Binnenschiff auf dem Neckar

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Beitragsfoto: Binnenschiff auf dem Neckar | © Shutterstock

Berichterstattung

Wenn es etwas Erfreuliches gibt, dann berichte ich auch sehr gerne darüber. Vor ein paar Tagen hat Petra Müller-Kromer, Journalistin bei der Heilbronner Stimme, bei mir angerufen und mich zu der jüngsten Entscheidung der EUROPA-UNION Heilbronn, welche die künftige Zusammenarbeit mit den Heilbronner Partnerstädten betrifft, befragt. Aus meinem Bekanntenkreis erfuhr ich, dass Petra Müller-Kromer schon etwas länger zu diesem Thema recherchierte und dabei auch weitere Vereinsvorsitzende und andere Personen befragte. Es ist immer wieder sehr erfreulich, wenn man mitbekommt, wie Journalisten ihre Arbeit machen. Vor allem da ich weiß, dass, wenn man es richtig macht, dies eine sehr zeitaufwendige Arbeit ist, deren Produkte zudem und dies nicht selten kaum den verdienten Platz in den entsprechenden Medien erhalten.

Und so war ich gestern dann auch sehr positiv überrascht, dass die Recherche von Petra Müller-Kromer Früchte getragen hat, und wir Heilbronner einen gelungenen Zeitungsartikel in der Heilbronner Stimme (29.11.2022: 25) lesen konnten; und schon alleine der Titel „Europa-Union will für Schwung sorgen“ das Erfreulichste ist, das ich in letzter Zeit in der lokalen Zeitung lesen konnte.

Und die EUROPA-UNION macht gleich Nägel mit Köpfen und so wird Thomas Heiligenmann am Freitag, 20. Januar 2023 einen Vortrag über unsere Partnerstadt Béziers halten. Im Anschluss werden wir dann darüber sprechen, wie wir die Bürger Béziers am besten über unsere neue Idee informieren und vielleicht auch dafür begeistern können.

Neckarschleusen

Wer glaubte, dass nach all den aktuellen Verlautbarungen unserer Abgeordneten, die sich nach eigenen Angaben seit Jahrzehnten unermüdlich aber stets vergeblich für die Reparatur der Frankenbahn, für den Ausbau der Bundesautobahn 6, oder gar für die Erweiterung und Sanierung der Neckarschleusen einsetzen, nun erste Erfolge einstellen, der muss heute nur den Artikel von Alexander Hettich in der Heilbronner Stimme (30.11.2022: 21) mit dem Titel „Bewegung im Streit um Neckarschleusen“ lesen. Denn unsere Stadt-Prominenz hat gemeinsam ein paar nette Tage in Berlin verbracht, was den OB zur folgenden Erkenntnis brachte: „Wenn sinnvolle Alternativen präsentiert werden, sei auch eine Lösung ohne Verlängerung der Schleusen denkbar.

So können wir nun davon ausgehen, dass die Neckarschleusen weiter zerfallen, die BAB 6 erst in 30 bis 40 Jahren dreispurig sein wird und die Kriegsschäden bei der Frankenbahn auch nach über 100 Jahren nicht behoben sein werden.

Dafür, wenn man unserer Heilbronner Prominenz Glauben schenken darf, wird das Kleist-Archiv Sempdner der Stadt Heilbronn das beste Kleist-Archiv der Welt werden, gleich nach dem in unserer Partnerstadt Frankfurt a. O. und ganz besonders noch vor dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach. Und sollte uns Heilbronnern das nicht ausreichen, bekommen wir noch einen weiteren Weinausschank oben drauf mit hinzu.

Denn Eines wissen unsere Berufspolitiker, nämlich wie man Wahlen gewinnt.

Putinflüsterer

Heute durfte ich das Folgende in der Heilbronner Stadtzeitung lesen:

„Schon lange sind russische Gasexporte nach Deutschland den USA ein Dorn im Auge; schon lange mischen sie sich unanständig in unsere Energiepolitik ein und sanktionieren deutsche Firmen. Jetzt wurde die Nordstream-Pipeline gesprengt. … Will jemand verhindern, dass wir zu russischem Gas zurückkehren?“

Wolf Teilacker, Bündnis90/Die Grünen (Heilbronner Stadtzeitung, 30.11.2022: 2)

Und ich dachte bisher, dass man die Äußerungen unsere rechtsextremen Stadträte nicht mehr unterbieten kann, so aber muss ich wohl annehmen, dass es auch noch andere Stadträte gibt, die wirklich alles unterstützen, was nur annähernd gegen die USA und damit auch gegen deren Werte geht — viele vergessen ganz dabei, dass dies die Werte der westlichen Welt, also auch unsere sind, und wir damit seit über 70 Jahren ganz gut leben.

