Konzert

Musikvideo der Woche 5 (2)

Beitragsfoto:  Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Die 1980er-Jahre waren gestern, heute sind die 1970er-Jahre wieder angesagt — zumindest bei mir. Auch wenn ich damit den einen oder anderen Musikliebhaber etwas irritieren sollte.

KC & The Sunshine Band blieben mir ganz besonders mit ihrem Song „That’s the Way (I like it)“ in guter Erinnerung. Es gab wohl in den 1970ern keinen Diskothekenbesuch, ohne dass man sich zumindest einmal dazu auf der Tanzfläche bewegte.

Der Song wurde zwischen 1974 und 1975 aufgenommen und befindet sich auf dem zweiten Album der Band, das übrigens einfach nur den Bandnamen trägt. Der Song stürmte damals sofort die Charts — wohl weil er einfach zu verstehen ist — und kam nach ca. einem Monat wieder dorthin zurück, nämlich als der Hype um „Fly, Robin, Fly“ von Silver Convention wieder verklungen war.

Der Name der Band ist ebenfalls sehr einfach erklärt: „KC“ steht für Casey, dem Nachnamen des Sängers Harry Wayne Casey, und der Rest stammt von dessen Heimatstaat Florida, dem Sunshine State.

Ich glaube, uns täte es ganz gut, wenn wir allesamt wieder etwas mehr aus den 1970er mit in unseren Alltag nehmen.

Darauf gleich noch den Hustle von Van McCoy und den Soul City Symphon ebenfalls aus dem Jahr 1975. Der Song ist übrigens nach dem gleichnamigen Tanz benannt.

Ok, ok, wenn wir schon in den 1970er-Jahren sind, lassen wir fünf gerade sein und es gibt dann doch noch die Silver Convention mit hinzu.

Michael Kunze gründete diese Girlgroup 1974 in München. Neben „Save me“ hatten sie noch „Get Up and Boogie“ im Repertoire. 1979 war dann wieder Schluss — gerade zu Beginn der allseits noch bekannten geistig-moralischen Wende. Detlef Stern würde wohl sagen: „Nur Korrelation, keine Kausalität.“


Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 5 (7)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Heute ist Totensonntag und die Kirchenglocken sind längst verklungen. Eigentlich wollte ich mir heute eine kleine Auszeit gönnen und Kraft für die restlichen Wochen des Jahres schöpfen. Vielleicht nur kurz einmal über das letzte Protokoll einer Sitzung schauen, einen Beitrag über eine Veranstaltung schreiben und den Tag beim Tanzen ausklingen zu lassen.

Auch weiß ich, dass Detlef Stern großes Verständnis dafür hat, dass ich unser letztes sehr nettes Gespräch und auch über dessen Ergebnis nicht schreibe, denn u. a. hatten wir über das Kürzertreten gesprochen. Dann aber sitze ich so gemütlich am Tisch, erfreue mich an den Leckereien, die meine bessere Hälfe aufgetischt hat, und schon strömen die unterschiedlichsten Wortfetzen bei mir zusammen, die mir seit Freitag zu Gehör kamen. „Blauäugigkeit“ (Thomas Zimmermann), „tendenziös“ (Thomas Randecker), „grundsätzlich“ (Rainer Hinderer), „gemeinsam“ (Herbert Burkhardt) und „Lore-Ley“ (Hans Müller).

Wie schon geschrieben, die Kirchenglocken sind schon längst verklungen und wir haben allesamt wirklich riesige, gar weltbewegende und alleine kaum lösbare Probleme auf dem Tisch liegen, darunter eine paar waschechte Kriege, eine unvergleichbare Umweltkatastrophe — wenn man die Dinosaurier einmal außen vor lässt — und daraus resultierende gesamtwirtschaftliche Herausforderungen, welche die eigenen persönlichen Probleme und Herausforderungen wie auch die aus dem nächsten Umfeld klein erscheinen lassen müssten. Aber es sind gerade diese kleinen lokalen und uns persönlich betreffenden Probleme, die uns tatsächlich bewegen. Und so lange wie wir uns weiterhin mit Schuldenbergen, Raubbau und gegenseitigen Schuldzuweisungen aushelfen können, werden die wirklichen lebensbedrohlichen Probleme einfach ausgeblendet.

Ich konnte das noch nie — einer meiner größeren Fehler — und wollte deshalb einfach nur eine kleine Auszeit von meinen (lokalen) Problemchen nehmen. Unsere drei großen und miteinander verwandten Religionen helfen dabei schon lange nicht mehr, ganz im Gegenteil, anstatt in diesen Zeiten alle an einem Strang zu ziehen und ihre wenigen tatsächlich existierenden Gläubigen für ihre gemeinsame Sache unter einen Hut zu bringen, schüren sie allesamt — hier lasse ich das Judentum in Deutschland aber außen vor, da dieses leider bei uns kaum bis keine Bedeutung mehr hat — das Feuer. Und seit diesem Freitag schürt die Heilbronner Stimme wieder heftig mit.

Ich befürchte, dass, wenn Rabbiner, Priester, Pfarrer und Imame in diesen wirklich schlimmen Zeiten nicht unisono zumindest hier bei uns auf lokaler Ebene zusammenstehen und ihre noch vorhandenen Schäfchen zusammenführen, um einen zumindest temporären Burgfrieden einzuklagen, dann benötigen wir diese allesamt nicht mehr. In Tagen, wo wirklich alles bei uns schiefzulaufen scheint, streiten wir uns jetzt dieses Wochenende wieder einmal über den Neubau einer Moschee. Und ich kann froh sein, dass unsere jüdischen Mitbürger nicht auf eine Synagoge bestehen — Heilbronn würde vermutlich brennen!

