Radweg

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Beitragsfoto: Radweg | © Shutterstock

Interessen

Ganz ohne Frage, Demokratie ist die beste Regierungsform, um unterschiedliche Interessen auszugleichen und unter einen Hut zu bringen. Und je vielfältiger Gesellschaften werden, umso komplizierter wird auch die Demokratie. Wohl deswegen hat man auch sehr früh unterschiedliche Demokratiemodelle entwickelt und sich meist auch von der direkten Demokratie verabschiedet.

Bis vor ein paar Jahren konnten sich die meisten Menschengruppen mit der Demokratie anfreunden, vor allem jene, die gesellschaftlich bessergestellt sind, da damit ihre eigenen Interessen am einfachsten zu sichern waren; notfalls hat man sich die dazu notwendigen Stimmen gekauft.

Inzwischen sieht es nun so aus, dass einige etablierte und gesellschaftlich besser gestellte Gruppen ihre Felle langsam aber sicher davonschwimmen sehen. Am Beispiel der US-Republikaner (Hans Müller berichtet hier im Weblog regelmäßig darüber) können wir nun sehen, wie diese, nachdem sie ihre US-Demokratie nicht so anpassen konnten, wie sie es zu benötigen glauben, um noch ihre Interessen wahren zu können, sich langsam aber sicher von der Demokratie abwenden. Gerade tingeln republikanische Senatoren durch die USA und erklären ihre Wählern, dass die USA eine Republik aber keine Demokratie seien! Und die US-Demokraten damit eigentlich Staatsfeinde sind — zumindest meines Erachtens kann es irrer nicht mehr gehen!

Und so können wir in Deutschland noch froh darüber sein, wenn unsere Oligarchen uns über ihre Medien wissen lassen, dass jene, die anders als von ihnen erwartet wählen, einfach nur „krank“ oder „aktuell unpässlich“ sind.

Radwege

Eigentlich auch nicht mein Thema, da ich zum einen bis heute noch keine Karte über Heilbronner Radwege gefunden habe und zum anderen auch schon sehr lange nicht mehr mit dem Rad fahre. Ein toter und ein schwer verletzter Klassenkamerad sowie ein eigener Radunfall haben mir sehr früh das Radfahren abgewöhnt. Spätere Versuche außerhalb von Heilbronn konnten mir dann das Radfahren auch nicht mehr schmackhaft machen.

Und so höre ich nur immer wieder davon, wie katastrophal Heilbronner Radwege noch heute sind — was aber keine Entschuldigung dafür ist, dass man nun Fußgänger auf dem Gehweg oder gar in der Fußgängerzone an- oder überfährt.

Gestern habe ich dann aber doch einmal so einen Radweg und zwar den Radweg vom Knorr kommend übers Arbeitsamt bis hin zur Kreuzung Südstraße bestaunt. Selbst wenn man das verstehen möchte, kann man es nicht! Geschweige denn, dass man dort fahren kann, ohne Fußgänger zu belästigen, von Kinderwagen ganz zu schweigen.

Aber das haben vor mir bereits andere Bürger festgestellt, wie z. B. 2017 Dr. Ulrich Baumann, der sogar Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs in Heilbronn gemacht hat.

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn man sich in der Heilbronner Stadtverwaltung erst einmal ein paar vernünftige Gedanken über Radwege machen würde, diese in einer Karte festhält und schaut, ob das Ganze dann auch wirklich Sinn macht. Und dieses stimmige Konzept könnte man im Anschluss auch umsetzen, zum Wohle aller Heilbronner, ob zu Fuß, mit dem Auto oder gerne auch mit dem Rad.

Verstörend

Ich hatte mir fest vorgenommen, nichts über dieses deutsche Relikt einer Zwangsmitgliedschaft namens „Industrie und Handelskammer“ zu schreiben, nun aber hat sich der Heilbronner Hofberichterstatter Uwe Ralf Heer darüber echauffiert, dass offensichtlich einige der Heilbronner Zwangsmitglieder anders abgestimmt haben, als es von den Lokaloligarchen eigentlich vorgesehen war.

