Meistersinger

16.2.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Stuttgarter Staatsoper

Nuklearwaffen

Jetzt kommen die feuchten Träumer auch noch mit Konrad Adenauer um die Ecke. Hätte dieser damals schon gewusst, was wir heute über Nuklearwaffen wissen, wäre er sicherlich kein Freund einer atomaren Aufrüstung Deutschlands gewesen. Denn er war nicht nur gebildet und politisch informiert, sondern er konnte auch rechnen.

Heute geht es aber längst nicht mehr um große Politik oder gar um unser Land, sondern nur noch darum, wo und wie kann man sich am besten selbst bereichern. Und mit einer atomaren Aufrüstung verlassen wird den Bereich von Hunderten von Milliarden Euro und reden künftig gleich über Billionen. Damit werden viele Entscheidungsträger schon alleine von den Rundungsfehlern unsagbar reich und unsere systemrelevanten Personen dürfen darauf hoffen, einen Elon Musk und andere nunmehr weit hinter sich lassen zu können.

Aber mit Sicherheit bekommt man den deutschen Michl immer! Das ist das Zauberwort, um uns auch noch den allerletzten Cent aus der Tasche zu ziehen.

Vermischtes

Zur Entspannung gleich heute Morgen eine Fahrt mit dem meseno-Bus. Und so langsam trödeln auch die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ein. Neben dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hat nun auch die Ökologische Partei Deutschland einen Informationsstand angemeldet.

Für mich war es gestern neu zu erfahren, dass die Stuttgarter Staatsoper auch größenmäßig mit an der Weltspitze steht. Was nun auch erklären könnte, warum die Sanierung dieses Dreispartenhauses so teuer werden wird. Wer mit an der Weltspitze dabei sein möchte, der muss sich dies auch etwas kosten lassen wollen.

Horst Schulte möchte heute in einem Blog-Beitrag die Kindheit zurückerobern. Das mit den Verboten ist so eine ganz eigene Sache. Auch die vielen E-Scooter sind den Kindern verboten, wobei man zugucken kann, wie diese von den Eltern für ihre Kinder freigeschaltet werden. Ich befürchte, dass gerade Verbote nicht die Zielgruppe erreicht, die man damit erreichen müsste. Und das dürfte schon immer so gewesen sein, sonst gäbe es schon lange keine Verbrechen mehr

Zudem steht zu befürchten, dass solch ein Verbot wieder einmal nur dazu genutzt werden soll, um uns Menschen insgesamt zu entmündigen und zu kontrollieren. Wer es also mit einem Verbot ernst meint, der soll nicht alle gängeln wollen, sondern einfach nur jene drakonisch bestrafen, die man erwischt!

Jede Wette, es wird darauf hinauslaufen, dass man uns alle fürchterlich gängelt und die ertappten „Verbrecher“ dann beschützt und betütelt, weil sie doch nichts für ihre Taten können und die Gesellschaft dafür verantwortlich sei.

Derweil schreibt Peter Addor heute über „Systemdenken“ und wer seine Beiträge kennt, der weiß, dass man darauf sehr lange herumdenken können wird.

Magnus Carlsen hat nun auch den zumindest bisher letzten Meistertitel im Schach gewonnen, nämlich die Freestyle-Schach-WM. Ich habe mir vor Kurzem einmal das Freestyle-Schach angeschaut und kam zu der Erkenntnis, dass ich das traditionelle Schach zu wenig beherrsche, um mich nun auch noch in solchen Gefilden zu verlieren.

Meistersinger

Gestern öffneten sich die Türen des größten Dreispartenhauses der Welt um 15.00 Uhr. Kurz nach 22.00 Uhr verließen meine bessere Hälfte und ich die Staatsoper Stuttgart, um in einem Schneegestöber nach Hause zu fahren.

Dazwischen drehte sich alles um Richard Wagner, genauer um die Meistersinger von Nürnberg. In einer der Pausen trafen wir auf einen Bekannten, der aufgrund einer Meistersingeraufführung hier im Haus in den 1970er-Jahren zu Wagner fand. Was mich dann doch etwas erstaunte. Für mich war bis in die 1980er-Jahre hinein alles von Richard Wagner und ganz besonders seine Fangemeinde ein Fall für Sigmund Freud. Den Ritt der Walküren verbuchte ich unter „ein blindes Huhn …“.