Religionen könnten die Welt tatsächlich etwas besser machen — viele ihrer offiziellen Vertreter machen das Gegenteil. Demokratie würde die Welt verbessern — viele ihrer offiziellen Vertreter machen das Gegenteil. Wir Menschen könnten ein Paradies auf Erden schaffen — viele von uns machen das Gegenteil!

Und so hämmern mir die Worte Heinrich Heines durch den Kopf „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ — Hans Müller kam darauf, bereits vor Tagen zu sprechen. Heinrich Heine schuf 1824 das Gedicht von der „Lore-Ley“, welches ein zentrales Motiv der Romantik, das Vanitas-Motiv, behandelt. Der Vanitas-Gedanke stammt aus dem Alten Testament, hatte seinen Höhepunkt sicherlich im Barock, aber dennoch auch heute seine Gültigkeit: hinter der Maske der Schönheit (auch bei uns in Heilbronn) lauert der Tod.

Friedrich Silcher vertonte das Heinrich-Heine-Gedicht bereits 1837 und machte es damit sehr schnell allgemein bekannt. Wie Hans Müller schrieb, selbst die Nationalsozialisten konnten es nicht mehr aus der Welt schaffen.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
Daß ich so traurig bin; 
Ein Märchen aus alten Zeiten, 
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt, 
Und ruhig fließt der Rhein; 
Der Gipfel des Berges funkelt 
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet 
Dort oben wunderbar; 
Ihr goldnes Geschmeide blitzet, 
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme 
Und singt ein Lied dabei; 
Das hat eine wundersame, 
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe 
Ergreift es mit wildem Weh; 
Er schaut nicht die Felsenriffe, 
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen 
Am Ende Schiffer und Kahn; 
Und das hat mit ihrem Singen 
Die Lore-Ley getan.

Heinrich Heine, Buch der Lieder (1827)

Weltkarte

20.11.02023 5 (6)

Beitragsfoto: Weltkarte | © Pixabay

Answers

So richtig Herbststimmung kommt beim neuesten Video von Sebastian Schaffer auf. Wenn man seinen Liedern richtig gut lauschen möchte, dann empfehle ich den Kauf der Platte „Collections“. Diese beinhaltet insgesamt neun eigenkomponierte Songs und ist z. B. über Apple Music zu erhalten. Answers ist das neunte Lied der Platte.

Weltspiegel

Eigentlich eine ganz gute Sendung und dies bereits seit Jahren. Wenn ich etwas daran auszusetzen habe, dann, dass auch die Weltspiegelredaktion für meinen Geschmack übertrieben staatstreu ist, zumindest aber sehr gerne dem vermeintlichen Mainstream frönt.

Gestern war das Thema Afrika und seine Menschen besonders dominant, ich finde aktuell auch eine wichtige und richtige Entscheidung. Aber, da man gerade im ÖRR so gerne „gendert“ und auch das Wort Neger zu einem „Unwort“ erklärte, war es dann doch belustigend, als das Wort Neger in seiner ursprünglichen und ganz normalen Verwendung im brasilianischen Beitrag so prominent auftauchte; niger, nigra, nigrum heißt nicht nur auf Latein schwarz.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob dieser Weltspiegelbeitrag demnächst nun aus der Mediathek genommen wird oder ob sich gar das Moderatoren-Team dafür öffentlich geißelt? Besser nicht, sonst kommt noch eine Regierungsvertreterin auf die Idee, die diplomatischen Beziehung zu Brasilien abzubrechen.

Es könnte aber auch sein, dass so langsam aber sicher wieder etwas mehr Entspannung beim ÖRR einzieht. Und vielleicht trauen sich bald sogar die ersten Redakteure etwas regierungs- und selbstkritischer zu werden — unserem ÖRR würde dies insgesamt sicherlich gut tun!

Pharisäertreffen

Gestern fand wieder das alljährliche Pharisäertreffen — umgangssprachlich als Volkstrauertag bezeichnet — statt. Beruflich bedingt, musste ich sehr oft — viel zu oft — an diesen bei uns routinemäßig veranstalteten Gedenkfeiern teilnehmen.

Anfangs, als noch Verwandte und Kameraden von ihm Krieg Gefallenen daran teilnahmen, konnte ich dem Frieren noch etwas Positives abgewinnen, später dann, wenn ich als Pendler teilweise gut zwei Stunden einfache Strecke unterwegs war, nur um wieder einmal für ein paar Heuchler ein gutes Pressefoto abzugeben, fragte ich mich schon, ob solch ein Trauertag überhaupt noch wirklich Sinn macht.

Nicht nur ein Donald Trump ist fest davon überzeugt, dass „gefallene Soldaten die größten Loser aller Zeiten“ sind, sondern auch viele unserer eigenen Volksvertreter sind dieser Auffassung und unternehmen seit Jahren wirklich alles, um nicht nur die Bundeswehr in Gänze abzuwracken, sondern auch, um aus dem Volkstrauertag nur noch eine billige Kulisse und dies für alles andere außer für unsere gefallenen Soldaten zu machen; wie beschrieben dienen die lebenden Soldaten — mit wenigen Ausnahmen — nur noch als billige Staffage, damit sich Wehrdienstverweigerer und Drückeberger in ein besseres Licht setzen können.

Und so muss man schon froh sein, wenn dieses Mal wenigsten kein Heilbronner Stadtrat einem Nazi-Helden gedacht hat — zumindest aber blieb mir die Kenntnisnahme erspart.