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25.6.02026 4.6 (9)

Beitragsfoto: Suchbild

Sommer

Schon als Jugendliche in den 1970er-Jahren wurden wir darüber informiert, dass sich unser Klima ändern wird. Und schon damals sagte man uns, dass man diese Entwicklung nicht mehr stoppen, sondern nur noch etwas abmildern könne.

Deshalb waren die etwas mündigeren unter uns bemüht, politisch auch in dieser Richtung etwas zu verändern. Ich kämpfte als Teenager u. a. für Katalysatoren, Kernkraftwerke, mehr Wald- und Umweltschutz. Ich war u. a. gegen Kohlekraftwerke und die weitere Zersiedelung unseres Landes. Die große Mehrheit von uns war für Villen, große Autos, viel Urlaub und noch mehr Konsum.

Zu meinem Glück mag ich höhere Temperaturen und fühle mich dabei pudelwohl; bin auch schon in Wüsten gelaufen. Leid tut es mir gerade um unsere Tier- und Pflanzenwelt, für meine Mitbürger habe ich weniger Verständnis. Man bekommt, was man bestellt. Der Bauplan für die Villa im Naturschutzgebiet ist bestimmt schon eingereicht, der nächste 12 Zylinder-SUV geordert und im anstehenden Urlaub schippert man mit der Aida um Australien.

Heute war ich in einem sehr großzügigen Büro zu Gast. Es fehlte nur noch ein Ventilator an der Decke, um so richtig Urlaubsstimmung und eine kleine erfrischende Brise aufkommen zu lassen. Meine Nachfrage ergab, dass sowohl eine Klimaanlage als auch Hitzefrei beantragt worden seien.

Nun haben wir endlich den erwünschten richtigen Sommer, den es bereits in den 1970er-Jahren früher einmal gab!

Und schon ist es wieder nichts. Es könnte durchaus auch an uns Menschen liegen.

Vermischtes

Von einer Preisverleihung zurückkehrend gerade noch gemerkt, dass heute ein ganz besonderer Tag ist. Nun mal schauen, wie ich die Kuh noch vom Eis bekomme.

Das heutige Bild ist ein Suchbild geworden. Es ist ein klein bisschen komplizierter als sonst, denn die dafür Verantwortlichen suchen nun bereits seit drei Jahren nach dem Fehler. Und selbst die dortigen Anwohner haben zumindest eine ausgewachsene Leseschwäche, alternativ kommen diese allesamt vom Stamm Scheißegal.

Und so würde ich mich freuen, wenn wenigstens ein paar Leser aus der Region den Fehler finden. Wer lesen kann, hat eindeutig Vorteile — in manchen neuen Ländern darf man dann sogar schwimmen gehen.

Vor Jahren habe ich der Stadtverwaltung vergebens vorgeschlagen, in unseren Bädern Schilder aufzuhängen, die in den bekannteren Sprachen erklären, wie man sich in Mitteleuropa wäscht und wie man eine Toilette benutzt. Das war ein Fehler, denn heute weiß ich, wer sich nicht richtig waschen kann, der kann auch nicht lesen — das wussten die städtischen Verantwortlichen schon länger.

Verfassungsfeinde

In unserer Demokratie ist es mehr als schwer Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Faule sind maximal eingeschränkt Leistungsbereite. Dumme sind schon etwas länger emotional sehr intelligent. Und in unserer Berufswelt geht ohne Euphemismen überhaupt nichts mehr.

Selbst ein auf frischer Tat gefilmter und in den Medien präsentierter Totschläger ist dies nur vermeintlich. Verbrecher gibt es nicht einmal mehr in unseren Gefängnissen, es handelt sich hierbei nur noch um potentielle Justizirrtümer. Deshalb verwundert es auch nicht weiter, dass jene, die unsere Verfassung lauthals ablehnen, die Grundlagen unserer Gesellschaft zu tiefst verachten und deshalb auch schnellstmöglich beseitigen möchten, sich ausdrücklich nicht als Verfassungsfeinde verstehen — denn wir alle wissen doch, dass dies nicht geht, „da Deutschland zum einen nicht existiert und zum anderen schon gar keine Verfassung hat“. Das Grundgesetz ist doch nur „ein von den Alliierten aufgezwungenes Diktat, welches die reine deutsche Seele und selbstverständlich auch ein paar Arier vergewaltigen soll“.

Fragt man einen Vergewaltiger, dann ist dieser in seinem ureigenen Verständnis auch keiner. Und so ist es naheliegend, dass man sich von Anfang an auf für alle verbindliche Kriterien festlegt, um Dinge beim richtigen Namen nennen zu können. Dies hat man 1949 in der Sache „Verfassung“ bereits gemacht.

Vor Kurzem hat sich die Gesellschaft für Freiheitsrechte, ein 2015 gegründeter gemeinnütziger Verein, Gedanken darüber gemacht, ob die AfD nach Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes verfassungsfeindlich ist.

(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.

(2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.

