Blogger

27.5.02026 4.9 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Inselblick

Inzwischen habe ich Verwandtschaft im Vereinigten Königreich, hätte ich mir auch nie vorstellen können. Und die leben nun dort in Zeiten, wo man nicht unbedingt auf dieser Insel leben möchte. Vom Regen in die Traufe sozusagen, wobei ich fürchte, dass sie es selbst noch nicht so richtig erkannt haben.

Nigel Farage zeigt dort musterhaft wie man Demokratien demontiert und könnte als Beispiel dafür dienen, um einigen Unionsabgeordneten die Augen zu öffnen. Zumindest jenen, die nicht bereits von Anfang an unsere Demokratie demontieren wollten, sondern nur daran gedacht hatten, sich möglichst bequem selbst zu bereichern.

Man zerstört durch eine völlig aus der Welt gefallene Wirtschaftspolitik (siehe Helmut Kohl und Nachfolger) unsere wirtschaftliche Basis, schürt Neid und Missgunst und schafft damit Unsicherheiten. Dann guckt man, dass man Sündenböcke präsentieren kann, möglichst altbewährte, und verhindert jegliche Lösungsversuche (siehe Robert Habeck).

Man hält die Suppe am Köcheln und bemüht sich dabei den Rahm abzuschöpfen (siehe Jens Spahn und Co.). Dass dadurch einzig und alleine die antidemokratischen Kräfte gestärkt werden, nimmt man als Kollateralschaden mit in Kauf — für manche ist das gar der Hauptgrund und Sinn und Zweck vom Ganzen.

Dabei sollten wir alle es doch viel besser wissen, nämlich, dass wenn uns die Welt wieder einmal um die Ohren fliegt, es nur ein paar wenige — meist dieselben — Familien sind, die aus der Misere gestärkt herauskommen werden. Alle anderen und sicherlich auch dabei die meisten unserer Volksvertreter werden die Zeche zahlen müssen.

Und so sollten sich unsere Polit-Promis selber einmal fragen, ob sie tatsächlich zur Klasse dieser systemrelevanten Personen gehören, bevor sie weiter mit dem Feuer spielen!

Ekelhaft

Mit Nazis herummachen dachte ich, sei bei der SPD nur ein begrenzt lokales Phänomen. Wobei ich dies bisher nur an ein paar einzelnen Akteuren festmachte und überzeugt davon bin, dass diese mit jedem und allem herummachen.

Nun aber zeigt Torsten Albig ganz offen, dass die ehemalige Volkspartei weiterhin über ausreichend totalitaristische Mitglieder verfügt, denen es völlig egal ist, wie die SPD ihre Bonzen in Lohn und Brot halten kann.

Schlimmer ist nur noch, wie inzwischen selbst traditionell demokratische Blätter und sogar der ÖRR die AfD normalisieren und für diese zu werben beginnen.

Die FDP gibt es längst nicht mehr und bei der SPD und der Union wandern deren Mitglieder nun dorthin ab, wohin sie schon immer gehörten, sich bisher aber nicht zu sein trauten. Das muss der Linksruck sein, vor dem uns vermeintlich konservative Politiker schon so lange warnen.

Und wir können derweil ganz gut miterleben wie unsere Demokratie den Bach runtergeht — wenn wir nicht alle so langsam aber sicher wieder zur Besinnung kommen!

Bei viel zu vielen Berufspolitikern habe ich die Hoffnung längst aufgegeben und würde mich auch nicht wundern, wenn diese schon längst eine Anwartschaft bei der AfD abgeschlossen haben: heute noch flammender Juso und morgen bereits AfD-Bonze — mit Orden und Trallala.

Vermischtes

Gestern Morgen konnte ich mich ins Wasser stürzen. Das Hallenbad sehr angenehm leer, zumindest die Bahnen im Sportbecken. Nun musste ich feststellen, dass ich das Streckemachen nicht mehr kann und begab mich ins Außenbecken. Und auch dort alles bestens. Unser Stadtbad hatte einen sehr guten Tag — und ich fühlte mich pudelwohl.

In den kommenden Tagen schaffe ich mir einen neuen Server an, nur um einen weiteren loszuwerden — muss man nicht verstehen, tu ich auch nicht.

Gestern Abend u. a. motiviert von den jüngsten Filmhinweisen Andreas Lochners wurde ich ein klein wenig blutrünstig und schaute „Bad Times at the El Royale“ (2018). Vor ein paar Jahren war ich noch in der Gegend dieses Hotels und frage mich nun, ob diese Art von Zimmer dort wohl Standard ist.