„Nun kann und muss man an einigen Wählern zweifeln. Man kann es aber auch so sehen: Die IHK Heilbronn-Franken wird als wichtige Stimme und bedeutendes Organ nicht mehr wahrgenommen.“

Uwe RAlf Heer, Heilbronner Stimme (4.11.2022: 25)

Ich sehe das so, dass anders als wir üblichen Heilbronner, die alles wählen, was ihnen „von der Obrigkeit“ so vorgesetzt wird, doch einige Heilbronner IHK-Zwangsmitglieder einfach nur von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben.

Ich habe erst gar nicht gewählt, weil ich prinzipiell etwas gegen Zwangsmitgliedschaften habe, attestiere den vermeintlichen „Falschwählern“ aber einen guten Menschenverstand und zolle ihnen meinen Respekt.

Verstörend das Fazit von Uwe Ralf Heer, das zumindest in der IHK Heilbronn-Franken freie und geheime Wahlen „eigentlich unmöglich sein sollte[n].”

Rücksicht nehmen


Wollhausbrücke

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Beitragsfoto: Wollhausbrücke im August 2022

Fleiner Straße

Am Ende der Fleiner Straße liegt bekanntlich das Wollhaus. Damit gibt es schon länger ein Problem. Man hätte dieses Problem „großstädtisch“ angehen und Nägel mit Köpfen machen können. Auch dazu hatte ich Vorschläge unterbreitet. Das Wollhaus bietet Platz für einen echten Busbahnhof, wie er in größeren Städten — selbst in Backnang — längst üblich ist, und man könnte diesen noch mit der Straßenbahn verbinden, die dann weiter über Sontheim auf ihre alte Strecke zurückkehrt. Eine solche städtische Infrastrukturentwicklung kann man sich gut und immer wieder in Ulm angucken. Und neben diesem Busbahnhof, am besten in ein Gesamtkonzept integriert, baut man die schon längst benötigte Großveranstaltungshalle, gerne mit Hotel und weiteren ganztägig geöffneten Läden. Sozusagen ein neues Wollhaus-Zentrum als Motor nicht nur für die südliche Innenstadt!

So haben wir aber — wieder einmal — die kleinstädtische Lösung gewählt, die uns bereits jetzt auf die Füße fällt! Schlimmer noch, es bröckelt nun ganz folgerichtig mit der GALERIA Karstadt Kaufhof weiter und wenn diese ebenfalls zum Problem wird, zerbricht das Ganze bis hin zum Kiliansplatz.

Ja, und auch wir ganz normalen Heilbronner könnten etwas unternehmen, nämlich indem wir weiter in Heilbronn vor Ort einkaufen! Auch wenn es uns so manche Läden und deren Angestellte manchmal doch etwas schwerer machen.

Eine Stadt ist eine Gemeinschaft und steht und fällt, wie alle anderen Städte übrigens auch, mit ihren eigenen Bürgern. Wir sind Heilbronn und Heilbronn ist so wie wir es machen!

Turmstraße

Heute widmet sich die Heilbronner Stimme (3.11.2022: 24) wieder einmal der Turmstraße, denn uns Bürgern wurde erneut eine Sanierung versprochen. Die Heilbronner Stimme könnte über diese Versprechen sicherlich ein mehrbändiges Buch herausbringen — so aber schreibt auch die Heilbronner Stimme wieder einmal darüber, wie man notwendige Sanierungen einfach nur zerreden kann.

