Mikrofon

5.1.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Mikrofon | © Daniel Friesenecker from Pixabay

Das Forum lebt

Auch wenn ich mit meiner Idee die Foren im Internet wieder etwas zu beleben, bereits zweimal gescheitert bin und die Reste davon hier auf Kümmerles Weblog gerettet habe, freut es mich umso mehr, dass dieses nun neue Forum doch ab und zu noch von Mitstreitern genutzt wird. Und so bleibt die Hoffnung bestehen, dass das Forum doch irgendwann wieder mehr Zuspruch erhält.

Heute hat mich nun Javier Giner mit einem Aufruf im Forum überrascht, der meines Erachtens in der Aussage gipfelt, dass „wir in dem Maße existieren, in dem wir Gedanken mobilisieren.“

Was mich nun zudem dazu anregt, um meinen Zettelkastengesprächspartnern zu empfehlen, anstatt eines Podcasts über einen Videocast nachzudenken und das Ganze mit einem Forum zu untermauern.

Bahnstreiks

Schon wieder einmal terrorisieren Lokführer den gesamte öffentlichen Fern- und Nahverkehr und kaum einer hat noch für die Hintergründe dieser Streiks Verständnis. Offensichtlich geht es den Gewerkschaften nur noch um die eigenen Pfründe und darum, unserem Land insgesamt möglichst schwere Schäden zuzufügen. Die Idee dahinter dürfte sehr perfide sein, denn je schlechter es uns allen geht, umso attraktiver werden die Gewerkschaften.

Das wirklich Schlimme daran ist aber, dass hier Gehaltsempfänger streiken, die eigentlich kein Mensch, keine Firma, geschweige denn der Schienenverkehr überhaupt noch benötigen. So ist es längst an der Zeit, dass unsere Bahnen automatisiert werden. Dies wäre bereits seit Jahrzehnten möglich und die dazu notwendigen Investitionen hätten sich schon längst wieder amortisiert. Und noch besser, wir hätten wieder pünktliche Züge!

Zettelkastenrunde

Gestern habe ich wieder einmal an der von Detlef Stern gehosteten Zettelkastenrunde teilgenommen. Dieser gelang es Ende des letzten Jahres sogar, einen eigenen „Zettelcast“ zu starten. So ging es dieses Mal schwerpunktmäßig darum, wie man diesen Zettelcast nicht nur weiterführen kann, sondern auch darum, welche Zielgruppe man damit erreichen möchte.

Für mich als einfacher Zettelkastenliebhaber sicherlich eine Nummer zu groß, aber dennoch sehr spannend. Und so bin ich jetzt einmal sehr gespannt, wie sich das Ganze über die Zeit weiterentwickeln wird.

Leseempfehlung

Der heutige Artikel von Gwendolyn Sasse in der FAZ mit dem Titel: „Die Krim ist annektiert, aber nicht befriedet“ zeigt wieder einmal sehr schön auf, wie in Deutschland weiterhin Meinungsmache für Diktatoren und Unrechtsregime gemacht wird. Das wirklich Erschreckende dabei ist, dass diese Meinungsmache nicht aus dem Sumpf der sozial Verachteten kommt, die es in jeder Gesellschaft gibt, sondern in der Berliner Republik fast schon mit zur Staatsraison gehört. Man erinnert sich nur daran, dass unser Bundespräsident weiterhin jeden hofiert, der öffentlich für Putin Stellung nimmt und gegen die Ukraine hetzt.

Und so ist Gwendolyn Sasses Artikel eine Wohltat, schon alleine deswegen, da sie eine unverfrorene Meinungsmache für einen Massenmörder und sein Unrechtsregime nicht nur aufdeckt, sondern dabei die Tatsachen auch wieder richtigstellt.


Neuer Radweg am Neckarufer

1.1.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Radweg am Neckarufer

Vorsätze

Von den vielen guten Vorsätzen, die ich in den letzten Tagen so gelesen habe, gefällt mir der von Monique Judge am besten. Sie möchte, dass die Weblogs im Internet wieder zahlreicher und für die gemeinsame Kommunikation auch wieder wichtiger werden. Nachdem ich ihren Blog-Beitrag in The Verge gelesen hatte, habe ich mich sogleich hingesetzt und meinen ersten Blog-Beitrag in diesem Jahr geschrieben.

Und wer weiß, vielleicht finden sich dieses Jahr auch andere Mitbürger, die diesen guten Vorsatz in die Realität umsetzen werden. Ich habe vorgesorgt und meine Blogroll dürfte so schnell nicht an technische Grenzen stoßen. Und so bin ich schon jetzt gespannt darauf, welche neuen Weblogs ich in meine Blogroll übernehmen werden kann.