Drew Goddard sorgt auf alle Fälle für einen unterhaltenden Kinoabend. Jeff Bridges und Cynthia Erivo sind ein ganz gutes Duo und auch Lewis Pullman gefällt mir ganz gut. Chris Hemsworth dient wieder einmal als Hingucker und wird wohl das weibliche Publikum bei Laune halten.

Vom Cal Neva Lodge und Casino hat man einen guten Überblick über den Lake Tahoe, allerdings die Trennlinie ist dort weiß und nicht rot. Wahrscheinlich ging es dort selbst zu Frank Sinatras Zeiten nie so blutig zu wie im Film. Mir blieb das Ganze so gut in Erinnerung, weil, als ich von einem Spielautomaten abließ, da wir dringend weiter mussten, ein Mann herbeieilte und der Automat den Hauptgewinn ausschüttete. Manchmal verliert man, manchmal gewinnen andere.


Flohmarkt

25.5.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Flohmarkt | © Bild von Th G auf Pixabay

Vermischtes

Die CDU zeigt in Schleswig Holstein, dass sie es doch noch kann, nämlich regieren. Wobei die „Dixiklo-Partei“ (Stefan Rose) dort kaum noch eine Rolle spielt. Was sagt uns das? Deutschland benötigt mehr Daniel Günther und viel weniger Jens Spahn! Als Süddeutscher könnte ich auch mit mehr Hendrik Wüst und dafür keinen Markus Söder — wobei der der Chef der letzten Zwergpartei ist, zumindest so lange bis die SPD gleichgezogen hat — leben.

Vielleicht ist es noch zu früh, um einen Nachruf auf Stephen Colbert zu schreiben. Das Weiße Haus hat ihn schon einmal in den Social Media in die Mülltonne verfrachtet — eine Zeichen mehr, was für unterirdische Möchtegernmenschen dort das Sagen haben. Ich bin schon so alt, dass für mich David Letterman der Late Show Star war. Deutsche Versuche dieses Format zu kopieren klappten in meinen Augen nie so ganz richtig — da fehlt einfach etwas an unserem Naturell.

Auf alle Fälle aber war Stephen Colbert der richtige Nachfolger und wäre wahrscheinlich noch heute online, wenn es den Trumpismus auf der Welt nicht gäbe. Wobei ich befürchte, dass es so eine Show nie und nimmer in den ÖRR geschafft hätte oder spätestens nach der Erstausstrahlung abgesetzt worden wäre. Meinungsfreiheit heißt bei uns, dass man jederzeit ohne Wenn und Aber die Meinung des gerade angesagten Führers haben darf.

Das war es auch, was mich in den 1970er-Jahren so an der FDP begeisterte, dort war nämlich Freiheit noch ein wahres Gut. Aber bereits ein Jahrzehnt später passte sich auch diese Partei den neuen deutschen Gepflogenheiten an. Und damit waren der Sturm und Drang sowie die Freiheitsbegeisterung des folgenden 19. Jahrhunderts endgültig Geschichte. Und wo es keine Freiheit mehr gibt, da wird nur noch der Untergang verwaltet.

Für meine regelmäßigen Leser, ganz besonders für Andreas, habe ich mich auch gestern Abend noch so richtig ins Zeug gelegt und mir „Falling for Figaro“ (2021) angeschaut. Ben Lewin hat etwas richtig Originelles geschaffen, auch wenn bei mir adipöse Schauspieler weiterhin Sodbrennen verursachen — die Hornochsen im Film bestätigen meine Überzeugung. Joanna Lumley brilliert als abgehalfterte Operndiva; übrigens weit besser als noch bei ihrem Auftritt als Bond-Girl im Jahr 1969.

Beatrice Loayza von der New York Times sah den Film ähnlich: „I must admit it’s refreshing to see a plus-size woman not only nab the promotion and the hunky guy, but throw it all away within the first 15 minutes.“ Mein Fazit: netter Film, aber die dort verbreitete Message ist fürchterlich falsch und vollkommen irreführend. Zugegeben, meine bessere Hälfte hat dazu eine etwas andere Meinung. Und schon dürfte der Film seinen Zweck erfüllt haben — wir diskutieren miteinander.

Was aber letztendlich dennoch ganz gut zeigen kann, wo wir heute stehen: fett ist dünn, dumm ist schlau und Geiz ist geil!

Flohmarkt

Manche Dinge dauern einfach immer etwas länger. Im letzten Jahr habe ich bereits im Blog eine Flohmarkt-page online gestellt. Nun gibt es die ersten Gegenstände, die ich dort anbiete. Wobei mein kleiner Trödelmarkt sicherlich eine noch kleinere Spielerei bleiben wird.

