Hölle

Zustrombegrenzungsgesetz 4.7 (13)

Beitragsfoto: Hölle | © Amy auf Pixabay

Wohl eine der besten nazideutschen Wortschöpfungen der letzten Jahre, gleich nach der Flüchtlingswelle. Dabei gäbe es weit bessere Begriffe und Wortschöpfungen, die sowohl das Leid sämtlicher betroffenen Menschen als auch die bestehende Faktenlage besser wiedergeben könnten.

Nachdem unsere Politik völlig abgewirtschaftet hat, versucht man nun nur noch mit blankem Populismus und entsprechenden Wortschöpfungen den eigenen Kopf über Wasser zu halten. Unsere Politiker allesamt hören ganz offensichtlich den Schuss schon gar nicht mehr.

Anstatt endlich Nägel mit Köpfen zu machen und ein EU weit geltendes Einwanderungsgesetz zu schaffen, ergötzt man sich stundenlang im Bundestag am reinsten Nationalismus, vergisst völlig dabei, dass man jahrzehntelang sämtliche ernsthaften Bemühungen für eine Zuzugsregelung nach Deutschland wie auch nach Europa torpediert und sabotiert hat, und schiebt sich für dieses erbärmliche Fehlverhalten wie auch politische Vollversagen gegenseitig die Schuld zu. Einzig und alleine zum Vorteil sämtlicher Totalitaristen in Europa und Deutschland sowie den anderen westlichen Ländern!

Die heutigen Gewinner im Bundestag waren einzig und alleine die AfD und der BSW!

Auch wenn ein paar verantwortliche Politiker auf Seiten der Union und der FDP heute noch einmal das Schlimmste verhindert haben. Nach dem ersten Sündenfall der Union und der FDP blieb gerade noch so das Tor zur Hölle zu (Rolf Mützenich).

Hier finden Sie das Abstimmungsergebnis dieser Ekeldebatte …

Und Angela Merkel hatte doch Recht, dieser Ausverkäufer bundesdeutscher Politik, der sich bisher nur mit Regierungs- und Parteiinformationen eine Karriere bei BlackRock™ aufbaute, kann nicht einmal Parteivorsitzender und schon gar nicht Bundeskanzler. Ich bedauere dabei sehr, dass die Union nicht den Mut hatte, mit jüngeren und durchaus erfolgreichen CDU-Ministerpräsidenten ins Rennen zu gehen.

Mein Lob geht heute erneut an Antje Tillmann, Annette Widmann-Mauz, Roderich Kiesewetter sowie an Renata Alt, Valentin Abel und Dr. Jens Brandenburg.

Sehr enttäuscht hat mich dabei Michael Georg Link, der wider besseren Wissens diesem Gesetzesentwurf zugestimmt hat. Von den anderen unserer Abgeordneten, die dem Entwurf zugestimmt haben, habe ich nichts anderes erwartet — man kennt seine Pappenheimer so langsam.

Insgesamt haben von der FDP zwei Abgeordnete mit Nein gestimmt, fünf sich enthalten und 16 blieben der Abstimmung fern. Von der CDU haben insgesamt zwölf Abgeordnete nicht abgestimmt.

Nun bin ich einmal gespannt darauf, was das Dreigestirn Friedrich Merz, Jens Spahn und Alexander Dobrindt noch so vor der Bundestagswahl alles zur Abstimmung bringen werden, vielleicht sogar ein eigenes „deutsches Entseuchungsgesetz“ — man könnte dabei die Erfahrungen mit den Maskengeschäften ganz gut recyceln. Die AfD wird es der Union auf alle Fälle danken. Und wer weiß, wer von diesen Herren bereits ein zweites Parteibuch besitzt?

Nachtrag

Sogar die New York Times hat so ihre Bedenken …

Nachtrag 1.2.2025

Thomas Michl hat mich auf einen Vortrag von Hein de Haas aufmerksam gemacht. In seinem Vortrag beschreibt der Migrationsforscher, warum viele gängige Annahmen über Migration wissenschaftlich nicht haltbar sind.

„Der Arbeitskräftemangel ist der Haupttreiber der Einwanderung in den Westen.“

Hein de Haas, 30.1.2025

Sie können den Vortrag als Podcast hier auf Deutschlandfunk Nova anhören. Hein de Haas bestätigt damit einiger meiner Ausführungen hier im Blog und auch in meinem Buch „Europa ist für alle da!

