Gedichte

Doppel-Wumms 5 (7)

Beitragsfoto: Gedichte

Wohl doch so einige Zeitgenossen erleben mindestens einmal in ihrem Leben einen Doppel-Wumms. Bereits 2022 bezeichnete Olaf Scholz die geplante staatliche Stützung der Energieversorgung und die vorgesehenen Preisbremsen als „Doppel-Wumms“; was vielleicht auch den einen oder anderen Künstler zu eigenen Doppel-Wümmsen anregte.

Heute durfte ich meinen ganz eigenen Doppel-Wumms erleben, nämlich, als mich eine Leserin meines Blogs auf einen Fauxpas meinerseits aufmerksam machte, den es eigentlich nicht hätte geben dürfen.

Meinen ersten solchen Wumms hatte ich als ich feststellen musste, dass ein vermeintliches Gedicht von Rainer Maria Rilke tatsächlich von Lars van Rome stammt. Das war mir schon damals sehr peinlich, weil ich Rilkes gesammelte Gedichte schon ein paar Jahrzehnte lang immer wieder von einem Bücherregal heraus in ein anderes stellte; dies alleine nur den Umzügen geschuldet.

Schon Karl der Große wusste, dass nicht alles, was im Internet steht, auch richtig sein muss. Über die Jahre hinweg musste ich zudem feststellen, dass diese Erkenntnis nicht nur auf das Internet zutrifft, sondern man u. a. auch bei Büchern sehr sorgsam sein muss und dies nicht nur die Gedichte betreffend!

Zum Schluss verleitete mir diese Gewissheit sogar die Social Media, weil ich immer mehr davon ausgehen musste, dass viel zu viel des dort Veröffentlichten, kaum noch etwas mit der Wirklichkeit oder gar den Realitäten gemein hatte.

Und so habe ich es mir angewöhnt, auch in meinem Blog sehr auf gute Quellenangaben zu achten … und schon bekam ich vor ein paar Tagen ein sehr nettes und aktuell ganz passendes Gedicht per Post zugeschickt. Als Autor wurde dabei Rainer Maria Rilke genannt. Beim zweiten Lesen wurde ich aber doch etwas stutzig, es passte nicht so recht zu Rilke. Ich wusste ganz genau, wo aktuell die gesammelten Werke von Rilke liegen, zwischen diesen und mir lagen aber doch zu viele Treppenstufen und so verdrängte ich meine Zweifel.

Kurz darauf suchte ich für mein Blog ein passendes Gedicht und gleich auf dem Tisch neben mir lag das besagte schwarz auf weiß zusammen mit den besten Wünschen für die anstehenden Feiertage. Und wie es der Zufall will, bekam ich eine E-Mail und ein weiterer Bekannter sandte mir Weihnachtsgrüße zusammen mit einem Gedicht — genau dieses Gedicht, nun aber nicht gedruckt, sondern digital.

Wumms hin oder Wumms her, ich kopierte das Gedicht „Vier Kerzen“ und fügte es meinem Blog-Beitrag mit hinzu. Aber eine Unwahrheit wird nicht dadurch wahr, dass man sie einfach nur immer wiederholt! Und so war mein ganz eigener Doppel-Wumms geboren.

Keine zwei Tage später wurde ich von Barbara Michler auf meinen Fehler aufmerksam gemacht, und ich habe diesen sogleich korrigiert. Das Gute daran ist, es gab einen sehr netten Schriftwechsel, der mir eine für mich neue Autorin, nämlich Elli Michler aus Würzburg, näher brachte. Zudem bekam ich, wohl weil wir uns kurz vor Weihnachten befinden, noch ein paar weitere Elli Michler-Gedichte und eine ihrer Fabeln mit hinzu.

Ganze ohne Zweifel, für heute habe ich meine Lieblingsleserin gefunden!

Und so kann ein Fehler, zumindest wenn man ihn erkennt, doch noch zu etwas Gutem führen. Und so erklomm ich auch noch die Stufen, um ein Foto für diesen Blog-Beitrag zu machen.

Der obige Doppel-Wumms stammt von The Wellermän; dessen Name passt übrigens ganz gut zur Imagekampagne unserer Landesregierung.

Wolkenhimmel über Ulm

Twitter-Nachfolger 4.7 (6)

Beitragsfoto: Wolkenhimmel

Jetzt da es neben dem neuen alten Twitter, das nun unter „X“ firmiert, nicht nur Mastodon und Bluesky, sondern jetzt auch bei uns noch Threads gibt, von Truth Social möchte ich erst gar nicht schreiben, muss auch ich noch meinen Senf hinzugeben.

Dem Twitter-Nachfolger „X“ habe ich inzwischen endgültig den Rücken gekehrt und dies bis heute nicht bedauert. Mastodon verließ ich bereits nach wenigen Tagen und vermisse es ebenfalls nicht.

