Hände | Geld | Kleingeld

4.7.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Kleingeld | © Pixabay

Vermischtes

Die Bundesregierung leert klammheimlich die bundesdeutschen Gasspeicher, was verständlich ist, da es die Aufgabe der neuen Regierung ist, einzig und alleine die Gewinne von systemrelevanten Personen zu maximieren. Das Manko dabei, wenn der Winter kommt, könnten wir nicht nur die höchsten Gaspreise der Welt erhalten, sondern auch kaum noch Gas auf Vorrat haben, um unsere Heizungen anzufahren.

Nun kann es sein, dass dies der CDU, CSU und SPD völlig egal ist, eher aber suchen sie nach einem Grund, um mit Wladimir Putin wieder ganz offiziell auf Du und Du zu gehen — weil man sonst unser Land nicht mehr retten kann, das ist alternativlos sozusagen.

Das Erfolgskonzept bundesdeutscher Politik: die Karre an die Wand fahren und sich dann als Retter feiern lassen!

So ist es auch verständlich, dass man alles daran setzt, dass die Energieproduktion nicht dezentralisiert wird, denn auch das schmälert die Gewinne der systemrelevanten Personen.

Wenn jetzt schon die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber schreibt, dass wir unsere Lebensweise ändern müssten, erlaube ich mir nur kurz den Hinweis, dass ich dies hier schon seit Jahrzehnten fordere. Wir aber wählen auf Teufel komm raus genau immer jene Politiker und lassen diesen dabei wirklich alles durchgehen, so lange sie uns nur glauben lassen, dass es bis zu unserem eigenen Ableben noch reichen wird — danach bekanntlich die Sintflut!

Und so ist es vielleicht sogar eine kleine Genugtuung, dass nun doch noch zumindest einige von uns die Hölle auf Erden erleben dürfen, bevor sie das Zeitliche segnet. Mein Großvater würde dazu sagen: „Kleine Sünden straft der Herr sofort“.

Meine Prognose für die kommende Wahl: die ersten beiden Plätze gehen an jene beiden Parteien, die entweder Klimaanlagen für alle Deutschen versprechen oder einfach nur behaupten, dass die Juden an allem schuld seien. Konrad Adenauer und Theodor Heuss wussten nach 1945 noch, wie man unser Land tatsächlich retten kann: Bildung und Kultur für alle!

Jason Kottke, sonst ein Berufsoptimist, schreibt in seinem Blog „There’s No Undo Button For Our Fallen Democracy“. Und das zum Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika! Meine Familie und Freunde in den USA mögen es dennoch schaffen, ein klein wenig zu feiern — und ich hoffe, dass dabei kein Beerdigungsgefühl aufkommen wird!

Alle unsere Demokratien haben zwei grundsätzliche Fehler. Zum einen die Käuflichkeit unserer Politiker (–> repräsentative Demokratie) und zum anderen die Ignoranz der Wähler (–> direkte Demokratie), die wir bis heute nicht lösen konnten.

Apropos christlich, man hat nun in der Ausgabe 02/2025 (Juli – September 2025) von „Evangelisch in Heilbronn“ nachgesteuert und meinen bereits im Februar verstorbenen Vater doch noch erwähnt.

„Immer wird uns das Vertrauen eines der größten, seltensten und beglückendsten Geschenke menschlichen Zusammenlebens bleiben, und es wird doch immer nur auf dem dunklen Hintergrund eines notwendigen Mißtrauens entstehen.“

Dietrcih Bonhoeffer (2022: 19)

Mindestlohn

Einfach nur eine unsägliche Diskussion. Wobei es den Verantwortlichen seit Jahrzehnten nicht einmal gelingt, die Löhne an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Am Arsch der Welt in Mecklenburg-Vorpommern benötige ich keine so hohen Löhne wie z. B. in Stuttgart oder München, auch nicht beim Mindestlohn.

