Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Zeitungen

Ich weiß nicht, wie wir, als ich am Wochenende mit Freunden zusammensaß, auf die Heilbronner Stimme kamen. Aber sie war plötzlich ein Thema, wobei alle einer Meinung waren, dass sie viel zu teuer sei, zumal sie — nimmt man mal die Werbung und die nett gemeinten Beiträge von Vereinen und Co. beiseite — immer dünner wird und dies auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Heilbronner Stimme muss man sich einfach noch leisten können.

Als lokale „Alternative“ gibt es nur noch die Stadtzeitung, die man aber auch nur dann erhält, wenn man bereit ist, das Werbeblatt Echo kostenfrei zu entsorgen. Drollig dabei ist nur, dass die Zusteller davon überzeugt sind, dass das Echo ist Zeitung und die Stadtzeitung die Werbeeinlage sei. Als Verantwortlicher für die Stadtzeitung könnte man sich durchaus ein paar entsprechende Gedanken machen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass neben meiner bessern Hälfte und Hans Müller auch ich zu den bekennenden Lesern der New York Times gehören, denn da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wenn Alain Finkielkraut diese, wie übrigens auch Le Monde, als „Prawdas“ bezeichnet. Aber das ist wohl grundsätzlich das Problem von Zeitungen, dass sie nicht allen gefallen können.

Mir hat heute aber eine Aussage von Spencer Bokat-Lindell (New York Times) besonders gefallen und auf die heutige Zeitungslektüre neugierig gemacht.

A single death is a tragedy, the saying goes, while a million deaths is just a statistic. But a handful of deaths that turn out to be murders, committed in serial fashion? Well, for many, that’s entertainment.

Since the advent of the printing press, people have nursed a morbid fascination for reading about humanity’s capacity for evil. But in the past decade or so, true crime — that once relatively niche genre of storytelling that spins real accounts of wrongdoing into narrative gold — has become a cultural behemoth: Sales of true-crime books in the United States have skyrocketed. In the world of documentaries, true crime is now both the most in-demand and the fastest-growing genre. When I checked my podcast app late last week, four of the five top-charting shows were about murder.

What emotional hunger is all this ravenous consumption of true crime satisfying? And in the satisfying, are we making our minds — and our politics — sick?

Denkanstoß

Das jüngste Buch von Alain Finkielkraut „À la première personne“ (2019) dient geradezu und exemplarisch dazu, uns zu vergegenwärtigen, was passiert, wenn man Europa — so wie es sich wir Föderalisten uns von Anfang an vorgestellt hatten — falsch interpretiert und ausgestaltet.

Ein „falsches Europa“ führt ohne Frage zu einem europäischen Neonationalismus, der die alten Nationalismen erneuert und wieder aus der Asche der großen Kriege auferstehen lässt. Selbst Alain Finkielkraut freundet sich mit den Nationalstaaten an, Konstrukte, die es eigentlich so schon gar nicht mehr gibt, da diese inzwischen mit ihren „Staatsvölkern“ nicht mehr in Übereinklang zu bringen sind.

Ich hätte gerne Alain Finkielkraut gefragt, warum er an der ureigenen Europäischen Idee verzweifelt ist; wahrscheinlich sieht er weiter und hat erkannt, dass unsere Politiker in ihrem großen Versagen, diese schon längst beerdigt haben.

Finkielkrauts Buch trägt auf Deutsch den Titel „Ich schweige nicht: Philosophische Anmerkungen zur Zeit“ (2021). Mit Benedict Neff hat Alain Finkielkraut in der Neuen Zürcher Zeitung (1.11.2021) über sein Buch gesprochen.

NeuConnect

Grundsätzlich bin ich für einen Ausbau sämtlicher Infrastruktur, auch der von Stromkabeln. Besser wäre allerdings, wenn man sich wieder dazu durchringen könnte Infrastruktur als staatliche Aufgabe anzusehen und nicht zur Gewinnmaximierung für Privatfirmen zu missbrauchen.

Bei der neuen Stromleitung Deutschland – Vereinigtes Königreich steht nun zu befürchten, dass wir bei uns sämtliche, und darunter auch ganz neue, Kohle- und Gaskraftwerke rund um die Uhr brummen lassen, nur um den Briten Strom verkaufen zu können.

Dabei war es noch nie eine gute Idee — siehe auch Schweinemast — wegen Exportgewinnen für ein paar Unternehmer die eigene Umwelt und Natur auszubeuten, völlig herunterzuwirtschaften und dabei sämtliche Kosten auf alle Bürger umzuverteilen. Es steht nun sogar zu befürchten, dass unser so erfolgreiches Wirtschaftsmodell demnächst auch noch unsere letzten Grundwasserreserven ins Ausland exportiert.

Website des Tages

Gemeinsam für Heilbronn — Evangelische Allianz Heilbronn

Als Leiter geht es uns nicht nur um eine gesunde Entwicklung unserer Gemeinden, sondern wir verstehen uns als Mitgestalter des Gemeinwesens. Angesteckt von der Großherzigkeit Gottes möchten wir uns mit unseren Möglichkeiten als Gemeinden in unserer Gesellschaft einbringen. Mit dem Potenzial des ehrenamtlichen Engagements unserer Mitglieder möchten wir das Miteinander in unserer Stadt fördern – lebenswert, sinnstiftend und friedfertig.

Geburtstag des Tages

Alfred Wegener


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.10.02021 5 (1)

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Saarlandstraße

Ein Projekt, das bereits ganze Stadtratgenerationen beschäftigt hat und sicherlich auch die kommenden Generationen mit noch zu erledigenden Aufgaben zurücklassen wird.