Gegen Ende der 1980er-Jahre traf ich in einem BSA Camp im Rust Belt auf einen waschechten Wagnerianer, was mir einen ganz anderen Blick auf Wagners Musik eröffnete. Es sind die gewaltigen Untiefen seiner Musik sowie die unendlich langen Zwischentöne, die mit der Zeit den geneigten Hörer für diese Art der Musik begeistern können, vorausgesetzt, diese Hörer verfügen über ausreichend Leidensfähigkeit.

Inhaltlich dürften die Meistersinger sicherlich nicht zu Wagners tiefsinnigeren Werken gehören, wohl deshalb hat er sie auch als komische Oper geplant. Ganz Verkaufsgenie schrieb er die Meistersinger sicherlich für eine Kundschaft, die schon damals völlig aus der Zeit gefallen gewesen sein dürfte — von Friedrich Schiller oder gar einer Emilia Galotti haben diese Menschen sicherlich nichts gehört. Zur Entschuldigung, Effi Briest wurde erst später geboren. Und das Ganze verknüpfte er dazu noch mit einer Deutschtümelei, für die er noch heute gerne zur Verantwortung gezogen wird.

Nicht nur aufgrund seiner Länge, sondern auch, weil man sehr viel Personal benötigt, gibt es wenig Gelegenheiten, um sich die Meistersinger einmal selbst anzuschauen. Es sei denn, man pilgert regelmäßig nach Bayreuth — ich kenne Menschen, die tun dies alleine aufgrund ihres musikalischen Geschmacks.

Und so war es wieder einmal an der Zeit, dass die Stuttgarter Staatsoper sich diesem Thema annimmt, ganz besonders weil große Opernhäuser schon längst damit begonnen haben, um auch alte Opern zu entstauben und in die heutige Zeit zu versetzen. Die Meistersinger von Nürnberg, welche besonders im Dritten Reich stark missbraucht wurden, stellen dabei sicherlich eine sehr große Herausforderung dar.

Und das verführte mich dazu, mir diese Oper noch einmal in Gänze zu geben. Elisabeth Stöppler verantwortet diese Inszenierung und sie hat ihren Job sehr gut gemacht! Highlight sicherlich das Einspielen der Todesfuge von Paul Celan gleich zu Beginn des dritten Akts. Gleich gefolgt von den filigranen Vogelköpfen, die den inhaltlichen Murks des Stücks gut konterkarieren. Auch gut, mir aber noch viel zu wenig und zu vorsichtig, wie sich Elisabeth Stöppler dem Geschlechterthema der Oper zuwandte — nett der Heiratsantrag von Lene an David.

Noch heute dürfte der Schluss des Stücks der schwierigste Part sein und ich werde es wohl auch zukünftig nicht erleben, dass man den ganz einfach und ganz bewusst weglässt oder völlig neu gestaltet.

Wie gestern gezeigt, man kann die politische Aussage des Stücks, besonders nach den Erfahrungen aus dem Dritten Reich, ins rechte Licht setzen und dem Musikliebhaber damit wieder die Musik zurückgeben.

Was aber nicht und gerade in der heutigen Zeit die eigentliche Ursache des Problems anpackt, nämlich warum auch noch heute Menschen wie vermutlich damals auch Richard Wagner und ganz aktuell ein Donald Trump mit einem völlig verschrobenen Menschenbild auf ihre Mitbürger losgelassen werden — da reicht ein Heiratsantrag nicht aus!

Ich habe das Stück immer noch nicht verarbeitet und sicherlich auch viel verpasst; meine Liebe zu Wagners Musik ist bei weitem aber nicht groß genug, dass ich mir diese Inszenierung nochmals anschaue, was diese dank dem tollen Engagement von Sängern und Musikern sicherlich mehr als verdient hätte! Und ob ich noch jung genug bin, dass ich mir später wieder einmal die Meistersinger antue, wage ich schon heute zu bezweifeln.

