Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

30,5

Leider nicht die Inzidenz in Heilbronn, denn die liegt weiterhin mit 1.738 in der deutschen Spitzenklasse. Sondern 30,5 % ist die Wahlbeteiligung bei der 10. OB-Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg. Damit haben wir den vorläufigen Tiefstand erreicht, wobei — wie bei den Inzidenzen auch — eine Besserung nicht in Sicht ist, zumindest im Stadtkreis Heilbronn.

Heilbronn hat 126 500 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2020) und bei der 10. OB Wahl 88 500 Wahlberechtigte; das sind 70 % der Einwohner. Von diesen 70 % haben nun 30,5 % gewählt; das sind 21 % aller Heilbronner

Von diesen 21% haben nach den aktuellen Veröffentlichungen 81,5 % den amtierenden OB tatsächlich gewählt; damit haben ganze 17 % der Heilbronner dem OB ihre Stimme gegeben.

Das ist aber nur bloße Rechnerei, was tatsächlich zählt ist, dass nur knapp über 30 % der wahlberechtigten Heilbronner tatsächlich noch ihre Stimme abgeben — was auch nicht wundert, da es für den Bürger keine ernstzunehmenden Alternativen gab.

Der Gemeinderat feiert sich nun die kommenden acht langen Jahre für die 81,5 % und kaum einer macht sich Gedanken darüber, dass nicht einmal mehr ein Drittel der Heilbronner mit diesen Zuständen überhaupt einverstanden ist.

Verantwortungslosigkeit

Dass man in Heilbronn tun und lassen kann, was man möchte, ist bereits vielen bekannt. So haben sich heute Nacht zwei Raser in einem Auto um einen Baum am Europaplatz gewickelt. Ordnungsamt und Polizei schauen meist weg (oder machen Geschwindigkeitskontrollen direkt vor meiner Hauseinfahrt) und lassen inzwischen diese Raser selbst in der Fußgängerzone und auf Gehwegen gewähren.

Erst gestern musste ich nicht nur einem SUV in der Sülmerstraße — eigentlich eine Fußgängerzone — ausweichen, sondern auch einer Harley auf dem Gehsteig auf der Allee. Deren Fahrer lies seinen Motor direkt neben mir zusätzlich noch aufheulen, so dass ich ein Knalltrauma erlitt und noch einen Tag später damit zu kämpfen habe — und ich bin bereits schwerhörig.

Wäre ich gesundheitlich in einem besseren Zustand, hätte ich mir dieses asoziale Subjekt gegriffen, so aber musste ich befürchten, dass ich noch auf der Allee von diesen Subjekten — sind ja meist immer mehrere — erschlagen worden wäre.

So muss man heutzutage schon froh darüber sein, wenn sich dieses asoziale Pack selber richtet — leider kostet das den Steuerzahler auch wieder eine ganze Menge.

Wahlschock

Eigentlich wollte ich heute ganz entspannt ein paar Bücher lesen. Und überhaupt nichts an meinem Blog machen. Dann musste ich feststellen, dass dieser bei der Kommentarfunktion einen mächtigen Bug hat. Um das Ganze etwas zu verkürzen, habe ich mich kurz entschlossen von einer Software-Firma getrennt, meine Sternchenbewertung damit auch abgeschafft und somit wieder Ruhe in die Kommentarfunktion gebracht (Danke an Liegeradler für den Hinweis).

Dann wollte ich mich wieder an meine Bücher machen, bevor ich ab 13.00 Uhr „meinen“ Wahlraum aufsuche, da mir der Besuch vorher sicherlich aufs Gemüt schlägt (alter Erfahrungswert!).

Beim Wahlgang bekam ich schon per Twitter die ersten Wahlbeteiligungsmeldungen, die um 13.00 Uhr jeweils bei 15 % lagen, und mich auf das Kommende ein wenig vorbereiteten. Der Schock kam dann aber beim Betreten des Wahlraums:

Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl in Heilbronn um 13.00 Uhr

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass die Heilbronner Parteien wenigstens ihre Mitglieder zur Briefwahl motivieren konnten, und wir Heilbronner damit halbwegs mit einem blauen Auge davonkommen werden.

Aber schon jetzt kann man erkennen, was mit unserer Demokratie geschieht, wenn sich Partei-Bonzen und in diesem Falle ganz besonders die Fraktions-Bonzen vor der Wahl in Hinterzimmern auf einen einzigen Kandidaten festlegen und diesen dann den Wählern als ihre und „Gottes“ erste Wahl anbieten.

Jetzt fehlt nur noch, dass diese Bonzen nach der Wahl verkünden, zukünftig den Heilbronner OB nur noch im Gemeinderat auszurufen, da der Bürger gezeigt habe, dass er keine Wahl mehr möchte.

Sollte die Wahlbeteiligung am Ende unter 30 % bleiben, dann müssten zumindest die verantwortlichen Fraktionsvorsitzenden ihren Hut nehmen — aber völlige Verantwortungslosigkeit ist in Heilbronn längst das Nonplusultra.