„Better to reign in Hell, then serve in Heaven“ 

John Milton, Paradise Lost (Book I, 263)

Sündenfall

30.1.02025 4.6 (11)

Beitragsfoto: Sündenfall | © Falco from Pixabay

Sündenfall

Zum gestrigen Sündenfall kann ich nicht viel sagen, mir blieb einfach nur die Spuke weg! Selbst von einem Friedrich Merz hätte ich nicht so viel blinde Machtgeilheit erwartet wie gestern präsentiert. Bei der Mehrheit der Union gehe ich inzwischen davon aus, dass es nur der eigene finanzielle Vorteil war, den sich diese Abgeordneten von einer Zusammenarbeit mit der AfD versprechen — schneller werden sie nicht mehr an irgendwelche Masken- und sonstige Deals gelangen. Und eine Zusammenarbeit mit Totalitaristen garantiert zudem, dass man später für das eigene Fehlverhalten nicht mehr zur Rechenschaft gezogen wird.

Ich erkenne durchaus an, dass nicht alle, die für die „Ermächtigung light“ gestimmt haben, sich der Tragweite überhaupt bewusst waren. Denn von ehemaligen Schönheitsköniginnen oder Studienabbrechern kann man nicht erwarten, dass sie selber klar denken können. Zudem muss ich ganz explizit Antje Tillmann loben, die als einzige die Fahne der Adenauer-CDU hochhielt! Sieben weitere Abgeordnete der Union gaben ihre Stimme nicht ab und lassen darauf hoffen, dass es in der Union doch noch einen Rest an Anstand und konservativen wie christlichen Werten gibt.

Das wirklich Schlimme an dieser ganzen Aktion war aber, dass nun nicht mehr viel fehlt und die CDU bei der kommenden Wahl sogar hinter der AfD landen könnte. Unabhängig davon haben aber die Unionsabgeordneten erneut den richtigen Riecher, denn es stinkt in Deutschland geradezu wieder nach einer bolschewikischen (im eigentlichen Sinne! Bei Bedarf bitte googeln) Mehrheit, so wie damals 1933.

Ob die Unionsabgeordneten damit aber ihrer demokratischen wie auch repräsentativen Pflicht genügen, darf ernsthaft bezweifelt werden. Nur dem Volk aufs Maul zu schauen ist in einer repräsentativen Demokratie eindeutig zu wenig!

„… Für falsch halte ich es, sich nicht mehr an diesen Vorschlag gebunden zu fühlen und dadurch am 29. Januar 2025 sehenden Auges erstmalig bei einer Abstimmung im Deutschen Bundestag eine Mehrheit mit den Stimmen der AfD zu ermöglichen.

Stattdessen ist es erforderlich, dass alle demokratischen Parteien gemeinsam über parteipolitische Grenzen hinweg, nicht als taktische Manöver, sondern in der Sache redlich, im Ton maßvoll und auf der Grundlage geltenden europäischen Rechts, alles tun, …“

Angela Merkel (29.1.2025)

Nachtrag

Annette Widmann-Mauz MdB (CDU), Roderich Kiesewetter MdB (CDU) und Michael Georg Link MdB (FDP) haben an der Abstimmung nicht teilgenommen, was ich bereits als positiv bewerte.

Nachtrag 31.1.2025

Appell des Präsidiums der EUROPA-UNION an die demokratischen Parteien

Die überparteiliche EUROPA-UNION Deutschland appelliert an die proeuropäischen Parteien

  • niemals mit extremistischen und Russland hörigen Kräften wie der AfD oder dem BSW zusammenzuarbeiten, weder formell noch informell, ebenso wenig auf Bundes- wie auf Landesebene;
     
  • niemals in dauerhaften Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraums eine Lösung für Probleme oder Notlagen zu sehen, sondern immer nur in europäischer Zusammenarbeit;
     
  • in Zusammenarbeit nur mit Demokratinnen und Demokraten und unter Beachtung der Menschenwürde, des europäischen und des internationalen Rechts für eine wirksame Begrenzung der irregulären Migration nach Europa zu sorgen.

Käffchen

Eine Tasse Kaffee — jeder eine — zusammen mit Detlef Stern hat gestern richtig gutgetan. Und so ganz nebenbei konnte ich mein Seminar abschließen. Die Notengebung wird für heutige Verhältnisse etwas antiquiert wirken, aber ich kann einfach auch keine Studenten schönschreiben. Erfreulich dabei, dass der eine oder andere Student durchaus eine passable Arbeit abgegeben hat. Ein Student hat zudem meinen Respekt verdient, da er von sich aus eine Fünf kassierte, um es im kommenden Semester besser machen zu können. Sieben weitere hatten bereits vorab die Notbremse gezogen und sich ganz schnell ins Sommersemester verabschiedet.