Bis heute steht dabei fest, dass nicht nur der Ausbau der Saarlandstraße dringend nötig ist, sondern auch deren Verlängerung. Zumal inzwischen das größte Klinikum des Unterlands ein Anrainer ist und eine infrastrukturelle Verbesserung der Saarlandstraße zudem Rettungsdiensten eine schnellere Anfahrt — auch aus dem Süden des Stadt- und Landkreises — ermöglichen würde.

Wedeln

Eigentlich ist es eine Provinzposse. Da wedelt eine „berühmt“-berüchtigte Heilbronnerin mit ein paar Geldscheinen und schon wedelt die Heilbronner Stimme mit dem Schwanz.

Dabei wird nicht einmal mit dem eigenen Geld gewedelt, sondern mit Diäten, was aber überhaupt nichts ausmacht, da ganz andere sich mit eingesparten Steuergeldern ihren Ruhm erkaufen.

Das Unschöne dabei ist aber, wie schnell man damit in Heilbronn wieder eine reine Weste erhält und zur lokalen Schickeria aufsteigt — egal, ob man vorher Nazihelden in den sozialen Medien gedenkt, oder gar, nur halbwegs versteckt, zum Mord und zum Putsch aufruft.

Es würde mich nicht mehr wundern, wenn ein solches Gebaren inzwischen ausreicht, um nun auch, bei so großer medialer Aufmerksamkeit, die Rede beim Hasenmahl — der traditionellen Heilbronner Armenspeisung — halten zu dürfen.

Buchmesse

Wenn man schon ein Buch schreibt und sich dann auch noch die Mühe macht, es selbst zu veröffentlichen, dann will man — zumindest ich — auch einmal auf einer Buchmesse vertreten sein.

Bei mir ist es wunschgemäß die Frankfurter Buchmesse, wobei ich, ganz erstaunt von den Kosten, einen Weg gefunden habe, mit dem ich gut leben kann.

So ist mein Buch „Europa ist für alle da!“ auf der Frankfurter Buchmesse 2021 in der Halle 3.1 G 88 am Livro Stand zu finden. Da ich selber noch ein oder zwei meiner Bücher vorrätig habe, erspare ich es mir, mein Buch in Frankfurt anzuschauen. Wer aber dort vor Ort ist, kann gerne ein Foto davon machen.

Der entsprechende Livro-Katalog, mit meinem Buch auf Seite 55, liegt dort zum Mitnehmen aus und, das ist das tatsächlich Gute daran, inzwischen auch in mehr als 7 000 Buchhandlungen vor.

Den Livro-Katalog gibt es aber auch „online“, und jetzt bin ich einmal sehr gespannt darauf, ob sich meine Verkaufszahlen in den nächsten Tagen signifikant erhöhen werden.

Frankfurter Buchmesse

Geburtstage des Tages

Ursula K. Le Guin und Thomas Michl


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18.10.02021 5 (1)

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Rassismus

Auch wenn es uns selbsternannte Chefideologen immer öfters glauben lassen wollen, Rassismus hat nichts mit der Hautfarbe zu tun. Selbst dann nicht, wenn diese es pseudowissenschaftlich anhand von bestehenden und vermeintlichen Unterdrückungsverhältnissen herleiten und zu zwei Schlussfolgerungen kommen, nämlich, dass es keinen schwarzen Rassismus gibt und der Rassismus deshalb fast ausschließlich immer weiß sei. Ich glaube, schöner kann man sich kaum selber als Rassisten enttarnen.

Dabei lässt sich Rassismus ganz einfach an einer einzigen Frage festmachen: Ist man ein Arschloch oder ist man es nicht? Wenn man diese Frage mit „ja“ beantwortet, dann sind die Chancen ziemlich groß, dass man auch noch ein Rassist ist.

Tanzen

Zu meinem Geburtstag hat mir meine bessere Hälfte einen Tanzkurs geschenkt, und so schwinge ich nach ein paar Jahrzehnten wieder das Tanzbein. Dieses Mal in der Tanzschule Brenner gleich bei uns um die Ecke.

Angefangen habe ich in den 1970er-Jahren bei der Tanzschule Wolf auf der Allee und dann eine ganze Weile in der Tanzschule Wolf-Boppel in der Paulinenstraße getanzt.

Jetzt gilt es, an die alten Tanzkünste anzuknüpfen, aber vor allem anderen, immer wieder ein paar vergnügliche Stunden zu haben.

Verbote

Anstatt sich mit Büchern auseinanderzusetzen und zu versuchen, diese zu verstehen und dabei auch in den Kontext ihrer Zeit zu setzen, macht man es sich bei uns inzwischen sehr, sehr einfach.

Bücher, die man nicht versteht oder verstehen möchte, werden jetzt ganz einfach zensiert oder gar gleich verboten.

Sehr interessant ist dabei auch zu beobachten, welche Bücher dafür eingekauft und beworben werden — einige davon erfüllen nicht einmal die Mindeststandards unserer Sprache, von mangelnden Inhalten einmal ganz abgesehen.

Wenn wir weiterhin alles möglichst einfach haben möchten und keine Mindeststandards mehr kennen, werden bald die Esoterikabteilungen in unseren Bibliotheken völlig die Überhand gewinnen und die nächsten Bücherverbrennungen zum Volks-Event.

Geburtstag des Tages

Chuck Berry