Um Bluesky habe ich mich tatsächlich bemüht und dort auch weiterhin einen Account; besonders gefällt mir dabei, dass ich dort unter meiner eigenen Web-Adresse firmieren darf. Weniger gefällt mir, dass ich es, wie übrigens die anderen Social Media auch, eigentlich nicht benötige und mich dann bei Gebrauch in weniger interessante Unterhaltungen verliere.

Jetzt gibt es auch ganz offiziell bei uns Threads, ein weiterer Facebook-Ableger, und viel zu viele Nutzer eilen nun auch dorthin, meist ohne jemals zuvor über den Nutzen der jeweiligen Vorgänger nachgedacht zu haben.

Seit heute wirbt Bluesky nun um meine ungeteilte Aufmerksamkeit und schenkt mir weitere Accounts — nicht, dass ich diese überhaupt gebrauchen könnte. Auch werde ich schon eine ganze Weile die „invite codes“ nicht mehr los, die man auf Bluesky regelmäßig bekommt.

Was nun, könnte man sich fragen. Auf alle Fälle werde ich das neue Threads nicht mehr aktivieren, man muss nicht jeden neuen Scheiß mitmachen. So zumindest meine Meinung, nachdem ich mich an viel zu vielen Social Media abgearbeitet habe — vielleicht werde ich doch noch aus Erfahrung klug.

Dafür aber stelle ich meinen Lesern sehr gerne die mir bis heute verfügbaren Bluesky „invite codes“ zur Verfügung: bsky-social-t5duj-uvigx, bsky-social-6vqal-dxwhk, bsky-social-56had-c56pr, bsky-social-e3kjo-3rpqa, bsky-social-ojly3-loxc3 und bsky-social-xiizq-lbzd7.

Wenn schon Twitter, dann Bluesky, selbst wenn viele dies inzwischen für völlig antiquiert halten. Diesen erwidere ich, dass sich die Social Media an sich überlebt haben — selbst Linkedin und Co.


Blogger

Weblog 5 (8)

Beitragsfoto: Blogger | © cottonbro studio auf Pexels

Ich schließe mich der Meinung von doch so einigen Bloggern an, dass die Welt um Einiges besser wäre, wenn (fast) alle Menschen jeweils ein eigenes Blog hätten. Dank einiger Firmen und Organisationen können inzwischen persönliche Weblogs für die Nutzer kostenfrei oder zumindest fast umsonst betrieben werden, je nach persönlichem Geschmack und Geldbeutel.

Zudem benötigt man kaum noch selber eine eigene Computerkompetenz, denn manche Blogs sind bereits mit der Registrierung online und müssen nur noch mit Inhalten befüllt werden — ganz ähnlich wie die Social Media, nur mit ein paar wesentlichen Unterschieden: Blogger schreiben unter ihrem eigenen Namen und verstecken dabei sich und ihre Ansichten nicht in einer teilweise doch sehr ominösen Masse. Zudem sind ihre Meinungen und auch Meinungsänderungen von den Lesern besser nachvollziehbar.

Auch werden so manche Blogs bereits seit gut zwei Jahrzehnten kontinuierlich beschrieben und bieten damit gute Quellen für fast alles, was die Menschen über die Jahre hinweg interessiert und beschäftigt hat. Und da die meisten dortigen Beiträge keine Microblog-Beiträge sind, können diese auch noch nach Jahren zumindest halbwegs nachvollzogen werden; damit sind solche Beiträge später kein digitaler Müll, der das Internet zunehmend füllt.

Man darf sich heute doch schon einmal fragen, ob das Internet z. B. täglich Millionen von Katzenbildern einschließlich der Aussage ‚ach wie süß!‘ benötigt oder, Thomas Michl möge mir dies verzeihen, morgens eine Kaffeetasse mit dem aktuellen Kaffeekonsum? Dabei schreibe ich nicht einmal von den vielen Bildern, die das gerade Gegessene portraitieren. Inzwischen schäme ich mich schon fast über die vielen Bierflaschenbilder, welche ich selbst in den Social Media geteilt habe. Aber nicht nur mir dürften die Social Media mittlerweile als eine völlig überkommene Art und Weise der Kommunikation vorkommen — Twitter und Co. haben sich schneller selbst überlebt als von vielen angenommen.

Immer mehr Blogger geben an, dass sie ihre eigenen Beiträge nicht mehr selbst über die Social Media teilen, Webringe werden wieder populärer und auch die Blogroll gewinnt erneut an Bedeutung.

Selbst die reinen Leser von Blogs nutzen immer mehr die dort angebotenen E-Mail-Benachrichtigungen über neue Blog-Beiträge oder gar das gute alte RSS: Feedreader anstatt Social Media!

Um meinen eigenen Lesern, welche noch über keinen Blog verfügen, das Blog-Schreiben etwas schmackhafter zu machen, verweise ich auf die nicht zu unterschätzende Tatsache, dass man mit dem eigenen Blog auch Herr über die eigenen Beiträge und Bilder bleibt. Ist „X“ oder Instagram einmal futsch, war es das dann auch mit den eigenen Inhalten. Das gilt auch für Linkedin und die vielen anderen sogenannten sozialen Medien.