Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

Intellektuelle

Gerade schreiben wieder einmal und dies sehr pressewirksam „Intellektuelle“ jeglicher Art öffentliche Briefe hin und her, so dass man fast schon von einer neuen Definition, was ein Intellektueller eigentlich ist, sprechen kann, nämlich, dass Intellektuelle einfach nur Menschen mit einem gehörigen Aufmerksamkeitsdefizit sind.

Anscheinend hat Henri de Saint-Simon erst den Begriff Intellektueller und dies mit seinem Buch „Du système industriel“ (1821) geprägt; davor war die Welt wohl vor Intellektuellen jeglicher Art geschützt.

Dabei hat der Begriff Intellektueller auch nur deswegen für viele Mitbürger so einen hohen Stellenwert, weil er etwas mit Intelligenz zu tun haben könnte. Und seit die Intelligenz emotional wurde, hat das Ganze nun auch etwas mit dem Bauchgefühl zu tun — also essen und trinken. So sind wir letztendlich wohl alle Intellektuelle und ganz besonders jene, die gerne offene Briefe an Kanzler schreiben. Auf die Inhalte kommt es dabei auch gar nicht mehr an.

Übrigens, „Provinz ist da, wo man Lehrer zu Intellektuellen zählt“ (Andreas Rebers, 6. September 2017) und hinter dem Mond lebt man genau dort, wo Intellektuelle offene Briefe an Kanzler schreiben. Jean-Paul Sartre hatte das aber bereits viel besser formuliert: „L’intellectuel est quelqu’un qui se mêle de ce qui ne le regarde pas.“ (Plaidoyer pour les intellectuels, 1972: 12).

Lesepate

Mittwochs bin ich meist als Lesepate unterwegs und erlebte heute besonders agile Schüler. Wenn man diese jungen Mädels und Burschen so über ein paar Monate miterleben darf, erkennt man auch so langsam aber sicher die einen oder anderen Fortschritte in deren schulischer Entwicklung.

Ich halte das Leseverstehen dabei immer noch als eines der wichtigsten schulischen Ziele in der Grundschule und hoffe, dass zumindest die Schüler, die ich mit betreuen darf, dieses Ziel am Ende der vierten Klasse auch erreicht haben werden.

Auf jeden Fall setzt „meine“ Klassenlehrerin alles daran, dass dem auch so sein wird. Wenn jetzt noch die Eltern mitziehen, besteht durchaus Hoffnung.

Stammtisch

Stammtische sind eine feine Sache, vor allem dann, wenn sich dort auch jene treffen, die zuvor zusammen etwas auf die Beine gestellt haben. Zum gestrigen Europastammtisch kamen zum ersten Mal auch Mitglieder einer neuen proeuropäischen Partei mit hinzu und haben sich ganz ungezwungen an den Diskussionen beteiligt.

Auch konnten sich die etwas aktiveren Vereinsmitglieder während des Stammtisches zusätzlich noch über die kommenden Vorhaben austauschen und dabei weitere Feinabsprachen treffen — schön, wenn man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann.

Und so ganz nebenher konnten wir dann auch noch die eine oder andere Kuh vom Eis holen. Damit war auch dieser Europastammtisch wieder einmal ein Erfolg.

Und heute Abend freue ich mich bereits auf das Treffen der Freien Wähler, welches auch immer monatlich und zwar am ersten Mittwoch im Monat stattfindet; diesen Monat sogar als Mitgliederversammlung.


Geburtstage des Tages

Audrey Hepburn und Keith Haring

Experimenta

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Experimenta | © Shutterstock

Kriegstourismus

Mit zum Widerlichsten was ich jemals erleben musste, gehörten die vielen Kriegstouristen, die immer wieder in den Einsätzen auftauchten. Dazu muss es nur halbwegs ruhig sein und sich zumindest ein Luxushotel in der Nähe befinden, dann gibt es kein Halten mehr und die Kriegstouristen geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand. Wenn dann noch das Wetter mitspielt, sind sämtliche Soldaten damit gefordert, diese Menschen zu bespaßen, wobei auch der letzte Honk einen gerne wissen lässt, dass er der IBUK oder zumindest sein rechtmäßiger Vertreter sei.