Bereits seit 2002 suche ich und versuche zudem auch Gegenstände auf eBay zu verticken. Wer dort nachschaut stellt schnell fest, dass dies nicht so richtig zu einer meiner Leidenschaften geworden ist. Anfangs habe ich mir im Ausland lebend Computerzubehör zusammengekauft, um ein etwas größeres Netzwerk aufzubauen. Später dann habe ich versucht, meine Bücher an neue Interessenten abzugeben, was bei mir nicht so richtig funktionierte und nur dazu führte, dass ich den einen oder anderen Altpapier-Container füllte.

Ein einziges Mal gab es dann doch noch Interesse und gleich mehrere Personen stiegen in den Container, um in den Büchern zu stöbern und sogar ein paar davon mitzunehmen. Und noch heute landen meine Bücher im Papiermüll. Mit der Idee, mir einen eigenen kleinen öffentlichen Bücherschrank zuzulegen, gehe ich schon etwas länger schwanger. Die Nutzung der umliegenden habe ich allerdings inzwischen eingestellt, weil ich keine Lust verspüre, um dort immer erst einmal die gesamten AfD- und andere Schwurbler-Broschüren herauszusortieren.

Jüngst habe ich eBay noch dazu genutzt, um mein Siedler von Catan-Spielfeld auf die gewünschte Größe zu bekommen. Alles in allem ersetzen digitale Flohmärkte aber die Präsenzflohmärkte nicht, denn die bieten weit mehr als Suchen und Finden und darüber hinaus sorgen sie für ein ganz spezielles Lebensgefühl.

In den USA fand ich die Garagenverkäufe immer ganz spannend, vor allem die in der näheren Nachbarschaft, würde aber wohl keinen eigenen bei uns in Deutschland anbieten wollen — auch Lebensgefühle haben immer einen lokalen Bezug; was man gut feststellen kann, wenn man das Bier oder den Wein aus dem Urlaub mitbringt — von der einen oder anderen Urlaubsbekanntschaft einmal ganz zu schweigen.

Meine Leser, die ab und zu hier im Blog vorbeischauen, wie auch mein Stammleser können nun gerne auch einmal in meinem Flohmarkt nachgucken, ob sie das eine oder andere selber noch gebrauchen könnten.

Towel Day

In einem gebe ich Detlef Stern sicherlich recht, kaum einer wird heute noch mit einem Handtuch unterwegs sein. Was bei mir aber nicht dazu führt, um eine andere Erinnerungskultur zu übernehmen. Ich habe nun wieder eine andere Lösung gewählt und trage heute einen Zettel mit dem Wort Handtuch in meiner Hosentasche mit herum.

Sollte ich entgegen jeder Erwartung auf einen anderen Handtuchträger stoßen, werde ich mir überlegen, ob es nicht Zeit für ein entsprechendes Coin ist. Beim Militär hatten wir in den unterschiedlichsten Stäben jeweils unsere ganz eigenen Coins. Was an der Bar teuer werden konnte, wenn man das passende Coin nicht zur Hand hatte.

Manchen meiner französische Kameraden waren diese kleinen Coins wohl etwas zu popelig, denn diese führten in den 1990er-Jahren plötzlich leicht überdimensionierte Versionen ein, welche sich auf einem Schreibtisch oder einem Regel zwar ganz gut machen aber die dahinterstehende Idee nicht mehr so richtig verkörpern.

„Time flies like an arrow; fruit flies like a banana“ — und so ändern sich auch lieb gewordene Gewohnheiten oder gar Traditionen; welcher Politiker dient heute noch seinem Land?

Wobei ich davon überzeugt bin, dass meine heutige Version des Handtuchtragens der ursprünglichen Idee am nächsten kommt.


Fediverse Reactions
Schnappschuss

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Beitragsfoto: Schnappschuss

Amigos

Angelika Niebler macht aktuell mehr Schlagzeilen als es dem Europäischen Parlament gut tut. Aber auch Gheorghe Piperea, Peter Liese, Axel Voss, Markus Ferber und Manfred Weber gehören zu den „Weltmeistern“ bei den Nebeneinkünften. Spannend sind aber nicht die sicherlich moralisch verwerflichen Nebeneinkünfte dieser Volksvertreter, da diese wohl nur die Spitze des Eisberges sein dürften, sondern die Tatsache, dass unsere Amigos die Aufhebung der politischen Immunität Ihresgleichen verhindern, selbst dann, wenn Staatsanwälte von kriminellen Machenschaften einiger Abgeordneter überzeugt sind.