Und nein, die USA oder die NATO haben die Pipeline nicht gesprengt! So wie die NATO auch kein niederländisches Verkehrsflugzeug abgeschossen und dabei 298 Unionsbürger ermordet hat. Und nein, die NATO mordet derzeit auch nicht hunderttausende von Ukrainern — darunter viele Frauen und Kinder.

Dies alles macht Wladimir Putin, von dem ganz offensichtlich verantwortliche Teile von Bündnis90/Die Grünen so schnell wie möglich wieder Gas und wahrscheinlich noch viel mehr haben möchten, wie etwa die Befreiung von den USA oder gar von unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Und so bin ich schon einmal gespannt darauf, wann wieder eine Abordnung des Gemeinderats und der Stadtverwaltung in die Russische Föderation pilgert, um eine so sieg- wie erfolgreiche Städtepartnerschaft zu reaktivieren und zu neuen Ufern zu führen.


Video des Tages

Zu Ehren der Putinflüsterer im Heilbronner Gemeinderat
Sonnenaufgang in den Karpaten

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Beitragsfoto: Sonnenaufgang in den Karpaten | © Vitalii Bashkatov auf Shutterstock

Wunschzettel

Nachdem ich in den letzten Tagen immer wieder Schreiben lesen darf, die ganz offensichtlich von einem, bei uns lizenzierten Rechtsanwalt verfasst werden, und sämtliche Leser — auch mich — ziemlich fassungslos zurücklassen, wünsche ich mir nicht nur viel mehr nette Menschen, sondern habe sogar eine große Bitte an unseren Schöpfer: „Herr, lass endlich Hirn vom Himmel regnen!“

Auch gibt es inzwischen die einen oder anderen geneigten Leser, die mir signalisieren, dass sie mir gerne eine Freude machen wollen, dabei aber meinen Kaffeekonsum nicht unnötiger Weise weiter erhöhen möchten.

Da sie mir alle — wohl ohne Ausnahme — meinen Wunsch nach mehr netten Menschen oder mehr Hirn nicht erfüllen können, und gerade jene Menschen, die gerne blödsinnige und völlig unnötige Briefe verfassen, wohl auch zukünftig nicht von selber nett werden möchten oder vielleicht auch gar nicht können, muss ich wohl oder übel meine Wunschliste auf erfüllbarere Dinge reduzieren.

Und so trifft es sich ganz gut, dass ich beim Stöbern in anderen Weblogs eine Wish list gefunden habe, die der dortige Blogger bei Amazon erstellt hat. Diese Idee habe ich nun einfach einmal übernommen und hier gleich einen eigenen Wunschzettel online gestellt.

Alternativlos

Das unmöglichste Wort in unserem derzeitigen Wortschatz und in seinen alternativen Anwendungen mindestens genau so schädlich. So meint Katrin Pribyl gleich auf Seite eins der heutigen Heilbronner Stimme (30.06.2022:1), dass es „zur Geschlossenheit der NATO und zur Aufrüstung … keine Alternative [gibt].“

Es gibt immer Alternativen, aber auch immer Menschen, die anderen Menschen glauben machen wollen, dass es nicht so sei. Freuen wir uns aber, dass sich die NATO offiziell geeinigt hat und es jetzt möglich ist, dass nun auch Schweden und Finnland ganz offiziell Mitglied werden können.

Und wie wir dabei erfahren dürfen, hat Deutschland der NATO eine Division versprochen, übrigens dieselbe, die Deutschland bereits der EU versprochen hat, gerade jene, die ganz selbstverständlich zur „nationalen Vorsorge“ vorgehalten wird und die ganz genau aus gerade jenen Soldaten besteht, die beständig in irgend welchen Landratsämtern die überforderten Beamten und Angestellten entlasten, wenn sie nicht gerade Waldbrände austreten, Flutkatastrophen beseitigen oder weitere „alternativlosen“ Dinge verrichten müssen.

