiben dieser eher spaßorientierten Klientel hat nun auch dazu geführt, dass die Umkleiden, Duschen und Toiletten seit Langem wieder in einem sehr guten Zustand sind. Und auch das Bäderpersonal ist richtig entspannt. Ergo, insgesamt eine runde Sache!

Berliner Wahl

Jetzt haben es die Richter am Berliner Verfassungsgericht in der Hand, um Wladimir Putin und anderen Diktatoren oder auch nur jenen Politikern, die zum Organisieren von Wahlen einfach nur zu blöd sind, zu zeigen, dass das Wahlrecht ein hohes Gut ist.

Damit würden sie auch ein deutlich sichtbares Zeichen für eine funktionierende Gewaltenteilung, die für jede echte Demokratie von existenzieller Bedeutung ist, setzen.

Bernhard Walker von der Heilbronner Stimme bringt es auf den Punkt, wenn er schreibt:

„Sollten die Berliner Richter wie erwartet urteilen, gerät auch der Bundestag in Zugzwang. Dann kann er unmöglich dafür eintreten, dass die Bundestagswahl, die ebenfalls Opfer des Chaos’ war, bloß in einzelnen Stimmbezirken wiederholt wird. Kein Mensch glaubt ja, dass es nur bei den Landtags- und Kommunalwahlen Pannen gab, die eine Wahlwiederholung erzwingen – beim Votum für den Bundestag aber nicht.“ 

Bernhard Walker, Heilbronner Stimme (29.9.2022: 2)

Unsere Richter und Abgeordnete haben es nun in der Hand zu zeigen, dass wir Deutschen bessere Demokraten als die Putins und Orbans dieser Welt sind. Wenn man wie gestern aber auf den ostdeutschen Mob schaut, der wieder einmal durch die Straßen zog, dann können durchaus berechtigte Zweifel kommen.

Schleusendrama

Jahrzehntelang verschleppen sämtliche Regierungen den zeitgemäßen Ausbau unserer Infrastruktur und verschaffen zudem durch eine weitgehende Privatisierung derselben regelmäßig ihrem eigenen Klientel Milliardengewinne, die einzig und alleine auf Kosten unserer Infrastruktur erzielt werden.

Und so kommt es, ob Energieversorgung, Kommunikationswege, Straßennetz, Eisenbahn oder wie im heutigen Falle den Wasserstraßen, dass wir Steuerzahler letztendlich eine völlig abgewirtschaftete Infrastruktur sanieren werden müssen — wobei der einzige politische Streit sein wird, wer sich daran dann bereichern darf.

Das Ganze verläuft nach dem bewährten Berliner Modell: vom Steuerzahler gebaute Wohnungen werden an Miethaie verscherbelt, die diese dann völlig herunterwirtschaften. Danach kauft der Staat genau diese inzwischen kaputten Wohnungen wieder völlig überteuert zurück und saniert sie dann auf Steuerzahlerkosten. Und sobald diese gut vermietet und im besten Zustand sind, werden sie wieder an Miethaie verscherbelt.

Unsere Neckarschleusen (maximal 110 Meter lang) sind bald allesamt 100 Jahre alt und so kommt es, dass man diese nicht nur an die heutigen Bedürfnisse (Rheinschleusen mindestens 185 Meter lang) anpassen müsste, wobei die angestrebten 135 Meter bereits ein Kompromiss sein dürften, sondern inzwischen auch allesamt sanieren muss, um überhaupt noch einen Schiffsbetrieb auf dem Neckar sicherstellen zu können. Von den seit Jahrzehnten bekannten Umweltschutzauflagen (z. B. Fischtreppen) ganz zu schweigen!

Seit 1973 hat sich jede Regierung, ob Bund oder Land, um diese ureigene staatliche Aufgabe gedrückt und das Ganze so lange wie nur irgend möglich verschleppt. Wirklich auf den allerletzten Drücker hat man sich 2007 doch dazu entschlossen, die 27 Neckarstaustufen in Ordnung zu bringen, nur um das Ganze doch wieder weiter auszusitzen; frei nach Angela Merkels Motto: nach mir die Russen.

Und so können wir heute in der Heilbronner Stimme (29.9.2022: 1) lesen, dass der für Baden-Württemberg seit 2011 (!) verantwortliche Winfried Kretschmann nun alle Schuld von sich weist und die alleinige Schuld dem Bundesverkehrsminister Volker Wissing (verantwortlich seit 2021) in die Schuhe schiebt. Wie wir alle wissen, hat dieser Verkehrsminister genau so ein Interesse an seinem Ministerium und dessen Aufgaben wie unser seit 2011 für die Schleusen verantwortliche Verkehrsminister aus Baden-Württemberg, Winfried Hermann.

Wenn wir weiterhin keine Verantwortung übernehmende Politiker finden, werden die Schleusen eine nach der anderen einfach nur zerbröseln — bleibt zu hoffen, dass es dabei keine Toten geben wird.


