Blitz

Infrastruktur 4.5 (2)

Beitragsfoto: Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Angeregt von Detlef Sterns sehr umfassenden Infrastrukturverständnis’ stelle ich wieder einmal fest, dass es die Aufgabe des Staates wäre, sich um Verteidigung, Ruhe und Ordnung, Infrastruktur und Bildung zu kümmern sowie selbstverständlich auch die dafür notwendige Verwaltung vorzuhalten.

Leider aber kümmert sich unser Staat nur noch um Essen und Trinken, Urlaub, Freizeit sowie möglichst viele Feste und Feiern. Das Ganze wird unter „Soziale Marktwirtschaft“ subsumiert und artet immer mehr in einem real existierenden Sozialismus aus: Reiche werden immer reicher und Arme immer ärmer. Scheinarbeit und übergroße Verwaltungen sind das altbekannte Markenzeichen.

Der Bürger wird nicht mehr dazu befähigt, möglichst selbständig leben zu können, sondern man macht aus ihm einen überschuldeten Konsumenten — früher nannte man dies Versklavung!

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Türen

Auf den Punkt gebracht 5 (2)

Beitragsfoto: Türen | © Pixabay

Jedes Leben ist von Entscheidungen geprägt, wenn es nicht gar nur eine Serie von Entscheidungen ist. Als Menschen, da wir allesamt in Gemeinschaften leben, können wir zwar versuchen, uns ganz ohne eigene Entscheidungen durch das Leben zu mogeln, was, wenn es funktionieren würde, eine sehr bequeme Art und Weise wäre, müssen dann aber dafür in Kauf nehmen, dass andere für uns die notwendigen Entscheidungen treffen. Auf jeden Fall aber werden wir schon mit dem Versuch uns um Entscheidungen zu drücken, zur Belastung aller — an Beispielen mangelt es in unserer Republik nicht!

Wirklich schlimm ist dabei, dass sich inzwischen gleich mehrere Ideologien für eine persönliche Entscheidungsverweigerung der einzelnen Individuen stark machen, angefangen von einzelnen völlig antiquierten Religionen — Gottes Wille — über sämtliche Totalitarismen, den „Sozialstaat“-Fanatikern bis hin zu modernen Überlegungen, die den Menschen als bloßen Algorithmus sehen.

Und so ist es heute auch nicht mehr verwunderlich, dass man selbst als „real existierender“ Mensch (das Drumherum um Verstand und Seele) wirklich alles sein kann, was man möchte: Mann, Frau oder beides — zeitgleich oder wechselnd — oder gar nichts oder vielleicht auch nur irgend etwas dazwischen. Der dafür vielbemühte Begriff ist die eigene Identität.

Es sei jedem wirklich gegönnt, sein zu wollen, was er auch sein mag, aber dies bitte nicht alleine auf Kosten der anderen (!) und noch wichtiger, das Ganze auch mit einer gewissen Verbindlichkeit (!), die für die anderen, sich sonst noch auf der Welt befindlichen Mitmenschen, halbwegs einzuordnen ist.

Denn diese Mitmenschen müssen ihre eigenen Entscheidungen idealer Weise an irgend etwas festmachen können und sind mit, nennen wir sie mal vorsichtig und unverbindlich, „Wechselwesen“ meist überfordert und damit auch bei ihren eigenen Entscheidungen.

Oft wird dagegengehalten, dass wir Menschen doch alle gleich mehrere Rollen spielen und diese sich je nach Situation ändern. Auch das stimmt, aber selbst hierbei haben die anderen Menschen einen Anspruch darauf, zu wissen, was der andere gerade ist oder sein möchte.

Die Ehefrau würde schon gerne wissen, was sie gerade bei ihrem vermeintlichen Ehemann vor sich hat: einen „Italian Lover“, eine bekennende Lesbe, oder ein Kleinkind mit vollen Windeln. Denn dies hat unmittelbare Auswirkungen auf deren eigene Entscheidungen, und dürfte spätestens bei einem überraschenden Rollenwechsel für Verwirrung sorgen.

Ich könnte weitere und noch viel drastischere Beispiele aufführen, die bezeugen, dass zwar menschliche Identitätsprobleme oder Rollenspiele eine ganz normale Sache sind, aber normaler Weise — und das ist für jede Gesellschaft wichtig — nur durch die ständigen jeweiligen individuellen Entscheidungen und daraus resultierenden gesellschaftlichen Normen für alle halbwegs nachvollziehbar und damit auch handhabbar bleiben.

