Ukrainische Flagge

Kriegsberichte 5 (1)

Beitragsfoto: Ukrainische Flagge mit Soldaten | © Pixabay

Zwei ukrainische Föderalisten haben darum gebeten, diese beiden Berichte einschließlich der darin beinhalteten Bitten möglichst breit zu streuen. Dieser Bitte komme ich gerne nach.

Subject: Re: Solidarity with our Ukrainian colleagues Dear friend! First of all, it’s an honour to know each and everyone of you. Thank you for your support and your messages. We appreciate it. The expected Russian blitzkrieg has failed. Yes, we are fighting but Ukrainian physicians are strong, motivated and prepared. And yes, we need some help. First of all, let all your friends and neighbours know what’s going on in Ukraine. It’s not a civil conflict as one might think – it’s an open Russian invasion. Speak, contact, protest, march in your cities. Second, please put this message on your FB and Insta:

“#Ukrainians ask to bring their forces to #Ukraine❗️At least to close the sky. To give shelter from the sky…” 

Third, Lviv is safe for now. But we are working non-stop to equip our medical troops all over the country. And yes, if you or your institution want to contribute in a large amounts, you can do it. Obviously, we need unlimited IFAKs and tactical responder bags (based on NATO standards). If you have some ideas, please contact me directly. But I’m happy to admit that as for 25.02 we have connections for medical humanitarian help almost in every country. Once we will receive medical support, we will distribute it all over Ukraine. There is no need to fundraise money for medical needs. If you want to donate – we have one centralised link to support The Armed Forces.  https://ukraine.ua/news/support-the-armed-forces-of-ukraine/?fbclid=IwAR1UW7ulckHlUV_xWnzRaKUyGpSuXOipuUopq6LRxX5L_fO2qITH90BcWTw 

You can use this link. Please check 2-3-5 times and trust official sources only. Finally, it’s always a good time for prayers. Thank you for your support!  It’s a huge privilege to fight on the bright side. It brings courage and strength.  As we all learned during our meeting in Lviv – Slava Ukraini! Heroiam Slava! You are wonderful! Sincerely yours, Olesya

END

Olesya Vynnyk, Date: ven. 25 févr. 2022 à 21:53

Und die zweite E-Mail ist besonders für Mediziner und medizinisches Personal von Interesse.

Subject: Re: Solidarity with our Ukrainian colleagues Thank you for your moral support. Currently, we have three main needs: Means for stopping bleeding (bandages, hemostatic wipes, tourniquets (carprosphere, celox, combat gauze) the most important thing right now.

If only this you can send, it is good. First aid kit for civilian. Surgical kits. If you can help us with this, it will be the best non-military contribution to the defense of Ukraine against Russians and Belarusians. Blessings to your families and we wish you never to hide in the subway from missiles and not to hear explosions. Now our troops are fighting for Kyiv. Vadym Vus END

Вадим Вус, Date: ven. 25 févr. 2022 à 09:19

Zurzeit sieht es ganz danach aus, dass Deutschland noch das einzige europäische Land ist, das sich gegen weitere Zwangsmaßnahmen gegenüber dem Putin-Regime sperrt.

Und denken Sie bitte alle daran, wenn Putin wieder einmal gewinnt, dann sind als nächstes die Balten dran und kurz darauf auch wir!


Militärfahrzeug

Heimatschutz 5 (2)

Beitragsfoto: Militärfahrzeug | © Pixabay

Diesen Beitrag schreibe ich nur angesichts des aktuellen Krieges in Europa, wo totalitäre Regime (nicht nur die Russische Föderation) und ihre Verbündeten zum ersten Mal nach 1950 — man hatte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ungenutzt gelassen und dabei u.a. die Kosaken vernichtet — erneut ein demokratiewilliges Volk abschlachten. Vergessen haben wir bereits allesamt die Ereignisse in der damaligen sowjetisch besetzten Zone in Deutschland 1953 oder auch den Aufstand von ein paar wagemutigen Ungarn 1956 — dass diese tapferen Bürger, samt ihrer Familien, allesamt vernichtet wurden, ist uns nicht einmal mehr einen Eintrag in den Geschichtsbüchern wert.

