Kaffeegenuss

Die Weisheit von Alvy Singer 5 (5)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Woody Allen zitiert in seinem Film „Annie Hall“ von 1977 in seiner Rolle als Alvy Singer einen alten Witz, welcher unsere heutige Zeit voll und ganz auf den Punkt bringt.

“There’s an old joke. Um … two elderly women are at a Catskill mountain resort, and one of ‘em says, ‘Boy, the food at this place is really terrible.’ The other one says, ‘Yeah, I know; and such small portions.’ Well, that’s essentially how I feel about life – full of loneliness, and misery, and suffering, and unhappiness, and it’s all over much too quickly.”

Alvy Singer

Wir sind heute darüber hinaus ohne Weiteres noch dazu in der Lage, ein Glas Wasser zugleich als halb voll und als halb leer zu sehen; Hauptsache dabei ist, dass wir uns nicht für die eine oder andere Seite entscheiden müssen.

Vielleicht ist es aber für alle auch nur an der Zeit, dass wir zumindest für uns selbst Klarheit schaffen.

The first law of philosophy: For every philosopher, there exists an equal and opposite philosopher.
The second law of philosophy: They’re both wrong.

Anon

Sandstrand

Was ist ein Zitat? 5 (4)

Beitragsfoto: Sandstrand | © Pixabay

Nachdem es inzwischen auch in der akademischen Welt üblich zu sein scheint, seitenlang Sokrates zu zitieren, sollten eigentlich viel mehr Menschen darüber nachdenken, was es mit diesem ‚Zitieren‘ auf sich hat.

Ein erster Hinweis kann zwar Wikipedia geben, aber dies schützt leider nicht davor, dass viel zu viele Mitmenschen Zitate verwenden, die dann im Anschluss einer Überprüfung nicht standhalten.

Deshalb sollte es zur Selbstverständlichkeit werden, dass man Zitate nur dann verwendet, wenn man sich über deren Ursprung auch sicher ist.

Unabhängig davon habe ich selbst über Jahre hinweg Zitate gesammelt, deren Autoren ich nicht kannte, ursprünglich mit der Absicht, diese auch ermitteln zu können. Vor ein paar Jahren habe ich dieses Unterfangen eingestellt und die noch verbliebenen herrenlosen Zitate in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Eines meiner Lieblingszitate stammt übrigens von Johann Wolfgang von Goethe und ist in dem Buch Wilhelm Meisters Lehrjahre (Fünftes Buch – Erstes Kapitel) zu finden:

„Man sollte … alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.“

Johann Wolfgang von Goethe

In den kommenden Wochen werde ich auf dieser Website weitere Zitate folgen lassen und hoffe damit, dem einen oder anderen eine kleine Freude bereiten zu können.

„Misquotation is, in fact, the pride and privilege of the learned. A widely-read man never quotes accurately, for the rather obvious reason that he has read too widely.“

Hesketh Pearson, Common Misquotations (1934, Introduction)

Don't panic!

Tag des Handtuchs 5 (3)

Beitragsfoto: Digitales Don’t panic!-Kunstwerk

Seit 2001, dem Jahr in dem Douglas Adams viel zu früh gestorben ist, hat seine Fan-Gemeinde begonnen, jedes Jahr am 25. Mai, den sogenannten Towel Day zu begehen. An diesem Tag tragen die eingefleischten Anhänger Adams’ ein Handtuch bei sich, welches sie auch mehr oder weniger prominent zur Schau stellen.

Die wirkliche Bedeutung eines Handtuchs wurde von Douglas Adams erstmals 1978 in seinem Hörspiel The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy herausgestellt. Diese Hörspielserie war übrigens meine erste, die ich nicht nur regelmäßig verfolgte, sondern zudem auch mit dem Kassettenrekorder aufzeichnete; ein Zeitvertreib, der der heutigen Jugend wohl gänzlich fremd ist.

Der überraschende Tod von Adams verdrängte dann bei mir auch die Erinnerung an 2001: A Space Odyssey, einem Film von Stanley Kubrick, der bereits 1968 erschienen war, und dessen „Jubiläum“ wir 2001 eigentlich mit Freunden zusammen „feiern“ wollten; so wie wir es bereits zuvor 1984 mit dem Buch von George Orwell taten, welches übrigens 1949 herauskam.

Kurz darauf ging dann auch eine eigene Towel Day Website online, welche mit ihrem damals innovativen Count Down sicherstellte, dass man weder den kommenden Towel Day verpasste, noch Douglas Adams‘ Geschichte in Vergessenheit geriet.

So war es dann auch immer wieder schön mit anzusehen, wenn Kameraden oder andere Menschen, von denen man das wohl nie so richtig erwartet hätte, am 25. Mai und dies auch im größten Trubel mit einem Handtuch erschienen.

Zwischenzeitlich war die Towel Day Website zwar aus dem World Wide Web verschwunden, ist aber heute wieder in einer etwas anderen Form aufgetaucht, und ich hoffe, dass sie nunmehr online bleiben wird.

Mancher wird sich vielleicht jetzt fragen, warum man um ein gewöhnliches Handtuch solch einen Aufwand betreiben kann?

Hierbei empfehle ich ganz einfach nur die Lektüre des Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, denn danach sollte diese Frage geklärt sein.

Und wer jetzt noch wissen möchte, warum ich persönlich so an diesem Tag des Handtuchs hänge, dem kann ich versichern, dass dies gänzlich mit meinem eigenen Berufsleben zusammenhängt.

Denn bereits Anfang der 1990er-Jahre machten mich französische Kameraden auf die zwingende Notwendigkeit eines Handtuchs, welches durchaus auch die Größe eines Fußabtreters einnehmen kann, für jeden aktiven Soldaten aufmerksam.

In den Folgejahren bewährte sich mein Handtuch, wobei ich es zu meinem Leidwesen deshalb auch öfters auswechseln musste. Und dies führte wiederum dazu, dass ich auch jüngeren Kameraden beständig die Notwendigkeit und Bedeutung eines Handtuchs ans Herz legte.

Deswegen freue ich mich noch heute, wenn Menschen am 25. Mai mit einem Handtuch durch die Gegend laufen und wünsche jedem dabei, dass sein Handtuch nie wirklich zum Einsatz kommen muss.

„He felt that his whole life was some kind of dream and he sometimes wondered whose it was and whether they were enjoying it.“

Douglas Adams, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy