Baum mit Bank

13.6.02023 5 (2)

Beitragsfoto: Baum mit Bank | © Pixabay

Vorlesung

Zumindest mir hat die heutige Vorlesung Spaß gemacht — nicht nur das die Vorlesung begleitende Gespräch mit Detlef Stern — und kommende Woche gibt es dann eine weitere. Die letzten drei Vorlesungen wandele ich in eine Art Übungsstunden um, denn es ist mir ein Anliegen, dass möglichst viele Studenten die Klausur bestehen werden. Das grundsätzliche Problem beim Projektmanagement ist, dass man es verstehen muss und nicht auswendig lernen kann. Wer sich den Stoff nur eintrichtert, der begeht ein Vabanquespiel und hat selbst bei bestehen der Klausur nichts gewonnen.

Ursprünglich war Projektmanagement — eine wissenschaftliche Herangehensweise, um Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen — gar kein Lehrfach, sondern eine Studienvoraussetzung.

Rückbau

Als ich dieses Wort erstmals noch in Begleitung der „blühenden Landschaften“ vernahm, war ich von so viel geheucheltem Optimismus noch völlig überrascht. Heute aber habe ich mich nicht nur an diesen Begriff gewöhnt, sondern ihn sogar halbwegs lieb gewonnen. Auch hört er sich um einiges besser an als Death-Cleaning.

Die letzten Tage hatte ich doch so einige Zeit, um mir auch einmal Gedanken über die kommenden Jahre zu machen. Und so habe ich mir nicht nur vorgenommen, mein Minimalismusprojekt nicht allzu sehr zu vernachlässigen, sondern auch meine Umgebung über notwendige Änderungen zu informieren. Zum einen werde ich meine eigenen Websites weiter reduzieren, wobei die Bildergalerien als erstes wegfallen werden, und zum anderen suche ich für die vielen Websites, die ich rein ehrenamtlich betreibe, geeignete Nachfolger oder diesbezügliche Alternativen.

Nicht, dass ich es auf einmal leid wäre, ehrenamtlich zu arbeiten aber es sollten auch einmal jüngere Mitbürger diese Chance ergreifen. Zudem ist ein Wechsel nicht gerade dann sinnvoll, wenn der Staffelstabinhaber plötzlich auf der halben Strecke verhungert. Ich verstehe zwar, dass die Jugend gerne Pöstchen übernimmt, welche Ruhm, Ehre und vor allem viel an Aufwandsentschädigungen mit sich bringen, aber irgendjemand muss auch jene Dinge übernehmen, die nur Arbeit und Kosten verursachen.

Alternativ baue ich einfach die Dinge zurück, die keinen Nachfolger finden. Und wer weiß, vielleicht merkt man den einen oder anderen Rückbau überhaupt nicht. Dann kann ich mir darüber gewiß sein, dass es sich hierbei nur um ein Steckenpferd meinerseits handelte. Etwa so wie mein Zettelkasten, der irgendwann einmal einfach im digitalen Nirvana Einzug hält.

Jetlag

Gestern habe ich dann doch noch und völlig überraschend Jetlag bekommen. Die Fahrt mit dem meseno-Bus hat noch ganz gut hingehauen. Danach gaben nur ein paar E-Mail-Empfänger über das entsprechende Absendedatum ein wenig ihrer Verwunderung Ausdruck, denn ich hätte wohl besser mit dem Versenden ein wenig länger warten sollen — einer meinte schon, ich sei reaktiviert worden.

Den Rest des Tages hatte ich tatsächlich ein wenig mit Müdigkeit zu kämpfen, was letztendlich auch dazu führte, dass ich kein Foto von unserer abendlichen Fraktionssitzung machte. Ohne Foto lohnt es sich auch nicht, um darüber auf der Freien Wähler Website zu berichten. Auf jeden Fall aber war es eine sehr produktive Sitzung und wir konnten weitere Termine festziehen, sodass es wieder etwas zu erledigen gibt.

