Stadtplan der Innenstadt

Großveranstaltungshalle 5 (1)

Beitragsfoto: Stadtplan der Innenstadt

Ich muss zugeben, dass ich als Kind gerne in das alte Stadtbad ging und mich auch noch sehr oft daran erinnere. Allerdings hatte ich den daran angrenzenden Großparkplatz gänzlich aus meiner Erinnerung gestrichen.

Auch noch gut kann ich mich an den Bau und Aufstieg des heutigen Wollhauszentrums zu einem Publikumsmagneten und einer guten Heilbronner Adresse erinnern. Leider ist davon nicht mehr viel zu sehen und der langsame Verfall wird immer offensichtlicher.

Deshalb begrüße ich auch, dass man sich Gedanken über eine weitere Verwendung des gesamten Wollhausareals macht, welches immer noch zu den ersten Heilbronner Adressen zählen könnte und zudem, alleine schon aufgrund der Lage und Größe, für eine gesamtstädtische Entwicklung Heilbronns von sehr großer Bedeutung ist – zumindest aus der Sicht eines Einheimischen.

Deshalb wundere ich mich auch, mit welchen, meines Erachtens zu kurz gesprungenen, Ideen und Modellen Stadtplaner und potentielle Investoren an eine weitere Verwendung des gesamten Areals herangehen.

Dabei sind wir doch gerade in einer der größten Umwälzungen, die unsere Städte insgesamt zu bewältigen haben. Das fängt bei der Nutzung der Innenstädte insgesamt an und hört längst nicht bei ganz neuen städtischen Verkehrskonzepten auf.

Und deshalb könnte ich mir für das gesamte Areal eine moderne Großveranstaltungshalle vorstellen, welche zudem einen zeitgemäßen Busbahnhof mit ganztägigem Dienstleistungsservice integriert und darüber hinaus noch an die Stadtbahn angebunden ist.

Meines Erachtens würde dies dann die Innenstadt, mit den West-Ost-Attraktionen Experimenta und Harmonie und den Nord-Süd-Attraktionen Kulturzentrum am Berliner Platz und Wollhaus, wunderbar einrahmen und als Gesamtkonzeption zum einen mehr Frequenz nach Heilbronn bringen und zum anderen einer städtischen Gesamtentwicklung über das 21. Jahrhundert hinaus ganz neue Impulse geben.

„If you dream – dream big.“

Kirk Douglas als Jonathan Shields in The Bad and the Beautiful (1952)

Oder gerne auch in einer etwas neueren Fassung.

„You mustn’t be afraid to dream a little bigger, darling!“

Tom Hardy als Eames in Inception (2010)

Wohnraum

Wahlkampfthema Wohnraum 5 (4)

Beitragsfoto: Pixabay

Meinen gesamten Wahlkampf über war ein Thema von Anfang mit dabei und hat sich wie ein roter Faden durch fast alle Diskussionen gezogen – die Wohnungsraumproblematik in Heilbronn und Umgebung.

Liest man die Wahlprogramme der unterschiedlichsten Parteien und lauscht ihren entsprechenden Aussagen, Forderungen und Versprechen, dürfte dies eigentlich längst kein solch großes Thema in unserer Stadt mehr sein.

In den teils sehr heftigen Diskussionen mit verzweifelt Wohnungsraumsuchenden, Wohnungsraumanbietern, Vertretern von Kirchen, Hilfsorganisationen und -vereinen, sowie anderen Wahlkämpfern, muss ich das Fazit ziehen, dass wohl keinem von uns hier in Heilbronn die Problematik in Gänze bewusst ist und schon deshalb sehr dringender Handlungsbedarf besteht.

Jedem von uns leuchtet es wohl ein, dass alle wohnen können müssen! Ein Mensch, der keinen adäquaten Rückzugsort besitzt, wird geschädigt und stellt, sobald dies mehrere Menschen betrifft, ein Konfliktpotential für die gesamte Bürgerschaft dar. Positiv ausgedrückt: ausreichender Wohnraum befriedet unsere Stadt und macht sie noch lebens- und liebenswerter.

Man darf dabei aber nicht der Versuchung erliegen, diese Problematik nunmehr zentralistisch und verwaltungstechnisch angehen zu wollen – solche Versuche sind schon immer mit Pauken und Trompeten gescheitert.

Deshalb wäre es vonnöten, dass man nicht nur schnellstmöglich alle direkt und auch indirekt beteiligten Akteure miteinander vernetzt, bereits an anderen Orten vorhandene Lösungsansätze, wie das „Karlsruher Modell“, mit einbezieht und eine für alle verfügbare Sachstandsfeststellung mit möglichen Lösungsansätzen erstellt und aktuell hält.

