Blitz

Mittelschicht 5 (6)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Mit Statistiken konnte man schon immer alles schönreden bzw. schönschreiben. Heute gibt es dafür ganz nette Spielereien, wie z. B. den Mittelschichtrechner des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Böse, der jetzt denkt, warum kam dieses Schönheitstool nicht noch unter der alten Regierung an den Wähler? Da war auch alles noch auf Untergang gestimmt!

Nazis, Kommunisten, Unionsparteien, Wirtschaftsinstitute und -magnaten verlautbarten unisono, dass die Grünen die SPD und FDP in Geiselhaft hätten und erst Deutschland und dann die gesamte Welt zerstören.

Ich bin wirklich kein Freund der Grünen, aber diese haben tatsächlich einen Sauladen mit übernommen und mussten versuchen, das Beste daraus zu machen, während ihnen SPD und FDP beständig in die Seite grätschten.

Jetzt, wo die Grünen wieder weg vom Fenster sind — nicht ganz schuldlos! — und die alten Seilschaften wieder übernommen haben, wird alles tatsächlich in die richtige Richtung Gehende wieder rückgängig gemacht und der alte Sauladen wird reaktiviert — dieses Mal ist man nur ein wenig schlauer, ähnlich wie die GOP bei ihrem zweiten MAGA-Durchmarsch.

Jene Politiker, die sich dieses Mal nicht dumm und dämlich verdienen und als Multimillionär aus der Regierung ausscheiden, denen kann auch ein Friedrich Merz nicht mehr weiterhelfen. Auf alle Fälle aber kommen alle auch nur im Verdacht stehende Kriminelle wie etwa Olaf Scholz oder Andreas Scheuer ohne jegliche Blessuren davon — und sie müssen auch weiterhin nicht arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Und damit wirklich nichts mehr schiefgehen kann, erklärt man uns Bürgern, dass wir eigentlich alle reich sind, wenn nicht gar superreich und jeder von den künftigen Billionenschulden zumindest etwas abbekommt, aber auf alle Fälle nie nur einen einzigen Euro zurückzahlen muss. Und die alten gut 2,5 Billionen Euro GroKo-Schulden wurden bereits von der Union „als Peanuts“ (Deutsche Bank!) unter den Tisch gekehrt.

Recht hat Friedrich Merz darin, dass die neue alte GroKo keine große Koalition mehr ist, dazu bräuchte die Union inzwischen bereits die AfD — ansonsten aber bleibt alles beim Alten.

Auch beeilen sich nun sämtliche Experten uns zu erklären, dass Staatsschulden eigentlich keine Schulden sind, nur fiktive Rechnereien. Ich kann dieser Art zu rechnen durchaus folgen, zumindest so lange, bis diese fiktiven Rechnereien eine Währungsreform wieder einmal zwingend nötig machen.

Das Lustige daran wird sein, dass dann alle reichen Deutschen — also wir alle! — tatsächliche Milliarden Euro in der Brieftasche und auf dem Konto haben werden, aber nichts mehr damit anfangen können.

Noch lustiger ist, dass die waschechten Reichen derweil alle wertvollen Grundstücke, Patente, Anlagen und sonstigen wichtigen Dinge besitzen und gut und gerne auf alles Geld verzichten können. Und so werden wir dann allesamt auch ein Dieter Schwarz wieder einmal mit 100 Mark anfangen; kaum einer wird den klitzekleinen Unterschied bemerken.

Dafür sorgen wie heute u. a. das Institut der Deutschen Wirtschaft, die uns auch dann mitteilen werden, dass wir allesamt zumindest gesunder Mittelstand seien.

Uns wird es erst wieder schlecht gehen, wenn es erneut eine Regierung geben wird, die die bestehenden Probleme und Herausforderungen tatsächlich anpacken möchte.

Denn die Probleme kennen wir alle, man kann sie sogar namentlich benennen, angefangen von Helmut Kohl und seinen Geldgebern.

Dann zählen auch wieder unsere Schuldenberge und die Institute erklären uns erneut, dass wir allesamt verarmen.


