Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Rundschreiben

Von allem gibt es heute wahrlich viel zu viel, auch Rundschreiben oder wie man sie heute lieber nennt, die Newsletter. Selbst mir wird es bereits manchmal ebenfalls zu viel.

Aber wenn man seine Mitbürger informieren möchte, kommt man um eine Versendung von Rundschreiben (Push-Prinzip) einfach nicht herum. Ich habe jahrelang selbst vergeblich versucht, für meine privaten, ehrenamtlichen und auch beruflichen Bereiche das Pull-Prinzip zu etablieren, bei dem sich die Interessenten, MItarbeiter und auch Vereinsmitglieder möglichst regelmäßig auf entsprechenden Websites oder Foren selbst informieren.

Leider ist das zumindest in meinem Beobachtungsbereich eine kleine Minderheit und ich könnte wohl alle mit Namen benennen. Selbst der sehr bequeme Weg, sich über RSS-Feeds informieren zu lassen, kann in meinen Fällen die entsprechenden Informationen nicht „an den Mann bringen“.

So bin ich inzwischen dazu übergegangen, wieder selbst Rundschreiben zu verfassen und per E-Mail zu verteilen. Ich habe mich dabei allerdings von Anfang begrenzt.

So verschicke ich für die EUROPA-UNION Heilbronn monatliche Rundschreiben und nur ausnahmsweise einmal einen zusätzlichen Veranstaltungshinweis. Aber schon dieses monatliche Rundschreiben ist inzwischen für viele Mitbürger ein Rundschreiben zu viel. Dennoch halte ich daran fest, da ich keine anderen Wege kenne, um zumindest die Mitglieder mit den notwendigen Vereinsinformationen zu informieren.

Das aktuelle Rundschreiben der EUROPA-UNION können Sie übrigens gleich hier finden.

Für dieses Weblog habe ich ebenfalls eine Rundschreibenfunktion eingerichtet, beschränke mich aber darauf, registrierte Interessenten nur per E-Mail über neue Blog-Beiträge zu informieren. Im Falle, dass diese sich dann für den einen oder anderen Beitrag interessieren, müssen sie sich zum Lesen auf Kümmerles Weblog bemühen.

So schaue ich mir gerade beide Push-Arten genauer an und versuche herauszufinden, welche für meine Interessentenkreise die geeignetere ist.

Radwege

Ursprünglich wurde das Radfahren von vielen als Beitrag zum Umweltschutz propagiert. Besonders in Flachlandstädten mit ungenügender Infrastruktur macht das wirklich viel Sinn.

Die Ausstattung der Fahrräder mit Elektromotoren ist dabei allerdings, zumindest den Umweltschutz betreffend, ein echter Rückschritt und schadet zudem noch der Gesundheit der Radfahrer selbst. Diese Ressourcen (Batterien und Elektrotechnik) müsste man bei den tatsächlich benötigten Nutzfahrzeugen verwenden — das wäre effektiver und effizienter.

Auch hat sich herausgestellt, dass in Ballungszentren der Individualverkehr — dazu gehören auch Fahrräder — suboptimal ist. Deswegen wäre in Heilbronn der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zu priorisieren.

Das spricht erstmals nicht gegen gut ausgebaute innerstädtische Radwege, wenn dazu die Platzverhältnisse ausreichen. Wo diese nicht ausreichen, muss man erstmals sicherstellen, dass der gesellschaftlichen Gesamtmobilität der Vorzug eingeräumt wird, und dazu gehören auch Versorgungs-, Entsorgungs- und Rettungsfahrzeuge, bevor man ideologische Gesichtspunkte ins Spiel bringt.

Und selbst beim Ausbau von innerstädtischen Radwegen sollte man gerade aus Umweltgesichtspunkten auf Beton und Asphalt generell verzichten — hier gäbe es viel bessere Alternativen.

Was aber überhaupt nicht geht ist, was unsere sogenannten politischen Umweltschützer gerade machen: sie betonieren unser Land mit Radfahrautobahnen zu. Damit schaden sie der Umwelt noch mehr als die bisherigen Verkehrsmittel, deren Infrastruktur, zugegebener Maßen, ebenfalls dringend neu zu betrachten wäre.

