Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

19.11.02021 5 (2)

Schach

Sicherlich eine der schönsten Nebensachen überhaupt, und für manche Mitbürger eine sehr ernste Angelegenheit. Für mich schon immer eine netter Zeitvertreib, den ich leider nie in einem Verein ausleben konnte. So freue ich mich zum einen darauf, dass ich mich hin und wieder mit Vereinsspielern messen kann, wobei ich regelmäßig spätestens dann im Endspiel verloren habe, und zum anderen über eine Website mit Video-Schulungen, die ich auch schon etwas länger nutze und ohne Wenn und Aber jedem empfehlen kann.

Mato Jelic stellt dort immer wieder neue und besonders auch ältere, aber immer sehr interessante Schachpartien vor. Ich greife deshalb auf Mato Jelics Chess School immer wieder gerne zurück.

Ich wünsche allen Schachspielern unterhaltende Spiele, ob gegen einen realen Spieler oder auch nur gegen ein Schachprogramm.

Roman

Da ich schon immer gerne schreibe, blieb es nicht aus, dass meine bessere Hälfte mir immer wieder einmal vorschlug, neben Sachbüchern, Artikeln oder Stellungnahmen, doch auch mal etwas Vernünftiges zu Papier zu bringen, z. B. ein Kinderbuch oder ein Roman.

So habe ich mich nun dazu durchgerungen, es einmal mit einem eigenen Roman zu versuchen, bevor ich mich dann doch noch an ein Kinderbuch wagen werde.

Sehr schnell habe ich jetzt festgestellt, dass das Schreiben von Fiktion eine ganz andere Denkweise mit sich bringen muss. Zumindest mir fällt es schwer, Alltägliches, was ich zum Beispiel hier im Weblog, in Briefen oder E-Mail zu Papier bringe, mit den Vorstellungen und Überlegungen zu einer Romanhandlung in Übereinklang zu bringen. Kann ich noch an mehreren Artikeln gleichzeitig arbeiten, so bin ich aber nicht in der Lage, von einem Weblog-Beitrag zu einer Romanseite und wieder zurück zu wechseln.

Auch bin ich noch nicht soweit, um mich zeitweise vom Internet zu trennen und in Klausur zu gehen, was wohl nötig wäre, um so richtig in eine eigene Romanwelt eintauchen zu können.

Aber vielleicht gibt es doch so den einen oder anderen Leser meines Weblogs, der bereits entsprechende Erfahrungen gemacht hat und mir mit ein paar Tipps zur Hand gehen könnte.

Mann liest vor

Heute durfte ich gleich in zwei Klassen an „meiner alten“ Grundschule vorlesen. Wieder einmal eine sehr erfreuliche Sache. Und es ist auch immer wieder schön mit anzusehen, wie sich die kleinen Kinder entwickeln.

Erstmals konnte ich in einer Klasse einer Art „Grußzeremonie“ zuschauen, wie sie seit ein paar Jahren an amerikanischen Schulen üblich ist, und ich muss zugeben, das passt auch bei uns ganz gut. Weniger gefallen hat es mir, dass sich jetzt auch schon Erwachsene zu meinen „Vorlesungen“ einschmuggeln wollen — noch merke ich das.

Im Nachklapp zu „Mann liest vor“, kamen wir Erwachsen wieder einmal auf die Infrastruktur zu sprechen, die sich tatsächlich an der Dammschule verbessert hat. Leider aber ist es wieder einmal nur eine halbe Sache, denn die Grundschüler sollen zukünftig tatsächlich in den kleineren der beiden Schulhöfe verbannt werden.

Meine Argumentation, dass die jüngeren Schüler, gerade in der heutigen Zeit, dringend mehr Auslauf benötigen als die Realschüler, die meist nur noch an ihren Mobiltelefonen hängen, und auch sonst keinen so großen Bewegungsdrang mehr verspüren, wird zwar von allen Lehrern und Schülern verstanden, leider aber nicht von den dafür zuständigen Stellen.

Deren Argumentation ist stichhaltiger: erstens, das haben wir schon immer so gemacht und zweitens, das war schon immer so.

Leider oder Gott sei dank, wie man es selbst auch immer sehen möchte, habe ich ein Alter erreicht, um diesen Fachleuten zu erwidern: nein, es war nicht schon immer so, und nochmals nein, wir haben es auch nicht schon immer so gemacht.