Euro

Kroatien hat heute den Euro bekommen, und wir alle können zudem heute 30 Jahre Europäischer Binnenmarkt feiern. Dass beides, Euro und Binnenmarkt, eine gute Sache ist, dürfte sich inzwischen bei den meisten Bürgern herumgesprochen haben. Und wer es immer noch nicht wahrhaben möchte, der kann gerne einmal für ein paar Monate ins Vereinigte Königreich wechseln.

Kurz zusammengefasst besteht der Europäische Binnenmarkt aus fast 500 Millionen Menschen, die in den 27 EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz leben. Das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt umfasst mehr als 15 Billionen Euro jährlich. Damit ist dieser Wirtschaftsraum, nach dem der USA und von China, der drittgrößte überhaupt.

Der Euro ist dabei sicherlich die Hauptwährung und wird dies auch weiterhin bleiben. Neben den drei offiziellen Arbeitssprachen, wobei nur Englisch und Französisch tatsächlich auch genutzt werden, da auch immer weniger Deutsche diese Sprache fehlerfrei und verständlich sprechen, gibt es weitere 21, also insgesamt 24 Amtssprachen. Ich gehe weiterhin davon aus, dass diese Sprachvielfalt kein Hindernis ist, sondern ganz im Gegenteil, ein eindeutiger Standortvorteil — allerdings auch nur dann, wenn man wenigstens eine Sprache unfallfrei sprechen kann.

Radweg

Die ersten ca. 50 Meter Radweg sind der Stadt eigentlich ganz gut gelungen. So kann man nun, wenn man Straßenbahn, Fahrzeuge aller Art und Fußgänger, sowie die Absperrungen in der Bahnhofstraße gut umschifft hat, in die Badstraße ans Neckarufer abbiegen und kurz einen nagelneuen Radweg genießen. Mir gefällt dabei ganz besonders, dass man nun auch als Fußgänger hoffen darf, auf dem parallel zum Radweg verlaufenden Fußweg von Fahrradfahrern verschont zu bleiben.

Danach führt es die Radfahrer wieder auf ihre eigene Fahrradstraße am Neckarufer zurück, die sie allerdings weiterhin selbst mit dem Schwerlastverkehr zu teilen haben. Wohl nur die Stadtverwaltung wird wissen, warum die Badstraße ein Radweg sein soll, welche sie jüngst noch bis zum Kreisverkehr an der Böckinger Viehweide offiziell zur Fahrradstraße erklärt hat. Und so steht weiterhin zu befürchten, dass die Radfahrer nach den nagelneuen 50 Metern Radweg weiterhin die Fußgänger auf dem Gehweg an- und umfahren.

Auf alle Fälle aber wäre es jetzt nur folgerichtig, wenn die Radfahrer darauf verzichten würden, die Obere Neckarstraße zu nutzen. Gestern wäre dies auch nicht möglich gewesen, da die gesamte Obere Neckarstraße mit Autos völlig zugeparkt war, die alle wohl noch schnell ihre Einkäufe erledigen wollten oder mit dem Auto zum Spazieren ans Neckarufer gekommen waren. Und so musste ich selbst als Fußgänger auf die andere Neckarseite wechseln, um meinen Spaziergang weiter fortsetzen zu können — was aber dazu führte, dass ich die neuen 50 Meter Radweg bestaunen konnte.

Und nachdem es mir gelungen war, die Bahnhofstraße zu überqueren — man geht dort jetzt durch einen kurzweiligen Sperren-Parcour — entschloss ich mich weiterhin auf der falschen Neckarseite zu bleiben und spazierte weiter über den Experimenta-Platz hinweg, der, wie ich feststellen konnte, nun zu einem ganz netten Privatparkplatz umgewidmet wurde. Was ich auch verstehen kann, denn der Weg in die gleich daneben liegenden Parkhäuser ist für viele Heilbronner einfach zu weit — und wer es sich leisten kann, der hat halt auch einen eigenen Experimenta-Parkplatz. Zudem ist es in Heilbronn sehr schick, Fußwege und, ganz besonders, die sehr teuer hergerichteten Fußgängerzonen als „Privatstraßen und -parkplätze“ zu verwenden, denn wer dies macht, zeigt einfach jedem, dass er in Heilbronn etwas ganz besonderes ist — und von diesen Mitbürgern haben wir sehr viele.

E-Mail des Tages

Diese E-Mail wurde heute vom Föderalisten Nikos Giannis an Gleichgesinnte geschickt.

I once was with somebody I liked very much – an older person, when I was considerably younger than I am now. That person said, “Spend at least fifteen minutes a day weaving dreams. And if you weave a hundred, at least two of them will have a life.” So continue with a dream and don’t worry whether it can happen or not; weave it first. Many people have killed their dreams by figuring out whether they could do them or not before they dream them. So, if you’re a first-rate dreamer, dream it out – several of them – and then see what realities can come to make them happen, instead of saying, “Oh, my God. With this reality, what can I dream?”