Ok, in den letzten Monaten hat sich doch etwas in der Turmstraße getan, da manche Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter dort wohl zum ersten Mal zu sehen waren — ob sie dann auch mit den Bürgern vor Ort gesprochen haben, wage ich zu bezweifeln, denn meist bringen sie zu solchen Anlässen ihre Bürger selber mit. Auf jeden Fall aber hat man für teures Geld, das wenige Grün noch mehr eingeschränkt und mit einer größeren Bücherbox zubetoniert. Dazu hat man noch ein paar Metallteile so an den Gehweg gestellt, dass die Fußgänger nun auf die Straße ausweichen müssen, da der Gehweg nun nur noch für E-Bikes, E-Scooter und Motorräder Platz hat. Ich muss zugeben, die Berieselungsanlage mit Bestuhlung hat mich dann doch beeindruckt — besser wäre es aber gewesen, wenn man die sündhaftteure Berieselungsanlage an der Kranenstraße in Stand gesetzt und nicht dort sämtliche noch teuren BUGA-Pfanzen verdorren lassen hätte. Leider aber kommt es der Stadtspitze nur auf die Show an und Nachhaltigkeit und Verantwortung sind für diese Bürger reines Teufelszeug!

Dazu passt auch, dass man in der Turmstraße jüngst noch sehr pressewirksam eine Sportbox aufgestellt hat, deren Sinn und Zweck nur für Eingeweihte wirklich ersichtlich ist. Wenn die Heilbronner Stimme diese Sportbox weiterhin als ultimatives Event hochjubelt und wir Bürger unserer Verwaltung dafür auch noch danken, dann bekommen wir kommendes Jahr bestimmt weitere fünf solcher Boxen und sämtliche Sportstätten werden aus dem städtischen Haushalt 2023 gestrichen.

Aber wieder zurück zur Turmstraße. Wir Bürger werden nun dazu befragt — das kostet uns erneut ein kleines Vermögen und beschäftigt nur Berater sowie Firmen und hält unsere Verwaltungsmitarbeiter davon ab, ihre eigentliche Arbeit zu tun.

Bereits vor Jahrzehnten wollte man die Turmstraße sanieren und hatte uns sogar die Hebung des Pfühlbachs versprochen, was schon damals eine gute Idee war und gerade heute laut den Aussagen von Fachleuten und selbst von städtischen Verantwortlichen für Heilbronn ein Gewinn wäre. Das kostet aber Geld, das dann zwar sinnvoll angelegt wäre, aber für so etwas hat man im Gemeinderat kein Verständnis. Lieber verschwendet man das Geld für elitäre Radhäuser, nutzlose Brücken, 3D-Modelle, die keiner mehr findet, oder am liebsten für Berater aller Art.

Dieses Mal bekommt die Turmstraße einen „Realisierungswettbewerb“ und ich muss mich dabei doch fragen, wie wir damals überhaupt die Kirchbrunnenstraße verkehrsberuhigt bekommen haben?

Nach gut 40 Jahren Turmstraßengeschwätz wäre es an der Zeit, dass man entweder die Turmstraße einfach zur Fußgängerzone deklariert — das kostet keine 1 000 Euro — oder ähnlich wie die Kirchbrunnenstraße umbaut, das könnte bereits im Sommer 2023 erledigt sein und kostet auch nicht die Welt.

So aber erhalten wir in ein paar Jahren wieder einmal ein Umbaukonzept — dieses Mal ein sündhaft teures — für die Turmstraße, nur um dann zu erfahren, dass man das Geld in der aktuellen Situation dafür nicht aufwenden möchte! Genau so wie in den letzten Jahrzehnten zuvor!

Und im 22. Jahrhundert stellt dann ein städtischer Mitarbeiter über Nacht ein Schild auf: „Fußgängerzone Turmstraße, parken nur für Anlieger und ganz besondere Menschen.“

Zonen

Die „Zone“ war für uns etwas Ältere kein erstrebenswerter Aufenthaltsort — manche haben noch heute sehr schaurige Erinnerungen daran. Heute ist alles anders und Heilbronn hat gleich mehrere Zonen, nämlich die sogenannten 37 Innenstadtparkzonen, die sich in sechs Zonengebiete vereinen.

Da sich langsam aber sicher entsprechende Schilder in der Stadt finden lassen, haben aufmerksame Heilbronner darüber bereits Kenntnis erlangt. Vor Kurzem schrieb ich hier im Weblog darüber, denn ganz offensichtlich lebe ich nun selber in solch einer Zone. Wenn man aber die entsprechende Website der Stadt Heilbronn aufruft, was ich beim Schreiben gerade getan habe, dann muss man feststellen, dass ich doch nicht in einer solchen Parkzone lebe.

