Beitragsfoto: Winterlandschaft | © Pixabay

3.12.02021 5 (3)

Mit Ansage

Da es sich so langsam abzeichnet, dass in der kommenden Bundesregierung doch nicht alle Parteipolitiker, die halbwegs in ihren Parteien etwas zu sagen haben, mit Minister- oder Staatssekretärsposten versorgt werden konnten, werden wohl noch in der selben Legislaturperiode die Herausforderungen für unser Land so groß werden, dass man mit einem neuen Ministerium oder wenigstens mit weiteren zusätzlichen Staatssekretären rechnen werden kann.

Ich lasse mich aber sehr gerne eines Besseren belehren.

Innenstadt

Erfreulich, dass die Verantwortlichen auch einmal darüber reden, und zwar einmal so motiviert, dass die Heilbronner Stimme (3.12.2021: 28) sogar darüber berichtet. Aber nein, es ist kein Problem wegen der Trinker oder Drogensüchtigen. Diese sitzen meist nur in der Gegend herum und belästigen auch keinen, ganz im Gegensatz zu den verstärkt auftretenden Bettlerhorden.

Als leidgeplagter Heilbronner betone ich nochmals, dass es in erster Linie ein Problem der Sauberkeit und der Ordnung ist. Und ja es ist das Problem unserer Stadtverwaltung, und hier ganz besonders das des Ordnungsamtes, deren Angestellte sich beharrlich weigern, ihren Job zu machen!

Meine jahrzehntelange Erfahrung lässt mich behaupten, dass man das Problem nicht dadurch löst, indem man weiteres Personal einstellt, das seinen Pflichten dann ebenfalls nicht nachkommt. Auch nutzt es nichts, nun, wie es einige Stadträte und unsere Verwaltungsspitzen so gerne hätten, noch mehr Berater und noch mehr Experten etwas verdienen zu lassen. Die Aufgaben des öffentlichen Dienstes sind andere als nur „Parteisoldaten“ oder -spender sowie Familienangehörige in Lohn und Brot zu bekommen.

Auf jeden Fall aber ist es schon einmal gut, dass sich nunmehr der Gemeinderat mit der Problematik beschäftigt, was, wenn die Stadtverwaltung professionell geführt würde, übrigens nicht nötig wäre. Aber darauf kommt es bei uns ja nicht an.

Und jenen Stadträten, die jetzt wieder einmal so schön populistisch „Wohlfühlzonen“ fordern, rate ich einmal nachzufragen, wann endlich z. B. die Turmstraße saniert wird — nach über 60 Jahren (!) bloßen Versprechungen, wäre es vielleicht einmal an der Zeit?

Schleusen

Die Lage am Neckar war schon immer der Heilbronner Standortvorteil überhaupt. Ohne die dortigen Neckarfuhrten und die Kreuzung zweier „europäischer Fernwege“ wäre unsere Stadt wohl nie entstanden. Mit Beginn der Industrialisierung konnte Heilbronn diesen Vorteil voll und ganz ausspielen, indem wir vor Ort Wasser, Schiene und Straße bestens miteinander verknüpften.

Heute ist dies leider nicht mehr so. Hafen und Hafenbahn dämmern immer weiter vor sich hin und selbst deren Anschluss an die beiden Autobahnen könnte durchaus optimiert werden. Wenn man das Ganze wieder auf den Stand der Technik bekäme und bereit wäre, auch wieder die tatsächlichen Bedarfe zu bedienen, könnte man Heilbronn erneut einen gewaltigen Aufschwung bescheren. Denn dann wäre ein effizienter Umschlag von Wasser, Schiene und Straße, der dazu noch über gute Lager- und Kommissionierungskapazitäten verfügt, der Garant für etliche neue Arbeitsplätze und einen über Jahrzehnte gesicherten Wohlstand.

