Tasse

31.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Kaffeetasse in einem Haushaltswarenladen

Shopping

Heute konnte ich meinen Tag in meiner Lieblings-Mall verbringen, was sich ganz gut anbot, da der Tag heute sonniger als gewöhnlich ist. Da die South Coast Plaza, die übrigens dieses Jahr ihr 55-jähriges Bestehen feiern kann, nicht nur blitze-sauber und sehr ordentlich, sondern auch für kalifornische Verhältnisse angenehm klimatisiert ist, lohnt sich das Shoppen dort immer wieder. Blitze-sauber sind auch die unzähligen öffentlichen kostenfreien Toiletten wie auch die Wege aus der Stadt sowie von den außen liegenden Parkplätzen in die Mall; wobei die Power-Shopper wohl eher auf die Parkhäuser in der Mall zurückgreifen.

Mich hat es heute sehr gefreut, dass die South Coast Plaza sowohl das vorherrschende Mall-Sterben als auch die COVID-19-Pandemie ohne größere Probleme überstanden hat. Ich führe das auf die Sauberkeit und die Sicherheit dieses Shoppingcenters zurück, die auf jeder Sichtachse mit mindestens einem freundlichen netten Herren aufwarten kann, der allen Besuchern ein gutes Gefühl vermittelt. Dazu kommen noch die vielen Reinigungs- und Wartungskräfte, die auch jeden Ausrutscher ihrer Kundschaft sofort wieder beseitigen.

Und da auch sehr viele Läden der gehobeneren Preisklasse vorhanden sind, wundert es keinen, dass zusätzlich vor den Läden weiteres Sicherheitspersonal den Kunden bei Bedarf weiterhelfen kann.

Das exzellente Ambiente der Shoppingmall wird durch die Freundlichkeit der Angestellten abgerundet, und so konnte ich mich bereits bei einem meiner ersten Besuche davon überzeugen, was Kundenservice bedeuten kann. Als Student war ich damals in München schneller wieder aus einem Porsche-Autohaus herauskatapultiert, als ich dort hineingekommen war; dabei wollte ich mir nur den rosaroten 911 mit lila Sternchen einmal aus der Nähe ansehen. Mit dieser Erfahrung zögerte ich ein paar Wochen später, einen Versace-Laden in der South Coast Plaza zu betreten, obwohl mich die bunten Klamotten regelrecht faszinierten. Letztendlich aber betrat ich den Laden doch und wandte mich an den ersten Verkäufer mit dem Hinweis, dass ich nur gucken möchte, leider aber nicht kaufe könne. Dieser lud mich regelrecht zum Stöbern ein und bot mir ein wenig später noch ein Glas Champagner an, nur um mein „Nichteinkaufserlebnis“ etwas besser abzurunden.

Und so habe ich mich auch heute gefreut, den Versace-Laden zu sehen und noch mehr, als ich erfuhr, dass dieser bald etwas vergrößert wieder an seinen alten Standort im Shoppingcenter zurückkehren wird. Zum Schluss meines heutigen Besuches schaute ich schon fast nostalgisch auf die beiden Karussells, die noch vor ein paar Jahren meine beiden Jungs begeistern konnten; heute würden sie wohl eher so wie der Papa beim Apple-Shop vorbeischauen. Auf jeden Fall aber sind die Karussells mit ihren bunten Luftballons noch heute eine Attraktion für alle jüngeren Mall-Besucher.

Wende

Dass wir unser Land in den letzten Jahrzehnten gegen die Wand gefahren haben, war immer wieder ein Thema dieses Weblogs. Inzwischen lässt es sich auch nicht mehr verleugnen, dass unsere Umwelt nicht mehr zu retten ist. Es geht jetzt eigentlich nur noch darum, wie viele von unseren Nachkommen dies überleben werden und wie viel Natur den Überlebenden dann noch zur Verfügung stehen wird.

Eine Lösung dieses Problems müsste nun dringlich unsere allererste Aufgabe sein, wenn nicht, wie gerade ein Überfall der Russischen Föderation auf den Osten Europas dazwischenkommt und uns wieder einmal zeigt, dass die Welt insgesamt doch etwas komplizierter ist.

Das Preisschild für die Lösung des letzten Problems wurde uns pressewirksam mitgeteilt, nämlich eine ehrliche und aktive Teilnahme in der NATO, 2 % des jährlichen Bundeshaushaltes und zur ersten Anschubfinanzierung gut 100 Milliarden Euro noch 2022.