Man merke sich, es gibt immer Alternativen. Man muss diese nur machen wollen.

Software

Gestern hatte ich das Vergnügen, neue bzw. verbesserte Versionen von Ulysses und Moleskine einzuspielen, und zudem hat sich Detlef Stern grundsätzlich dazu bereit erklärt, mir bei einem Experiment mit dem Zettelstore zu helfen.

So war der Tag auch meine Computer und ihr Umfeld betreffend, ein sehr guter. Dieser wurde dann noch im Rahmen eines „echten“ Treffens mit Herbert Burkhardt zu einem für alle Beteiligten hervorragenden Abschluss gebracht.

Und so sitze ich heute Morgen in meinem Schaukelstuhl, gucke der Sonne beim Aufgehen zu und probiere einmal die neuen Funktionen der gestern eingespielten Software aus. Bin jetzt einmal gespannt darauf, wann der obligatorische Morgenmuffelkaffeetweet von Thomas Michl in meiner Timeline erscheint.


Flagge des Europarats und der EU

Staatsraison: Vertragsbruch 5 (3)

Beitragsfoto: Flagge des Europarats und der EU | © Pixabay

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? … Es kann mich doch niemand daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.“ 

Konrad Adenauer, allgemein zugeschriebene Worte

Diese Worte werden bereits seit Jahrzehnten Konrad Adenauer zugeschrieben, und wohl jeder deutsche Berufspolitiker, egal von welcher Partei, hat dies zu seinem eigenen Credo erhoben. Das soll nämlich dem Wähler signalisieren, dass diese Politiker stets flexibel und immer lernbereit seien.

Inzwischen weiß auch wirklich jeder Bürger, dass man den Aussagen oder gar den Versprechen von Berufspolitikern keinen Glauben mehr schenken darf. Diese Art von Politik und Wählertäuschung ist so erfolgreich, dass sie bereits in den meisten Demokratien zur Normalität wurde, wobei wir inzwischen auch in dieser Sache nur noch Mittelmaß sind. Denn die bekanntesten Vertreter dieser Gattung dürften zurzeit aus den USA (Donald Trump) und dem Vereinigten Königreich (Boris Johnson) kommen.

Und so wird eigentlich von keinem Bürger mehr erwartet, dass ein Berufspolitiker überhaupt noch nachprüfbare Aussagen tätigt. Ganz im Gegenteil, je dreister und absurder dessen Lügen, um so populärer wird der entsprechende Berufspolitiker; wobei sich immer mehr herumspricht, dass gerade jene Berufspolitiker am gefährlichsten sind, die darauf bestehen, halbwegs ehrlich zu sein — denn das ist gerade der Beweis ihrer Unaufrichtigkeit.

Auch ich musste lernen, dass gerade jene Berufspolitiker, die mir, ohne überhaupt gefragt zu werden, beständig erklären müssen, dass sie keinen Abrechnungsbetrug begehen oder selber in den kleinsten Zimmern residieren, gerade genau das machen, was sie so vehement von sich weisen.

Aber das alles macht überhaupt nichts, denn wir leben allesamt in Rechtsgemeinschaften und der Handschlag wurde schon längst von Verträgen und schriftlichen Abmachungen ersetzt. Darin sind wir so erfolgreich und ehrlich, dass wir so viele Rechtsanwälte und Kanzleien besitzen wie Sand am Meer.

Und so werden Vertragsabschlüsse bei uns zelebriert wie Hochfeste in den Kirchen; tagelang gibt es keine anderen Themen mehr, sobald Berufspolitiker über Koalitionsverträge verhandeln und diese letztendlich beschließen. Dies wird nur noch dann übertroffen, wenn es zu Staatsverträgen kommt, wo ganze Regierungen anderen Regierungen das Blaue vom Himmel versprechen.

Manchen von uns kamen vielleicht schon erste Zweifel, als es immer offensichtlicher wurde, dass sich unsere Regierungen — egal welche — kaum oder zumindest sehr selektiv an Verträge halten (die Verträge zur Europäischen Union können als gutes Beispiel dienen) und schon gar nicht gerade an jene Dinge, wie z. B. das 2 % Ziel innerhalb der NATO, die sie allen international „nur“ hoch und heilig zugesichert haben, und selbst unser Bundeskanzler noch vor Kurzem im Bundestag der gesamten Welt als Mindestziel versprochen hat!