(3) Parteien, die nach ihren Zielen oder dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgerichtet sind, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen. Wird der Ausschluss festgestellt, so entfällt auch eine steuerliche Begünstigung dieser Parteien und von Zuwendungen an diese Parteien.

(4) Über die Frage der Verfassungswidrigkeit nach Absatz 2 sowie über den Ausschluss von staatlicher Finanzierung nach Absatz 3 entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

(5) Das Nähere regeln Bundesgesetze.

Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (23.05.1949)

Es geht hierbei allerdings nicht darum, ob sich ein Nazi auch als Nazi fühlt oder gar so viel Mumm hat, dass er zu seiner Überzeugung auch außerhalb von Stammtischen und Feuerringen steht, sondern alleine darum, ob wir Bürger einen Antidemokraten zurecht als Verfassungsfeind benennen dürfen oder nicht.

In seinem Gutachten hat der Verein 2,9 Millionen Social-Media-Posts, 77 000 Parlamentsdokumente, 55 000 Pressemitteilungen ausgewertet und auf dieser Grundlage die AfD nach wissenschaftlichen Maßstäben juristisch untersucht. Der Verein kommt zum Ergebnis, dass alleine aufgrund dieser ausgewerteten Dokumente die AfD verfassungswidrig im Sinne des Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes ist.

Allerdings möchte sich der Verein nicht soweit festlegen, dass die AfD auch ohne Wenn und Aber eine Nazi-Partei wäre; dafür halten sie die ausgewerteten Dokumente nicht für ausreichend.

Auch wenn es manchem meiner Leser nicht gefallen dürfte, bin ich weiterhin fest davon überzeugt, dass Nazis Nazis sind und habe nun eine weitere Begründung mehr, um weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen AfD-Mitgliedern Hausverbot zu erteilen.

Da ich Familienmitglieder — auf die ich nicht stolz bin — hatte, die bis zuletzt Treu zur Fahne standen, darunter auch ein hochrangiger SS-Führer, finde ich die Scheinheiligkeit viel zu vieler AfD-Mitglieder und Wähler nur noch erbärmlich. Diese Mitmenschen erreichen nicht einmal mehr die Moral eine KZ-Turmwärters; sie kommen erst so richtig aus den Löchern und hinter Steinen hervorgekrochen, wenn der „Endsieg“ erreicht ist — winken dann aber bestimmt ganz heftig mit ihren Parteibüchern.

Und vielleicht wäre es schon alleine deshalb angebracht, die AfD nicht als Nazi-Partei zu benennen, denn der Führer würde im Grab rotieren. Vielleicht aber ist dies seine ganz persönliche Hölle, nämlich, dass er heute nur noch solche Nachfolger hat. Und so kann man wohl auch ganz gut verstehen, dass er als Parteivorsitzender bereits zu Lebzeiten einen Aufnahmestopp befohlen hat. Seine totalitaristische Ideologie zieht wirklich nur noch die Letzten der Allerletzten an.


Fediverse Reactions
Mädchen mit Masken

Epstein-Akten 5 (4)

Beitragsfoto: Mädchen mit Masken | © Gerd Altmann auf Pixabay

Eigentlich nicht mein Thema, denn Pädophilie gehört zu uns Menschen wie der Nationalismus offensichtlich auch, zumindest aber wird die Menschheit beides nicht so schnell wieder los. Manche von uns erinnern sich noch daran, als die damaligen Grünen die Pädophilie im Grundgesetz verankern wollten und zum Glück nur die Heilpraktiker in Baden-Württemberg hoffähig bekamen.

Wer als Politiker glaubt, die Menschheit durch eine Rückkehr in ganz dunkle Zeiten bekehren oder sogar nach vorne bringen zu können, der war schon immer fehl am Platz — dies trifft auch für die aktuelle Regierung zu.

Wenn nun aber sogar Sicherheitspolitiker des Deutschen Bundestags fordern, dass die deutsche Staatsanwaltschaft Ermittlungen zum Fall Epstein aufnimmt, dann ist die Kacke wirklich am Dampfen!

Und so ist der Fall Jeffrey Epstein kein gewöhnlicher Fall von Kriminalität mehr, sondern wohl Bestandteil eines weltweiten Netzwerks zu noch viel schlimmeren Dingen als Kinder und Jugendliche sexuell auszubeuten.

Schon alleine die Prominenz der bisher bekannten Mitkriminellen lässt aufhorchen, welche sich inzwischen nicht nur auf US-Präsidenten oder das britische Königshaus begrenzt, sondern nun auch europäische Staatschefs mit einbezieht. Wobei wir Deutschen schon immer wussten, dass wir bisher doch so einige Abgeordnete bis hin zu Regierungschefs hatten, die sehr gerne mit kleinen Mädchen oder Buben herumspielen. So lange dies immer wieder sehr beklagenswerte Einzelfälle waren und man hoffen durfte, dass die dabei ertappten Volksvertreter wenigsten aus ihren Ämtern schieden, konnte man dies noch als „normal“ ansehen.