Wir alle müssen uns entscheiden, 24 Stunden am Tag und jeden Tag wieder aufs Neue. Und unsere Entscheidungen haben nicht nur für uns Konsequenzen, sondern beeinflussen die Entscheidungen unserer Mitmenschen ganz gewaltig, ob wir es selbst bemerken oder auch nicht.

Und ganz ähnlich wie bei unserer geschlechtlichen Identität, geht es uns allen auch so bei unserer „staatlichen“ Identität, denn auch dort gibt es analog zum biologischen Geschlecht und dem, aus eigener Überzeugung selbst gewählten Geschlecht, hier bei uns in Mitteleuropa neben dem „Deutschsein“ auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

In das „Deutschsein“ wird man gewöhnlich ebenso hineingeboren und man bezeichnet dies — heutzutage eher verpönt — als deutsche Volkszugehörigkeit, was etwas näher betrachtet, die Zugehörigkeit zu einer der vielen deutschsprachigen Ethnien ist. Ob man dann auch zu einer deutschen Ethnie gehört, zeigt sich daran, ob man deren Religion, Kultur und Sprache nicht nur anerkennt, sondern selber auch lebt. Und dass dies keine „Einbahnstraße“ oder gar „Sackgasse“ sein muss, zeigen die vielen deutschen „Kowalski“, „Boatengs“ und wie sie inzwischen auch immer heißen mögen, auf die wir Deutschen allesamt ohne Wenn und Aber mächtig stolz sind.

Und für die meisten von uns ist dieses „Deutschsein“ keine besondere Problematik. Es deckt sich zudem deswegen auch ganz gut mit der deutschen Staatsbürgerschaft, die von uns meist ohne größeres Nachdenken mit übernommen wird — so wie man sein biologisches Geschlecht auch ohne größeres Nachdenken mit in den Reisepass eintragen lässt.

Anders sieht es schon mit der deutschen Staatsbürgerschaft aus, gerade dann, wenn man sich selber keiner deutschen Ethnie zurechnet und auch niemals selbst auf die Idee käme, weil man u.a. deren Kultur und Religion nicht mag, ein „Volksdeutscher“ sein zu wollen, dennoch aber, und dies aus voller Überzeugung heraus, deutscher Staatsbürger sein möchte, weil der deutsche Staat — als Repräsentant aller deutschen Staatsbürger — den für einen bestmöglichen Vertrag anbietet und diesen auch mit der zu vergebenden Staatsbürgerschaft unterzeichnet. Dies setzt allerdings voraus, dass man nun als deutscher Staatsbürger ebenfalls die Vertragsbedingungen nicht nur unterschreibt, sondern ebenfalls erfüllt.

Dazu gehört ganz eindeutig und selbstverständlich die Beherrschung der deutschen Sprache (!), denn diese ist die Grundlage sämtlicher eingegangener Verträge, Verpflichtungen, Abmachungen und jeglicher Kommunikation untereinander. Dazu kommt noch, dass man sich eindeutig zu unserer Demokratie und unsere freiheitlich demokratischen Grundordnung sowie unserer offenen Gesellschaft bekennt und nunmehr danach lebt. Aber dies sollte gerade dann, wenn man sich ganz bewusst zu dieser für einen „ganz besonderen“ Staatsbürgerschaft bekennt, außer jeglicher Frage sein!

Und wie bei der Entscheidung über das eigene Geschlecht auch, sollte man sich letztendlich sicher sein, wenn man sich bewusst und dies entgegen der „eigenen Biologie“ für etwas anderes entscheidet! Sonst wird das Ganze zur reinen Farce, vor allem dann, wenn man sich — jeder von uns — nicht oder nicht wirklich entscheidet.

Und es wird zudem für alle anderen nur noch unerträglich und für die Gesellschaft insgesamt sogar existentiell gefährdend, wenn man sich nicht nur nicht entscheidet, sondern dazu gleich mehrfach gegenteilig, indem man die deutsche Staatsbürgerschaft zwar annimmt, darauf wieder die ursprüngliche zusätzlich erneuert und, weil man sich nicht entscheiden kann oder mag, sicherheitshalber noch eine weitere beantragt.

Dieses höchst persönliche „Identitätsproblem“ toppt man dann nur noch dadurch, indem man in Deutschland nicht nur die deutsche Sprache ablehnt, sondern die europäische Kultur überhaupt nicht mag, das Christentum generell verabscheut, sich überhaupt an den vielen Deutschen in Deutschland echauffiert und sich dann permanent darüber beklagt, dass man weder von den anderen verstanden noch ernstgenommen wird.

Deshalb entscheiden Sie sich! Egal wie, aber entscheiden Sie sich!