Please replace “a first-rate dreamer” as put by Virginia Satir (1916 – 1988), with “a federalist”.

Nikos Giannis, E-Mail vom 1.1.2023

Dorfidylle

1.12.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Dorfidylle | © Shutterstock

Lob

Nachdem das Ordnungsamt aufgehört hat, in der Werderstraße Hochgeschwindigkeitskontrollen durchzuführen, damit auch die üblichen dafür verwendeten Hofeinfahrten freigegeben hat und zudem nun verstärkt Kontrollen durchführt, die tatsächlich den vielen Falschparkern Einhalt gebieten, ist es jetzt auf einmal auch Rettungs- und Versorgungsfahrzeugen möglich, die Werderstraße ohne größere Problem zu nutzen.

Zudem gelang es dem Reinigungsdienst und Gärtnern nun auch die Werderstraße wieder einmal in einen sauberen Zustand zu versetzen. Damit lädt diese Straße — ein richtiges Heilbronner Kleinod — sicherlich auch Auswärtige zum Flanieren und zum Verweilen ein; nicht zum Parken (!), dafür bieten sich weiterhin die Aldi- oder Penny-Parkplätze ganz gut an.

Potemkin

Unsere Berliner Republik ist inzwischen die Platinausführung und dies mit Goldrand und Brillanten eines potemkinschen Dorfes — was einige Mitbürger bereits 1989 vermutet hatten, wir Bonner waren nie so richtig darauf vorbereitet und wurden ganz folgerichtig vom Moloch Berlin verschlungen.

Heute haben wir die teuersten Parlamente der Welt, die teuersten Verwaltungen der Welt, das teuerste Gesundheitssystem der Welt, die teuerste Energieversorgung der Welt, die teuerste Infrastruktur der Welt, die teuerste Landwirtschaft der Welt und auch die teuersten Sozial- wie auch Verteidigungsausgaben der Welt.

Lassen Sie uns aber bitte nicht hinter die Fassaden schauen!

Denn, wenn es zum Schwur kommt, funktioniert nichts so richtig und wir können nur noch deshalb bestehen, weil wir fest in die westliche Welt eingebunden sind — und uns immer noch geholfen wird!

Und damit wir weiterhin die besten der Welt bleiben, fälschen nicht nur unsere Verwaltungen auf Teufel komm raus. Zudem werden Gesetze und Abmachungen so gebogen wie es gerade noch geht und notfalls „temporär“ ausgesetzt oder für nicht verbindlich erklärt.

Damit der Schein auch weiterhin aufrechterhalten werden kann, setzen wir bei uns in Deutschland nun ganz neue Maßstäbe: Pünktlichkeit ist, wen jemand noch die Absicht hat, am vorgesehenen Tag anzukommen. Dies hilft der Bahn zum Beispiel, dass sie überhaupt noch Fahrpläne herausgeben kann.

Ganz aktuell lösen wir das Vorhandensein von halbwegs funktionierendem Internet dadurch, dass, von der Politik so vorgegeben (!), die Provider ganze Straßenzüge — vielleicht sogar ganze Städte — urplötzlich von (nicht vorhandenen) 50 MB auf nichtvorhandene 100 MB Datenrate umstellen. Die letzten Wochen habe ich es vergeblich versucht, die nun anliegenden 100 MB auch nutzen zu wollen. Immer wieder wurde mir dann erklärt, dass es diese zumindest in diesem Straßenzug gar nicht gibt.

Und so erhielt ich gestern von der Werbeabteilung meines Providers erneut die Aufforderung, endlich auf die für mich vorgesehenen 100 MB umzustellen, um dann erneut nach sämtlichen bürokratischen Erledigungen die Mitteilung zu erhalten, dass dies bei mir in der Straße gar nicht möglich ist.

Grigori Alexandrowitsch Potjomkin tanzt in Deutschland inzwischen durch sämtliche Amtsstuben! Und in Kürze, wenn Sie schwer erkranken, tanzt Ihnen ein Mensch im weißen Kittel ihr Krankheitsbild vor und verschreibt ihnen die teuersten Globuli der Welt.

Und bis dahin produziert z. B. die deutsche Waffenindustrie weiterhin die teuersten Panzer der Welt, in die übrigens nur Pygmäen passen, und für unsere Weine müssen weiterhin keine Schadstoffanalysen vorgelegt werden, da Gift in kleinen Dosen bekannter Weise doch gesundheitsfördernd ist, …

Vielleicht wäre der Titel „Tanz auf dem Vulkan“ für diesen Beitrag besser gewesen.

Besprechung

Gestern trafen sich Heiner Dörner, Herbert Burkhardt und ich zu einer Besprechung. Alle Teilnehmer waren vorbereitet, pünktlich und so war die Besprechung auch sehr schnell wieder beendet. Mein Lichtblick des gestrigen Tages!