Deshalb gucke ich mir bei Gelegenheit die hier verlinkte Besprechung des Stücks einmal etwas genauer an.


Konzert

Musikvideo der Woche 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Das James-Webb-Weltraumteleskop hat bereits am 14. März 2025 eine Supernova-Explosion beobachtet, die sich 730 Millionen Jahre nach dem Urknall ereignet hat und nun nach den Auswertungen einen neuen Rekord aufstellt. Das Licht war wohl mehr als 13 Milliarden Jahre lang zu uns unterwegs, wobei Quanten wohl außerhalb der Raumzeit existieren und ihnen somit in dieser Zeit kaum langweilig geworden ist. Grund für diese Beobachtung dürfte ein Gammablitz eines explodierenden Sterns mit mindestens 30- bis 50-facher Sonnenmasse gewesen sein.

So langsam bringe ich mich nun aber fürs Tanzbeinschwingen und den späteren Opernballabend in Stimmung. Meine zufällige Wahl — ich würfle (noch) nicht — fiel dabei auf Elton John, der schon seit den 1960er-Jahren musikalisch unterwegs ist und damit den meisten von uns immer wieder einmal über den Weg gelaufen sein müsste.

Bereits im April 1972 schrieb er mit „Rocket Man“ Musikgeschichte und lieferte hinfort und regelmäßig weitere Welthits: „And I’m gonna be high as a kite by then“ …

Der Song „Rocket Man“ befindet sich übrigens auf der Langspielplatte „Honky Château“ aus dem gleichen Jahr.

Mit dem „Lied Don’t Go Breaking My Heart“ zusammen mit Kiki Dee rockte er ab 1976 auch die kleineren Discotheken der Stadt.

Zum Schluss dann gleich noch ein Song aus dem Album „Too Low for Zero“ (1983): „I’m Still Standing“

Dieses Lied war bereits zum Jahreswechsel das Leitmotiv meiner schlimmsten 180 Tage, die ich bis heute durchleben durfte — und bewies uns allen, die damals mit daran beteiligt waren, dass, was nicht tötet, das härtet ab.

So dürfte ich sicherlich ganz entspannt auch durch den diesjährigen Opernballabend kommen. Und gleich morgen werde ich die Noten der letzten Klausur veröffentlichen; der Mittelwert der Leistungen mit numerischer Bewertung liegt bei 3,88. Einen „Rocketeer“ gab es allerdings und damit weiter Hoffnung, dass es doch noch echte Studenten im Fachbereich gibt.

„I miss the Earth so much, I miss my wife
It’s lonely out in space
On such a timeless flight …
And I think it’s gonna be a long, long time“

Elton John, Rocket MAn (1972)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Mit der Platte „Records“ (1982), eine Sammlung von Foreigner Songs, wurde ich sofort zu einem Fan. Ich hörte diese Platte über Wochen hinweg hoch und runter — zum Verdruss des einen oder anderen Freundes.

Die Band gründete sich 1976 in New York und bereits im März 1977 erschien ihr Debutalbum Foreigner. Auf dieser Platte befinden sich gleich zwei Lieder, die noch heute zu hören sind: „Cold as Ice“ und „Feels Like the First Time “.

Mit dem Folgealbum „Double Vision“ (1978) zeigte die Gruppe, dass sie keine Eintagsfliege ist, wobei ich zu dieser Zeit noch ganz andere Gruppen favorisierte. Ab dem besagten Sampler aus 1982 hörte ich diese Gruppe dann regelmäßig und dies bis zum Ende der 1980er-Jahre. Mit der Platte „Inside Information“ (1987) war für mich diese Gruppe dann aber wieder Geschichte.

Wenn ich heute noch durch meine Plattensammlung stöbere, lege ich eigentlich nur noch ab und zu meine erste Platte dieser Gruppe auf und schwelge dabei etwas in Erinnerungen.

Und wer sich jetzt fragt, wo dieser Song „I Want to Know What Love Is“ zu finden ist? Ganz einfach, auf dem Album „Agent Provocateur“ von 1984. Dieses Lied begleitete mich auf der einen oder anderen Nachtfahrt, so lange bis die entsprechende Musikkassette endgültig ihren Geist aufgegeben hatte.