Zudem aber konterkarieren diese Luxusradwege die tatsächlich zu begrüßende Grünstreifeninitiative, da neben jedem jetzt zusätzlich eine Beton- oder Asphaltbahn gezogen wird. Leider ist auch zu erwarten, dass diese Radschnellwege noch mit einer Beleuchtung versehen werden und, wo landschaftlich besonders schön, weitere Betonagen erfolgen, um den Ausblick noch bequemer zu machen — sozusagen die Etablierung von Radfahrraststätten, mit weiteren Zu- und Abfahrten für Versorgungsfahrzeuge aller Art.

Angst

Warum haben wir Heilbronner nur so viel Angst vor Veränderung? Unsere Welt verändert sich doch immer und sehr beständig. Wir spielen als Individuen dabei nur eine sehr kleine Rolle. Und für viele sind die Veränderungen, die sich während unseres kurzen Lebens so ergeben, auch selbst kaum maßgeblich. Dennoch scheuen wir Menschen Veränderung wie der Teufel das Weihwasser.

Anfang 2022 hätte Heilbronn die Chance gehabt, sich ein wenig weiterzuentwickeln. Der OB hätte mit 65 Jahren endlich in den Ruhestand treten und der Stadtverwaltung eine echte Chance zur Erneuerung geben können. Ganz zu schweigen von der Tatsache, damit einen jüngeren, fachkundigeren und tatkräftigeren Rathauschef die Chance zu geben, unsere Stadtverwaltung mit gut 3 000 Mitarbeitern ins 21. Jahrhundert zu führen.

So soll nun in Heilbronn alles beim Alten bleiben, was besonders für jene wichtig ist, die sich am Ende ihres Lebens nicht mehr umgewöhnen möchten oder können — ein im Vorfeld oft aufgeführtes Argument für eine diesbezügliche Wiederwahl.

Und da unsere Gesellschaft insgesamt immer älter wird, steht zu befürchten, dass diese Vergreisung in Spitzenfunktionen immer weiter um sich greifen wird — auf Landesebene sieht es auch nicht besser aus — und damit jenen Parteien in die Hände spielt, die Regierungs- und Verwaltungspositionen immer noch als Versorgungsposten für verdiente Mitglieder ansehen.

Geburtstag des Tages

Vladimir Horowitz


Kaiserstraße | © Shutterstock

12.9.02021 5 (2)

Kaiserstraße | © Shutterstock

Radfahren

Das Radfahren in Heilbronn ist inzwischen für viele zur blanken Ideologie verkommen, für die man auch keine Rücksicht mehr walten lassen muss. Und unser Gemeinderat hat ganz offensichtlich alle Fußgänger in Heilbronn als Freiwild ausgeschrieben.

Heute war ich mit meiner besseren Hälfte in der Stadt spazieren. Als wir der Fahrradstraße — gut fünf Meter breit und menschenleer — entlang gingen, wurden wir gleich von mehreren Radfahrern auf dem Gehweg drangsalier, belästigt und genötigt. Vorab bereits wurden wir, der Bahnhofstraße entlang schlendernd, die zumindest teilweise einen schönen roten Fahrradweg aufweist, fast von einem Radfahrer auf dem Trottoir überfahren. Und endlich wieder in der Fußgängerzone angekommen, mussten wir wegen eines Kinds auf einem E-Scooter zur Seite springen.

Wenn es in Heilbronn völlig egal ist, wer, wo, wann und egal mit was sowie mit oder ohne Fahrerlaubnis unterwegs sein kann, dann wäre es doch besser, wir sanieren unsere Gehwege und Fußgängerzonen und lassen das mit den Fahrradwegen einfach bleiben.

Alternativ wird das Radfahren auf Gehwegen verboten, zumindest dort wo es auch Radwege oder gar Fahrradstraßen gibt. Und in der Fußgängerzone — so wie in anderen Großstädten auch — müssen die Radfahrer ihre Elektroboliden schieben. Und das Ganze wird dann — leider notwendiger Weise — auch kontrolliert und sanktioniert.