Wandkalender

Kalenderwoche 9 3.9 (10)

Beitragsfoto: Wandkalender | © Pixabay

Vermischtes

Auch diese Woche kämpfe ich noch mit einer Männergrippe, dabei war es sicherlich nicht zielführend gleich drei Impfungen nachzuholen — jetzt hänge ich so richtig in den Seilen und ärgere mich über mein eigenes Schwächeln.

Eigentlich sind Krankenhäuser, Altenheime und Beerdigungsinstitute nicht so mein Ding, ganz im Gegensatz zu Friedhöfen, die ich schon immer mochte. Seit ein paar Monaten bewege ich mich wieder verstärkt zwischen dem Heilbronner Krankenhaus und einem Altenheim hin und her. Und seit dieser Woche ist auch ein Beerdigungsinstitut mit dabei. Auch wenn die Gründe für meine Besuche keine erfreulichen sind, so kann ich dennoch feststellen, dass die Menschen, denen ich dabei begegnen durfte, größtenteils nicht nur sehr kompetent, sondern auch sehr freundlich sind.

Aufgrund eigener früherer Erfahrungen werde ich mich mit Krankenhäusern nicht mehr anfreunden können, aber für mich sehr überraschend, fühle ich mich in einem Altenheim als regelmäßiger Besucher ganz wohl. Auf der letztjährigen Suche nach einem passenden Altenheim hatten wir sicherlich viel Glück und eines gefunden, das den Begriff „Altenheim“ für mich neu definiert. Dabei bewundere ich die Engelsgeduld der dort Beschäftigten.

Diese Engelsgeduld wird nur noch von der Geduld der US-Amerikaner übertroffen, die es einfach so hinnehmen, dass mit Donald Trump, JD Vance und Elon Musk drei waschechte Nazis im Weißen Haus sitzen und einen anständigen Menschen nach dem anderen fertig machen. Dass dabei auch immer mehr GOP-Angehörige mit unter die Räder gelangen, dürfte für niemanden ein Trost sein.

Und wer jetzt glaubt, das kann nur den dummen US-Amerikanern passieren, dem empfehle ich dringend in einem Jahr wieder hier im Blog vorbeizuschauen — länger wird es auch bei uns nicht mehr dauern.

Landtag XXL

Nachdem die Parteien in einer konzertierten Aktion sämtliche Bemühungen der Bürger, den Wildwuchs im Landtag von Baden-Württemberg auch nur etwas einzudämmen, zu Nichte gemacht hatten, kommt nun die FDP um die Ecke und macht mit einer Verkleinerung des Landtages bei den Bürgern gute Stimmung.

Nach der Bundestagswahl steht die FDP auch im Land vor dem Aus und so sind deren Bemühungen nur ein weiterer Versuch, um beim Wähler zu punkten. Damit läutet die FDP schon jetzt den Wahlkampf zur Landtagswahl 2026 ein.

Sollte die FDP im kommenden Jahr erneut in den Landtag einziehen, könnten die FDP-Abgeordneten doch auf ihre Mandate verzichten und damit den Landtag zumindest ein wenig überschaubarer machen [Schwarzer Humor]. Schon jetzt aber ist es absehbar, dass wir 2026 ein Monsterparlament erhalten werden und dann mit gut 30 % Nazis sogar im doppelten Sinne.

Die „Stimmung im Land“ ist einfach so, Nazi sein zu dürfen ist wieder voll schick. Und wer aus irgendwelchen Gründen auch immer kein Nazi sein möchte, der begnügt sich einfach damit bodenständiger Faschist zu sein, wobei ich der Einfachheit halber die Kommunisten und Sozialisten mit hinzuzähle. Die „Stimmung im Land“ ist einfach so, dass Europa, Demokratie und Eigenverantwortung nicht mehr gefragt sind.

Jan Böhmermann fragte gestern zurecht, wer macht eigentlich die „Stimmung im Land“? Die Antwort ist einfach: jene, die sie schon immer gemacht haben. Unabhängig davon war es auch schon immer so, dass einem schlechte Chefs wie auch schlechte Volksvertreter die Stimmung so richtig verhageln.

Die wichtigere Frage wäre meines Erachtens aber, was wir Bürger dagegen machen wollen? Einfach nur und dies möglichst bei gutem Wetter gemeinsam ein Liedchen zu trällern, hat noch nie so richtig geholfen.