Was aber überhaupt nicht geht, ist, die Löhne an der Hautfarbe, der Nationalität oder dem Geschlecht festzumachen. Eher schon, die Löhne wieder mit so etwas wie Leistung oder gar Erfolg zu koppeln.

Verpackungssteuer

Manche Stadtverwaltungen versuchen nicht nur dem Müll durch mehr Reinigungskräfte und eine bessere Strafverfolgung Herr zu werden, sondern versteuern nun völlig zurecht auch die Wergwerfverpackungen. Leider sind dank guter Lobbyarbeit meines Erachtens eher wegen massiver Korruption sämtliche Raucherprodukte ausgenommen. Dabei wären 50 Euro Steuer je einzelnem Zigarettenfilter immer noch zu tief gegriffen.

Und so können wir der massiven Umweltzerstörung einschließlich Tausender völlig unnötiger Toter im Jahr nur noch dadurch Herr werden, wenn wir dieses Fehlverhalten nicht nur massiv besteuern, sondern sämtliche Dreckschweine zusätzlich kriminalisieren, denn das sind sie doch: Kriminelle!

Reine Appelle oder gar mehr Bildung funktionieren schon lange nicht mehr, schon gar nicht bei unserem prekären Bildungssystem. Wir haben unsere Gesellschaft inzwischen so stark heruntergewirtschaftet, dass selbst die Demokratie in großer Gefahr ist.

Ich war die letzten gut fünf Jahrzehnte davon überzeugt, dass wir durch mehr Bildung, unsere Demokratie, unsere Gesellschaft und auch unsere Umwelt wieder in den Griff bekommen, nun muss ich anerkennen, dass dies falsch war!

Die schweren Bildungsdefizite in unserer Gesellschaft werden, ob wir es wollen oder nicht, letztendlich einen Überwachungs- und Polizeistaat zur Folge haben. Wahrscheinlich ist es genau das, was unsere Bildungspolitiker schon immer wollten.

„I actually think that philosophical theories make a tremendous difference to every aspect of our lives. In my observation, the rejection of realism, the denial of ontological objectivity, is an essential component of the attacks on epistemic objectivity, rationality, truth, and intelligence in contemporary intellectual life. “

John R. Searle (1996: 197)

Frühstück

Lokalpatriotismus 5 (10)

Beitragsfoto: Frühstück | erstellt mit ChatGPT, Prompt: „Ich hätte gerne ein Bild von einem Frühstück mit Fisch und das in Comicform“

Kaum vom monatlichen Europäischen Frühstück zurück, mache ich meine „Drohung“ wahr und erwähne Katharina Kengyel im Blog.

Als wir zum heutigen Frühstück kamen, saß bereits ein Europäischer Föderalist aus Stuttgart mit am Tisch. Er hatte von unserem monatlichen Frühstück im Rundschreiben gelesen und nun die Gelegenheit ergriffen, sich das Ganze selbst einmal anzuschauen. Er ist bereits alt genug, um uns nicht um einen Frühstücks-Stream ins Internet zu bitten oder gar darum, dass wir unser Frühstück auch via Video-Chat anbieten.

Wir haben uns auf alle Fälle darüber gefreut, dass unser gemeinsames Europäisches Frühstück nun auch über die Region hinaus für Interesse sorgt. Und ich konnte dabei lernen, dass man zu unserem Frühstücksort auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt. Bisher dachte ich, dass das erst mit der künftigen Seilbahn geregelt sein wird.

Unseren Gast brachten wird dann aber mit dem Auto zurück zum Hauptbahnhof, wobei wir die Gelegenheit nutzten, um einem Stuttgarter einmal einen richtigen Hafen zu zeigen.

Wir Heilbronner Europäische Föderalisten sind auch dann, wenn wir weiterhin nicht unsere gewünschte und statistisch gesehen mögliche Mitgliederzahl erreichen, ein aktiver Verein und bewegen dabei doch so Einiges.

