Mann beim Ausfüllen eines Formulars

Zeitungsartikel 5 (1)

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Simone Schlindwein schrieb den folgenden Artikel in der TAZ.

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union “Somalia stabilisieren”

Er trauerte um Terroropfer und sagte Hilfe im Kampf gegen somalische Islamisten zu: Guido Westerwelle traf in Uganda afrikanische Außenminister.

Trainieren für den Frieden: deutscher Ausbilder mit somalischem Soldaten im Militärcamp Bihanga. Bild: ap

Von Simone Schlindwein

KAMPALA taz | Betroffen steht Außenminister Guido Westerwelle auf dem Rasen des Rugby-Stadions in Ugandas Hauptstadt Kampala. Der ugandische Außenminister Okello Okyem begrüßt seinen Kollegen aus Deutschland und zeigt ihm den Tatort der jüngsten Terroranschläge: “Es war sehr voll hier am Abend des WM-Endspiels.” Bei den Terroranschlägen während des WM-Endspiels starben in Kampala 76 Menschen, über 80 wurden schwer verletzt. Die somalischen Extremisten der al-Schabaab (Jugend), die weite Teile Somalias kontrollieren, haben sich zu den Anschlägen bekannt.

Westerwelle legt einen Kranz nieder und drückt seinem ugandischen Kollegen sein Beileid aus: “Dies zeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten, um diese Terrorakte zu bekämpfen.” Deutschland werde die Stabilisierungsmission in Somalia weiter unterstützen, sichert er zu.

Der deutsche Außenminister war am Mittwoch nach Uganda gereist, um dem Halbjahresgipfel der Afrikanischen Union (AU) im Konferenzzentrum an den ugandischen Ufern des Victoriasees beizuwohnen. Nach den Anschlägen in Kampala drehte sich alles nur noch ums eines: um die Bedrohung, die von Somalias gescheitertem Staat ausgeht. In seiner Rede während der Eröffnungszeremonie verkündete Westerwelle: “Wir müssen zusammenarbeiten, um Somalia zu stabilisieren.” Er verspricht seinen afrikanischen Kollegen, Deutschland werde sich in der UNO für die afrikanischen Interessen einsetzen. Die AU solle einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten. Dafür erhielt er stürmischen Applaus.

Kurz bevor Westerwelle aus Uganda abreiste, stattete er dem Hauptquartier der EU-Trainingsmission für die somalischen Truppen einen Besuch ab. Seit April bilden rund 150 europäische Soldaten – darunter auch 13 der Bundeswehr – in Uganda somalische Truppen aus. Rund 900 Somalier durchlaufen zuerst bei der ugandischen Armee eine Grundausbildung. Anschließend erhalten die jungen Rekruten ein Spezialtraining von der EU, darunter auch in Häuserkampf, Minenabwehr, medizinischer Versorgung und Fernmeldetechnik. Eine zweite Truppe von knapp 1.000 somalischen Soldaten wird im Dezember für einen weiteren sechsmonatigen Lehrgang in Uganda erwartet.

Jüngst machten in Berlin Gerüchte die Runde, die Bundeswehr bilde in Uganda somalische Kindersoldaten aus. Dies weist das Auswärtige Amt zurück. Es seien eine Reihe von Bewerbern abgelehnt worden, weil der Verdacht bestand, dass sie “nicht den Anforderungen des Mindestalters entsprechen”. Das Problem: Geburtsurkunden werden in Somalia schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt.

Oberstleutnant Heinrich Kümmerle ist der dienstälteste deutsche Offizier in Uganda. Er schüttelt lächelnd seinem Freund Westerwelle die Hand. Die beiden kennen sich aus ihrer Jugend bei den Jungen Liberalen. Kümmerle koordiniert die europäischen Ausbilder in Uganda. Er ist zuversichtlich, die somalischen Soldaten nach sechs Monaten “gut ausgebildet und einsetzbar” in die somalische Hauptstadt Mogadischu zurückschicken zu können. Dennoch kann niemand garantieren, dass die in Uganda ausgebildeten Somalier nach ihrer Rückkehr nach Mogadischu nicht zu den Extremisten der al-Schabaab überlaufen. Dafür kann auch Kümmerle nicht die Hand ins Feuer legen: “Wir können nicht in Hirn oder Herz eines Somaliers hineinsehen.” Wenn die al-Schabaab Männer in ihren Diensten nach Uganda geschickt hätte, “wie sollen wir das feststellen?”, zuckt er mit den Schultern.


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Zeitungsartikel 5 (1)

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Marc Engelhardt schrieb den folgenden Artikel im Standard.