Mein Koffer winkte mir den ganzen Tag über noch aus Frankfurt zu und stand heute morgen dann bereits vor der Tür. Zudem informierte mich eine andere Firma darüber, dass ein von mir vor Wochen bereits bestelltes neues Gadget noch diese Woche geliefert werden wird, wobei das lang ersehnte Gadget ebenfalls schon heute ankam; ob ich in ein paar Monaten oder gar Jahren über dieses Gadget schreiben werde, kann ich noch nicht sagen.

Den Rest des Abends verbrachte ich dann mit der Vorbereitung der heutigen Vorlesung und versicherte mich zudem bei Detlef Stern, dass wir uns im Zuge dieser Vorlesung noch zu einem Käffchen treffen.


Drei Bücher

7.6.02023 4 (1)

Beitragsfoto: Drei Bücher

Realitäten

Mit Interesse verfolge ich die Diskussionen und Vorschläge um die schon sehr lange bekannten Mängel bei geeignetem Personal, gerade ganz aktuell bei Kellnern und Bedienungen im Gaststättengewerbe. Manchmal muss man sich doch den Realitäten stellen, ob man möchte oder auch nicht.

Drollig dabei, dass man als Erstes den Vorschlag einbringt, Kellner zukünftig mit einem Diplom oder gar einem Doktortitel, in wohl dann Kneipologie, zu locken. Manche denken bereits sogar über angenehmere Arbeitszeiten oder gar eine bessere Bezahlung nach.

Dabei stellt sich mir aber gleich die Frage, ob man tatsächlich Mitarbeiter in der Gastronomie haben möchte, die nur kommen, wenn maximal eine Viertagewoche und dann noch zu selbst gewählten Arbeitszeiten verlangt wird. Oder gar Mitarbeiter, die davon überzeugt sind, dass der Stundenlohn zumindest mit dem eines Herzchirurgen vergleichbar sein muss.

Und so bleibt es spannend, wie die örtlichen Unternehmer auf diese zunehmenden Herausforderungen reagieren. Ich vermute einmal, dass die Besseren weiterhin erfolgreich sein werden.

Da aber in Heilbronn Kneipen und Gaststätten „systemrelevant“ sind, wird es sicherlich bald noch weitere und noch lustigere Vorschläge und vielleicht sogar Zwangsmaßnahmen geben.

Stammtisch

Sehr gefreut hat es mich, als ich von Franz Schirm Bilder vom Europastammtisch zugeschickt bekommen habe. Man erkennt darauf, dass auch dieser Stammtisch eine feine Sache war. Und es freut mich ganz besonders, dass dort auch wieder unsere Vereinsjugend vertreten war.

Und den nächsten Stammtisch gibt es gleich heute, nämlich den der Freien Wähler.

Jeffrey Johnson

Jeff Johnson kenne ich nun auch schon mehr als 30 Jahre. Wenn er sich nicht im Einsatz befunden hat oder im Ausland stationiert war, dann trafen wir uns, sobald ich die Gelegenheit zu einem Kalifornienaufenthalt hatte. Anfangs ging es bei unseren Unterhaltungen meist um Star Trek, später dann um militärische Angelegenheiten und heute sind die Kinder und Bücher das Hauptthema.

Ansonsten aber leben wir beide tatsächlich in zwei sehr verschiedenen Welten. Erstaunlich dabei ist es aber, dass wir immer wieder etwas zum Reden haben — außer über Politik, was wir beide aber erst lernen mussten.

Und so habe ich bereits 2013 sein Erstlingswerk Hunted / Hunter gelesen, was ich persönlich aber für viel zu blutig fand. Heute gibt Jeff gerne zu, dass er damit seinen Irak-Einsatz verarbeitet hat.

Sein zweites Werk, welches den Titel Ethan’s Tree trägt, erschien bereits 2015 und ist bei Weitem nicht mehr so blutig.