Kurz konnte man tatsächlich daran glauben, dass wir nun tatsächlich dafür sorgen, dass wir unsere Verteidigungsfähigkeit wieder sicherstellen, um uns gleich danach mit ganzer Vehemenz auf die Lösung des nächsten fatalen Problems — der zerstörten Umwelt — stürzen. Aber weit gefehlt!

Dies hat jetzt einzig und alleine nur dazu geführt, dass alle Beteiligten (und vor allem ganz besonders die entsprechenden Profiteure!) uns vor Augen führen, was bei uns alles noch kaputt ist: das Gesundheitssystem, das Bildungssystem, sämtliche Infrastruktur und selbst das Wohnen (es fehlt an allen Ecken und Enden, wobei das Vorhandene dringend saniert werden müsste) sowie unsere Demokratie an sich. Und jeder kennt das entsprechende Preisschild — selbst die Deutsche Bahn hat plötzlich etwas Ahnung von Schienenverkehr und wie man diesen bei uns sicherstellen könnte.

Der einzige Vorteil dabei ist, dass wir es jetzt alle ohne Wenn und Aber wissen, dass wir unser Land völlig heruntergewirtschaftet haben (der Dank geht an die Union und die SPD!) — wegschauen und später leugnen geht jetzt nicht mehr — und nicht nur Billionen an Euro nötig wären, um die Zukunft unserer Kinder zu sichern, sondern ganz besonders auch unser eigenes Handeln gefordert wäre!

Aber was machen wir anstatt? Wir priorisieren nicht: Verteidigung –> Umwelt –> Infrastruktur –> Bildung –> Wohnungsbau –> Soziales, sondern wir streiten uns einzig und alleine um den Erhalt unseres eigenen ganz persönlichen Wohlstands und Wohlbefindens (ich hatte darüber schon öfters geschrieben!).

Und anstatt dass unsere Politik wenigstens eines der großen Probleme anpacken würde, werden einzig und alleine die Parlamente, Behörden und Ämter mit weiterem, völlig unnötigen Personal vergrößert, neue Berater, Gaukler und Scharlatane engagiert (die Turmstraße und die Heilbronner Fußgängerzone können als plastisches Beispiel dienen) sowie den Bürgern Rabatte, Subventionen und Geschenke versprochen — und jeder Entscheidungsträger (siehe Frankfurt!) schaut dabei, dass er selbst nicht zur kurz kommt!

Alle Verantwortlichen spekulieren einzig und alleine nur noch darauf, dass dies so lange hält, bis entweder ein Krieg oder die Erderwärmung dem Ganzen ein unrühmliches Ende setzt.

Wende, Ende!

Geburtstag des Tages

Walt Whitman


Mark Twain Zitat

27.5.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Hinweisschild in einem Baumarkt

Tempus fugit

Auch aus der Ferne und an dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch an das Brautpaar! Ich verzichte darauf, das mir zugesandte wunderbare Bild des Brautpaars mit dem reizenden Blumenkind zu posten. Dafür stelle ich aber das folgende Bild ein und wünsche Euch nun schöne Flitterwochen auf Hawaii.

„Just married“ | © Ursula Schaffer

Kalifornien

Sehr gefreut hat es mich, dass ein Weblog-Leser nicht nur erkannt hat, dass ich mich zurzeit nicht in Europa befinde, sondern auch näher wissen wollte, wo ich denn eigentlich sei?

Diese Zeilen schreibe ich aus Santa Ana, einer Stadt nicht unweit von Los Angeles und, für mich viel wichtiger, gleich in der Nähe meines Lieblingsstrandes. Meinen Aufenthalt im sonnigen Kalifornien habe ich zum Anlass genommen, um im Forum eine Rubrik Sehenswerte Städte zu eröffnen. Dort kann man meine Erfahrungen gerne kommentieren oder auch gleich eigene Erfahrungen und weitere sehenswerte Städte mit einbringen. Hans Müller könnte sicherlich über Minneapolis schreiben.

Ukraine

Zugegebener Maßen war das deutsch-ukrainische Verhältnis bestenfalls indifferent, meist aber wird es alleine auf die Geschehnisse der beiden Weltkriege reduziert — und dabei kommen wir Deutschen nicht gut weg.

Und so war es wohl auch nicht sehr erstaunlich, dass eine Mehrheit der Unionsparteien und der SPD der Ukraine bei erstbester Gelegenheit nicht nur den Schutz der NATO verwehrte, sondern auch dafür sorgte, dass die Unterstützung Europas für die demokratischen Entwicklungen in der Ukraine sehr begrenzt blieben, ähnlich wie bei den demokratischen Entwicklungen im Magreb zuvor.