Das Totschlagargument folgt dabei sofort: dann ist es jetzt eben so!

Und so werden die Grundschüler zukünftig noch mehr eingepfercht als jemals zuvor, und ein paar städtische Verantwortliche haben weniger Arbeit.

Website des Tages

Chess School

Thank you for visiting Chess School channel. Here you will find: The greatest chess games ever played, the immortal chess games, the best games from the latest tournaments, world champion’s games, instructive chess games, famous players games and much more. You will have fun while watching these videos and your chess skills will improve.“

Geburtstag des Tages

José Raúl Capablanca


Seeschloss Monrepos

Monrepos oder die Kälte der Macht 5 (3)

Beitragsfoto: Seeschloss Monrepos im Nordwesten von Ludwigsburg | © Pixabay

Ernüchtert von meinen eigenen Erlebnissen in Brüssel, kam ich Ende 2012 von dort schneller wieder zurück als ursprünglich vorgesehen. Zu meinem eigenen Leidwesen war dieser Aufenthalt zu einem Déjà-vu der Jahre 2009 und 2010 geworden. Ich hatte dies bereits in meinem Weblog kurz erwähnt.

Als ich dann 2013 bei einem guten Bekannten zum Plausch eingeladen war, konnte ich nicht umhin, meine Erlebnisse mit einem echten Profi nochmals näher zu analysieren. Dieser war kurz zuvor bereits in den verdienten Ruhestand getreten, wobei er zuvor seine Meriten auf Landesebene erworben hatte. Meine Aufarbeitung der Brüssler Erlebnisse, die eher etwas mit unserer Bundes- als mit der Europapolitik zu tun hatten, konnte er durchaus nachvollziehen, entlockten dem Profi aber nur ein müdes Lächeln.

Heute, ein paar Jahre später, weiß ich, dass sich solche Erlebnisse umgekehrt proportional zur Höhe der politischen Ebene verhalten, ergo, die schlimmsten Messerstechereien auf lokaler Ebene stattfinden. Mir klingen dabei immer noch die Worte eines Freundes in den Ohren, der völlig entnervt von den Gepflogenheiten auf Gemeindeebene, trotz zweier junger Kinder, in die Privatwirtschaft flüchtete. Dummheit, gepaart mit Macht, ist eine teuflische Konstellation, die sich auf lokaler Ebene ganz besonders auswirken kann; es sei denn, man schafft es, auch die bildungsfernsten Politiker bis in die höchsten Ebenen zu befördern.

Um mich wieder etwas mit meinen gemachten Erfahrungen zu versöhnen, empfahl mir damals mein guter Bekannter das Buch von Dr. Manfred Zach, einem Ministerialdirigenten und baden-württembergischen Regierungssprechers in der Dr. Lothar Späth Ära. Ich laß dieses Buch mit großem Interesse, zugegebener Maßen auch mit viel Schadenfreude und war wieder froh darüber, dass ich beruflich auf europäischer Ebene unterwegs war.

Das Buch ist heute noch zu empfehlen, besonders, weil sich eine, von den Bürgern abgewählte und inhaltlich völlig ausgebrannte, Regierungspartei gerade dazu aufmacht, wieder alles besser wissen zu wollen. Erstaunlich nur, dass diese, für den gesamten Schlamassel verantwortlichen, Politiker unser Land völlig an die Wand gefahren haben. Dr. Manfred Zach hatte das Ganze bereits vor gut 10 Jahren treffend beschrieben.

Mein Fazit nach der Lektüre des Buches: Politiker, Beamte und Autoren sind auch nur Menschen. Kurzweilig zu lesen und stellenweise amüsant. Gut bei dieser Ausgabe ist, dass einige Protagonisten „entschlüsselt“ wurden. Besser wäre gewesen, wenn man gleich die gesamte Aufschlüsselung — die leider nur separat erhältlich ist — mitgeliefert hätte.

Aber auch ohne Kenntnis der Klarnamen gibt das Buch einen interessanten Einblick in die Tätigkeiten eines Beamten des Staatsministeriums und die wohl unvermeidliche Verquickung von Partei- und Regierungsarbeit.