Nicht nur, dass wir manche unserer Ideen bis nach Straßburg und Brüssel transportieren können, sondern wir werden auch regelmäßig von Föderalisten aus ganz Europa aufgesucht, die nur deswegen nach Heilbronn kommen, um sich mit uns auszutauschen und zu diskutieren — aktuell sind es die Hertensteiner Gespräche, die die meisten Interessenten nach Heilbronn locken.

Wenn sie dann einmal in Heilbronn waren, bedauern es doch so manche, dass sie bisher nur winkend an Heilbronn vorbeigefahren sind. Besen und Billig-Döner sind eben nicht für alle Menschen eine Reise wert.

Wie wir von Katharina (!) erfahren durften, sind aber auch die Curry-Würste in Berlin nicht mehr das, was sie einmal waren; wobei der Zug nach Heilbronn zurück bereits in Berlin mit Verspätung loskam. Dass der Anschluss in Mannheim nicht erreicht wurde, ist bereits seit weit über 40 Jahren Standard der Deutschen Bahn.

Mein Frühstück war wie die letzten Male auch eines mit Fisch, eine kleine Reminiszenz aus meiner Hamburger Zeit; und so gönne ich mir einmal im Monat ein solches Frühstück. Das jüngste Gespräch mit Detlef Stern [manche meiner Gedankensprünge kann man nachvollziehen] darüber, wie man KI-Bilder richtig zitiert, führten nun dazu, dass auch ich einmal ein solches Bild mit ins Blog einfüge — steht doch auch bald neben dem Frühstücksort ein ganzer KI-Park.

Neben den etwas größeren Städten kamen wir auch auf Sarajewo zu sprechen, wohl weil Semin Bristina mit am Frühstückstisch saß. Was u. a. dazu führte, dass er nun für uns eine entsprechende Reise vorbereiten darf.

Seit ein paar Jahren sitze ich immer wieder mit Detlef Stern bei einem Käffchen Kaffee [jeder eins] zu einem geistigen Frühstück zusammen, was im letzten Wahlkampf Herbert Burkhardt fragen ließ, warum ich mich nicht auch mit ihm zum Frühstück treffe. Das führte wiederum dazu, dass wir uns in Neckargartach zum Frühstück trafen, ein Stadtteil, der sonst nicht gerade auf meiner Hitliste steht.

Und dies wiederum führte dazu, dass ich auf die Idee kam, unser Europäisches Frühstück, welches wir bisher zum Höhepunkt unserer Fahrten gemacht hatten oder als Ausklang größerer Veranstaltungen in Heilbronn nutzten, nun auch regelmäßig für unsere Mitglieder anzubieten. Deswegen findet das Frühstück nun in Neckargartach statt und dies an einem dafür geradezu prädestinierten Ort.

Wer weiß, vielleicht werden wir dereinst im KI-Park frühstücken und danach mit der Seilbahn zurück nach Heilbronn pendeln.

„Die Entfernung des Gewissens gehört zu den kleineren Operationen.“

Robert Lembke (JA, 8.6.2025)

Schwarze Katze

Nostalgie 4.8 (6)

Beitragsfoto: Schwarze Katze |  © Михаил Прокопенко from Pixabay

Dieser Beitrag ist alleine dem Prokrastinieren geschuldet, denn eigentlich sollte ich meine morgige Vorlesung vorbereiten, nur für den Fall, dass Valentin Weber erneut kurzfristig andere Pläne hat.

Den Nachmittag verbrachte ich bei bestem Wetter mit Schnipseln, was dazu führte, dass ich nun ein paar Arbeitstage mit der Entsorgung von Schnittgut in sämtlichen Größen zu tun haben werde. Und so kam meine bessere Hälfte auf die Idee, dass ich mir doch ein Kristallweizen gönnen könnte. Seit ein paar Jahrzehnten trinke ich eigentlich und dies meiner Münchner Zeit geschuldet, Weißbier hell oder dunkel, aber stets mit Hefe.

Challenge accepted! Jüngst bekam ich in einer Heilbronner Lokalität ein solches Getränk und vermisste dabei nicht nur die Zitrone, sondern auch noch das obligatorische Reiskorn. Das kann ich selbst noch besser und genieße nun mein Weizen … und schwelge in Erinnerungen.