In beiden Fällen spekulierte ich damals darüber, dass dies rein monetäre Gründe hat, denn man wollte weder einen demokratischen Magreb noch eine demokratische Ukraine wirtschaftlich unterstützen müssen. Denn uns Deutschen war schon längst selbst in der EU viel zu viel an Demokratie und Solidarität.

Aus heutiger Sichtweise heraus muss ich mich allerdings korrigieren, denn es zeichnet sich immer mehr ab, dass das deutsche Engagement oder eher das deutsche Wegschauen viel tiefere Gründe besitzt. Wir Deutschen sympathisieren wohl mehrheitlich eher mit den antidemokratischen Gegenspielern in unserer Nachbarschaft als mit aufstrebenden Demokratien, von denen wir nicht wissen, mit wie viel Veränderung sie uns konfrontieren werden — haben wir doch bereits selber mehr an Demokratie als es uns eigentlich lieb ist! Sehr viele von uns könnten sich mit einer „gelenkten“ Demokratie ganz gut anfreunden und auch der Ruf nach einer „starken Hand“ ist immer öfters zu hören. Vermeintliche „Kaiserenkel“ oder sympathische „Schurken“ können bei uns längst wieder Wahlen gewinnen.

Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass gerade bei unseren neuen Mitbürgern Politiker wie Vladimir Putin, Recep Tayyip Erdoğan oder ein Victor Orban so hoch angesehen sind, denn diese Neubürger erkennen ganz gut, wonach es uns Deutschen tatsächlich sehnt, und sie glauben irrtümlicher Weise dabei, dass für sie die „Gnade der späten Geburt“ nicht zuträfe. Dabei vergessen sie ganz, dass sie nicht nur die Vorteile des deutschen Sozialsystems, sondern auch unsere negativen Erfahrungen und Verantwortlichkeiten mit übernehmen.

Deshalb kann ich unseren Neubürgern nur raten, genau so wie die alteingesessenen Mitbürger auch, Demokratie zumindest voller Inbrunst zu heucheln.

Und ein großer Vorteil der Demokratie ist, dass wir uns darin als Menschen letztendlich selbst erkennen können, indem wir miterleben, wie unsere eigenen Volksvertreter handeln und agieren — denn diese handeln genau so wie wir es tatsächlich auch wollen!

Eine demokratische Türkei hatte über Jahrzehnte bei uns keine Chance, erst mit Erdoğan wird sie so langsam hoffähig. Und das trifft auch auf Ungarn und weitere Staaten zu — nicht umsonst ist China bei uns so angesagt, und die Russische Föderation hält bei uns heute noch das Rohstoffmonopol.

Frei nach Matthäus, nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten sollt ihr sie erkennen! Und so werden wir — ‚alleine um des Frieden Willens‘ — bald einer Teilung der Ukraine zustimmen und selbst einem Vladimir Putin erneut eine zweite Chance geben.

Man merke sich, wie wir mit anderen umgehen zeigt, wer wir eigentlich sind.

Geburtstag des Tages

Henry Kissinger

Übrigens hat dieser gerade mit einem Artikel in der New York Times „brilliert“: „Kissinger suggests that Ukraine give up territory to Russia, drawing a backlash.“ (24.05.2022)


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

19.4.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Waffenhandel

Offensichtlich motiviert von der deutschen Waffenindustrie und -lobby, werden die Forderungen immer massiver, dass deutsche und westliche Waffensysteme an die Ukraine geliefert werden. Ich hatte darüber bereits geschrieben.

Das Problem bei der Sache ist, dass je moderner Waffen und ganz besonders Waffensysteme sind, umso mehr an Ausbildung und Wartung benötigen diese. Deshalb bleiben auch viele Streitkräfte bei ihren traditionellen Waffensystemen so lange es irgendwie noch geht. Ein gutes Beispiel sind unsere Osteuropäer, die dabei sogar die alten sowjetischen Waffensysteme weiterentwickeln. Noch ein besseres Beispiel ist die Ukraine, die diese Waffen sogar besser optimiert hat als die Russen selber.

Deswegen ist es auch nur folgerichtig, dass man der Ukraine erst mit den russischen Waffensystemen Osteuropas aushilft und dabei besser die Osteuropäer mit westlichen Systemen ausstattet, damit diese ihre eigenen an die Ukraine liefern können. Es sieht jetzt aber ganz danach aus, dass die Osteuropäer aus den oben beschriebenen Problemen heraus, auf ihre eigenen Waffen nicht verzichten wollen, weil sie die Kosten einer Umrüstung ihrer Streitkräfte nicht tragen möchten bzw. können.