EU hilft beim Aufbau einer Armee

Auf einem Truppenübungsplatz in Uganda bilden Soldaten aus 14 europäischen Ländern die künftige Elite der somalischen Armee aus

Somalische Frauen demonstrieren in Mogadischu Kampfbereitschaft. Sie gehören zur islamistischen Miliz al-Shabaab, die gegen die Regierung und die Truppen der Afrikanischen Union (AU) kämpft. Foto: AP/Nor

Eine EU-Trainingsmission in Kampala unterstützt ugandische Soldaten beim Aufbau einer somalischen Armee. Es wäre die erste seit zwanzig Jahren. Es gab bereits Drohungen von islamistischen Milizen.

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Das Tor der Hotelanlage in Kampala, die europäische Soldaten seit April zu ihrem Hauptquartier umfunktioniert haben, ist derzeit besonders schwer bewacht. Seit somalische Islamisten vor einer Woche in zwei Lokalen der ugandischen Hauptstadt Sprengsätze detonieren ließ, die 76 Menschen in den Tod rissen, ist die Sicherheitsstufe nochmals erhöht worden. Die Arbeit der “EU-Trainingsmission Somalia” sei aber nicht beeinflusst worden, versichert Pressesprecher Juan Pita

Auf einem Truppenübungsplatz im Südwesten Ugandas bilden Soldaten aus derzeit 14 europäischen Ländern die zukünftige Elite der somalischen Armee aus. Das Bundesheer ist nicht beteiligt. Seit fast zwanzig Jahren hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr, keine Polizei und auch keine Armee. Somalias Übergangsregierung, die nur einen kleinen Teil der Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, wird nur von einer auf 2 000 Mann geschätzten Söldnertruppe geschützt sowie von der dreimal so starken Militärmission der Afrikanischen Union (Amisom). Um offensiv gegen die islamistischen Milizen vorzugehen, bat Präsident Sharif Sheikh Achmed um Hilfe. Die EU-Mission ist hierhergekommen, um die ugandische Armee bei der Ausbildung somalischer Rekruten zu unterstützen.

Start bei null

Bei vielen startet die Ausbildung bei null, weiß der deutsche Oberstleutnant Heinrich Kümmerle. “Praktisch jeder hat schon mit Maschinengewehren gekämpft, aber viele wissen trotzdem nicht, wie man das Gewehr richtig hält.” Andere wundern sich beim Geländetraining, dass die Kompassnadel stets nach Norden zeigt. “Der eine oder andere besteht darauf, sie müsste doch eigentlich nach Osten zeigen.” Die Ausbilder lassen sich aber auch nicht davon aus dem Konzept bringen, dass viele Rekruten nicht lesen oder schreiben können. “Unser Konzept heißt vormachen, erklären, nachmachen, üben – das geht auch ohne Lesen.” 

Während Ugandas Armee die Grundausbildung der zurzeit 912 somalischen Rekruten übernimmt, kümmert die EU-Mission sich um die Spezialisierung der Soldaten. Einige werden zum Junioroffizier ausgebildet, andere zu Spezialisten im Häuserkampf. Auch für Kommunikation, Erste Hilfe und den Umgang mit Landminen werden Spezialkräfte herangezogen. “Wir wollen alle Teileinheiten ausbilden, aus denen dann im letzten Monat eine funktionierende Armee entstehen soll”, erklärt Pita. Zum EU-Programm gehören außerdem Ausbildungen in Menschenrecht mit einem Schwerpunkt auf Frauen- und Kinderschutz. Die Motivation ist trotz Drohungen der Islamisten ungebrochen, sagt Pita. “Wenn man fragt, warum bist du hier, dann lautet die Antwort stets: weil ich den Krieg in meinem Heimatland beenden will.”

(Marc Engelhardt aus Kampala/DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2010)


Mitgliederschreiben

Mein erstes Mitgliederschreiben 5 (5)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der EUROPA-UNION,

nach nunmehr 17 Jahren hat Herr Prof. Dr. Walter Dörr in Anwesenheit unseres Landesvorsitzenden, Herrn MdEP Rainer Wieland, den Kreisvorsitz der EUROPA-UNION Heilbronn am 10. Juni 2005 aus Altersgründen abgegeben. Die Mitgliederversammlung des Kreisverbandes hat mich daraufhin zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt und Herrn Dr. Walter Dörr auf Vorschlag von Herrn Dr. Manfred Weinmann per Akklamation zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt.

