Justitia

20.12.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Justitia | © Shutterstock

Donald Trump

Ganz aktuell macht dieser ehemalige US-Präsident ganz andere Schlagzeilen als vermutlich von ihm gewünscht. Ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses hat sich bereits gestern dafür ausgesprochen, Donald Trump anzuklagen; eineinhalb Jahre lang hatte sich dieser Ausschuss damit beschäftigt, wie es zum Sturm aufs Kapitol in Washington kommen konnte und welche Rolle Trump dabei spielte.

Allerdings ist auch in den USA letztendlich die Justiz zuständig und so wird zuerst das Justizministerium von Minister Merrick Garland entscheiden müssen, ob eine Anklage erhoben wird. Bemerkenswert ist aber schon jetzt, dass der US-Kongress zu einem Strafverfahren gegen einen ehemaligen Präsidenten aufgerufen hat. Und auch in den USA stand noch nie ein ehemaliger Präsident vor Gericht. Man stelle sich nur einmal den Tumult vor, wenn bei uns der Bundestag Ermittlungen gegen einen Kanzler oder Präsidenten empfehlen würde.

Norman Eisen, E. Danya Perry und Fred Wertheimer schreiben in der New York Times (19.12.2022), dass dieser Untersuchungsausschuss durch seine bisherigen Ermittlungen hinreichend belastendes Material gegen Donald Trump gesammelt hat, um es ggf. Staatsanwälten zu ermöglichen, zumindest tiefergreifende Ermittlungen zu beginnen.

Zumindest aber hat der US-Kongress einen ersten und ganz gewaltigen Schritt getan. Jetzt liegt es bei der Justiz, Schritt aufzunehmen und dem Recht zum Sieg zu verhelfen. Manche werden schon alleine diesen nunmehr möglichen Versuch als ein klein wenig Gerechtigkeit ansehen. Auf jeden Fall aber gibt es uns Menschen Hoffnung, Hoffnung auf die positive Wirkmacht und Funktionen von Demokratie und Gewaltenteilung.

Landgericht

Wenn man nicht gerade in der Judikative zuhause ist oder als Polizist bzw. Gerichtsdiener seine Brötchen verdient, dann ist so ein Besuch vor dem Landgericht für den ganz gewöhnlichen Bürger wohl eine Ausnahme. Mir blieben solche Besuche als Privatperson bisher erspart und ich musste nur, beruflich bedingt, ab und zu in Mord- oder Totschlagsprozessen als Zeuge aussagen, was übrigens — selbst als Zeuge — überhaupt nicht vergnügungssteuerpflichtig ist.

Und so erlebte ich heute meinen ersten, ebenfalls nicht vergnügungssteuerpflichtigen, Gerichtsauftritt in einer ganz unschönen „Scheidungsangelegenheit“, der jeden noch so schön von Barbara Salesch inszenierten Rosenkrieg im Fernsehen zur bloßen Posse degradiert. Und ganz passend dazu, wurde auch noch im Nebensaal über eine ganz gewöhnliche Scheidung verhandelt.

Ich hätte mich auch gewundert, dass, wenn man mich schon vor Gericht zwingt, es sich dabei um eine ganz banale Sache handelt. Und so musste ich heute erst einmal eine fürchterliche Inszenierung über mich ergehen lassen, wobei einzig die Richter und unser eigener Anwalt lobend zu erwähnen sind, denn deren Geduld und Professionalität sind bewundernswert — diese hören sich auch die infamsten Lügen an, ohne dabei rot zu werden oder gar ihre Contenance zu verlieren.

Nein, ich war auch dieses Mal nicht in privater Angelegenheit unterwegs, sondern als Vertreter der betrogenen Seite und dies in einem sehr schmutzigen Rosenkrieg. Man stelle sich nur einmal vor, da wird man als treuer und fürsorgender Gatte nach Strich und Faden betrogen und belogen, wobei die Betrügerin letztendlich nicht nur für alle völlig überraschend die Scheidung einreicht, sondern neben dem Hausrat und dem gemeinsamen Vermögen auch noch den guten Namen des betrogenen Gatten für sich beansprucht.

Man soll Menschen, die gehen wollen, einfach nur ziehen lassen und diesen dann auch noch zukünftig alles nur erdenkliche Glück dieser Welt wünschen. Und so wäre es ein Leichtes gewesen, wenn die „Betrügerin“ einfach nur gegangen wäre und unter ihrem eigenen Namen neu angefangen hätte. Ich persönlich hätte dabei den Hausrat und das gemeinsame Vermögen ohne Wenn und Aber noch mit dazugegeben. Nur weg mit der unschönen Erinnerung! Für alle ein Neuanfang und jeder möge glücklich werden.