Skype

Ab Mai 2025 dürfte nun auch Skype Geschichte sein. Zuletzt hatte auch ich diese eigentlich ganz gute Software nur noch aus alter Gewohnheit im Gebrauch. Zu Beginn noch vor Microsoft war es das von mir am meisten genutzte Tool überhaupt. Beruflich und privat nutzte ich Skype täglich mehrfach und es gehörte einfach zum Alltag mit dazu. „Wir skypen dann“ war der gängige Gruß.

Da ich noch Guthaben bei Skype habe, gehe ich davon aus, dass dieses nun im digitalen Nirwana verschwinden wird. Auch habe ich noch keine Ahnung, was mit meinen etlichen freien monatlichen Telefonminuten geschehen wird — Microsoft wird mich sicherlich nicht dafür kompensieren.

Aber Schwamm drüber, Skype war zu seiner Zeit eine richtig gute Sache und bekanntlich gehen die besten zuerst. Ob ich jetzt aber zu Microsoft Teams wechseln werde, wage ich zu bezweifeln, denn auch ich habe mich weiterentwickelt und kaum noch Bedarf für solche Tools. Und so denke ich nun mit etwas Wehmut an meine eigene Software zurück, die ich vor Jahren einmal als Skype-Ersatz zusammengebastelt und auch genutzt hatte. Damals war der Haken dabei, dass meine Freunde und Bekannten diese Software auch nur deshalb nutzten, um mir ab und zu einen Gefallen zu machen. Und ich weder das Geld noch ausreichend Kompetenz hatte, um mit Skype und weiteren ähnlichen Produkten konkurrieren zu können. Irgendwann hatte ich dann nur folgerichtig meine eigene Software eingestellt, bin wieder zu Skype zurückgekehrt und erlebe nun mit, dass auch das Original keine Marktchancen mehr hat.

Auch Software unterliegt dem Modetrend und wer außer mir möchte schon mit einer Hose oder einem Hemd herumlaufen, die noch aus dem vergangenen Jahrzehnt stammen — es muss bei uns immer der „neuste Scheiß“ sein! Ob das letztendlich auch zielführend ist, sei einmal dahingestellt.


Demokratie

Volkes Stimme 5 (11)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Pixabay

Neben der erfreulichen Wahlbeteiligung von 82,5 % war vielleicht das einzig Positive, dass mein Vater den Wahlausgang nicht mehr miterleben musste. Auf alle Fälle aber haben wir wieder nur „lauter Sieger“ und sollte eine Partei „nur ganz knapp verloren“ haben, wieder einmal keine Verantwortlichen.

Auch wenn es noch viel schlimmer hätte kommen können, nun doch schon einmal mein erster Kommentar zum Wahlausgang — ein Hot Wash Up sozusagen.

Da ich selbst parteipolitisch unterwegs war und dies noch in Zeiten, wo meine Mitbürger mehrheitlich eigenverantwortlich gehandelt wie auch gewählt haben und auf alle Fälle zumindest das kleine Einmaleins beherrschten, waren Wahlbeteiligungen zwischen 91,1 % und 84,3 % gang und gäbe. Ergo, auch wenn die diesjährige Wahlbeteiligung mit das Erfreulichste an der gesamten Wahl war, ist es für unser Volk ein regelrechtes Armutszeugnis und ein weiterer Beweis dafür, dass wir auch gesellschaftlich abgewirtschaftet haben.

Schadenfreude ist eigentlich nicht so mein Ding, aber als absehbar war, dass das BSW nicht in den Bundestag einzieht, knallten bei uns die Sektkorken. Aber sofort war auch klar, dass die widerliche Sarah Wagenknecht nicht wie angekündigt, ihr politisches Ende verkündete, sondern ihrem Geldgeber Wladimir Putin auch weiterhin zur Verfügung steht. Überrascht war ich dann davon, dass Christian Lindner seinen Rückzug aus der Politik verkündete, so viel Charakter habe ich ihm gar nicht zugetraut. Bei Michael Link habe ich mich schon gemeldet und ihm mein persönliches Bedauern für sein Ausscheiden aus dem Bundestag bekundet — auch wenn ich von unserer ehemaligen gemeinsamen Partei nichts mehr halte, hat er als Berufspolitiker gute Arbeit geleistet und war auf alle Fälle ein Gewinn für unsere Demokratie.