Der Bund legt diesbezüglich schon einmal vor — wahrscheinlich aber wegen Stuttgart (!) — und möchte bis 2050 die Neckarschleusen für eine 135-Meter-Schiffe-Kapazität ausbauen. Wenn man sich das etwas näher ansieht, plant der Bund bis 2050 die Neckarschleusen zu 50 % für 135-Meter-Schiffe auszubauen. Und wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die bereitgestellten Gelder eher in Radschnellwege und weitere, noch weniger notwendige, Vorhaben fließen, muss man davon ausgehen, dass der Neckar wohl erst ab 2150 wieder zu einer wirtschaftlichen und vor allem dabei auch umweltverträglichen Verkehrsachse wird.

Aber denken wir einmal positiv und hoffen, dass wir demnächst Politiker wählen werden, die tatsächlich an Wirtschaft und Umwelt denken und entsprechend auch den Ausbau von umweltverträglichen Verkehrswegen fördern und beschleunigen. Dann könnte es sogar — es wäre wahrlich kein Hexenwerk — geschehen, dass der Neckar tatsächlich bis 2050 in Gänze für zeitgemäßen Gütertransport zur Verfügung stünde.

Dies in Betracht ziehend, müssten wir Heilbronner jetzt darüber nachdenken, wie wir in Heilbronn wieder Straße, Schiene und Wasser bestmöglich miteinander verknüpfen und dazu auch Gebiete vorhalten bzw. vorsehen, wo künftig Arbeitsplätze für Lager- und Kommissionierung entstehen können — alleine schon der Umwelt zuliebe gleich vor Ort und nicht irgendwo in der Pampa.

Wenn wir dies jetzt unterlassen, dann fahren ab 2050 auch die 135-Meter-Schiffe winkend an Heilbronn vorbei.

Website des Tages

Neckarausbau

Die Binnenschifffahrt verbraucht im Vergleich zum Lastkraftwagen weniger Energie und kann größere Mengen transportieren. Kurzum: Sie entlastet unsere Straßen. Der Ausbau der Schleusen ist damit ein wichtiger Baustein für das Erreichen der Klimaziele.“ (Winfried Hermann)

Geburtstag des Tages

Jean-Luc Godard


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

15.10.02021 5 (2)

Foto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Weblog

Kaum habe ich mein Weblog wieder etwas aufgeräumt und schon entdecke ich neue Spielereien, die ich nun unbedingt auch ausprobieren möchte. Ich erledige das wie immer direkt vor Ort und nehme dabei in Kauf, dass es auch schiefgehen kann.

Der interessierte Leser wird in den kommenden Tagen wohl die eine oder andere Änderung hier im Blog bemerken. Und wenn diese mir nicht mehr gefallen, sind sie bald auch wieder verschwunden.

Sollten Sie die eine oder andere positive Änderung bemerken, dann lassen Sie mich dies bitte wissen. Denn ich freue mich, wenn auch anderen dieses Weblog gefällt.

Gerberstraße

Die nordwestliche Innenstadt ist spätestens seit Umwandlung der Sülmerstraße zur Fußgängerzone ein Problem. Der große Wurf, nämlich auch die Turm- und Lohtorstraße zur Fußgängerzone zu machen und die Stadt damit besser an den Neckar anzubinden, blieb bis heute aus.

Mit der Ausweisung der Unteren Neckarstraße als Fußgängerzone wurden Lammgasse und Gerberstraße sogar zu trennenden Bändern und mit der Schließung der Kranenstraße zur heimlichen Rennstrecke für Menschen mit Ortskenntnis.

Deshalb freut es mich, dass nun zumindest im Gemeinderat von einigen Stadträten zielführende Lösungsvorschläge mit ins Spiel gebracht werden.

Auf jeden Fall muss die Paula-Fuchs-Allee so schnell wie möglich realisiert und auch die neue Kranenstraße darf nicht länger verzögert werden. Damit wird, wie schon seit Jahren versprochen, eine große Entlastung der nördlichen Innenstadt erreicht werden können.