So aber bleibt dem betrogenen Gatten nur noch der eigene gute Name — und gerade diesen guten Namen will die Betrügerin haben — egal mit welchen Mitteln auch immer. Das Tragische dabei ist, diese Betrügerin weiß ganz genau, dass sie mit dem eigenen Namen in Heilbronn keinen Blumentopf mehr gewinnen kann und deshalb den Namen des Gatten unbedingt benötigt. Und sollte sie diesen Namen nicht — so wurde es heute vor Gericht sehr plausibel dargelegt — bekommen, dann wird sie dafür sorgen, dass künftig kein Mensch mehr diesen bestrittenen Namen haben, geschweige denn führen möchte. Dreckiger und schmieriger kann man wohl keinen Rosenkrieg führen! Das wirklich Schlimme dabei ist, dass dies sämtliche Nachbarn vorab schon gewusst haben wollen und sich nun am Leid und Leiden des „gehörnten Gatten“ so richtig und genüsslich weiden.

Und so werde ich wohl auch 2023 vor Gericht sitzen und mir diese völlig unnötige Inszenierung weiter antun müssen — gibt es überhaupt eine gangbare Alternative?

Inzwischen hat die Gegenseite — und auch dies überrascht von den Nachbarn wohl niemanden — ganz plötzlich zwei „vollwertige“ Rechtsanwälte, die ganz offensichtlich einzig und alleine den größtmöglichen Schaden anrichten möchten. Es kann natürlich auch sein, dass sich ein Rechtsanwalt alleine nicht mehr traut, um die „eigene Sache“ vor Gericht zu verantworten.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob sich unser Anwalt und ich beim kommenden Gerichtstermin gleich gegnerischen Anwälten im Dutzend gegenüber stehen sehen. Auf jeden Fall aber würde weiterhin nur ein einziger gegnerischer Anwalt schwätzen wollen, wobei der Rest wohl nur zusätzliche Staffage in dieser Inszenierung ist. Mein Tipp: für Fernsehkameras benötigen wir dann einen größeren Raum und eine bessere Ausleuchtung. Und so lange keine Barbara Salesch plötzlich im Gerichtsaal auftaucht, besteht für mich noch Hoffnung, dass auch dieser Rosenkrieg ein Ende haben wird.

All jene Mitbürger, die heute keine Zeit hatten, um sich selber ein Bild von der ganzen Sache zu machen, die kann ich getrost auf morgen oder spätestens auf Samstag vertrösten, denn die Heilbronner Stimme war gleich mit zwei Journalisten anwesend und wird sicherlich auch berichten.

Die Spannung für mich ist dabei, ob die Heilbronner Stimme überhaupt noch zu einer halbwegs objektiven Berichterstattung fähig ist, denn bisher hat sie u. a. durch das Fälschen von Zeitungsartikeln oder den Entzug unseres, bei der Heilbronner Stimme seit Jahren verwendeten, guten Namens einseitig für die Betrügerin Stellung bezogen, was übrigens auch vor Gericht zugunsten der Gegenseite ins Feld geführt wurde — was mich nun nicht gewundert hat.


Bouillabaisse

Wochenende 5 (1)

Beitragsfoto: Bouillabaisse | @ Bettina Kümmerle

Angeregt von Chris Kurbjuhn, konnte ich nun doch nicht widerstehen und poste selbst einmal eine einfache, aber sehr schmackhafte Bouillabaisse, die wir anlässlich eines Besuchs des Stadthaus in Müllheim genießen konnten. Die Küche von Tino Schneider ist seit Jahren eine Empfehlung wert. Mein ganz persönlicher Tipp ist eine Gemüsebrühe auf Artischocke an verlorenem Ei.

Und da wir schon einmal in der Nähe waren, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, mir doch einmal die erst in diesem Jahr eröffnete Vinothek Sahner’s Finest Wines näher anzuschauen. Vinotheken sind auch bei uns in Heilbronn in jüngster Zeit wieder sehr gefragt und auch wenn diese sich voneinander durchaus unterscheiden mögen, so komme ich nicht umhin, immer wieder an Jacques’ Wein-Depot zu denken, selbst dann, wenn der Wein in Reagenzgläsern kredenzt wird oder gar kuschelige Sitzecken zum längeren Verweilen einladen.

