Kakteen

4.8.02021 5 (1)

Schornsteine

Hatte ich noch vor Jahrzehnten vergeblich gehofft, dass gleich zwei Atomkraftwerke in der Nähe Heilbronns das Kohlekraftwerk ersetzen würden, musste ich später erkennen, dass man Dinge, mit denen man Geld verdienen kann, nicht einfach so abschafft — ganz besonders dann, wenn die Spätfolgen und tatsächlichen Kosten jemand anderes zahlt.

Und so wundert es niemanden, dass unser Kohlekraftwerk immer noch raucht. Auch kann man Verständnis dafür haben, dass man weiterhin am Konzept von Großkraftwerken festhält, da diese den entsprechenden Konzernen bestmögliche Einkünfte bei geringstem eigenen Einsatz oder gar Verantwortlichkeit bietet. So ist ein neues Gaskraftwerk nur verständlich und wir dürfen darauf hoffen, dass dieses weniger gesundheitsschädlich sein wird als seine Vorgänger.

Was mit den Schornsteinen und den überflüssigen Kraftwerksanlagen geschieht, steht noch in den Sternen. Hoffen wird nun darauf, dass uns der Betreiber diese nicht als „historische Objekte“ verkauft und wir zum Schluss auch noch deren artgerechte und teure Entsorgung finanzieren müssen. Wahrscheinlich aber werden sie so lange in der Gegend herumstehen, bis unseren Enkeln nichts anderes übrig bleiben wird, als diese endgültig zu entsorgen. Mein Tipp an unsere Enkel: die Schornsteine können dabei durchaus als Mahnmal für die völlige Verantwortungslosigkeit der eigenen Großeltern stehen bleiben!

Europastammtisch

Es macht doch einen Unterschied, ob man sich rein virtuell oder aber tatsächlich vor Ort trifft. So konnten sich gestern wieder die ersten Europastammtischler treffen, wobei ich feststellen durfte, dass man in der Realität doch ein wenig anders aussieht als auf einem Bildschirm.

Besonders gefreut hat es mich, dass wir neben dem guten Essen gleich zwei Themen diskutieren konnten, welche man durchaus auch beim vielleicht noch kommenden Bundestagswahlkampf aufgreifen könnte.

Streetart

Gestern kurz vor 16.00 Uhr in der Urbanstraße, ein Mann fällt dadurch auf, dass er erst gegen einen Baum pinkelt, gegen fahrende Autos und dann gegen die Scheiben eines Autohauses. Seine Verkleidung und Kunstfertigkeiten beim Pinkeln lassen sofort auf einen Streetart-Künstler schließen, zumal er durch eine halbe Pirouette und einem gekonnten Hüftschwung um einen Passanten herumpinkelte, wieder fahrende Autos beglückte, sich erneut der Schaufensterscheibe widmete, bevor er zum Schluss nur ganz knapp den Baum verfehlte.

Die Dauer seiner Aufführung hätte jeden Urologen glücklich gemacht, und mich dadurch, dass ich nunmehr die Gewissheit habe, dass solche „Streetart“ nicht nur auf die Nordstadt und die Neckarmeile begrenzt ist. Zu bemängeln wäre nur, dass diese Künstler weiterhin im Heilbronner Osten sowie im Neckarbogen Auftrittsverbote haben; hier könnte die Stadtverwaltung durchaus großzügiger sein.

Die Stadtverwaltung könnte sich zudem sehr leicht und dabei sehr kostensparend als kulturfördernd präsentieren, wenn sie nun auch noch die letzten öffentlichen Toiletten schließt. Die dabei eingesparten Gelder wären dann frei, um zusätzliche Verwaltungsmitarbeiter zu beschäftigen, die sich ausschließlich für die Koordinierung und Bewerbung Heilbronner Streetart-Künstler verantwortlich fühlen.


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

13.7.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

Europa+

Heute Abend gibt es dann wieder den wöchentlichen Europastammtisch, der immer mit interessanten Themen aufwarten kann und meist auch sehr unterhaltend ist. Aber so richtig freut es mich, dass wir bereits für unser Europagrillen am Samstag gut 20 Anmeldungen haben. Bei der knapp eine Woche später stattfindenden Lesung am Europaplatz bin ich darauf gespannt, ob es auch genau so viele Interessenten für geistige Kost gibt.

Bücher

Trotz des Regenwetters ein sehr gelungener Tag. Die von mir betreuten Schüler verbessern ihre Lesekenntnisse merklich und ich komme dazu Bücher zu lesen, die ich nie im Leben sonst kennengelernt hätte.

Meine Übersetzerin hat mir den Entwurf für mein Buch „We Are All Part of Europe!” übersandt, was mir die nächsten Tage doch so einiges zum Lesen geben wird. Und auch bei meinem Buch „EUROPA-UNION” geht es mit großen Schritten voran.