Ich habe mich selbst bereits vor Jahren wegen unserer katastrophalen politischen Lage in den Ruhestand versetzen lassen, weil ich diesen Zustand nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren konnte — glücklicher Weise wurde mir dieser Weg seitens des Dienstherren ermöglicht — dafür bin ich heute noch allen Verantwortlichen sehr dankbar!

Die deutsche Verteidigung basiert auf zwei Grundlagen. Zum einen stellen wir Truppen an die NATO ab, um unseren Beitrag zur Bündnisverteidigung zu leisten (Feldheer) und zum anderen stellen wir durch ein Territorialheer (Heimatschutz) die Verteidigung unseres eigenen Landes und unserer Familien sicher.

Mit dem Regierungsantritt von Helmut Kohl (man muss die Schuldigen auch einmal beim Namen nennen!) begann man verstärkt staatliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu privatisieren. Aufgrund der damaligen politischen Entwicklung — wie wir alle inzwischen sicher wissen, sind dies immer nur momentane Geschehnisse — konnte man sehr öffentlichkeitswirksam den Bürgern eine Friedensdividende vorgaukeln und mit dem Raubbau und Ausverkauf unserer eigenen Sicherheitsstrukturen beginnen.

In der Folge davon etablierte sich in der deutschen Politik eine sehr gefährliche Gemengelage zwischen privatem Gewinnstreben und ideologischem Aktionismus („Macht kaputt, was Euch kaputtmacht!“ — Gerhard Schröder ist einer dieser Vertreter), die über Jahre hinweg zusätzlich seitens sowjetischer Revanchisten dadurch mit geprägt wurde (Die entsprechende Warnung kam bereits 1992 von Zbigniew Brzezinski in Foreign Affairs), indem sie in Europa einzelne Politiker bis hin zu ganzen Parteien korrumpierten. Dass sich Angela Merkel dieser eindeutigen Gefahr nicht bewusst war, darf schon alleine aufgrund ihrer persönlichen Vita stark angezweifelt werden!

Letztendlich ist es aber egal, ob es Inkompetenz, Korruption oder gar Ideologie war, die dafür sorgten, dass man in Deutschland de facto das Territorialheer mit seiner gesamten dazugehörigen Infrastruktur abschaffte und die Bundeswehr insgesamt eher zu einer Kaderschmiede für alle möglichen politischen Experimente machte und dabei nur noch sicherstellte, dass das Feldheer werbewirksam für die jeweiligen Politiker anfallende Aufgaben aller Art — außer Landesverteidigung — in Deutschland erledigen kann. Was ganz aktuell dazu führt, dass unsere Soldaten zwar nicht schießen, aber dafür ganz gut Formulare u.a. in Gesundheitsämter ausfüllen können; was uns auch nicht weiter stört, da unsere Soldaten weder gute Waffen noch ausreichend Munition besitzen. Und wer jetzt glaubt, dass es unserer Bundesmarine oder der Luftwaffe besser geht, der soll ruhig weiter träumen.

Hauptverantwortlich dafür sind sämtliche deutsche Verteidigungsminister seit Volker Rühe, die immer bestens über sämtliche Herausforderungen und Entwicklungen informiert waren und sind, es aber bis heute versäumen, sich zumindest hinter jene Bundesbürger zu stellen, die immer noch bereit dazu sind, ihr Leben für unsere Bundesrepublik Deutschland zu opfern. Wenn sich diese Verteidigungsminister zu uns Soldaten stellen, dann einzig und alleine für gute Pressefotos in eigener Sache.

Wo stehen wir heute angesichts der aktuellen Bedrohung Europas und unseres Landes?