So war ich bereits beim ersten Umschauen in Oli Sahners Vinothek, welche sich in der Fußgängerzone Müllheims befindet, sehr positiv überrascht und noch mehr als ich erfuhr, dass Sahner sämtliche Weine selbst aussucht und vorab eigens verkostet hat. Oli Sahner ist ein Markgräfler Eigengewächs und hat nach ersten Gehversuchen als Sommelier in der Schweiz nun sein erstes eigenes Fachgeschäft eröffnet. So ist es nicht verwunderlich, dass er auch Weine aus der direkten Nachbarschaft mit im Angebot hat, die er allerdings mit einer überraschend anderen Weinauswahl und dies aus ziemlich vielen Ecken dieser Welt kombiniert.

Sehr gefreut hat es mich, als ich plötzlich einen Italiener in der Hand hatte, den ich zwar überhaupt nicht kannte, welcher aber meinen persönlichen Geschmack ganz gut traf und damit meinen Besuch vorzüglich abrundete.

Anlass für unseren Müllheimaufenthalt war der Geburtstag einer sehr guten Freundin und so hatten wir wieder einmal die Gelegenheit festzustellen, wie schnell sich die Welt weiterhin dreht und wohin der Wind des Lebens viele Menschen inzwischen hingeweht hat — an Portugal hätte ich dabei nie und nimmer gedacht.

Begonnen hat das sehr informative Wochenende mit einer Präsidiumssitzung der Freien Wähler Baden-Württembergs, an der ich noch von zu Hause aus teilnehmen konnte.

Enden wird dieses Wochenende wohl mit einer Tanzstunde und mit den Vorbereitungen zu einer Vorlesung, die ich am Dienstag halten werde.

Fediverse Reactions

Männergrippe

8.12.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Männergrippe | © Shutterstock

Heilbronner Stimme

Dass unsere Tageszeitung entgegen deren eigenem Gründungsmythos kein liberales und überparteiliches Blatt ist, dürfte den meisten Heilbronnern inzwischen bekannt sein. Die Stimme Unternehmensgruppe hat gemäß der eigenen Vision außer dem Geldverdienen — was nichts Schlechtes ist (!) — auch keine weiteren Ansprüche mehr.

Und da ist es schon reiner Hohn, wenn die Heilbronner Stimme schreibt, dass sie auf Verantwortung, Vertrauen, Respekt und offene Kommunikation baut. Ich musste nun wiederholt feststellen, dass die Heilbronner Stimme weder mit ihren Kunden noch mit ihren ehrenamtlichen Beitragsschreibern offen kommuniziert, ganz im Gegenteil, man wird nach Strich und Faden für dumm verkauft.

Ich schreibe bei der Heilbronner Stimme noch heute unter den Namenszeichen EU und FWV, was sich allerdings auch sehr schnell und sehr einseitig wieder ändern kann. Und für das, was ich dort schreibe, übernehme ich selbstverständlich auch die Verantwortung — bis gestern!

Denn nun musste ich feststellen, dass Stimme-„Journalisten“ meine Beiträge und dies ohne mich zu informieren inhaltlich abändern und mir dabei Worte und Zugeständnisse in den Mund legen, die ich nie gesagt oder geschrieben habe. Und das verstößt nicht nur gegen sämtliche journalistische Gepflogenheiten, sondern dürfte bereits als kriminell eingeordnet werden können.

„Seit 1958 gibt es ganz offiziell die Freien Wähler auch in Heilbronn. Seit dieser Zeit haben sich die Freien Wähler in der Freien Wählervereinigung Heilbronn e. V. organisiert, wobei sie schon immer in der Stadt, bei den Bürgern und bei den Medien als Freie Wähler bekannt sind.“

Heinrich Kümmerle (FWV), meine.Stimme.de (7.11.2022)

Heute kann man meinen Beitrag auch in der Heilbronner Stimme (08.12.2022: 31) lesen, wo „ich“ nun wie folgt schreibe:

„Seit 1958 gibt es ganz offiziell die Freie Wählervereinigung auch in Heilbronn. Seit dieser Zeit haben sich die Freien Wähler in der Freien Wählervereinigung Heilbronn (FWV) organisiert, wobei sie schon immer in der Stadt, bei den Bürgern und bei den Medien als Freie Wählervereinigung bekannt sind.“

Heinrich Kümmerle (FWV), Heilbronner Stimme (8.12.2022: 31)

Die Tragweite des Ganzen wird einem Außenstehenden erst dann bewusst, wenn er weiß, dass wir Freien Wähler von der Freien Wählervereinigung wegen unseres guten Namens vor dem Landgericht einen Prozess (Freie Wählervereinigung Heilbronn e. V. (FWV) ./. Freie Wähler Heilbronn e. V. wg. Namensschutzes gem. § 12 BGB) angestrengt haben.