2018 legte Jeff dann sein drittes Werk vor, das sich um die fiktive Person Brian Richards dreht und den Titel Fate has Nine Lives trägt – eine fast romantische Liebesgeschichte. Und ich vermute einmal, dass er damit Teile seiner eigenen Jugend verarbeitet hat.

Gestern erfuhr ich dann, dass er nun an einer Art Science-Fiction Roman arbeitet, was ich sehr passend finde, da ich keinen kenne, der zumindest früher einmal mehr über Star Trek wusste als Jeff.

Wer nun etwas neugieriger geworden ist und selbst einmal ein Buch von Jeffrey P. Johnson liest, sein letztes Werk ist ganz aktuell noch auf Amazon zu finden, dem verrate ich auch, für was das P. in seinem Namen steht, nämlich für den Namen Per — Peter auf Schwedisch.

„Essen gut, alles gut.“

Knorr Werbespruch (2002)

Moschee in Abu Dhabi

Moschee 4.2 (6)

Beitragsfoto: Moschee in Abu Dhabi | © Jörg Peter from Pixabay

Auch in Heilbronn gibt es Moscheen und zwar schon ziemlich lange. Diese wurden und werden von den meisten Heilbronnern aber nicht wahrgenommen, wobei viele Muslime selber gerne in einer Art Parallelgesellschaft leben und es sich dort inzwischen sehr bequem gemacht haben.

Manchmal versuchen sich Muslime mit ihrem Glauben in unsere Gesellschaft einzubringen, leider aber werden diese Versuche entweder falsch verstanden oder sie sind von Anfang an falsch gemeint. Hinzu kommt, dass türkische Flaggen vor Moscheen und lautes Wahlkampfgetöse für ausländische Diktatoren kaum dazu beitragen, dass in einer offenen Gesellschaft eine durchaus befremdliche und sicherlich auch sehr rückständige Religion Akzeptanz findet.

Ich selbst bin mit Türken aufgewachsen und habe noch heute türkische Freunde. Der sehr nette Nachbar von nebenan ist ein Türke, allerdings auch der weniger nette. Die meisten dieser türkischstämmigen Heilbronner sind Muslime. Und auch wenn es arabische und Balkan-Muslime in Heilbronn gibt, so wird der Islam in Heilbronn doch eher als türkisch wahrgenommen — diese Wahrnehmung wird u. a. von den besagten türkischen Flaggen, türkischen Ladengeschäften und türkischen Religionsbeamten in den Moscheen sicherlich nicht entkräftet.

Meine Auseinandersetzung mit dem Islam, zumindest mit seiner sunnitischen wie auch schiitischen Variante, konnten mich nicht von dieser Religion überzeugen und meine selbst gemachten Erfahrungen lassen mich stark daran zweifeln, ob Christen und Muslime tatsächlich an ein und denselben Gott glauben. Aber wir leben in einem Land der Religionsfreiheit und so darf jeder glauben, was wer möchte, allerdings nur so lange wie er sich mit seinem Glauben auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung befindet!

Nun aber wieder zurück zu der Moschee in Heilbronn — einer von mehreren. Diese war erneut Thema in Heilbronn und letzten Donnerstag wurde wieder einmal im Gemeinderat über einen entsprechenden Bauantrag zum Neubau der bereits an dieser Stelle vorhandenen Moschee abgestimmt. Und wie schon gesagt, es ging dabei nicht um den Islam an sich oder darum, ob sich dort eine Parallelgesellschaft etabliert (hat), die uns Heilbronnern noch sehr gefährlich werden könnte, sondern ob man der dort bereits etablierten Moscheegemeinde einen Neubau zugesteht.