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

OB-Wahl

Es ist schon etwas merkwürdig, wenn sich ein amtierender Oberbürgermeister, nach fast acht Jahren im Amt, nicht sicher ist, ob er nochmals für weitere acht Jahre antreten möchte. Offensichtlich macht er dies nun vom Ausgang der Bundestagswahl abhängig, was wiederum den Anschein erwecken könnte, dass Spitzenfunktionen von Berufspolitikern untereinander ausgehandelt werden.

Auf jeden Fall aber legt der Gemeinderat in Kürze den Wahltermin fest, wobei die Wahl wahrscheinlich am Sonntag, 6. Februar 2022 stattfinden wird. Eine Stichwahl wäre dann für den 20. Februar 2022 vorgesehen und eher wahrscheinlich, wenn gute Kandidaten bereits seitens der Gemeinderatsfraktionen abgefragt worden wären.

So wird das Ganze wohl wieder wie beim letzten Mal ablaufen, man wartet bis zur letzten Sekunde ab, nimmt den Wunschkandidaten eines Heilbronners, der sich zugegebener Maßen um unsere Stadt mehr als verdient gemacht hat, schickt als größte Fraktion nur einen Alibi-Kandidaten und dies sehr kurzfristig ins Rennen und stellt damit sicher, dass nach Helmut Himmelsbach so schnell kein weiterer Experte von außerhalb Heilbronns zum Zuge kommt. Dabei sind es doch die bereits gut bewährten Experten, die eine Großstadt weiter nach vorne bringen könnten, wie es Himmelsbach z. B. mit dem Neckarbogen und der BUGA geschafft hat.

Unserem Gemeinderat müsste Heilbronn doch so am Herzen liegen, dass dessen Mitglieder nicht weiterhin Verwaltungspositionen grundsätzlich als Versorgungsdienstposten für bewährte Parteisoldaten oder gar deren Bekannte sehen, sondern richtiger Weise als Schlüsselfunktionen, um Heilbronn noch besser und noch attraktiver zu machen.

Heilbronn kann es sich nicht leisten, dass Fachleute wie Helmut Himmelsbach nur zufällig und alle Jahrzehnte einmal zum Zuge kommen.

Spitzenplatz

Heilbronn ist Spitze! Zumindest bei der Inzidenz in Deutschland. Wen ich dafür verantwortlich mache, habe ich bereits mehrfach geschrieben. Eine Großstadt braucht einfach eine Verwaltungsspitze, die eine Verwaltung führen kann und dabei auch eigene positive Impulse setzt, sowie in die Zukunft schaut und in Krisen auch schnell wieder die Initiative zurückerobert. Das ist immer und überall eine herausfordernde Aufgabe — dafür aber in Heilbronn auch eine sehr gut bezahlte!

Cojones

Gestern habe ich erneut Herbert Burkhardt, dieses Mal allerdings mit seiner Gattin, in der Innenstadt getroffen. Er konnte mich darüber informieren, dass Stadtrat Malte Höch bei der letzten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats die Initiative ergriff und die völlig unzumutbaren Äußerungen und Verleumdungen einer Heilbronner Stadträtin und Abgeordneten gegen unsere Kanzlerin verurteilte.

Mehrheitlich wurde diese Initiative Malte Höchs vom Gemeinderat begrüßt, und da auch ein Vertreter der Heilbronner Stimme anwesend war, ging man davon aus, dass diese Zeitung darüber berichtet und die Heilbronner informiert, dass die Anbetung von Nazi-Helden, Verleumdung, Mord- oder Totschlagsaufrufe nicht zum Repertoire im Heilbronner Gemeinderat gehören.

Schade nur, dass eine Zeitung, die sich selbst als überparteilich bezeichnet und als Monopolist auch eine gewisse Verantwortung trägt, bis heute nicht darüber berichtet und die Heilbronner weiterhin im Glauben lässt, dass man als Stadtrat ohne Widerworte gegen unsere Demokratie und deren Vertreter hetzen kann.

Website des Tages

Verwertungsgesellschaft Wort

Wer nicht nur gelegentlich schreibt, der sollte diesen 1958 gegründeten Verein kennen, der u. a. das geistige Eigentum seiner Mitglieder schützt.

Leider ist es heutzutage so, dass die meisten Autoren bei Zeitungen und anderen Medien völlig umsonst schreiben und nicht einmal mehr eine Zeilenvergütung erhalten. Deshalb ist es umso wichtiger, dass es einen Verein gibt, der die Interessen von Autoren vertritt.

Geburtstag des Tages

Franz Kafka

Zumindest alle, die einen qualifizierten Schulabschluss haben, durften wenigstens einmal etwas von Kafka lesen. Mir gefallen seine Geschichten noch heute, so wird er auch immer wieder auf dem Weblog erwähnt.