Schon sehr schnell kann man Lohtorstraße und Turmstraße in Gänze zu Fußgängerzonen umwidmen und — wie bereits von mir erwähnt und in Stuttgart gut gemacht — nicht nur einzelne Fußgängerstreifen in der Gerberstraße und der Lammgasse zu schaffen, sondern diese Straßen, dort wo sie von Ost nach West gequert werden, in Gänze zur Fußgängerübergängen zu machen.

Die Schaffung einer Quartiersgarage halte ich für utopisch und baue darauf, dass sich „mein altes Viertel“ sehr schnell zu einer sehr attraktiven Wohngegend entwickeln wird, wo Menschen nicht unbedingt eigene Autos als Verkehrsmittel haben wollen.

Und spätestens wenn diese Ideen umgesetzt sind, werden sich auch wieder sehr attraktive Ladengeschäfte in der Gerberstraße und der Lammgasse ansiedeln, zumal diese dann zudem auf „Autokunden“ bauen können und beide Straßen dann die Sülmerstraße und die Untere Neckarstraße sowie die Verbindungen Turm- und Lohtorstraße nicht mehr nur trennen, sondern wieder zu einem wunderbaren Ganzen zusammenfügen.

Felsendiluviale

Die Nagelfluhfelsen (Trias- und Juragestein) in Klingenberg sind Privateigentum, und Eigentum verpflichtet nicht nur bekanntlich, sondern auch per Gesetz.

Seit 1937 sind diese Nagelfluhfelsen zwar als Heilbronner Naturdenkmal „Felsendiluviale“ (Diluvium = Eiszeit) — eines von inzwischen sechs städtischen Naturdenkmälern — ausgewiesen, was aber noch lange nicht bedeutet, dass der Steuerzahler dafür auch die notwendigen Sicherungsmaßnahmen zu tragen hat.

Mir ist es immer noch unverständlich, dass die Allgemeinheit anscheinend bereits vor Jahren diese Kosten schon einmal tragen musste und kann es auch heute nicht nachvollziehen, dass jetzt erneut, zumindest eine anteilige, Kostenübernahme durch uns Steuerzahler im Gespräch ist.

Geburtstage des Tages

Vergil, Friedrich Nietzsche, Michel Foucault und Leonhard Reinwald


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

25.9.02021 5 (1)

Foto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Wahlaufruf

So schwer wie dieses Mal ist mir noch nie eine Wahlentscheidung gefallen. Zumal sehr viele Parteien und Abgeordnete ihre Glaubwürdigkeit — wenn sie jemals eine solche überhaupt hatten — voll und ganz verspielt haben.

Aber es ist dennoch notwendig und sehr wichtig, dass wir alle wählen gehen und uns auch entscheiden — niemand hat uns je versprochen, dass dies einfach sein wird!

So habe ich mich selbst in den letzten Wochen sehr gequält und für mich meine Entscheidung getroffen. Die Erststimme gebe ich dem Kandidaten, der für mich am authentischsten und auch am glaubwürdigsten ist, nämlich Michael Georg Link.

Bei der Zweitstimme war es dann schon schwieriger, denn hierbei muss man auch Koalitionen mit berücksichtigen und kann dabei keinen Koalitionsaussagen der Parteien mehr vertrauen.

Und so habe ich mich gestern nun entschieden und werde auch meine Zweitstimme abgeben. All jenen, die dies mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren können, rate ich, dann wenigstens ihre Erstimme zu vergeben.

Und wenn Sie auch dies nicht mehr mit Ihrem guten Gewissen vereinbaren können, bitte ich Sie dennoch wählen zu gehen und ihre Stimmen ungültig zu machen.

Denken Sie bitte daran: Wählen ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch Bürgerpflicht!

