Blitz

Faulenzeritis 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Jeder kennt sie, die Faulenzeritis. Bis heute ist sie allerdings nicht als Krankheit anerkannt. Auch möchte wohl kaum jemand diese Diagnose selbst erhalten.

Und so bleiben wir weiterhin sehr erfinderisch, um neue Krankheiten zu erfinden, die die Faulenzeritis endlich für alle salonfähig machen.

Vielleicht sollten wir einen ganz anderen Weg gehen und die Faulheit zum „emotionalen Fleiß“ umdefinieren. Bei der Intelligenz hat es bereits ganz gut geklappt.

Dann können die Ärzte alle Faulpelze regelmäßig mit der Begründung eines Anfalls von emotionalem Fleiß einfach so von der Arbeit befreien.

Und die „Spitzenfleißigen“ gleich nach der Grundschule in die Leistungsrente schicken.

Wir sparen dabei auf alle Fälle Millionen Euro an Forschungsgeldern sowie ganze Legionen an Beamten und Verwaltungsmitarbeitern.


Schnappschuss

Freiwillig 5 (6)

Beitragsfoto: Kissen

Heute ein Gesprächsthema mit Detlef Stern. Manche Menschen machen Dinge einfach für andere nur so und dies ohne jegliche Bezahlung oder einer anderen Form der Entlohnung.

In solchen Fällen spricht man von Freiwilligendiensten, Freiwilligenarbeit oder einfach nur vom unentgeltlichen Erbringen gemeinnütziger Arbeit.

Inzwischen dürfte es weitgehend Usus sein, dass die Freiwilligen doch eine kleine Entschädigung erhalten, ganz nach dem Motto „Geld regiert die Welt“. In meinem Fall bekam ich schon vor gut 40 Jahren als Rettungsschwimmer eine Aufwandsentschädigung, die ich als Schüler dem Verein spendete — was aus dieser „Spende“ auch immer wurde. Später dann habe ich diese Aufwandsentschädigung in die Stammtische der Rettungsschwimmer reinvestiert, dann wusste ich genau wohin meine Spende fliest.

Als Lesepate gab es einen kostenfreien Ausweis für die Stadtbibliothek, den ich allerdings nicht nutzte. Und bei meseno bekommen die Freiwilligen Gutscheine, die ich dann gerne weiter verschenke. Alle anderen Freiwilligendienste, ob in weiteren Vereinen, Parteien, Organisationen, Verbänden oder einmal sogar in einem Waldorfkindergarten, waren ganz ohne Entlohnung, was auch gut so war und weiterhin ist!

Denn der Kern des Freiwilligendienstes ist und bleibt das entlohnungslose Erbringen gemeinnütziger Arbeit. Sobald man anfängt an diesem Grundsatz zu rütteln, sollte man sich die Frage stellen, ob es nicht doch besser wäre, das Ganze zu professionalisieren.

Insbesondere in Zeiten, wo die echte Arbeit immer mehr von Automaten, Maschinen, Robotern oder gar von künstlicher Intelligenz erbracht wird und in Folge davon immer mehr Menschen nicht mehr wissen, was sie mit ihrer Zeit überhaupt anfangen sollen — auf die Idee freiwillig und unentgeltlich zu arbeiten kommen diese Menschen nie und nimmer.

Eine weitere Form von freiwilliger Arbeit ist das Ehrenamt. Dieses unterscheidet sich allerdings vom Freiwilligendienst fundamental, denn der Ehrenamtler wird durch die Ehre entlohnt, dieses Amt überhaupt ausüben zu dürfen!

Das Ehrenamt hebt diese Freiwilligen aus der Masse der anderen freiwillig Dienenden etwas empor. Ein weiterer Aspekt ist es dabei, dass die meisten Ehrenamtler in ihre Tätigkeiten gewählt werden. Damit ist das Ehrenamt eine etwas herausgehobenere Version der Freiwilligenarbeit.

In meinem Falle der Ehrenämter, von denen ich seit 50 Jahren sehr viele bereits begleitete und heute noch begleite, gibt es dafür außer der Ehre diese begleiten zu dürfen keine weitere Entlohnung. Ganz im Gegenteil, meist ist es eine Form von einem sehr teuren Hobby, das man sich einfach leisten möchte.

Inzwischen aber werden sehr viele dieser Ehrenämter dank der Berufspolitik missbraucht, alleine dadurch, dass es bei uns möglich ist, dass Ehrenämtler nicht nur von ihrem Ehrenamt leben können, sondern sich damit auch noch dumm und dämlich verdienen.