Soziale Medien

So wie sich die sogenannten Sozialen Medien entwickelt haben, kann man getrost von einem Fehlschlag menschlichen Zusammenlebens sprechen. Nicht nur im Zuge von Wahlen werden sie zu gefährlichen maschinengewehrartigen Meinungsschleudern, welchen wir Menschen nicht sehr lange widerstehen können.

Das Schlimme daran ist, dass sie mittel- bis langfristig selbst Stoiker dazu verführen, bei diesen Schlammschlachten mitzumachen. Und auch jene, die sich gerade wegen dieser Erkenntnis aus den Sozialen Medien zurückziehen, machen dies meist nur temporär sowie auch halbherzig (passiver Modus) und lassen sich auch sehr schnell wieder „triggern“ — man (Maschine) muss nur den richtigen „Knopf“ finden.

Vielleicht aber sind die Sozialen Medien einfach nur der Spiegel, der jedem die eigene Persönlichkeit ganz ungeschminkt vor Augen führt. Und zudem eine Vorstufe davon, was uns alle erwartet, wenn es dereinst einmal zu einer künstlichen Intelligenz kommt.

Deshalb müssen wir Menschen uns fragen lassen, ob wir überhaupt dazu in der Lage sind, mit so viel Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis umgehen zu können? Oder gar, sind wir Menschen überhaupt in der Lage mit Realität umzugehen (Platons Höhlengleichnis)?

Und Wissenschaftler sowie auch Ethiker müssen sich fragen lassen, was mit uns allen geschieht, wenn wir dereinst mit einer nichtmenschlichen — künstlichen — Intelligenz konfrontiert werden?

Inzidenzen

Den Inzidenzen wird zumindest bis zur Bundestagswahl kaum noch eine Bedeutung zugemessen. Um dies zu unterstreichen, darf jetzt jeder Experte seine eigene neue Rechnungseinheit ins Rennen werfen. Und, wenn ich es halbwegs richtig verstanden habe, sind es jetzt die Intensivbetten in unseren Krankenhäusern, die den Ausschlag geben sollen.

Bisher dachte ich noch, dass es um unsere Gesundheit ginge und nicht um ein halbwegs organisiertes Sterbe-Management.

So werde ich erneut daran erinnert, dass es unseren Verantwortlichen alleine um ihr eigenes Wohl und Wehe geht. Damit kann man leben, und es gab auch einmal eine entsprechende wissenschaftliche Theorie („Politische Ökonomie der Politik“) darüber.

Nur sollten unsere Berufspolitiker dabei so anständig sein und nicht immer etwas von Ehrlichkeit, Einsatz, Ehrenamt, Heimat oder gar Pflichtbewusstsein faseln.

Leider ist bei uns inzwischen die Wahlkampfzeit, ähnlich wie beim Karneval oder dem Fasching, gerade jene Zeit, wo jeder alles machen darf und dies auch ohne jegliche Konsequenzen. Das Problem dabei: unsere gewählten Faschingsprinzen oder -prinzessinnen bleiben uns nach der Bundestagswahl ganze vier Jahre lang erhalten. Und manche vor Ort Verantwortliche gar acht Jahre lang! Wir können sie nicht, wie beim Karneval üblich, am Aschermittwoch einfach wieder an der Garderobe abgeben.

Übrigens die Heilbronner Inzidenz liegt gem. Heilbronner Stimme bei 137, 6 (10. September 2021) und gem. der Zeit bei 152,6 (11. September 2021). Darauf einen Narrhallamarsch!

Geburtstag des Tages

Henry Louis (H. L.) Mencken


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Europastammtisch

Eigentlich sollte unser wöchentlicher Europastammtisch u. a. erneut das Radfahren zum Thema haben, dann kamen aber ganz andere Themen auf den Tisch, wie das neue Anti-LGBT-Gesetz Ungarns. Alle Stammtischler waren einer Meinung, nämlich der, dass die EU nun endlich Victor Orbán in seine Schranken verweisen muss.