„If you look for an identity you find inequality. If you look for similarities you separate one truth from another.“

Giannina Braschi, United States of Banana (2011)

Triell-Gedanken

Triell-Gedanken 5 (3)

Beitragsfoto: Scrabble mit Flagge | © Shutterstock

Ich habe dieses heutige Triell — weil es beim öffentlich rechtlichen Rundfunk lief — mit großem Interesse verfolgt. Musste dann aber, gleich und parallel zu den Äußerungen der drei Parteivertreter, wieder in die Tasten greifen — meine Art und Weise, um das Ganze seelisch zu verarbeiten.

Sozialismus

Selbst ein demokratischer Sozialismus, also jener, der Marktwirtschaft und Demokratie nicht revolutionär abschaffen möchte, muss sich immer wieder fragen lassen, ob und wie weit er noch zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung steht.

Der Sozialdemokratie — ursprünglich ein Gegenkonzept — ist es bisher nicht gelungen, sich ganz vom Sozialismus zu distanzieren. Im Gegenteil, sie schwadronieren immer wieder von sozialistischen Koalitionen.

Linke und grüne Parteien sind da schon etwas deutlicher und fordern immer wieder, mehr oder weniger, die völlige Entmündigung der Bürger. Entweder aus „sozialen“ oder „ökologischen“ Begründungen heraus, aber immer totalitaristisch motiviert.

Konservatismus

Eine politische Richtung, die es bei uns interessanter Weise gar nicht mehr gibt, da die Unionsparteien von Anfang an eigentlich nur eine bürgerliche Alternative zur Sozialdemokratie waren, ob „christlich“ oder „sozial“, und dabei den Anspruch erheben, in Gänze auf dem Boden unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung zu stehen. Leider wird dieser Anspruch ebenfalls von Anfang an immer wieder durch „nationalsozialistische“ Parteimitglieder konterkariert, wobei diese regelmäßig von rechtsnationalen Koalitionen schwadronieren.

Gemeinsames

Allen diesen Parteien, vielleicht außer den Grünen, ist dabei eines gemeinsam, nämlich, dass sie offiziell das Wohl aller Bürger, ob aus sozialen oder christlichen Motivationen heraus, anstreben und schützen wollen. Sie bauen ihre politische Existenz gerade auf diesem Versprechen „Wohlstand für alle“ auf.

Wie wir alle erkennen müssen, können gerade diese Parteien dieses Versprechen nicht realisieren.

Liberalismus

Leider eine politische Richtung, die, ähnlich wie der Konservatismus, bei uns kaum noch vorhanden ist. Die Freien Demokraten, die immer wieder den Anspruch formulieren, den Liberalismus zu vertreten, haben sich im Austausch mit den obigen Parteien und Strömungen — und dies ganz zurecht — bereits vor Jahrzehnten auf die Soziale Marktwirtschaft festlegen lassen.

Einzig aber sind es noch die Freien Demokraten, die darauf bestehen, dass wir Bürger nicht gänzlich entmündigt werden sollen und zudem dem Markt noch Luft zum Atmen lassen möchten.

Vielleicht oder gar sehr wahrscheinlich, die einzige Möglichkeit, um die Versprechen der anderen Parteien „Wohlstand für alle“ Realität werden zu lassen.

Mainstream

Beim Triell hat es erwartungsgemäß ganz gut gepasst, dass die drei präsentierten Parteivertreter alle aus dem erweiterten „sozialdemokratischen Umfeld“ kommen; eigentlich eine dreigeteilte Einheitspartei — die SuperGroKo.

Hoffen wir nur, dass es allen drei Parteivertretern gelingen wird, auch weiterhin ihre linken und rechten Ränder in Schach zu halten — zum Wohle unserer Demokratie.

Zukunftsfähigkeit

Einen politischen Fortschritt erreichen wir aber nur dann, wenn die beiden politischen Hauptströmungen, nämlich der Konservatismus auf der einen und der Liberalismus auf der anderen Seite, wieder die Chance erhalten, sich aneinander zu reiben. Auf jeden Fall wäre dieses Duell interessanter und bestimmt auch zielführender.

Vertrauen & Solidarität

Vertrauen erreicht man durch Taten und nicht durch Worte! Und wenn uns die COVID-19 Pandemie etwas gezeigt hat, dann eines, nämlich, dass Solidarität nur ein hübsches Wort ist.

„POLITICS, n. A strife of interests masquerading as a contest of principles. The conduct of public affairs for private advantage.“

Ambrose Bierce, The Devil’s Dictionary (2020 [1911])