Problemviertel

Seit ich lesen kann bin ich daran gewöhnt, dass die Heilbronner Stimme die nördliche Innenstadt sehr gerne schlecht schreibt, aber diese nun als Problemviertel zu bezeichnen, übertrifft bisher alles bisher Dagewesene.

Denn die nördliche Innenstadt ist mit das attraktivste Viertel Heilbronns und könnte durchaus weiter an Attraktivität gewinnen. Dazu muss man nur die Lothorstraße und die Turmstraße in Gänze zur Fußgängerzone umwandeln — was bereits seit der Zeit der ersten Fußgängerzone in Heilbronn gefordert wird. Leider standen bisher die Einzelinteressen mancher Stadträte dieser Forderung entgegen. Und noch heute muss man sich entgegen jeglicher Erfahrung anhören, dass Fußgängerzonen schlecht für den Einzelhandel seien; diese sind nur dann schlecht für den Handel, wenn sie, wie in Heilbronn, verwildern.

Auch die Forderung nach Parkausweisen ist schon etwas älter und durchaus zu befürworten. Die Forderung nach Quartiergaragen ist allerdings gerade von jenen heuchlerisch, die selber beständig eine Verkehrswende einklagen.

Gerade die wenig vorhandenen Parkplätze — wenn man einmal die ganzen Hoch- und Tiefgaragenplätze außer Acht lässt — bieten eine große Chance, dass sich die nördliche Innenstadt neu erfindet, indem sie Bewohnern einen attraktiven Lebensraum bietet, die nicht unbedingt mit dem SUV einkaufen fahren müssen.

Bei der Forderung der Anwohner nach mehr Grün, bin ich allerdings etwas verwirrt, denn als ich selber noch dort wohnte, war es gang und gäbe, dass sich alle Anwohner mit Blumenkübeln, Blumentrögen, Blumenkästen und rankenden Gewächsen gegenseitig einen Wettbewerb lieferten.

Meine eigenen aktuellen Versuche, zwei Pflanzentröge in der nördlichen Innenstadt am Leben zu erhalten, werden durch die heutigen Bewohner beständig behindert, indem diese es sich nicht nehmen lassen, die Tröge als Müllbehälter zu missbrauchen.

Dabei könnten die Bewohner durch etwas Eigeninitiative die nördliche Innenstadt erneut zum Blühen bringen — leider werden diese nur noch dann initiativ, um von anderen Dinge zu fordern anstatt selbst etwas zur Veränderung beizutragen.

Folgenlos

Ich erinnere mich noch genau daran, wie, auf einem Neujahrsempfang in Heilbronn, ein ehemaliger Bundesminister damit geprahlt hat, dass er neben seiner Ministertätigkeit noch das Unternehmen seiner Frau geführt habe, da „diese dazu nicht ganz in der Lage gewesen wäre.“

Vor lauter „Spässchenmachen“ hat er wohl ganz vergessen, dass er noch als Minister mehrere Eide geschworen hatte, nämlich darüber, dass er nicht wusste, dass seine Ehefrau überhaupt so eine Firma hätte.

Und mit diesem Ministerschwur war es dann auch völlig korrekt, dass sich diese Firma an unseren Steuergeldern dumm und dämlich verdienen durfte.

Übrigens, dieser ehemalige Minister erhielt für „seine Leistungen“ tosenden Applaus und die volle Anerkennung vom größten Teil des Publikums. Die vielbeschworene „geistig-moralische Wende“ hat wohl vielen von uns die letzten Hirnzellen geraubt.

Und im Falle, dass sich die gestrigen Feststellungen und Aussagen von Jan Böhmermann [Video verfügbar bis 23.12.2021] als richtig herausstellen, werden wohl erneut Minister für ihre oder die ihrer Mitarbeiter kriminellen Machenschaften nicht belangt — das hat inzwischen System.

Website des Tages

TargetLeaks

Wie die Parteien geheime Daten für ihren Wahlkampf bei Facebook nutzen.“

Geburtstag des Tages

William Faulkner