Und wenn Sie jetzt glauben, dass nur ein einziger Kriegstourist Interesse an der Situation oder gar an uns Soldaten hat, haben Sie sich gewaltig getäuscht. Diese Kriegstouristen kommen nur wegen der Bilder für zuhause — sehr gerne „mit Negern“ (O-Ton eines deutschen Diplomaten 2010) — und möchten damit ihren Wählern und ihrem Klientel daheim ihre Bedeutung und Wichtigkeit darstellen.

Damit sich die Reise für die Kriegstouristen auch lohnt, werden von diesen, wenn vorhanden, sämtliche Einkaufsmöglichkeiten der Soldaten, da meist steuerfrei, geplündert und etwaige Touristen-Attraktivitäten müssen vom Militär gesichert werden, damit der Tourist auch diese gleich noch mitnehmen kann. Und wirklich wichtige Kriegstouristen lassen sich ihre Einkäufe dann auch noch von der Bundeswehr direkt nach Hause liefern.

Wie wir es nun auch im Zuge des Ukrainekrieges — jetzt, wo Kiew wieder halbwegs sicher ist — erleben müssen, hat nun auch dort der Kriegstourismus begonnen und noch in diesem Jahr wird alles dort gewesen sein, was sich halbwegs selbst für wichtig hält.

Ohne Frage, jeder dieser Helden wird dabei vorab vor den Gefahren für das eigene Leben möglichst persönlich vom BND oder BKA gewarnt worden sein, was ihn aber nicht davon abhält, sich „für Deutschland zu opfern“ und, wenn der Kriegstourist dann noch Glück oder viel Fantasie (z. B. Hillary Clinton) hat, wird er sogar noch „unter Beschuss“ kommen.

Übrigens, das ukrainische Militär ist derzeit mit der Landesverteidigung voll und ganz beschäftigt und freut sich bestimmt nicht darüber, wichtige deutsche Hinterbänkler betreuen zu müssen.

Touren

Heute stehen unter anderem zwei Transporte auf dem Programm. Als Erstes darf ich für meseno Lebensmittel einsammeln, und danach fahren wir nach Stuttgart, um eine Ausstellung nach Heilbronn zu holen. Diese wird noch am Abend bei der Stadtbibliothek abgegeben und gleich am Donnerstag Morgen aufgebaut werden.

Es ist immer wieder eine gute Sache, wenn man genügend freiwillige Helfer zusammenbekommt, um solche Dinge rein ehrenamtlich regeln zu können. Und so ist der Beginn der diesjährigen Europawoche auch ein guter Wochenstart.

Und gleich morgen treffen wir uns dann bereits zum monatlichen Europastammtisch. Wer arbeitet, der darf auch feiern.

RSS

Nachdem Detlef Stern meist die Artikel bereits vor mir gelesen hat, gibt es drei Möglichkeiten, warum dem so ist. Erstens er hat mehr Zeit, zweitens er liest schneller oder drittens er nutzt einen RSS reader. Nun habe ich auch mal wieder einen solchen bei mir installiert und lasse mir die Neuigkeiten nun per Reeder anzeigen.

Wenn das jetzt nicht klappt, dann wird er doch wohl um einiges schneller als ich lesen, was nur folgerichtig wäre, da er schon um einiges länger als ich Lesepate ist.

Geburtstag des Tages

Novalis


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

8.4.02022 5 (1)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

mesenos

Seit einiger Zeit motiviert mich meine bessere Hälfte immer wieder bei meseno vorbeizuschauen und im Treffpunkt auszuhelfen. Inzwischen bin ich nun freitags fest gebucht und kann mich in der Hausaufgabenbetreuung versuchen oder als Lesepate fungieren.