Bäder

So wie ich das erste Feedback aus unseren bereits geöffneten Schwimmbädern verstehe, wird das für mich wohl nach 2015 erneut ein Thema werden. Damals musste ich monatelang, sogar schriftlich, mit den zuständigen städtischen Mitarbeitern verhandeln, damit wenigstens Mindeststandards eingehalten werden; zum Schluss erklärte ich mich zudem bereit, selbst in den Bädern wieder Rettungsdienste und Badeaufsicht zu übernehmen.

Radwege & Stadtportal

Schon einmal versucht, auf unserer städtischen Website etwas ganz Bestimmtes zu finden? Ich wollte mich gestern nur über die jüngsten Entwicklungen in Sachen Radfahren kundig machen, und dafür einen Plan über das Heilbronner Radwegenetz sowie ggf. ein dazugehöriges Konzept einsehen.

Schade nur, dass Albert Uderzo und René Goscinny dieses Stadtportal 1976 noch nicht kannten; ich gehe davon aus, dass die Geschichte „Les Douze travaux d’Astérix“ einen ganz anderen Ausgang genommen hätte.

Mich haben Herbert Burkhardt und ein hilfsbereiter städtischer Mitarbeiter vorläufig gerettet, indem sie mir die folgenden Unterlagen zur Verfügung stellten:

Interessierte können sich jetzt selber ein Bild darüber machen, wie wir in Heilbronn das Radfahren verbessern wollen, oder warum das Radfahren in Heilbronn weder die Autofahrer & Fußgänger, noch die Radfahrer selbst glücklich macht.

Übrigens, einen Plan, in dem alle Fahrradwege eingezeichnet sind, habe ich weiterhin nicht. Der amtliche Stadtplan ist an sich ganz gut, außer, dass er keine Radwege mit aufführt; dafür aber öffentliche Toiletten, die es leider in der Realität kaum gibt.

Website des Tages

Hohenzollern-Klage-Wiki

„Zur Selbstverständigung einer Demokratie gehört die kontinuierliche Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte. Die aktuelle Debatte, die im Zusammenhang mit den Forderungen des sogenannten „Hauses Hohenzollern“ an die öffentliche Hand geführt wird, stellt in vielerlei Hinsicht nicht zuletzt deshalb einen grundlegenden demokratischen Selbstverständigungsdiskurs dar, weil die großen politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts wie in einem Prisma an diesem Fall verhandelt werden: die Auseinandersetzung der jungen Weimarer Demokratie mit den alten monarchischen Eliten, der Anteil dieser Eliten an der Zerstörung der Demokratie 1933 und die Wahrnehmung und Bewertung dieser Entwicklungen in der Zeit nach 1945 und in der Gegenwart. Die Revolution von 1918 führte zu der erzwungenen Abdankung Wilhelms II. als König von Preußen und Deutscher Kaiser und bedeutete damit das Ende der Monarchie. Damit stand die junge Republik vor der schwierigen Aufgabe, das ehemalige monarchische Eigentum in Privatvermögen der ehemaligen Herrscherfamilie und Staatsvermögen des neuen demokratischen Gemeinwesens aufzuteilen. Während in Österreich das Vermögen der Habsburger größtenteils zugunsten der Kriegsopfer enteignet wurde, behandelte man in Deutschland die Vermögensauseinandersetzung nicht als politische, sondern als rechtliche Frage. Für die ehemalige preußische Herrscherfamilie wurde im Jahr 1926 nach langen Verhandlungen ein entsprechender Teilungsvertrag mit dem preußischen Staat geschlossen. Aus Gründen, die der Öffentlichkeit nicht näher bekannt sind, ist dieser Vertrag heute wieder Gegenstand von Nachverhandlungen zwischen Georg Friedrich Prinz von Preußen, dem Ururenkel des letzten deutschen Kaisers. Damit wird ein eigentlich abgeschlossenes Kapitel der Geschichte heute wieder neu aufgerollt.“ 

Geburtstag des Tages

Konstantin Kümmerle