Feiernde Menschen

14.7.02022 5 (1)

Beitragsfoto: feiernde Menschen | © Shutterstock

Nationalfeiertag

Dieser französische Feiertag, der dem vermeintlichen Sturm auf die Bastille gedenkt und inzwischen traditionell die französischen Siege in der Vergangenheit zum Thema hat, ist auch ein Tag, an dem man sich an das Motto der französischen Revolution erinnern kann: „Liberté, Égalité, Fraternité“.

Da passt es nun auch ganz gut, dass uns die EU-Kommission daran erinnert, wo die tatsächlichen Gefahren der heutigen Zeit liegen, denn jede Demokratie, auch die europäische, stirbt von innen heraus! Justiz, Medien, Korruption: der Rechtsstaat in Ungarn und Polen ist akut in Gefahr! Dies wird nicht ohne gravierende Folgen für den Rest der Europäischen Union bleiben.

Der dritte Jahresbericht der EU-Kommission zur Rechtsstaatlichkeit wurde gestern veröffentlicht und enthält neben einer Gesamteinschätzung einen eigenen Bericht für jeden Mitgliedstaat. Und tatsächlich, die Situation in Ungarn und Polen ist katastrophal; was Ursula von der Leyen nicht davon abhalten wird, ihren „Parteifreunden“ weiterhin EU-Milliarden zuzuschustern.

Den Unionsbürgern fehlt dafür jedes Verständnis, und das ist es wohl auch, was die Verantwortlichen dieser Parteifamilien im Sinn haben, man möchte die EU von innern heraus zerstören und die Nationalstaaten wieder auferstehen lassen — mit oder ohne Demokratie spielt dabei auch keine Rolle mehr.

Gäubahn

Auch diese Teilstrecke der europäischen Verkehrsachse Berlin – Mailand ist immer wieder im Gespräch. Seit Jahren unternehmen die Verantwortlichen wirklich alles, um diese Nord-Südverbindung durch Baden-Württemberg zu kappen. So wurde vor Kurzem von der Berufspolitik signalisiert, dass man die Frankenbahn, der nördliche Teil davon, weiterhin nicht ausbauen will und damit weiter beim Nachkriegsnotbehelf bleibt.

Schlimmer noch trifft es jetzt die Gäubahn, die man ganz bewusst vom Stuttgarter Hauptbahnhof abkoppelt. Damit ist die ehemalige europäische Verkehrsachse Berlin – Mailand endgültig begraben.

Warum sämtliche Regierung in Baden-Württemberg, ob rot, grün, gelb oder schwarz, überhaupt keinen Wert auf einen funktionierenden, tragfähigen und nachhaltigen Schienenverkehr legen entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht hat es aber auch nur ganz banale Gründe, wie z. B. dass die Verantwortlichen entsprechende Baugrundstücke besitzen oder selbst in straßengebundene Transportunternehmen investiert haben.

Vereinsleben

Viele Vereine schwächeln schon seit Jahren und immer mehr davon müssen sich auflösen. Sehr oft liegt es daran, dass sich keine Mitglieder mehr finden, die Verantwortung übernehmen wollen. Für völlig falsch halte ich es dabei, dass man nun verstärkt versucht, Freiwillige mit Geldbeträgen für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen, denn damit zerstört man nicht nur die Idee des Ehrenamts, sondern das Vereinsleben an sich.

Dabei birgt doch das Vereinsleben für alle Mitglieder Schätze, die nie und nimmer mit Geld aufzuwiegen sind, und diese Tatsache ist es, die man wieder mehr in den Vordergrund stellen sollte. Und selbst wenn man sich im „falschen“ Verein engagiert und sich dabei von einer Enttäuschung zur anderen hangelt, gewinnt man dabei Erfahrungen, die ebenfalls unersetzlich sind.

Vor Kurzem laß ich in den Tiefen des Internets, dass „das Leben kein Lutschbonbon sei“. Dieser Aussage kann ich nur voll und ganz zustimmen. Und es gibt wohl kein angenehmeres Umfeld als einen Verein, um diese Tatsache für sich selber festzustellen. Auch möchte ich hinzufügen, dass es immer darauf ankommt, was man aus jeder Situation — egal wie verfahren sie auch sein mag — selber macht. Und gerade diese Herausforderungen sind es, die das Vereinsleben für alle mündigen Bürger erst so richtig attraktiv machen.

Das Schöne am Vereinsleben ist zudem, dass man dieses, wenn man überhaupt nicht mehr damit zurecht kommt, für sich ohne gravierende Folgen beenden kann, um dann sein Glück in einem anderen Verein zu suchen. Und auch diese Möglichkeit führt bei manchen Zeitgenossen vielleicht ebenfalls zu einer unbezahlbaren Selbsterkenntnis, nämlich spätestens dann, wenn man feststellt, dass man sich in keinem Verein lange zuhause fühlt.