Daraus muss sich dann ein politisch abgestimmtes Konzept ergeben, wie wir, mit welchen Präferenzen und Priorisierungen, diese Problematik kurz-, mittel- und langfristig angehen wollen. Die daraus resultierenden Zielvorgaben müssen dann aber auch konsequent überwacht und wenn nötig auch sanktioniert werden.

Im kommenden Wahlkampf möchte ich nicht mehr darüber streiten müssen, ob und warum Wohnraum knapp ist oder wer an der ganzen Misere Schuld trägt, sondern darüber, wie wir am besten und schnellsten unsere gemeinsam festgelegten Zielvorgaben erreichen können.

„Home is wherever we are.“

Stanley Tucci als Paul Child in Julie & Julia (2009)

Neckarbogen

Stadtteilentwicklung 5 (2)

Beitragsfoto: Neckarbogen | © Shutterstock

Wenn man als Stadt in der glücklichen Lage ist, einen Stadtteil von Grund auf neu entwickeln zu können, bedarf es vorab einiger grundsätzlicher Überlegungen.

Dazu gehört unter anderem auch, festzulegen, wie die neuen Verkehre geregelt werden und dafür zu sorgen, dass nicht nur die An- und Abfahrten zügig vonstatten gehen, und dies ohne dabei die Nachbarstadtteile unnötig zu belasten, sondern auch, wo der ruhende Verkehr im Quartier selbst „seine Bleibe bekommt“.

Meines Erachtens kommt zu dem obligatorischen Infrastrukturkonzept, was übrigens eine ganze Menge an weiteren Details, wie z. B. Telekommunikation, Abfallwirtschaft sowie Bildungs- und Versorgungseinrichtungen beinhaltet, auch noch ein Sicherheitskonzept hinzu, das den Bürgern ein umfassendes Wohlbefinden sichert und besonders den Schwächeren Schutz und Hilfestellungen bietet.

Die Krönung des Ganzen aber ist ein Umwelt- und Naturschutzkonzept, welches sicherstellt, dass der neue Stadtteil nicht nur lebenswert für alle Bewohner, ob Mensch, Tier oder Pflanze, und deren Besucher ist, sondern vor allem auch, dass der neue Stadtteil nachhaltig in das Gesamtbiotop Stadt eingebunden und mit dessen Nachbarbiotopen vernetzt ist. Dafür gibt es bereits weltweit – und dies auch in Millionenstädten – gute Beispiele.

Hat man nun das sehr große Glück, wie bei uns in Heilbronn, einen Stadtteil am Fluss entwickeln zu können, welcher sogar noch durch seine Bäche mit dem eigenen Stadtwald und den städtischen Parkflächen verbunden ist, kann man auch bei der Nachhaltigkeit und Lebensqualität aus dem Vollen schöpfen.

Allerdings muss man sich vom Anfang an im Klaren darüber sein, dass eine optimale Vernetzung nicht nur Menschen, sondern auch Tiere anzieht, die, wenn sie nicht die Gelegenheit haben, um im neuen Stadtteil selbst ansässig zu werden, zumindest zeitweise dort den Aufenthalt genießen möchten.

Die jüngsten Vorfälle am Neckarbogen, bei denen Entenküken zumindest in einem der bereits vorhandenen Seen ertrunken sind, lassen vermuten, dass noch weitere und dann auch wesentlich gravierendere Planungsmängel bei der Entwicklung dieses neuen und für Heilbronn sehr bedeutenden Stadtteils vorliegen.

Zudem stellt sich zumindest mir die Frage, ob die neuen menschlichen Stadtteilbewohner von einem Zusammenleben mit zuwandernden Amphibien, Reptilien, Vögeln und Insekten beglückt sein werden, und dies für sie eine Steigerung der eigenen Lebensqualität bedeutet?

Sollte dies von den Bewohnern verneint werden, muss man sich zwingend die Frage stellen, wie man den unerwünschten Bewohnern den Aufenthalt verwehrt ohne dabei die Gesamtökologie der Stadt und die Existenz unserer bereits geschwächten tierischen Populationen zu gefährden.

„Der Mensch verlernt zu erleben und wird seelisch krank. So wird der ebene Fußboden zur wahren Gefahr für den Menschen.“

Friedensreich Hundertwasser, Hundertwasser Architektur: Für ein natur- und menschengerechtes Bauen (1996: 283)