Nun steht kommende Woche noch die Klausur an und deren Korrektur, dann ist auch für mich dieses Semester abgeschlossen. Zur Klausur kommen derzeit noch 71 Studenten und die Hochschule hat es geschafft, diese in einem einzigen Raum unterzubringen, was die Organisation vereinfacht und den Personal- wie Zeitbedarf verringert.

Da wir Menschen, die Überlebenden des Systems eingeschlossen, nur durch eigene Fehler lernen, wäre es vielleicht gar nicht so schlecht, dass wir es in unserem Bildungssystem wieder möglich machen, dass die Schüler und Studenten Fehler mit Konsequenzen begehen können — denn nur wenn die Fehler auch Konsequenzen haben, können diese zu einem Lernerfolg führen. Leider gibt es auch Menschen, die immer wieder dieselben Fehler machen und dies trotz der daraus resultierenden Folgen. Volkstümlich nennt man solche Menschen Idioten.

Unsere Gesellschaft hat dafür inzwischen viele neue und zudem meist auch hochtrabende Begriffe geschaffen, und so müssen wir uns nicht wundern, wenn sogar manche Aufsichtsräte über Nacht entlassen werden — dass diese dabei nichts lernen, ist systemimmanent und bereits eingepreist.

Kahlschlag

Auch wenn ich kein Freund von Elon Musk oder Donald Trump bin, muss ich zugeben, dass beide manche Dinge richtig angehen, wie z. B. bei der Gesundschrumpfung von Firmen oder des Staatsapparates. Wie bereits geschrieben, habe ich von Anfang an die Halbierung bei Twitter begrüßt und es hat sich herausgestellt, dass die Entlassung von 50 % des Personals dem heutigen X nicht geschadet hat.

Nun wagt sich Donald Trump an die US-Bürokratie und in Deutschland spricht man sofort von Kahlschlag! Während Donald Trump dabei ein Wäldchen vor sich hat, ist es in Deutschland ein Dschungel, der immer weiter um sich greift. So könnte es ein Donald Trump in den USA ggf. sogar übertreiben, bei uns in Deutschland hingegen könnte er jahrelang wüten, ohne dass man es bemerkt.

Das Bürokratiemonster gehört zum deutschen Erfolgsgeheimnis einfach mit dazu und wir haben uns schon sehr lange damit abgefunden, dass man für 100 Meter Straße (Turmstraße) über 50 Jahre benötigt und mit der Eisenbahn und den Schleusen nie mehr fertig werden wird. Dafür schnellen völlig unnötige Infrastrukturprojekte wie die Pilze aus dem Boden. Es geht bei uns schon längst nicht mehr um Notwendigkeit, sondern alleine nur um den Selbsterhalt der Bürokratie mit ihrer Klientelwirtschaft.

Aktuell regen wir uns über ein LNG-Terminal auf Rügen auf, das wirklich niemand benötigt und welches einfach — Milliarden Euro an Steuergeldern später — nur so herumsteht. Auch wenn jeder zuvor wusste, dass kein Schiff aus den USA oder dem Nahen Osten extra in die Ostsee einfahren wird, um dort zu entladen.

Und da sich solches Staats- und Bürokratieversagen einfach nicht mehr verschleiern lässt, lassen sich unsere Parteiapparate regelmäßig für die Forderung nach Bürokratieabbau feiern und vergrößern zeitgleich den Staatsapparat bei der nächst besten sich bietenden Gelegenheit.

Ich behaupte schon lange, wir könnten sofort 50 % aller Schreibtischtäter entlassen und kurz darauf würde bei uns Bürokratie wieder anfangen zu funktionieren.


Schnappschuss

28.1.02025 4.7 (9)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Schätzung

Im Stadt- und Landkreis Heilbronn mit gut 480 000 Einwohnern dürfte es ca. 1 000 niedergelassene Ärzte geben. Diese „beschäftigen“ am Tag gut und gerne 30 000 Einwohner. Weitere 4 000 Einwohner dürften in Pflegeheimen untergebracht sein. Und die ca. 2 000 Krankenhausbetten werden sicherlich (rein, drin und raus) weitere 6 000 Einwohner „beschäftigen“. Und so kann man davon ausgehen, dass sich ca. 10 % der Bevölkerung permanent mit Ärzten, Sanitätern und Pflegern bei Gesundheit und Laune hält.

Damit zieht das Gesundheitswesen bei der „Bespassung“ locker mit dem Bildungswesen gleich, wobei wir davon ausgehen können, dass erstere Plätze wesentlich teurer und dabei auch noch gesamtgesellschaftlich wenig gewinnbringend sein dürften. Und so wie es angeraten wäre, mehr Menschen im Stadt- und Landkreis zu bilden, so wäre es auch nötig, die Anzahl der „Kranken“ insgesamt zu senken.