Mein Geburtsviertel liegt dafür eindeutig in einer solchen Parkzone, was aber weder Heilbronner noch Auswärtige tatsächlich interessiert, und jene Heilbronner, welche dort über einen entsprechenden kostenpflichtigen Parkausweis verfügen, sind stets damit beschäftigt, um zwischen den viele Falschparkern einen Parkplatz zu ergattern. Und ich möchte jetzt nicht darüber spekulieren, wie viele davon dann auch noch zum Fremdparken gezwungen werden, da die Zoneneinteilung wirklich eine kleinbürgerliche ist.

Nun aber zurück zu meiner ganz neuen Zone, die es laut Stadtverwaltung eigentlich gar nicht gibt. Und so ist es nur folgerichtig, dass wir betroffenen Bürger nicht einmal darüber informiert wurden. Die neuen Schilder besagen auch nicht, mit welchem Parkausweis man im Viertel parken darf und so finde ich abgestellte Fahrzeuge der Parkzonen 5 und 30 gerade vor meiner Hofeinfahrt. Auf jeden Fall darf man mit Parkscheibe nun zwei Stunden dort parken, was vielleicht nun die etwas sensibleren Pendler davon abschreckt, ihre Fahrzeuge tagsüber dort abzustellen. Den Besitzern von Zweit- oder gar Drittfahrzeugen aus der neuen Nachbarschaft wird aber weiterhin nichts anders übrig bleiben, als den einmal ergatterten Parkplatz so lange wie möglich zu besitzen.

Ich nutze nun diesen Blog-Beitrag einmal als Bitte an die Stadträte meines Vertrauens — es gibt sie tatsächlich (!) und es sind doch so einige. Was ist in meinem Wohnviertel nun „Gesetz“? Ist dies nun eine Parkzone und wenn ja, welcher Parkausweis ist dann dafür gültig? Werden wir betroffenen Bürger dann auch noch darüber seitens der Stadtverwaltung informiert? Was kostet uns der Parkausweis? Oder aber ist das Schilderhängen in Heilbronn nun eine Art Volkssport, der von jedem Bürger betrieben werden kann?

Leider befürchte ich, dass es auf den Inhalt bei Heilbronnern Schildern gar nicht mehr ankommt — unsere Stadteingangsschilder können als gutes Beispiel dienen — und diese überall dort angebracht werden, wo für ein Schild gerade noch Platz ist. Auch das kann man so machen — muss man aber nicht!

Blick von der Südstraße in die Uhlandstraße

Stadtbibliothek Heilbronn

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Beitragsfoto: Stadtbibliothek Heilbronn

Stadtbibliothek

Der große Wurf wird in Heilbronn wohl nie gelingen und so sind eigentlich alle damit zufrieden, dass die Stadt für ihre Bücherei in zentraler Lage eine, zwar angemietete, Liegenschaft gefunden hat, die von den Bürgern sehr gut angenommen wird. Man hätte die Stadtbibliothek, wie sie seit längerem nun auch heißt, tatsächlich weiter zu einer großstädtischen Institution ausbauen können. Wollte man nicht und so hat man ganz bewusst mit dem Literaturhaus eine weitere Institution geschaffen, die um die selben Steuermittel wie auch Spender buhlt. In einem großstädtischen Konzept — vorausgesetzt, dass sich eine Großstadt so etwas auch leisten kann — wäre solch ein Literaturhaus eine Unterabteilung der Stadtbibliothek, die deren Bedeutung noch ein wenig hervorheben kann. Wir in Heilbronn machen beides aber völlig konzeptlos! Und damit ist noch nicht einmal Schluss, denn so ganz nebenbei unterhalten wir noch ein Kleist-Archiv Sempdner, das in Marbach viel besser aufgehoben wäre und thematisch dort auch beheimatet ist. Von mir aus könnte man es auch nach Frankfurt an die Oder verschenken, wenn man persönlich etwas gegen das Deutsche Literaturarchiv hat.