Inzwischen sitzen andere Menschen in Monrepos, leider haben sich die Umstände nicht wirklich gebessert. Bildungsferne treibt weiterhin ihre Blüten, und so kommt es, dass nicht nur das unmittelbare Umfeld mit den Allüren der Mächtigen gequält wird, sondern inzwischen auch ganz unbeteiligte Bürger — der „Kräutertee-Terror“ kann als ein gutes Beispiel dienen! Wirklich jeder, außer einem einzigen Bürger, kann seinen Kräutertee ohne großes Brimborium trinken.

Und wenn ich schon dabei bin, dann lege ich gleich die Aufschlüsselung einiger Pseudonyme für das Buch „Monrepos oder die Kälte der Macht“ von Dr. Manfred Zach als PDF-Download mit anbei.


„Provinz ist da, wo man die Lehrer zu den Intellektuellen zählt.”

Andreas Rebers, Berlin Liveticker vom 6. September 2017
Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

4.11.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Transparenz

Manche kennen vielleicht die Schutzeichen der Haager Konvention. Wird ein Kulturgut durch ein Bundesland als national bedeutsam eingestuft, kann es mit dem internationalen Schutzzeichen der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten gekennzeichnet werden. 

Diese Zeichen sind an manchen Gebäude heute noch zu finden und bringen mich auf die Idee, auf jedes öffentliche Gebäude, ob Brücke oder Radhaus, verpflichtend ein neues „Transparenzzeichen“ anzubringen. Und dieses Zeichen wird mit einem QR-Code versehen, der zu einer Transparenzseite des betreffenden Objektes führt.

Auf dieser Seite sind dann nicht nur die Erstellungskosten, von der Planung bis zur Inbetriebnahme, zu finden, sondern auch die beabsichtigte Lebensdauer sowie die dafür notwendigen Betriebs- und Wartungskosten. Das Ganze wird dann noch durch die echten laufenden Kosten und die ggf. erhaltenen Subventionen ergänzt.

Damit kann sich jeder Bürger über die eigentlichen Kosten von Infrastruktur kundig machen, was nachweisbar (siehe Gesundheitskosten) bei den Bürgern zu Verhaltensänderungen führen wird. Und es besteht zudem die Hoffnung, dass dies auch zu positiven Veränderungen bei den entsprechenden Entscheidungsträgern beiträgt.

Das Problem dabei, Transparenz wird nur von ehrlichen Politikern, fachkundigen Beamten und mündigen Bürgern gewollt — alle anderen bleiben liebend gerne im Dunkeln und freuen sich darauf, dass sie ab und zu ein Freibier ausgegeben bekommen.

Radhaus

Das Parkhaus für Fahrräder vor dem Bahnhof soll nun in den Probebetrieb gehen, und wird danach — kurz vor der OB-Wahl — werbewirksam eingeweiht. Sehr gespannt bin ich darauf, wie das Radhaus angenommen werden wird.

Wenn es ein Erfolg ist, dann werden die Plätze mit einer Jahresgebühr von anfänglich 90 Euro schnell ausgebucht sein, und die Fahrräder der Studenten und Pendler weiterhin den Bahnhofsvorplatz nutzen — was durchaus, etwa wie in Heidelberg, seinen Charme hat.

Wenn es kein Erfolg wird, werden wir alle seinem Zerfall zugucken können. Eine Gelegenheit für manche von uns, um ins Philosophieren zu kommen.

Bücherberg

Heute habe ich dem Berg an Büchern, die ich noch oder wieder einmal lesen möchte, ein weiteres Buch hinzugefügt. „Fundamentals: Ten Keys to Reality“ von Frank Wilczek, und dies obwohl das Buch in der Kritik teilweise als „flach“ bezeichnet wurde; für mich als nur Interessierten dürfte es dennoch ausreichen und ich verspreche mir eine anregende Lektüre.

Das grundlegende Problem ist allerdings die Menge an Büchern, die ich vor mir herschiebe, und, um meine bessere Hälfte nicht zu verärgern, verlege ich meinen Bücherberg auch immer wieder einmal.

Aus reiner Lesersicht heraus, käme mir ein vollständiger Lockdown mit zusätzlichem Bücherlieferverbot ganz gelegen — ich wäre eine ganze Weile beschäftigt.


Website des Tages

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Man könnte dieses Amt damit wesentlich aufwerten, wenn es die oben beschriebene Transparenzidee für die gesamte Bundesrepublik koordinieren und kontrollieren würde.


Geburtstag des Tages

Walter Cronkite