Schnappschuss

Nachdenklich 5 (6)

Beitragsfoto: Einbandbild

Manchmal stimmt einen die Umgebung doch etwas nachdenklicher als sonst so gewöhnlich. Der Zucker bleibt weiterhin gesetzlich geschützt, weil sich damit ein paar Parteisponsoren dumm und dämlich verdienen, aber die unsäglichen Kosten für unsere Gesellschaft auf die Steuerzahler abgewälzt werden können. Und dass Zucker dumm macht, kommt unseren Regierungsmitgliedern auch noch gelegen, denn es stabilisiert deren Wählerschaft.

Ein in Aussicht gestelltes Social Media-Verbot für Kinder erstaunt dabei dann doch ein wenig, wird wohl aber nur gefordert, weil man weiß, dass es eh nicht durchgesetzt werden wird, aber damit zugleich die Chance besteht, um 1984 bei und doch noch in Gänze umzusetzen.

Ich muss es eigentlich nicht mehr schreiben, dass die Union mithilfe der SPD, der FDP und auch Bündnis 90/Die Grünen seit Helmut Kohl eine Bananenrepublik erster Güte geschaffen hat. Dass dabei jede Demokratie durch Korruption und Vetternwirtschaft existentiell gefährdet wird, haben unsere Volksvertreter zumindest billigend in Kauf genommen. Die Union und die SPD haben sogar mit der AfD und dem BSW regelrecht zwei Alternativen geschaffen, wohl für den Fall, wenn der Worst Case eintritt — mich würde es auch nicht mehr wundern, wenn deren Volksvertreter in diesen totalitaristischen Parteien schon eine Anwartschaft besitzen; auch Reichsparteitage müssen mit Claqueuren gefüllt werden.

Solar- und Windkraft wurde zwar noch von Tüftlern aus unserer Mitte zur Marktreife gebracht, die wirtschaftliche Ausbeute findet aber ganz woanders statt. Unsere Politiker setzen weiterhin auf Kohle, Öl und Gas, alleine nur, weil sie von deren Besitzern besser geschmiert werden. Vermutlich war es dabei nur ein Kollateralschaden, dass unsere eigene Solar- und Windkraftindustrie zerstört wurde; eine regelrechte Planung dürfte ausgeschlossen werden können.

Eigentlich ging es bei uns noch nie um die große Politik oder gar um globale Zusammenhänge, sondern einzig und alleine um das Wohlbefinden einzelner Menschen, die es geschafft haben, sich aus unserer Mitte zu erheben und an die Schaltstellen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu gelangen. Dass dies heutzutage fast jedem gelingen kann, das ist das große Verdienst von Demokratie!

Aber schon die ersten bekannten Demokraten im alten Griechenland kannten ihre Mitbürger sehr gut und so hatten diese nur folgerichtig immer wieder versucht, eine Art von Mindeststandards in der Demokratie einzuführen — was bekannter Maßen immer wieder gescheitert ist und letztendlich auch der Idee von Demokratie widerspricht: „One man, one vote!“

Die letzten Versuche, um unsere Demokratien resilient zu bekommen, sind mit den vergeblichen Bemühungen um Bildung und Mündigkeit aller Bürger ganz offensichtlich gescheitert. Wir brauchen dabei gar nicht erst auf das Trump-Amerika mit dem Finger zu zeigen, auch wir beenden die beste Zeit, die wir Deutschen und auch wir Europäer insgesamt jemals hatten, mit wehenden Fahnen, Pomp und Gloria!

Und es dürfte tatsächlich nicht der Zucker sein und sicherlich auch nicht die Social Media, denen wir dafür die Schuld in die Schuhe schieben können. Auch nicht der Wohlstand, den uns — zumindest den meisten von uns — die Demokratie gebracht hat.

Es dürfte tatsächlich an uns Menschen insgesamt liegen, denn wir sind bekanntlich zwar alle Individuen, aber trotzdem alle gleich — außer mir vielleicht.


Fediverse Reactions
Blitz

Hitliste 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Was wir Bürger wirklich bräuchten, wäre eine Hitliste über die katastrophalsten Kanzler, Ministerpräsidenten und Bürgermeister unseres Landes.