Ich hätte nie daran gedacht, dass ich einmal an der Hochschule in Heilbronn Vorlesungen gebe, auch wenn ich über Jahrzehnte hinweg mit Walter Dörr befreundet war, doch so einige Professoren von damals™ ganz gut kannte und aktuell ein wenig ins Grübeln komme, weil jüngst Gerhard Peter, nicht nur wie Walter ehemaliger Rektor der Hochschule, sondern auch noch langjähriges Mitglied in der EUROPA-UNION verstorben ist. Was mich zu der Frage führt (@ Du weißt schon), warum kaum noch jüngere Professoren an der Universität bzw. Hochschule Heilbronn, Mitglied bei der EUROPA-UNION werden.

Aber zurück zu meinem Weizen, die Weißbier genossen meine Kameraden und ich am liebsten im Restaurant gleich neben der Tartanbahn, wo die weniger Fitten ihre Runden zogen und dabei versuchten, die obligatorischen 5 000 Meter in höchstens 23 Minuten herunterzuspulen. Jede einzelne Runde prosteten wir diesen „Spitzensportlern“ zu; zumindest uns hat es gefallen. Heute würden wir wohl wegen Mobbing angefeindet, damals™ erkannten die betroffenen Kameraden, dass es wohl besser wäre, zumindest die Mindestanforderungen für ihren selbst gewählten Beruf zu erfüllen. Leider aber gab es schon damals™ für Inkompetenz keine Konsequenzen mehr. Selbst wer das Studium schmiss, durfte bleiben.

Mein erstes Kristallweizen trank ich als Schüler im „Schwarzen Kater“ in der Lammgasse, damals™ ein beliebter Schülertreff. Studenten gab es nur auf der Durchreise oder hinterm Tresen, zum Studieren mussten wir mindestens nach Heidelberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Würzburg oder Tübingen ausweichen.

Es gab noch das eine oder andere Kristallweizen im „Schwarzen Kater“, manchmal gab es sogar eine Mitfahrt mit einem klapprigen R4.

Ab 1984 trank ich mein Weißbier in München, später wurden es dann Kölsch in Köln und weitere Biere im Rest der Welt.

Aber ab und zu, wenn ich heute noch durch die Lammgasse schlendere, denke ich an diese kleine Kneipe um die Ecke. So habe ich diesbezüglich gleich mal bei Thomas Aurich nachgefragt, denn er hatte wohl Ende 1980 dort angefangen, und während ich diese Zeilen schreibe, eine Antwort von ihm erhalten. Wir dürften uns damals™ bereits begegnet sein, ohne uns aber schon zu kennen.

Seine Erinnerung: Witzige Kneipe. Eröffnet von Konny Freyer und Reinhold Munz. Davor war es die Weinstub der Familie Störzbach, die „Schwarze Katz“. Als er dort begann, war aber nur noch Reinhold Munz der Pächter. Alles voll mit Antiquitäten. Drei Zielgruppen auf 60 Quadratmetern, heute undenkbar. Am Tresen Studenten, am Stammtisch Aborigines, im Gastraum Schüler. Nach 14 Tagen war er dort Geschäftsführer. Ende 1981 ging er bereits aber ins Praxissemester nach Korsika. 

Als er von dort zurückkam, war der „Schwarze Kater“ an Ede Wolf verpachtet. Sein damaliger Chef Reinhold Munz wollte mit ihm als Partner die Altstadt in Angriff nehmen. 

Das Haus in der Lammgasse wurde kurz darauf verkauft, wobei der neue Besitzer die Pacht mehr als verdoppelte. Alle Nachpächter hatten kein Glück und so wurde der „Schwarze Kater“ ein Teil der Heilbronner Geschichte.

Ich trinke jetzt doch noch ein Kristallweizen auf diese kleine Kneipe und bin einmal gespannt darauf, ob meine Leser sich ebenfalls daran erinnern können.