Wobei der Anwalt der Gegenseite nun die Heilbronner Stimme heranzieht, um zu beweisen, dass wir Freien Wähler noch nie in Heilbronn als Freie Wähler bekannt waren, sondern nur als Freie Wählervereinigung. Und wie wir heute lesen können, bemüht sich die Heilbronner Stimme mit allen Kräften, um durch weitere Tatsachenfälschungen eine Streitpartei massiv zu unterstützen.

Solch ein Verhalten der Heilbronner Stimme könnte ich nicht einmal dann für gut heißen, wenn die Journalisten unsere Seite unterstützen würden!

Und wer mir jetzt rät, einfach nur still zu sein, da man sich nicht gegen ein Monopol wendet und schon gar nicht gegen die lokalen Oligarchen mit ihrem Gefolge, der vergisst ganz, dass ich einen Eid zum Schutz unseres Landes und seiner Verfassung geschworen habe. Und so muss ich meine Stimme gegen diese Totengräber der Meinungsfreiheit und Demokratie erheben und meine Mitbürger vor solchen Praktiken warnen, denn wer weiß, was alles sonst noch in der Heilbronner Stimme zugunsten von einzelnen Personen verfälscht, zensiert oder abgeändert wird?

Bundesweiter Warntag

Zumindest unsere Mobiltelefone haben reagiert und ich konnte sogar eine altersschwache Sirene in der Ferne wahrnehmen. Deshalb wird das Ergebnis dieses Warntages wohl nicht so ganz schlimm ausfallen wie die ersten Versuche zuvor.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe löste um 11 Uhr in ganz Deutschland einen Probealarm der höchsten Warnstufe 1 über Radio, Fernsehen, Apps und Alarm-Sirenen aus. Erstaunlich ist dabei, dass man bei uns in den letzten Jahren den Bevölkerungsschutz und die Katastrophenhilfe faktisch abgeschafft, aber das dafür zuständige Amt weiter behalten hat. Es würde mich nicht einmal mehr wundern, wenn dieses Amt heute mehr Personal hätte als während des Kalten Krieges.

Und so bleibt jetzt zu hoffen, dass wir auch in Heilbronn nun wieder Sirenen bekommen, die auch für Schwerhörige geeignet sind.

Männergrippe

Zuerst war ich selbst etwas skeptisch, was das Maskentragen anbetrifft und sah darin nur eine weitere Gelegenheit für Berufspolitiker, um sich zu bereichern. Aber dann musste ich feststellen, dass ich gut zwei Jahre lang keine einzige Erkältung mehr hatte und mich, abgesehen von einer, wahrscheinlich wegen der Impfungen, sehr glimpflich verlaufenden COVID-19 Erkrankung pudelwohl fühlte.

Seit Anfang des Jahres wird es bei uns mit dem Maskentragen nicht mehr so ernst genommen und so führt dies nun dazu, dass ich dieses Jahr schon die zweite Männergrippe überstehen muss, zum Leidwesen meiner besseren Hälfte. Insgesamt ist mein Gesundheitszustand nicht mehr so robust, dass ich das mit einem Lächeln abtun kann und so musste ich die letzten Tage doch etwas mehr umplanen, als es mir lieb ist.

Presserat

Inzwischen weiß ich auch, wo man vermeintliche Verstöße gegen die ethischen Grundprinzipien einer freien Presse melden kann.

„Der Deutsche Presserat ist die freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland. Er tritt für die Einhaltung ethischer Standards und Verantwortung im Journalismus ein sowie für die Wahrung des Ansehens der Presse. Als Selbstkontrolle verteidigt der Presserat die Pressefreiheit gegen Eingriffe von außen.“

Sobald ich wieder halbwegs fit bin, gucke ich mal, ob dieser Presserat auch gegen ganz offensichtliche Verstöße der eigenen Klientel vorgeht?