Die Kategorien könnten dabei sein:

  • getötete Bürger,
  • gefallene und getötete Soldaten,
  • Umweltschäden und
  • Schuldenberge.

Ich bin mir sicher, dass diese drei Aufstellungen sehr aufschlussreich wären und uns einen guten Hinweis darüber geben könnten, welche Politiker wir künftig am besten erst gar nicht wählen.

Was man in unserem Land leider nicht feststellen werden kann, wie viel Vermögen diese Politiker aus ihren Ämtern für sich selbst und ihre Familien dabei erwirtschaftet haben.


Gans

27.12.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Jahresendgans

Geldwäsche

Auch wenn der Richterbund ganz staatskonform vermutet, dass es nur die deutsche Sparsamkeit sei, die unsere Politiker dazu veranlasst, Deutschland nach den USA zum kriminellen Eldorado der Welt zu machen, gäbe es dafür auch eine andere Erklärung, nämlich meine: es ist einfach seit Helmut Kohl das Geschäftsmodell aller Regierungsparteien.

Die GOP unter Donald Trump und viele weitere Parteien in Europa haben dieses inzwischen übernommen — wobei die GOP zugegeben ganz neue Maßstäbe setzt — und sorgen dafür, dass der Raubzug privilegierter (aka systemrelevanter) Gesellschaftsschichten kein Halten mehr kennt; die Expertise holt man sich dazu gerne aus der sogenannten organisierten Kriminalität.

Ein ganz normaler Spaziergang durch unsere Innenstädte lässt doch wohl jeden Betrachter fragen, zumindest wie man mit Barbershops, die gleich über mehrere Stockwerke verfügen, ausreichend Geld verdienen kann, um wenigstens für die Miete aufkommen zu können.

So lange der Vermieter sein Geld — woher auch immer — erhält und die städtischen Werber keine neuen Leerstände vermelden müssen, ist bei uns die Welt völlig in Ordnung. Man schaut dabei über wirklich alles hinweg und lässt gerne auch die sonst üblichen Kontrollen ausfallen.

Wie bereits zu Nazis Zeiten wissen wir alle, was geschieht. Sollte einmal das Pendel wieder in die andere Richtung schlagen und eine geläuterte Weltgesellschaft uns um Rechenschaft bitten, dann haben wir allesamt davon nie und nimmer etwas gewusst — da schwören wir auch jeden heiligen Eid: Verbrechen und Korruption in Deutschland, doch nicht bei uns! Überall sonst auf der Welt ganz bestimmt!

Vermischtes

Heute bei Sonnenschein der erste Spaziergang zusammen mit der Enkeltochter. Der Älteste macht hier Zwischenstation, weil sie aus München kommend in Homburg nach einer neuen Wohnung suchen.

Mich vor dem Fertigstellen der Klausur drückend, habe ich mehr Blogs gelesen, als es mir guttat. Bei dieser Gelegenheit habe ich jene Blogs künftig abgeschrieben, die nun wohl aufgrund der Hoffnung auf mehr Reichweite auf KI bauen. Würde ich aufgehübschten Quatsch lesen wollen, frage ich einfach den Mittelsmann auslassend, ChatGPT danach, mir einen solchen zu schreiben.

Es gab aber auch Blog-Beiträge, die ich sofort auf Bluesky teilte; zum Beispiel Martin Thieleckes „Lernt diskutieren, ihr Kacklappen!“

Schon etwas länger her, dass ich die Heilbronner Stimme gekündigt habe. Leider aber werde ich deren Werbeanzeigen und Aufforderungen zur Rückkehr einfach nicht los, genauso wenig wie die unliebsame Post aus dem Rathaus. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich dabei auf „Abbestellen“ geklickt habe. Das Problem ist wohl, dass man das, was man nicht bestellt hat, auch nicht abbestellen kann.

Zumindest wurden die Rathausschreiben, welche sagen, dass man sie mehrfach bekommt, weil man gleich auf mehreren Verteilern sei, weniger. Das muss etwas mit der künstlichen Intelligenz im Rathaus zu tun haben.