Langsam aber sicher könnte man zu der Überzeugung gelangen, dass die Union immer „republikanischer“ wird. Was auch erklären könnte, dass deren Abgeordnete immer öfters mit der AfD abstimmen oder versuchen, AfD-Politiker in wichtige Ämter zu hieven.

Ein Unterschied kann man dabei doch erkennen, denn die GOP hat eine interne MAGA, während die Union „ihre MAGA“ einfach ausgesourced hat — was, wenn es schiefgehen sollte, eindeutig intelligenter ist.

Straßburg

Sobald man glaubt, dass man bereits alles gesehen und erlebt hat, wird man eines Besseren belehrt. Eine ganzen Tag lang konnte ich eine Reisegruppe nach Straßburg begleiten, was ich bereits seit 1979 immer wieder mache. Inzwischen hat man mit dem Programmablauf und den zu besichtigenden Orten so seine eigenen Routinen. Einzig die Gruppen mit denen man in sich dort aufhält ändern sich quantitativ wie auch qualitativ. Und für jede dieser Gruppen dürfte ich ein passendes Programm anbieten können.

Heute wurde ich dann doch etwas überrascht, konnte aber Dank der Flexibilität meiner Ansprechpartner vor Ort nachsteuern. Zum Glück war in der Stadt weniger los als sonst so üblich, was mit zum positiven Ausgang beitrug. Und auch das Wetter war uns gnädig.

Erfreulich war die Reaktion auf ein von mir angebotenes Suchspiel. Noch erfreulicher, dass gleich zwei Mitfahrer die Lösung präsentieren konnten. Weniger erfreulich die Telefonate welche mich während der Fahrt erreichten, dabei hatte ich im Vorfeld gebeten, mir einen Tag lang eine Auszeit zu gönnen.

Die nächste Fahrt wird mit einer Kleingruppe erfolgen, da ich gerne ein ganz bestimmtes Restaurant ausprobieren möchte. Wer mein erstes Buch gelesen hat, der dürfte auch wissen welches.

Vermischtes

Der gestrige Tag begann für mich mit einem Nichtkäffchen und dem netten Hinweis, dass es in den beiden nächsten Wochen auch kein Käffchen gäbe. Danach ging es wie üblich in die Vorlesung. Fast, denn zuvor durfte ich mir noch drei Sprint Reviews der Siebtsemester anhören. Auf gut Deutsch: drei Scrum-Teams stellten mir als „Product Owner“ ihre bisherige Arbeit vor. Mein eigener Schwerpunkt lag dabei zu gucken, was aus meiner Vorlesung im zweiten Semester hängengeblieben ist und ob die Studenten ihr Wissen auch zielgerichtet umsetzen können. Ich wurde von den Teams positiv überrascht, eines schaffte es sogar so zu performen, dass ich begann mich wohlzufühlen — hatte ich bisher an der Hochschule noch nicht.

Gut, dass es noch Studenten gibt, die leistungswillig sind; dürfte aber im letzten Semester auch erwartet werden. Schlecht, dass diese Studenten keinen Masterabschluss anstreben. Spannend wäre es nun näher zu ergründen, woran das liegt.

Ich befürchte, dass auch hier unsere Gesellschaft ins Wanken gekommen ist und „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ inzwischen umgekehrt sein dürfte. In einer Gesellschaft, wo der Schein mehr als das Sein bedeutet, wohl eine völlig normale Entwicklung. Was dazu führt, dass selbst Studenten Bildungsabschlüsse nicht mehr wertschätzen und die guten Studenten sich lieber „im echten Leben“ beweisen möchten.

Abends dann die Nachfrage, wo mein Blog-Beitrag bliebe. Das echte Leben sorgte dafür, dass ich eine Extended Day Shift lang keine Zeit zum Bloggen hatte und nächtens viel zu müde war, um noch über den vergangenen Tag zu reflektieren.

Aktuell [5 Uhr früh] warte ich auf die Abfahrt nach Straßburg und nutze die Zeit, um schon einmal mit dem Nachdenken zu beginnen … vielleicht finde ich dann am Abend Gelegenheit, um diesen Beitrag abzuschließen.

Wenn schon ein 28-Jähriger Student völlig zurecht feststellt, dass mit zunehmenden Alter das Denken schwerer fällt, sollte ich mir eigentlich keine größeren Gedanken mehr machen — trotz meiner vielen Hilfsmittel, um mein Denken zu vereinfachen.