Das Ganze nimmt bei uns inzwischen mehr als Orwellsche Züge an! Und ist zudem eine permanente Beleidigung und Verhöhnung aller weiterhin unentgeltlich ehrenamtlich Tätigen!

So ist es längst an der Zeit, dass man das Ehrenamt von der Berufspolitik befreit und letztere als das bezeichnet, was sie tatsächlich sind: Söldner unserer Demokratie oder gerne auch Spesendemokraten.

Bei den etwas erfolgreicheren Sportvereinen ist dies längst geschehen, da sind die Präsidenten zu Vorstandsvorsitzenden mit Aktienoptionen mutiert.

So genau nimmt man es bei uns aber schon lange nicht mehr, ganz besonders in der großen Politik. Unsere Berufspolitiker bestreiten ihr gesamtes Leben mit Ehrenämtern und lassen sich dies zum Schluss auch noch „patentieren“, indem selbst der abgewählteste Politiker sich noch ein „a. D.“ hinter die verlorengegangene Verdienstmöglichkeit setzt.

Dies alles hat für uns alle sehr gravierende Auswirkungen, denn unsere Jugend ist nicht so dumm und blauäugig wie es manche Spesendemokraten gerne hätten. Die Jugend sieht ganz genau, was da vor sich geht und zieht die Konsequenzen.

Wohl angewidert finden sich immer weniger junge Menschen, die in Ehrenämter oder Freiwilligendienste streben, da sie nicht mehr wissen können, auf was sie sich da überhaupt einlassen!

Welcher gute Mensch, der gerne für die Allgemeinheit unentgeltlich tätig sein möchte, will kurz darauf als schnöder Söldner gebrandmarkt sein?

Es wäre wirklich an der Zeit, dass wir alle wieder zur Besinnung kommen und damit aufhören, um ein völlig ominöses goldenes Kalb zu tanzen. Wir sind es zumindest unserer Jugend schuldig!

„Die Demokratie aber als Gesinnungskraft und Lebensform lebt aus dem Ehrenamt. … Aber der besoldete ‚Funktionär‘ wird zur Maschine des Macht- und Interessenkampfes, wenn seine Arbeit nicht getragen wird von den vielen Freiwilligkeiten. Denn sie sind die Heimat und der Nährboden eines demokratischen Lebensstils, nicht die Büros, in denen man Befehle oder Anweisungen entwirft oder empfängt oder weitergibt.”

Theodor Heuss, Rede „Formkräfte einer politischen Stilbildung“ (2.5.1952), in „Die großen Reden. Der Staatsmann“ (1965: 222)

Blitz

Almosen 5 (1)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Aktuell machen sogenannte soziale Parteien wieder für sich Werbung, indem sie Almosen, Sozialleistungen, Subventionen, Bürgergeld und andere Transferzahlungen versprechen.

Wer aufmerksam liest, stellt dabei fest, dass sie dabei nie die Armen und Hilflosen adressieren, sondern einzig und alleine ihr vermeintlich eigenes Klientel.

Ich kenne eigentlich keine Armen oder Hilflosen, die sogleich Transferzahlungen möchten. Die meisten, selbst jene, die tatsächlich nicht arbeiten können, hätten gerne eine für sie passende, wenn nicht gar eine Wunscharbeit, mit der sie in der Lage sind, ihr eigenes Leben finanzieren zu können.

Und erst dann, wenn sie durch diese oder gleich mehrere Arbeiten nicht über die Runden kommen, eine Unterstützung von ihrem Staat. Das hat in den meisten Fällen etwas mit Selbstwertgefühl zu tun und der Tatsache, dass sich die allermeisten Menschen nach Jahrhunderte langer Indoktrination einzig und alleine über ihre Arbeit definieren.

Die vermeintlich sozialen Parteien und Hilfsorganisationen hingegen definieren sich über ein möglichst schönes Leben, was an sich nicht falsch ist, aber dieses dann noch von möglichst anderen finanziert und propagieren für sich und ihr Klientel eine Transferzahlung nach der anderen, die ihnen selbst das Leben an sich vereinfachen soll — Bürgergeld als nettes Add-on für Künstler, etwas so wie für den gut situierten Mittelstand die Kilometerpauschale oder die Mütterrente.

Besser wäre es, wir schaffen mit all dem Geld Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten, sodass jeder, der gerne möchte, sich auch selber versorgen kann –> Selbstwertgefühl!

Und jene wenigen Menschen, die dies dann doch nicht können, aus Gründen auch immer, für die müssen dann Almosen (Kirchen & Oligarchen) oder Transferzahlungen (Staat) aufgebracht werden, als ultima ratio sozusagen –> Soziale Marktwirtschaft.