So aber entpuppt sich so langsam aber sicher ein kriminelles weltverschwörerisches Netzwerk, das nicht nur Politik und Prominenz mit einbezieht, sondern auch Wirtschaftsbosse, Banker und sonstige illustre Gestalten.

Manche von uns dürften sich schon lange gefragt haben, wie Donald Trump überhaupt die Deutsche Bank dazu bekam, ihn immer wieder mit Milliardenbeträgen zu versorgen und diese Bank es sogar geschafft hat, zumindest Teile seiner Schulden auf uns Steuerzahler zu übertragen. Es war schon immer gut, wenn man gegen Kriminelle ermittelt, dass man dabei dem Geld folgt und so wäre es bestimmt eine gute Idee, das Privatleben der Deutschbanker einmal etwas näher zu durchleuchten.

Diese ganze Angelegenheit ist schon schlimm genug und für mich dabei nicht begreifbar, warum auch so viele Frauen mitspielen, aber mit der Ankündigung der polnischen Regierung, dass man nun den Fall Epstein mit der russischen Regierung in Verbindung bringt, enttarnt sich so langsam aber sicher ein von Russland über Jahrzehnte hinweg geplantes Netzwerk zur Zerstörung der westlichen Welt, das militärisch betrachtet sehr gut in die weitere russische Kriegsführung passt! Eine hybride Kriegsführung at it’s best!

Selbst wenn man diesen Angriff auf die freie Welt noch abwehren können wird, sind unsere Kultur und unsere Gesellschaften so stark beschädigt, dass es Jahrzehnte dauern wird, um unsere Demokratien wieder glaubwürdig zu machen.

Von Anbeginn an haben wir Demokraten die Widerwärtigkeit und die Verve unserer politischen Gegner völlig unterschätzt. Wir haben zwar deren Vorgehensweisen in Romanen, Spielfilmen und Fernsehserien verarbeitet, daraus aber für die reale Welt keine Konsequenzen gezogen.

Wir Demokraten auf der ganzen Welt müssen so langsam aber sicher mit dem Aufräumen beginnen! Diese Aufgabe alleine noch an ein paar Volksvertreter zu delegieren, dürfte inzwischen viel zu kurz gesprungen sein. Einfach nur völlig angewidert in der Ecke zu stehen und nach bequemeren Alternativen zu suchen, ist dabei absolut fehl am Platz!

Der völlige Irrweg wäre es, wenn wir das Aufräumen dann sogar noch an die Verursacher allen Übels delegieren, was genau das Ziel der Totalitaristen ist! Damit hätten diese nämlich den Krieg zwischen Diktatur und Demokratie gewonnen! — dies auf sehr lange Zeit!

Und so kann ich diese Initiative der Sicherheitspolitiker im Deutschen Bundestag voll und ganz unterstützen. Es darf dabei aber nur der Anfang der notwendigen Aufräumarbeiten sein!


Lesezeichen

Trump, Musk und Putin 5 (2)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Konrad Schuller | Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Trump spielt nicht in der gleichen Liga wie Musk und Putin“ – Ein Interview mit Timothy Snyder (zuletzt aufgerufen am 31.1.2026, 11.05 Uhr)

„Der amerikanische Historiker Timothy Snyder zieht Parallelen zwischen Trumps Führungsstil und dem Dritten Reich. Doch es gebe auch Verbindungslinien zu Putin. …

Hitler hatte damals dezentralisierte Polizeikräfte in einem Bundesstaat, und er hatte mit SA und SS paramilitärische Kräfte. Dann gelang es ihm, mit dem Reichssicherheitshauptamt eine Machtpyramide zu schaffen, in der das alles unter einheitliche Führung kam. Das ist ein wichtiger Bestandteil von Regime Change, und wenn wir hinschauen, erkennen wir ein Muster. Trump versucht das Problem zu lösen, indem er sagt, die Grenze der Vereinigten Staaten müsse im gesamten Staatsgebiet verteidigt werden. …

Weil es ein Hitlergruß war. Es ist schon lustig zu beobachten, wie manche versuchen, sichtbare Dinge nicht zu sehen. …

Und ob Deutschland seiner Bedeutung gerecht wird, hängt jetzt ganz konkret davon ab, was es für die Ukraine tut. Ob es der Ukraine genug Waffen gibt, ob es seine Industrie auf die Herstellung dieser Waffen ausrichtet und ob es Russland daran hindert, Öl und Gas zu exportieren. …

Wenn die Deutschen das besser verstehen würden, würden sie auch besser verstehen, was Russland gerade in der Ukraine tut. Dann würden sie vielleicht auch verstehen, wie die Sympathien der AfD für Russland mit einer unvollständigen Erinnerung an die Naziherrschaft zusammenhängen.“


Ein sehr lesenswertes Interview!

Es dürfte für die ersten Leser noch in Gänze zur Verfügung stehen.