Aber unabhängig davon, wenn man bedenkt für was wir Heilbronner alles unser Geld ausgeben, z. B. für Brücken, die tatsächlich keiner benötigt und wenn dann doch, nicht nutzen kann, oder für völlig überteuerte und kaum funktionierende Radabstellplätze, ist es doch sehr erstaunlich, dass man nun einen notwendigen Um- und Ausbau der Stadtbibliothek seit Jahren verzögert und die, alleine dadurch entstandene, Mehrkosten jetzt durch eine Billiglösung wieder einsparen will — wie ich unseren Gemeinderat und unsere Stadtverwaltung kenne, wird diese Billiglösung nun niemandem gerecht, kostet aber uns Bürger letztendlich weit mehr als die ursprünglich geplante Erweiterung. Hauptsache, ein paar Stadträte durften wieder einmal schaulaufen und Verantwortung heucheln. Jetzt, wo sie sich als Verhinderer von Großstadtlösungen wieder voll und ganz in Szene setzen konnten, werden sie unser Geld weiterhin mit vollen Händen für Feschtle und Feiern sowie weitere unnötige Dinge zum Fester hinauswerfen.

Und wenn man alleine die ganzen Stadtverwaltungsgebäudesanierungen, um- und ausbauten betrachtet, die fortwährend in der gesamten Stadt stattfinden, dann hätten wir ganz locker unsere Stadtbibliothek schon längst vergolden können. Wahrscheinlich aber wird der künftige Rathausanbau (Reim-Areal) ganz neue Maßstäbe setzen — mit Schwimmbad und Wellnesszentrum für städtische Bedienstete. Ich bin schon jetzt auf die plausiblen Begründungen unserer Fraktionsvorsitzenden gespannt.

Nachverdichtung

Dies ist wohl der letzte Schrei bei den Stadtplanern, leider aber meist nicht zu Ende gedacht. Und so ist es erfreulich, dass man wenigstens in Stuttgart erkannt hat, dass man in Städten besser in die Höhe baut und die Baukörper, wenn kein Platz für begleitendes Grün mehr ist, wenigstens mit einer Gebäudebegrünung ausstattet.

In Heilbronn wählt man den Weg, dass man nachverdichtet, die Gebäudehöhe dabei sogar noch senkt und auch die letzten verbliebenen Grünflächen zubaut. Kann man machen, man muss dabei aber wissen, dass dies für die Gesamtstadt Konsequenzen hat — nicht nur für das „neue“ Viertel.

Nach dem Krieg beim Wiederaufbau haben die Stadtplaner dies alles noch berücksichtigt und nicht nur lockerer bebaut als vor dem Krieg, sondern auch zusätzliche Entwicklungsachsen freigelassen. Inzwischen ist Heilbronn nicht mehr für das viele Grün bekannt, das unsere Stadt so wohltuend von den anderen vergleichbaren Städten unterschieden hat. Und mit der Friedrich-Ebert-Trasse verschwindet nun auch das letzte Zeugnis einer ehemals vorausschauenden Stadtplanung.

Wie bereits gesagt, das kann man so machen, man muss dabei aber wissen, dass wir Heilbronn mit großen Schritten weiter zu einer Mittelstadt zurückbauen, wo weder Eisenbahn noch ein Schiff halten werden. Und auch auf den Kiliansplatz passt noch das eine oder andere Fachwerkhaus, um unsere Stadt wieder so richtig gemütlich zu machen. Das Wollhaus und das Shoppinghaus werden ebenfalls bald geschliffen und damit wird die Kilianskirche wieder das höchste Gebäude der Stadt — man vergisst dabei ganz bewusst, dass es in Heilbronn einmal eine Friedenskirche gab und schon damals für Heilbronn eine neue Bauhöhe vorgesehen war.