Am besten aber gefällt es mir, wenn es zu den Spiel- und Sporteinheiten kommt — nach den Hausaufgaben versteht sich. Und inzwischen kann ich auch bei den Jungs die ersten Erfolge beobachten, was sicherlich dem gesamten Einsatz des meseno-Betreuer-Teams geschuldet ist.

Und da es gleich zwei Jungs gibt, die nicht nur gerne Schach spielen, sondern auch noch ganz passabel, freue ich mich umso mehr, wenn wir wieder einmal eine Partie spielen können.

Kaum vorzustellen, wie gut die Jungs sich entwickeln könnten, gäbe es weitere freiwillige Helfer, die mit am Ball bleiben und dafür sorgen, dass fehlende familiäre Betreuung und mangelnde Kenntnisse bei den Erziehungsberechtigten voll und ganz ausgeglichen werden.

Mehr Konsequenz

Heilbronner Gemeinderäte, die sich eigentlich nicht für die Heilbronner Innenstadtprobleme interessieren, fordern jetzt in der Heilbronner Stimme (08.04.2022: 25) mehr Konsequenz. Je nach politischer Ausrichtung verteufeln sie dabei Mitbürger oder fordern noch mehr Ausgaben zugunsten ihrer eigenen Klientel.

Wir können uns unsere Mitbürger nicht aussuchen und schon gar nicht selber backen. Viele von uns können nicht einmal mehr ihre eigenen Kinder zu halbwegs anständigen Menschen erziehen. Und bei der Auswahl unserer Volksvertreter haben wir auch kein gutes Händchen.

Heike Kinkopf meint dazu, dass „das zuständige Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales und Gesundheit auf Tauchstation gegangen zu sein“ scheint. Das sieht nur danach aus, weil der OB sich überhaupt nicht für Heilbronner Belange interessiert, die verantwortliche Bürgermeisterin ungeeignet ist und insgesamt unsere entsprechenden Verwaltungsangestellten nicht durch Engagement oder der Suche nach Lösungen brillieren.

Seit ein paar Jahren schreibe ich mir hier diesbezüglich die Finger wund. Wenn wir diese, nunmehr auch von anderer Seite her bestätigte, Misere bessern wollen, dann benötigen wir eine neue Verwaltungsspitze und zumindest größere Veränderungen im Gemeinderat.

Wer glaubt, dass man etwas verändern kann, aber alles beim alten belässt, der irrt sich ganz gewaltig!

Impfpflicht

Diese Debatte mit ihrem erwartungsgemäß unschönen Ausgang zeigt eindeutig, dass sich unsere Berufspolitik nicht nur völlig erschöpft hat, sondern insgesamt nicht mehr in der Lage ist, um unser Land überhaupt noch zu regieren.

Ulrike Bäuerlein (Heilbronner Stimme, 08.04.2022: 2) bringt dies in ihrem Kommentar „Systemfehler“ eigentlich gut auf den Punkt: „Das politische System spült so auch nicht geeignete Kandidaten in höchste Ämter.“ Wobei gestern die vielen für ihren Job überhaupt nicht geeigneten Volksvertreter es zumindest erreicht haben, dass das Trauerspiel um die Impfpflicht nunmehr beendet wurde.

Das erspart nun allen Verwaltungen die erneut abzusehende Tragödie, nämlich eine Pflicht vergeblich durchsetzen zu müssen oder alternativ einfach wieder einmal nur zu ignorieren.

Kommentar des Tages

Daniel Deckers kommentiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (07.04.2022: 21.52 Uhr) ebenfalls die Wahlrechtsreform in Baden-Württemberg: Historische Entscheidungen

Zum Vergleich: meine eigene Stellungnahme vom 7. April 2022

Geburtstag des Tages

Jacques Brel