Die Bundeswehr ist ganz aktuell ein besserer Gerümpelladen. Meine politisch korrekteren Kameraden bezeichnen dies etwa wie folgt:

„Die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da.“

Generalleutnant Alfons Mais

Aber Sie dürfen sich versichert sein, dass alle meine Kameraden — ob mit oder ohne Waffen, Ausrüstung und Gerät — unser Land und auch die anderen NATO Mitgliedsstaaten verteidigen werden. Und inzwischen sind wir es auch wieder gewohnt, schon alleine aufgrund politischer Fehleinschätzungen — bleiben wir hier einmal politisch korrekt — für die Bundesrepublik Deutschland zu fallen.

Die Bundeswehr zusammen mit ihren NATO-Partnern wird allerdings im Falle eines großangelegten Angriffes auf Europa — ohne den Einsatz von Atomwaffen — wohl erst ab dem Rhein eine erste tragfähige Verteidigungslinie aufbauen, denn bis dorthin werden wir, sicherlich unter hohen Verlusten, nur verzögern können.

Und wie bereits erwähnt, ein Territorialheer besitzen wir nicht mehr. Und im Gegensatz zur Ukraine haben wir zwei weitere größere Beeinträchtigungen. Wir

  • können nicht einmal den wehrwilligen Bürgern Waffen, geschweige den Munition, zur Verfügung stellen und
  • müssen zudem befürchten, dass wir uns dann auch schneller in einem „Bürgerkrieg“ wiederfinden als wir es selber wahrhaben möchten.

Leseempfehlung

Die Rückkehr des Feindes, ein Essay von Armin Nassehi (Zeit.online v. 25.2.2022)

„Wir konnten uns lange den Luxus leisten, Kritik innerhalb der Demokratie als Feindschaft gegen die Demokratie zu inszenieren – das reicht von der Wahl eines Antidemokraten zum Präsidenten des Mutterlandes der Demokratie bis hin zur leichtfertigen Behauptung, die Demokratie per se habe versagt, wenn einem das Lösungsangebot nicht passt.“ 

Armin Nassehi, Die Rückkehr des Feindes

Flaggen

Ukrainefrage 5 (3)

Beitragsfoto: Ukrainische und EU Flagge

Seit heute ist es Gewissheit, und wir können nun sehr gut, zurzeit noch vom Rande her, beobachten, ob es tatsächlich ein ukrainisches Volk gibt. Denn es ist ein Faktum, dass sich Völker ihre eigene Existenz sichern können, wenn diese auch zusammenstehen. 40 Millionen Ukrainer können von der Russischen Föderation nicht in die Knie gezwungen werden, wenn sie es nur wollen.

Hinzu kommt, dass die Ukraine an die NATO grenzt und somit ihre Soldaten als auch die Bevölkerung nicht gänzlich von der Versorgung abgeschnitten werden können. Wenn die Ukraine dazu weiterhin mit Waffen, Munition und Ausrüstung versorgt wird, ist es eine schiere Unmöglichkeit, dass das Putin-Regime überhaupt erfolgreich sein kann.

Der derzeitige und nun entscheidende Waffengang der Russischen Föderation gegen die Ukraine kann nur dann erfolgreich sein, wenn entweder das ukrainische Volk tatsächlich ein russisches ist oder sowohl die EU als auch die NATO der Ukraine die finanzielle, wirtschaftliche Unterstützung sowie die Lieferung von Waffen und notwendigem Material versagen werden. Selbst wenn die Russische Föderation alle ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzt, wird der Ausgang so wie damals in Finnland oder in Afghanistan sein.

Sollten Putin keine sehr zuverlässigen Erkenntnisse über die Nichtexistenz des ukrainischen Volkes oder den erfolgreichen Kauf europäischer Entscheidungsträger haben, dann ist diese militärische Aktion nichts anderes als blanker Völkermord zur Verschleierung seiner eigenen Schwäche.

Und dann rettet ihn nur noch eine konzertierte Aktion zusammen mit China, die in Kürze starten müsste, und die USA in Asien binden würde — wie z.B. die Besetzung Taiwans.

Das würde aber zur Folge haben, dass aus dem Völkermord am ukrainischen Volk ein ausgewachsener Weltkrieg werden würde.

So sind die kommenden Tage sehr spannend, und es bleibt zu hoffen, dass wir das Ganze weiterhin nur vom Spielfeldrand anschauen können.