Ich befürchte zudem, dass hier auch noch ein direkter Zusammenhang besteht, nämlich je höher der Bildungsdurchschnitt ist, umso weniger wird das Gesundheitswesen belastet. Ergo, bekämpft das aktuelle Gesundheitswesen die Symptome einer erkrankten Gesellschaft, während unser Bildungssystem die Ursachen bekämpfen könnte.

Bis die Politik dafür eine Lösung gefunden hat und sich das Ganze auszuwirken beginnt, könnte man neben jede Arztpraxis ein „Bespassungsangebot“ (Platz dafür gibt es in Heilbronn genug) setzen, das für alle gelangweilten Langweiler die Möglichkeit bietet, um sich dort zu „beschäftigen“. Die anfallenden Kosten könnten die Krankenkassen übernehmen — wäre wohl auch noch billiger — und die jeweiligen Arzthelferinnen könnten ihr „Klientel“ stante pede dorthin überweisen. Die „Bespassungsangebot“ könnte man noch attraktiver gestalten, wenn es dort auch noch Globuliautomaten gäbe. Und damit es der Renner wird, nennen wir es einfach „KI-Generalarztpraxen“. Das notwendige Personal kann man aus dem zweiten oder dritten Arbeitsmarkt gewinnen, was eine weitere Entlastung darstellen würde.

Fragen & Antworten

Im Zuge der Bundestagswahl gab der Bundesverband der EUROPA-UNION einen Fragenkatalog an die Kandidaten heraus. In meiner Funktion als Kreisvorsitzender hatte ich diese an die Kandidaten der Wahlkreise 266 und 267 versandt.

Inzwischen liegt mir eine erste Antwort von Fabian Gramling MdB vor. Ich warte noch eine Weile und dann erstelle ich auf der EUROPA-UNION Heilbronn Website einen entsprechenden Blog-Beitrag, wo ich die Fragen wie auch die Antworten vorstellen werde. Zudem wir es noch wie bereits angekündigt ein Thema in meinem Februarrundschreiben werden.

Dann können sich interessierte Wähler darüber informieren ob und was ihre Kandidaten im Wahlkreis geantwortet haben. Vielleicht tragen diese Antworten zur eigenen Wahlentscheidung bei, dann wären nicht nur die Kandidaten ein wenig mit europäischen Themen konfrontiert worden, sondern mancher Wähler hätte für sich sogar noch einen kleinen Mehrwert.

Lost in Translation

Gestern Nacht habe ich dann doch noch mit diesem Klassiker nachgelegt. Einer jener Filme, die man sich tatsächlich erarbeiten muss — nur einfach genießen klappt hier wohl kaum.

Diesen Film von Sofia Coppola habe ich mir nur deshalb im Kino oder Flugzeug angeschaut, weil Bill Murray die Hauptrolle spielte. Ein Schauspieler der seit 1993 für mich ein Must-see ist. Und so war ich beim ersten Mal anschauen doch ein wenig verwundert, obwohl Bill Murray einen exzellenten Bill Murray gibt; zumindest ich fand von Anfang an, dass er sich selber spielt.

Und schon 2003 machte seine Filmpartnerin Scarlett Johansson auf sich aufmerksam, der Rest der Crew bloße Nebenrollen. Ergo, ein Zweipersonenstück, das bis heute exzellent zu meinen eigenen Studien passt und bei einer geneigten Studentenschaft sogar Einzug in mein Curriculum fände.

Ähnlich wie bei Doris Dörries „Erleuchtung garantiert“ (1999) das Setting, wobei Bill Murray und Scarlett Johansson eindeutig für weit mehr Tiefe sorgen — nichts gegen Gustav Peter Wöhler, dem ich noch in den Nullerjahren an einer Flughafenbar selber mein Lob aussprechen durfte.

Inzwischen weiß ich nicht mehr wie oft ich den Film gesehen habe, nur so viel, dass ich jedes Mal wieder Neues entdecke. Und inzwischen weiß ich nun auch, was es mit der Unterhose gleich zu Beginn auf sich hat, manchmal muss man wirklich die Begleitliteratur zum Film lesen, was mir, der jede Gebrauchsanweisung meidet wie der Teufel das Weihwasser ziemlich schwer fällt.

Wer den Film noch nie gesehen hat, der sollte dies nachholen; ich gebe allerdings keine Spaßgarantie.

„Eine demokratische Gesellschaft ist eine dynamische, lernfähige Ordnung, und das setzt auch die individuelle oder kollektive Bereitschaft voraus, individuelle oder kollektive Irrtümer einzugestehen, historische Ungerechtigkeiten zu korrigieren und sich gegenseitig zu verzeihen.“

Carolin emcke (2016: 198)