Aber zurück zur jüngsten Nachverdichtung, der ehemaligen neuen Verkehrsachse, die dem Viertel bisher ein wenig Grün beschert hatte und dafür sorgte, dass die letzten verbliebenen Wildtiere in der Stadt weiter wandern konnten — dafür gibt es übrigens in anderen Städten seit Jahren ganze Konzepte, die solche Naturvernetzungen sogar noch fördern, weil zwingend notwendig. Aber solches „neumodische Zeugs“, wie z. B. die vor Jahrzehnten beabsichtigte Hebung des Pfühlbachs, wird es in Heilbronn nicht geben.

Wir bauen jetzt laut Heilbronner Stimme (2.11.2022: 24) ein Wohngebiet für 700 Bürger. Und wir alle wissen, dass wir — weil wir Menschen einfach so sind — damit auch 700 zusätzliche Autos mit in das neue Viertel bekommen. Und da doch alle dabei auch noch verdienen sollen, wird es für nur gut 250 Autos entsprechende Abstellplätze geben. Die restlichen gut 400 Autos suchen sich dann ihre Abstellplätze in der Nachbarschaft — dieses Konzept hat sich in Heilbronn bestens bewährt.

Aber letztendlich geht es nicht um die 700 neuen Autos, für die es übrigens in der gesamten Nordstadt keine ausreichenden Straßen — die sollten doch einmal mit z. B. der Friedrich-Ebert-Trasse erst noch gebaut werden — gibt, sondern um den weiteren zusätzlichen Verkehr, den wir Bürger einfach alleine durch unsere Existenz verursachen: Krankenwagen, Polizei, Feuerwehr, Abschleppdienst, Müllabfuhr, Taxen, Lieferservice, Handwerker, Umzugswagen und noch vieles mehr, die sich bald zusätzlich durch die Nordstadt quälen werden. Nachverdichtung hört sich erst einmal richtig gut an, wenn man diese auch verantwortlich plant und umsetzt.

Zum Straßenverkehr — ich spreche hier nicht einmal von neuen Buslinien, einer Straßenbahn oder gar U-Bahn, die das neue Viertel anbinden könnten und schon gar nicht von einem Radschnellweg — kommt noch die weitere Infrastruktur hinzu, die man sehr gerne vergisst, wie z. B. größere Zuleitungen an Wasser, Gas und Strom oder meist noch wichtiger die Entsorgungsleitungen und Sammelplätze. Und auch das Internet sollte Berücksichtigung finden. 700 Neubürger und alte Kupferkabel passen nicht gut zueinander.

Rundschreiben

Gestern konnte ich noch meine beiden monatlichen Rundschreiben fertigstellen. Das erste geht an alle Europäischen Föderalisten und an Europa interessierte Bürger, die dieses auch abonniert haben. Über die Jahre hinweg kann man ganz gut beobachten, dass auch solche Rundschreiben immer einen festen Leserkreis haben und auch regelmäßig neue Leser gewinnen aber auch wieder verlieren. Zusätzlich verlieren Rundschreiben insgesamt an Attraktivität, so dass wir bereits froh darüber sind, weiterhin über 200 Leser zu haben.

Das zweite Rundschreiben ist ein Mitgliederbrief an die Freien Wähler, den ich ausschließlich an die Mitglieder der Freien Wähler – Freie Wählervereinigung Heilbronn e. V. versende. Aufgrund der Erfahrung mit dem ersten Rundschreiben habe ich damit für diese Zwecke einen etwas anderen Weg gewählt. Und so bin ich einmal gespannt darauf, ob eine exklusive Mitgliederinformation eher gelesen wird als eine öffentlich zugängliche Variante.

Mein drittes „Rundschreiben“ ist einfach nur noch eine Benachrichtigung per E-Mail, sobald auf diesem Weblog neue Beiträge erscheinen — nicht mehr aber auch nicht weniger. Dieses Rundschreiben kann, von jedem der möchte, abonniert werden und enthält nur die Information, dass man, wenn man möchte, den neusten Blog-Beitrag lesen kann. Damit habe ich nun drei Varianten und gucke einmal, welche letztendlich die größere Beliebtheit beim Publikum finden wird.