Mit diesem Schreiben möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mich bei Ihnen kurz vorzustellen. Ich wurde am 30.10.1962 in Heilbronn geboren und habe dort bis zu meinem Abitur 1983 aktiv am gesellschaftlichen Leben der Stadt, des Kreises und Bezirkes teilgenommen. Da mich meine Berufswahl, Offizier unseres Vaterlandes, die letzten Jahre nicht nur in mehreren Bundesländern, sondern auch in Frankreich, Bosnien-Herzegowina und Polen verpflichtete, war es mir nicht mehr möglich, mich so in meiner Heimatstadt zu engagieren, wie ich es mir gerne gewünscht hätte. Dennoch ist es mir seit Ende der 1980er-Jahre gelungen, mich am Vereinsleben des Kreisverbandes Heilbronn der EUROPA-UNION aktiv zu beteiligen. Umso mehr, da ich am 02.05.1992 während des Treffpunktes Europa meine Ehefrau kennen und lieben gelernt habe. Mittlerweile bin ich stolzer Vater zweier Söhne, die im wahrsten Sinne des Wortes als Europäer heranwachsen ohne aber ihre Heilbronner Wurzeln zu verlieren.

Zweitens möchte ich mich bedanken. Bei den Mitgliedern des Kreisverbandes für die langjährige gute Kooperation und das Vertrauen, welches sie mir ausgesprochen haben. Bei unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Dr. Walter Dörr, für die hervorragende Arbeit, die er als mein Vorgänger leistete; sie ist mir Vorbild und Verpflichtung zugleich. Bei unseren ausländischen Vereinen für ihre Mitarbeit und die Beiträge zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt und des Kreises. Und nicht zuletzt bei der Stadt Heilbronn und ihren Vertretern für ihren Weitblick und die Unterstützung, die sie der EUROPA-UNION und damit auch unseren ausländischen Mitbürgern seit Jahren angedeihen lassen.

Drittens freut es mich, folgende Neumitglieder recht herzlich begrüßen zu können: Frau Staatssekretärin Johanna Lichy, Frau Marion Kümmerle und Frau Ursula Schaffer.

Viertens erlaube ich mir ein paar Gedanken zu Europa. Europa ist mitten unter uns! Es ist nicht nur ein geopolitischer Imperativ oder eine technologische und wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern vor allem auch eine gesellschaftliche und kulturelle Verpflichtung. Wir können nicht die Augen vor Europa verschließen oder als Demokraten Europa einfach einmal abwählen; nein, Europa ist für uns Verpflichtung und Herausforderung zugleich. Wir müssen Europa leben und damit auch gestalten, dies sind wir uns, unseren Mitbürgern und vor allem den zukünftigen Generationen schuldig. Das Haus Europa darf nicht abgewirtschaftet werden; es muss beständig unter- bzw. erhalten, vielleicht auch einmal saniert oder erweitert werden. Dies zu artikulieren, zu diskutieren, unseren Mitbewohnern begreif- und erlebbar zu machen, ist die Aufgabe der EUROPA-UNION – heute mehr denn je zuvor!

Fünftens ist es während meiner Amtszeit meine Absicht, die gute Arbeit, die der Kreisverband Heilbronn in all den Jahren geleistet hat, fortzusetzen. Europa muss uns zu wichtig sein, um es anderen zu überlassen! Wir möchten weiterhin zum einen der Ansprechpartner unserer ausländischen Mitbürger in Heilbronn sein und zum anderen unseren deutschen Mitbürgern Europa ein wenig verständlicher machen, Ängste nehmen und gegenseitiges Verständnis wecken. Dazu stelle ich mir vor, die Bedeutung des Kreisverbandes Heilbronn gegenüber Land und Bund zu stärken, indem wir unsere Mitgliederzahl erhöhen, unsere Jugendorganisation, die Jungen Europäischen Föderalisten, in Heilbronn wieder aktivieren und unsere finanziellen Möglichkeiten verbessern; des Weiteren mittel- bis langfristig unsere Veranstaltungsbreite und Veranstaltungsanzahl zu vergrößern, aktiv in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen für Europa zu werben und nicht zuletzt Jugendlichen und Mitgliedern auch durch Reisen und Austauschprogramme Europa näher zu bringen.

Dies wird uns nur möglich sein, wenn wir alle weiterhin mit Engagement und Tatendrang in Heilbronn Europa leben und erlebbar machen.

Darum bitte ich Sie, eingedenk der Tatsache, dass Zeit neben der Gesundheit unser kostbarstes Gut ist, zu versuchen

  • ein neues Mitglied zu werben und
  • neben der jährlichen Mitgliederversammlung an einer weiteren Veranstaltung des Kreisverbandes teilzunehmen.

„We’re on a mission from God.“

Dan Aykroyd als Elwood Blues in The Blues Brothers (1980)