Mein zweitliebstes Parkhaus soll nun abgerissen werden, nicht aber, weil man es nicht mehr benötigt oder es baufällig ist — es wurde sogar schon ausgezeichnet. Das Heilbronner Rathaus liebt und baut einfach nur gerne auf Spekulanten wie jenen am Wollhaus.

Dafür soll der Schemelsbergtunnel wie geplant Ende Februar 2026 wieder eröffnet werden. Ob das Ganze künftig so läuft wie beim Weinsberger Tunnel, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle aber ist Anhydrit kein ausschließliches stuttgarter Problem. Und womöglich hatten jene Fachleute schon vor zweihundert Jahren Recht, die vorschlugen, Straße und Bahn einfach über Neckarsulm und Neuenstadt gen Osten zu führen.

Nachtrag

Martin Thielecke machte mich auf den folgenden YouTube-Beitrag von Fynn Kröger aufmerksam.

Nachdenkliches

Traditionell gibt es bei uns zu Heiligabend ein eher bescheidenes Mal, auch wenn wir die teilweise sehr opulenten Weihnachtsfeste bei Freunden und Bekannten in der Vergangenheit sehr genossen haben. Die restlichen Tage bleibt es dann vor allem aufgrund der vielen netten Menschen, darunter noch Lebensalter, die sich beim Essen nicht einzuschränken brauchen, nicht aus, dass es doch zu viel des Guten gibt.

Dabei zeigt es sich immer wieder ganz gut, wer sich selbst zurückhalten kann und wer nicht. Besonders die Traumschiff gestärkten Gesellschaftsesser und Gratisbuffetplünderer erheitern mich dabei wie sonst das ganze Jahr nicht.

Aus Jahresendessen werden sehr schnell Lebensendfressen, wobei man seinem Nachbarn auch noch den allerletzten Happen zu neiden scheint; die etwas intelligenteren älteren Exemplare überlassen dann doch noch den jüngeren Generationen „ihren“ Platz am Tisch — meist aber auch nur, weil es die eigene Verdauung nicht mehr anders zulässt.

Jedes Mal, wenn ich ein solches Gelage bestaune, muss ich an Eugen Roths Gedicht „Am Tisch des Lebens“ denken, das der geneigte Leser auch in meinem Gedichtebeitrag „Über die Zeit“ nachlesen kann.

Was mich besonders jüngst immer nachdenklicher macht, denn mein eigenes Alter und verstärkt meine eigene Gesundheit helfen mir dabei immer mehr, um manchem eigenen Laster weniger bis gar nicht mehr zu frönen.

In einer völlig übersättigten Gesellschaft ist es ziemlich schwer, sich selbst einzuschränken. Auch kommt noch mit hinzu, dass ein vermeintlicher und vielleicht auch nur künftiger Mangel, vor allem die Primärprozessler unter uns zu reinen Fressereien motiviert — und dies nicht nur beim Essen!

Und so denke ich ganz besonders gerne an jene Momente meines Lebens zurück, wo alleine der Mangel an Ressourcen das Leben für alle viel lebenswerter machte. Jene Momente, in denen ein Sonnenstrahl auf den völlig durchfrorenen und hungrigen Körper mehr Glück und Zufriedenheit erzeugt, als es das reichhaltigste Buffet je können wird!

Gerne wäre ich zu Silvester mit meiner besseren Hälfte, so lange wir dies noch können, auf einen Ball gegangen. Leider aber nennt man bei uns im Beritt die Sauf- und Fressorgien mit noch billigerem Begleitprogramm so — das müssen wir uns kein zweites Mal mehr antun. Die Alternative wäre, kurzfristig in eine Stadt zu verlegen, wo es noch echte Tanzbälle wie den Europa-Ball gibt. Das wiederum hat in meinen Augen solch einen Hauch von Dekadenz, dass wir das dann doch lieber bleiben lassen.

Der Fehler liegt dabei in der Auswahl der eigenen Heimat, ich hätte mich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern vorab eigene Bedürfnisse mit dem vorhandenen Angebot abgleichen müssen. Was mit zunehmendem Alter, sobald nur noch Friedhöfe, Altenheime, Arztpraxen und Krankenhäuser eine wesentliche Rolle spielen, auch keinen mehr stört.