Aber das war auch nur saudummes Geschwätz von gestern! Und wie schon gesagt, kein Vertrag.

Anders sieht es seit gestern bei unserer doch so hoch gelobten Proporzministerin aus, Außenministerin Annalena Baerbock hält ganz plötzlich nicht nur Europäische Konvente für veraltete Rezepte (!), sondern, sie rückt nun auch ganz offiziell vom Koalitionsvertrag ab, in welchem mehr Europa zum absolut erklärten Ziel dieser Bundesregierung erhoben wurde — wie gerne und toll ließen sich die Koalitionäre doch dafür von allen, in und außerhalb Deutschlands, feiern! Was für eine Schau haben sie monatelang abgezogen!

Selbst die Grünen ließen sich hierbei als bekennende Europäer feiern, so wie Jahrzehnte lang auch als Umweltschützer. Und die SPD bemühte sogar ein Parteiprogramm von 1925, um mit voller Inbrunst Europabegeisterung zu heucheln. Einzig bei der FDP konnte man ein Quäntchen Ehrlichkeit erblicken, da Europa bekanntlich alles andere macht als der Wirtschaft zu schaden.

Jetzt wissen wir es besser: Vertragsbrüche sind das neue Credo der Berufspolitik! Mit Lügen alleine lässt sich wohl kein Staat mehr machen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt hierzu:

„Baerbock rückt von Konvent für EU-Vertragsänderungen ab“

FAZ, 21.06.2022-17:26

Alarmierend ist Bearbocks Rhetorik, in der sie einen Konvent als veraltete Methodik dargestellt, der wie der gesamte Rest des EU-Vertragswerkes die Lebensgrundlage unserer europäischen Demokratien ist. Was auch immer man von einzelnen Instrumenten der Verträge halten mag, sie sind die aktuelle Geschäftsgrundlage Europas und Konvente sind darin die ordentlichen Verfahren zur Änderung der Verträge.

Damit erklärt die Grünenpolitikerin den Koalitionsvertrag so ganz en passant als null und nichtig, was die wenigsten in Deutschland erschüttern, zudem die meisten Unionspolitiker zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird, denn die Futtertöpfe scheinen wieder näher zu rücken, aber ganz aktuell ein desaströses Signal nach Europa sendet!

Morgen und übermorgen tagt der Europäische Rat. Eigentlich sollte dort auch über eine Resolution des Europäischen Parlaments beraten werden, die die Einberufung eines Konvents fordert. So wie es jetzt aussieht, wird nun morgen nicht über die Einberufung eines Konvents entschieden werden!

 „Die Konferenz [zur Zukunft Europas] sollte in einen verfassungsgebenden Konvent münden und zur Weiterentwicklung zu einem föderalen europäischen Bundesstaat führen, der dezentral auch nach den Grundsätzen der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit organisiert ist und die Grundrechtecharta zur Grundlage hat.“

KoalitionsvertRag, Punkt VII

Wir müssen nunmehr wohl oder übel erkennen: Europa gibt es für uns nicht! Umweltschutz gibt es für uns nicht! Gute Löhne gibt es für uns nicht! Eine gesicherte Zukunft gibt es für uns nicht! Und auch einen Schutz vor einem neuen Krieg gibt es für uns nicht!

Dafür haben wir aber viele glückliche Berufspolitiker — und was möchte man mehr?

Vor der Tagung des Europäischen Rats am 23. und 24. Juni 2022 appelliert die Europa-Union Deutschland zusammen mit weiteren Europaverbänden an die deutsche Bundesregierung, an ihren im Koalitionsvertrag festgeschrieben europapolitischen Zielen festzuhalten. Erklärtes Ziel der Bundesregierung war die Einberufung eines Europäischen Konvents mit dem Ziel, Vertragsreformen herbeizuführen, die geeignet sind, die Handlungsfähigkeit der Europäischen Union zu erhöhen und insbesondere die aus dem Einstimmigkeitsprinzip resultierenden Probleme anzugehen.

Hier gelangen Sie zur gemeinsamen Erklärung der Europaverbände …