Deswegen wäre es jetzt sinnvoll und auch angebracht, dass Deutschland und die NATO unseren osteuropäischen Partnern bei deren Umrüstung finanziell und personell hilft, damit diese die Ukraine weiter unterstützen können. Das wäre militärisch und finanziell sinnvoll und in einem Krieg sehr zielführend.

Notgedrungen sind es jetzt die US-Amerikaner, die ältere eigene Waffensysteme, aber dies auch kombiniert mit einer entsprechenden Ausbildung und sicherlich auch Wartungs- und Instandsetzungshilfen, liefern, da die vernünftige Lösung von den Osteuropäern und auch unserer eigenen Waffenlobby nicht gefördert wird.

Und so wird der politische Druck zunehmen — den die Waffenlobby geschürt hat! — und wir werden gezwungen sein, auch eigene Waffensysteme zu liefern. Außer der Waffenindustrie, die sich damit dumm und dämlich verdient und zukünftig — bei einem ukrainische Sieg — noch einen ganz neuen Markt erschlossen haben wird, wird wohl kaum jemand davon profitieren.

Und wenn wir nicht nur durch diese Waffenlieferungen Geld verdienen möchten, dann müssen wir auch und dies ganz folgerichtig Ausbilder, Techniker und weitere Unterstützungskräfte an die Ukraine liefern — so wie die USA auch.

Aber mir schwant schon die GroKo-Lösung (die Union ist ganz sicher mit dabei!): deutsche Soldaten werden unbewaffnet in den Krieg geschickt, um den Ukrainern die liegen gebliebenen Panzer wieder flott zu machen — und sollten die deutschen Soldaten diesen „Hilfseinsatz“ überleben, werden sie im Anschluss von deutschen Staatsanwälten vor Gericht geschleppt.

Schwimmen

Seit langem war ich wieder einmal im Stadtbad, auch hierbei wurde ich regelrecht resozialisiert. Denn noch zu Berufszeiten gehörte das fast tägliche Schwimmen zu meinem normalen Tagesablauf. Über die Hygiene- und Sicherheitsstandards in unseren Bädern sowie um meine diesbezüglichen Bemühungen habe ich schon öfters hier im Blog geschrieben.

Jetzt sieht es danach aus, dass meine langjährige und sehr gute Bekannte wohl in ihren verdienten Ruhestand getreten ist; Ende der 1970er-Jahre waren wir als Rettungswache und Schwimmaufsicht beide ein ganz gutes Team. Und woran mache ich das nun fest? Zumindest die Hygienestandards lassen wieder zu wünschen übrig — was mich aber jetzt nicht mehr erschüttert.

Abgestumpft

Die Jahre ziehen so vor sich hin, und ich habe mich wieder in meiner Heimat eingewöhnt. Ein gutes Zeichen dafür ist, dass mein Grill schon seit ein paar Wochen mangels Ersatzteil nicht funktioniert. Da ich diesen zusammen mit einem weiteren Grill in einem Heilbronner „Fachhandel“ gekauft habe, eigentlich kein Problem, könnte man meinen.

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass manche Fachhändler alleine vom Verkaufen leben und Garantie und Kundendienst das reinste Teufelszeug sind. Und so habe ich auch keine größere Sache daraus gemacht und mich an einen weiteren Fachhändler vor Ort gewandt. Inzwischen weiß ich durch Nachfragen beim Hersteller, dass die Ersatzteile nur über die Vertragshändler zu beziehen sind, und so muss ich mich wohl noch eine ganze Weile gedulden.

Aber auch das macht mir nichts mehr aus, denn in ein paar Wochen bin ich im Urlaub und zwar in einem Land ohne IHK-Zertifizierung und berufsschulgebildete Fachleute. Dann gehe ich dort zu einem einfachen Grillverkäufer und kaufe mir das entsprechende Ersatzteil — gut, dass es nur ein paar Gramm wiegt.

Wenn Sie in meinem Blog-Beitrag „Gesucht & gefunden“ keine entsprechende Empfehlung finden, wird Sie dies nun auch nicht weiter wundern.

Video-Beitrag des Tages

https://youtu.be/qIcrqd1l574
Generalleutnant Markus Laubenthal, stellv. Generalinspekteur der Bundeswehr, am 20. April 2022

Geburtstag des Tages

Fred Brooks