Technisch betrachtet ging es um eine Genehmigung, dort ein etwas größeres Gebäude zu erstellen und dabei weniger Parkplätze vorzuhalten als es sonst bei Gewerbebauten üblich ist. Dies auch deshalb, weil die Moschee nicht nur Gebetsräume, sondern auch Ladengeschäfte und Schulungsräume beherbergt.

Diese Abstimmung im Gemeinderat wurde dort bereits im Vorfeld, wie auch bei doch so einigen Heilbronnern auch, zu einer Abrechnung mit dem von diesen empfundenen Islam im allgemeinen und der türkischen Parallelgesellschaft in Heilbronn im besonderen. Unabhängig davon wie ich selbst zum Islam stehe, haben mich diese Diskussionen erneut erschüttert, denn die dabei geäußerten Meinungen und Überzeugungen sind kaum besser als die von den übelsten muslimischen Fundamentalisten.

Was mich nun vermuten lässt, dass auch einige alteingesessene Heilbronner in ihrer ganz eigenen Parallelgesellschaft leben und nur noch getriggert von besonderen Ereignissen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, das sie selbst schon sehr lange nicht mehr verstehen oder gar noch verstehen wollen.

Am Donnerstag hat nun der Gemeinderat mehrheitlich den Bebauungsplan für die Moschee (Kulturzentrum) auf den Weg gebracht. Dazu gab es am Montag in den Fraktionen doch so einige Seelenmassagen und es wurde wieder einmal massiv vom Fraktionszwang Gebrauch gemacht. Die Freien Wähler hingegen haben es ihren beiden Stadträten frei gestellt, wie sie entscheiden — denn das ist genau das Prinzip der Freien Wähler!

Zu meinem Bedauern hat sich Eugen Gall gegen den Bebauungsplan entschieden, aber Herbert Burkhardt dafür. Und wie schon gesagt, es ging dabei um einen Bebauungsplan und nicht um die türkische Parallelgesellschaft in Heilbronn. Wenn die Baupläne nun wie gezeigt verwirklicht werden, dann ist das neue Gebäude ein städtebaulicher Gewinn.

Leider aber werden, wie wir es heute in der Heilbronner Stimme (29.4.2023: 28) lesen können, die Diskussionen weiterhin nur um fehlende Parkplätze und eine verstärkte Verkehrsbelastung geführt. Denn nachdem man der Moscheegemeinde seitens des Gemeinderats und der Stadtverwaltung jahrelang falsche Versprechungen gemacht hat, wohl nur deshalb, weil man vermutetet, dass die Gemeinde nie das Geld für einen Neubau zusammenbekommt, man jetzt dort nur noch einen Neubau verhindern kann, wenn man mit fehlenden Parkplätzen argumentiert. Ich hatte dies letztes Jahr bereits wie folgt kommentiert: Das hat auch etwas mit „Arsch in der Hose“ zu tun!

Und so wird das Thema Moschee, eigentlich Türken und vielleicht auch Islam, in Heilbronn weiterhin in den Hinterzimmern, den Fraktionsräumen und einigen Stammtischen heftig diskutiert werden. Besser wäre es, wenn man diese Diskussionen auch mit den betroffenen Mitbürgern führte! Und vor allem ganz transparent und damit zumindest von den interessierten Heilbronnern nachvollziehbar.

Dann bekäme man vielleicht sogar in der Weinsberger Straße nicht nur ein sehr attraktives Moscheegebäude und ein neues Kulturzentrum, sondern damit auch ein noch attraktiveres Stadtteilzentrum, das allen Heilbronnern — egal welcher Religionsanschauung auch immer — offen steht.

Und der dann auch deutsche Islam könnte zeigen, dass er locker mit den christlichen Religionen mithalten kann, sich für alle Menschen einsetzt und als Teil einer offenen Gesellschaft ein großer Gewinn für unser Land und unsere Stadt ist!

„What kind of a god is it that’s upset by a cartoon in Danish?“

Salman Rushdie, BILL MOYERS ON FAITH & REASON (23.6.2006)