Bedauerlich auch, dass für demokratische Kleinstparteien wie etwa Volt diese Wahl nicht förderlich war; auch ich musste strategisch wählen, um meiner Stimme etwas Gehör verschaffen zu können. Überlegen müssen wir uns dabei alle insgesamt, ob sich inzwischen unsere Demokratie bereits hin zu einer Zweiparteiendemokratie entwickelt — oder gar schon hat.

Der Wahlkampf hat zumindest mir gezeigt, dass es auch in Deutschland grundsätzlich zwei Lager gibt, die gegeneinander antreten und welche sich gerade noch schütteln müssen — die Grenzen werden dabei wohl noch eine ganze Weile fließend bleiben. Und so werden wir alle schneller im derzeitigen Stadium einer US-Demokratie ankommen, wo, wenn man die wenigen echten Liberalen bzw. Unabhängigen einmal ausgeklammert, nur noch zwischen Demokraten und Antidemokraten (GOP) unterscheidet.

Es muss sich dabei noch zeigen, wo dabei die Grenze zwischen beiden Blöcken oder Lagern liegen wird, links der Union, mitten in der Union oder rechts von der Union — gerne sähe ich Letzteres und bin dabei schon wieder einmal mit Franz Josef Strauß und Hans August Lücker einer Meinung. Auf alle Fälle aber — und dies können wir beim BSW ganz gut beobachten — schwappt der linke Rand gerade nach rechts hinüber und beendet damit ganz offiziell das Geschwafel von links und rechts in unserem Land. Und auch bei der Union schwappt es schon eine ganze Weile ins antidemokratische Lager hinüber; so bleibt zu hoffen, dass diese Nazis nicht die ganze Partei mitreißen.

Die Wählerwanderungen aus den ehemaligen Volksparteien heraus zeigen abermals ganz gut, dass zwar früher bei uns die Volksparteien noch Antidemokraten jeglicher Art in sich binden konnten, nun aber diese die dazu notwendigen Kohäsionskräfte gänzlich verloren haben. Und so ist es nur folgerichtig, dass selbst in der SPD Nazis überwintert haben, weniger, dass diese dort noch heute in Ehren gehalten werden. Deshalb ist es jetzt ganz gut, dass während sich auch die SPD in Wohlgefallen auflöst, sich die letzten dortigen Nazis andere Weidegründe suchen werden.

Und so werden sich nach dieser Wahl unsere demokratischen Parteien ganz neu finden müssen, meines Erachtens analog zu den USA in einer „Partei der Demokraten“. Und wenn die Unionsmitglieder nun glauben, dass diese Entwicklung wieder einmal einfach so an ihnen selber vorbeiziehen wird, gebe ich zu bedenken, dass die Union ohne Wenn und Aber und dies ganz locker über die 30 % Hürde hätte hüpfen müssen!

Dem ist aber nicht so und die Union hatte gerade noch einmal Glück, bundesweit nochmals als stärkste Kraft auftreten zu dürfen — ich befürchte nunmehr aber wirklich zum aller letzten Mal!

So bleibt die Frage, hören unsere demokratischen Politiker überhaupt noch den Schuss? Wer jetzt noch glaubt, dass es in Deutschland, wo inzwischen wieder mehr als 30 % der Wählerschaft zumindest dem Faschismus jeder Demokratie den Vorzug gibt, noch Platz für gleich mehrere große demokratische Parteien ist, der irrt sich gewaltig!

Schön wär’s, aber mit Träumen alleine regiert man kein Land! Nach gut 50 Jahren der politischen Misswirtschaft wäre nun einmal Handeln und nicht nur Schwätzen angesagt — das macht Arbeit und tut manchmal auch weh.

Lassen wir uns überraschen!

Nachtrag 25.2.2025

Selbst wenn Kommentare gut geschrieben und durchaus auch diskutabel sind, werden diese von mir nicht freigeschaltet so lange der Absender mir gegenüber anonym bleibt. Dies kann man so auch hier nachlesen.

Manche Kommentatoren zeigen bei der Veröffentlichung dann aber nur den jeweiligen Vornamen an, wogegen ich nichts einzuwenden habe.