Rick’s Café Américain

Rick’s Café Américain 5 (4)

Beitragsfoto: Schnappschuss von der Filmkulisse | © Warner Bros. Pictures

Ob alleine, mit der besseren Hälfte oder mit Freunden, ein Besuch in einer guten Bar, einem Café oder auch Nachtclub ist immer die richtige Entscheidung.

Schwieriger ist es wohl eher, auch eine solchen Ort zu finden. Das Entscheidende daran ist, dass man hinterher die dort verbrachte Zeit nicht bereut.

Ich erinnere mich sehr gerne an meine Besuche mit Kameraden und Kollegen z. B. im Hemingway in Paris, im Monk in Brüssel oder auch im M&M in Hannover zurück.

Letztendlich aber war ich dabei stets auf der Suche nach diesem einen Ort, wie er so schön im Film Casablanca zu sehen ist, nämlich Rick’s Café Américain.

Und wie sagt Humphrey Bogart als Rick Blaine so schön?

„Here’s looking at you, kid.“

Rick Blaine, Casablanca 1942
Humphrey Bogart mit Ingrid Bergman

Auf jeden Fall ist der Film Casablanca immer wieder sehenswert und bringt dem Zuschauer dabei einen solchen Ort heute sogar direkt ins Wohnzimmer.

Und wenn man dann die folgende Szene anschaut, möchte so mancher auch selber gerne wieder ans Klavier sitzen.

Dooley Wilson, Musik und Text von Herman Hupfeld (1931)

Alles in allem ist Casablanca ein sehr gelungener Film, den man zudem auch öfters anschauen kann.

Und wer weiß, vielleicht kennt einer dann auch den passenden Ort gleich um die eigene Ecke, und findet auch die Gelegenheit, um alleine, mit der besseren Hälfte oder Freunden dort einen angenehmen Abend zu verbringen.

Und wer weiß, vielleicht kann man dann auch einmal das Folgende sagen.

„Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship.“

Rick Blaine, Casablanca 1942
Humphrey Bogart mit Claude Rains

„Only solitary men know the full joys of friendship. Others have their family; but to a solitary and an exile, his friends are everything.“

Willa Cather, Shadows on the Rock (2021 [1931]: 73)

Beim Empfang 2005

Rede zum Treffpunkt Europa 2012 5 (1)

Beitragsfoto: Dr. Manfred Weinmann beim Empfang des OB 2005

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

als bekennender Europäer und Vorsitzender der Heilbronner EUROPA-UNION ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ich in diesen für uns alle schweren Zeiten nach „mehr Europa“ verlange. Mehr Europa, um viele unserer heutigen Probleme gemeinsam mit den Bürgern unserer Nachbarländer zu lösen und auch zusammen den zukünftigen Herausforderungen besser begegnen zu können.

Als zurzeit in Brüssel arbeitender Unionsbürger, welcher versucht sich in diesem bürokratischen Moloch zurechtzufinden, kann ich nur weniger Brüssel fordern.

Dies scheint nur anfangs ein Widerspruch in sich zu sein. Bei genauerer Betrachtung aber muss man zugeben, dass der Ruf nach mehr Europa nicht mit einem Ruf nach Zentralismus, Bürokratie und Gleichmacherei zu verwechseln ist.

Nicht umsonst haben wir Europäischen Föderalisten das Motto „in Vielfalt geeint“ in die europäischen Verträge schreiben lassen und auch nie – zumindest meines Wissens – eine europäische Hauptstadt gefordert.

Unsere heutigen Probleme und auch zukünftige Herausforderungen können und werden weder in Brüssel, Paris noch in Berlin gelöst werden; bestenfalls akkumuliert, verwaltet und unseren Kindern vererbt! Die Lösung unserer Probleme liegt einzig und allein bei den Bürgern der Städte und Gemeinden Europas.

Die Europäische Idee zeigt uns dazu das gemeinsame Ziel auf und gibt die Werte und Ideale vor, nach dem wir unser Handeln ausrichten sollten. Demokratie, Föderalismus, Subsidiarität und Solidarität sind dabei die Rezepte, die, wenn von uns allen angewandt, Europa und seine Bürger retten werden.

Solidarität heißt dabei aber nicht, dass alle hinterherspringen, wenn sich einer entscheidet in den Untergang zu gehen – sondern ihm zu helfen, sobald er den Weg zur Besserung einschlägt.

Wir hier in Heilbronn sind auf dem richtigen Weg, wir versuchen Europa zu leben und morgen beim 23. Treffpunkt Europa können sie sich alle davon überzeugen.

Zum Schluss möchte ich mich deshalb bei allen Akteuren und Unterstützern der EUROPA-UNION und ihrer Partnervereine bedanken und wünsche unseren Politikern den Mut europäische Ideale zu leben und nicht der Versuchung von Zentralismus, Bürokratie und Gleichmacherei zu erliegen.

„If you are going to sin, sin against God, not the bureaucracy. God will forgive you but the bureaucracy won’t.“

Hyman G. Rickover, in der New York Times (3. November 1986)

Adventsgedanken

Adventszeit 5 (4)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Inzwischen befinden wir uns mitten in der Adventszeit, für viele eine gute Gelegenheit, um das letzte Jahr Revue passieren zu lassen.

Die jüngsten Entwicklungen geben zudem mehr als genug Anlass, um auch über den Lissabonner Vertrag im Besonderen und über die weitere Entwicklung unseres Europas im Allgemeinen nachzudenken.

Wir bekennenden Europäer sind deshalb gefragter als je zu vor. Wir dürfen uns aufgrund scheinbar falscher oder falsch laufender Entwicklungen nicht beunruhigen lassen.

Wir müssen diese Entwicklungen auf der Grundlage unseres Gesamtkonzept, dem Konzept für ein „Europa – in Vielfalt geeint“, einem Konzept für ein föderales Europas oder auch für die Vereinigten Staaten von Europa bewerten und dementsprechende Konsequenzen ziehen.

Auf jeden Fall ist es aber wichtig, dass wir alle – ob bekennende Europäer oder nicht – darüber diskutieren und gemeinsam tragfähige Lösungen für unsere Welt von morgen finden.

Ich für meinen Teil bin weiterhin von der Europäischen Idee überzeugt und halte auch vehement am Hertensteiner Programm fest – es ist auch nach über 60 Jahren immer noch das beste Konzept für ein Friedenseuropa; und wenn wir in unseren Bemühungen nicht nachlassen, auch für eine bessere Welt.

Aber ich muss dennoch zu bedenken geben, dass wir Menschen in der Europäischen Union keine 5 % der derzeitigen Weltbevölkerung stellen und dies mit sinkendem Anteil. Deshalb sind wir auf die weitere und sehr enge Zusammenarbeit mit dem Rest Europas bis hin zum Magreb angewiesen, damit wir zukünftig überhaupt noch in der Welt von morgen bestehen werden können.

Es freut mich hier ganz besonders, dass unser Kommissar in Brüssel, Günther Oettinger, auf dem Bundeskongress in Erfurt hierzu sehr deutliche Worte gefunden hat.

„Ubi est autem dignitas nisi ubi honestas?“

Cicero, Epistulae ad Atticum (Buch VII, Brief 11)