Parken

Dass man sich jetzt auch so langsam Gedanken um das Parken in Heilbronn macht, lässt hoffen. Unsere Stadt hat eigentlich sehr gute Parkhäuser und die Anzahl der dort vorhandenen Parkplätze sollten zumindest an normalen Tagen ausreichen. So kann ich es schon lange nicht mehr nachvollziehen, warum Menschen mit ihren Autos direkt in der Innenstadt oder innenstadtnahen Vierteln, auf der Suche nach kostenfreien Parkplätzen, die Häuserblocks umkreisen. Oder, weil sie nur kurz einmal wohin müssen, Garagen oder Einfahrten zuparken, von Gehwegen ganz zu schweigen.

Völlig unverständlich finde ich es, wie sich eine Stadtbibliotheksbesucherin darüber beschwert, dass sie gut eine halbe Stunde herumgefahren sei, nur um einem Anwohner in der Schäfergasse einen Parkplatz wegzunehmen. Dass Argument, dass sie in der Theatertiefgarage in ihrem Alter nicht mehr parken kann, hätte ich noch verstanden und ihr empfohlen, auf die Hochgarage am Bollwerksturm auszuweichen, die keine 5 Minuten zu Fuß entfernt liegt. Aber das ins Feld geworfene Argument, dass die Parkplätze viel zu teuer seien, ist gerade in diesem Fall eine unglaubliche Milchmädchenrechnung.

Deshalb wäre ein grundsätzliches Parkverbot für Pendler, Besucher, Flanierer oder Einkäufer in der erweiterten Innenstadt eine sehr gute Sache. Und so finden dann auch Anwohner mit einem Parkberechtigungsschein eher einen Parkplatz, für den sie schon heute zahlen müssen. Und auch in meinem Viertel wünsche ich mir ein solches Parkverbot, denn das würde allen Anwohnern viel Ärger ersparen, und zudem das nervige Gehupe von Liefer- und Entsorgungsfahrzeugen reduzieren, die mit einer, durch Pendlerfahrzeuge und den Autos aus anderen Straßenzügen vollgestopften, Straße zu kämpfen haben.


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

24.6.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Foren

Die Foren, auch die des Europastammtisches, sind inzwischen eher zu einer Nische im Internet geworden. Wahrscheinlich, weil die darin behandelten Themen zu speziell oder zu komplex sind, um eine große Leserschar anzuziehen. Umso mehr freut es mich, dass wir in unseren Foren immer wieder Menschen haben, die durch elaborierte Meinungsbeiträge diese nicht nur bereichern, sondern den Lesern durchaus sehr kenntnisreich und dabei auch gut recherchiert Dinge vermitteln. Heute hat Hans Müller seinen ursprünglichen Beitrag „America is Back“ durch das Kapitel „Is America’s Democracy slipping away? – Entgleitet Amerika die Demokratie?“ ergänzt. Ich finde, dass jeder diesen Beitrag zumindest lesen sollte. [Die Foren wurden im März 2022 abgeschaltet.]

Stadträtin

Es ist immer wieder motivierend, wenn man Stadträte trifft, die sich vor Ort kundig machen. So konnte ich gestern noch mit Marion Rathgeber-Roth plaudern, die sich in der Sülmerstraße umsah und mit mir einer Meinung war, dass man vieles sehr schnell verbessern könnte, wenn man nur wollte. Ich habe ihr dabei noch die Problematik mit den öffentlichen Toiletten ans Herz gelegt, da nicht nur die Bewohner und Besucher der Sülmerstraße darunter leiden müssen.

Poser

Auch der ganz normale Bürger versteht mehr von der alltäglichen Politik und den aktuellen Geschehnissen als viele von uns glauben mögen. Das kann man bei uns ganz gut sehen, zum Beispiel auf der Allee, wo immer wieder sogenannte Poser mit ihren Autos hoch und runter fahren und wenn sie sich dabei genügend Publikum sicher sind, sehr laut und kurz beschleunigen, um an der nächsten Ampel wieder scharf zu bremsen. Die ganz Mutigen nehmen gleich mehrere rote Ampeln mit und bauen darauf, dass ihre Mama die Strafzettel zahlt.

Ein weiteres Beispiel sind die Beckenränder unserer Bäder, dort findet man die Poser zumindest mit Zigaretten, manche auch mit einem Bier in der Hand — die Exemplare mit gut zwei Zentnern Lebendgewicht alternativ mit einem Eiskaffee.

Allesamt kennen sie zwar ganz genau die Bedeutung des Posens für unsere Gesellschaft, wissen aber noch nicht, wo man sich am besten als Poser in Szene setzt, nämlich auf Parteitagen, in Festzelten und dabei immer vor der Presse.

Ob das jetzt gut oder schlecht ist, dass diese meist jüngeren Poser bei ihrer Selbstvermarktung noch Defizite haben, bleibt dem Leser überlassen.

Website des Tages

The Long Now Foundation

Seit 1996 gibt es diese Stiftung, die sich möglichst langfristig engagieren möchte und dafür einen Zeitraum von 10 000 Jahren in Erwägung gezogen hat. Wer mein Weblog regelmäßig liest, wird erkennen, dass mich die Stiftung selbst bereits ein wenig beeinflusst hat.