Dammgrundschule

12.2.02024 4.9 (7)

Beitragsfoto: Dammgrundschule

Frage

Die mich derzeit alles bewegende Frage ist, ob 2024 nicht noch das 1984 wird, welches wir damals gerade noch einmal so umschiffen konnten? Und selbst die New York Times lässt diese Fragestellung inzwischen immer wieder einmal anklingen.

Und in der Heilbronner Stimme finden sich immer mehr Leserbriefe, die es einem nur noch schlecht werden lassen können. Unisono verlautbaren Deutschlands Deppen und Totalitaristen, dass es bei uns keine freie Meinungsäusserung mehr gäbe, wir eigentlich bereits von einer linken Sippe regiert würden und sich die vermeintliche Bevölkerungsmehrheit „ihre“ Demokratie wieder zurückholen müsse.

Diesem totalitaristischen Endkampfgetöse schließen sich die rechts- wie linkspopulistischen Kreise selbst in unseren demokratischen Parteien nahtlos an. Sogar Spitzenpolitiker halten sich dabei wieder alle Wege offen, Antisemitismus und Wissenschaftsfeindlichkeit sind erneut hoffähig — selbst die evangelische Kirche marschiert wieder einmal im Gleichschritt mit: wenn es schon mit dem realen Sozialismus bei uns nichts wurde, dann kann man wenigstens den Juden wieder einmal die Schuld für wirklich alles in die Schuhe schieben (Heilbronner Stimme, 12.2.2024: 26 – „Zugleich vertrat sie aber die Ansicht, dass Israel die Hamas so stark gemacht habe, um keinen Frieden machen zu müssen. ‚Hätte Israel Frieden gewollt, wäre die Hamas niemals entstanden‘, erklärte die 75-Jährige.“)

Wie es schon George Orwell wusste, die neue Welt wird durch die Negierung von Fakten, der permanenten Wiederholung von Lügen und eine beschleunigte Veränderung der Sprache (Neusprech) geschaffen. Ok, ab und zu wirft man dann noch die eine oder andere Atombombe auf die eigene Bevölkerung, einfach nur, um die allgemeine Moral zu steigern.

Klasse vier

Als Lesepate für Grundschulklassen bin ich immer wieder überrascht, wer so alles eine Empfehlung für eines unserer Gymnasien erhält. Meine Erfahrung zeigt, dass aufgrund des Ideologiedrucks, der auf unseren Lehrern lastet, diese bei ihren Empfehlungen bereits schon mehr als sehr großzügig verfahren — mit den uns längst bekannten Folgen. Hinzu kommt noch, dass viel zu viele Eltern diese Entscheidungen ignorieren, egal in welche Richtung diese auch gefallen sind.

Die Leidtragenden sind aber nicht nur die betroffenen Schüler, wie es uns nun so schön in den Medien vorgegaukelt wird, sondern noch mehr die davon betroffenen Lehrer, die jeweilige Schule an sich und unsere Gesellschaft insgesamt, die damit völlig aus dem Ruder gerät. Ich behaupte dabei schon länger, dass diese schulischen Weichspüler, bei den 1968ern angefangen, die das Leistungsprinzip schon seit Jahrzehnten aushebeln, die tatsächlichen Totengräber unserer Demokratie sind.

Inzwischen gehe ich sogar davon aus, dass diese ganz bewusst unsere Demokratie zerstören wollen und dies nach dem altenbekannten Motto: „Macht kaputt, was euch kaputt macht.“

Super Bowl

Ein sonntägliches Gespräch erinnerte mich an den diesjährigen Super Bowl und führte auch dazu, dass ich tatsächlich einmal Taylor Swift gegoogelt habe. Den 58. Super Bowl verfolgte ich dann via SMS, die ich bis kurz vor 5 Uhr morgens erhielt, als die Kansas City Chiefs endlich in der Verlängerung gegen den diesjährigen Favoriten San Francisco 49ers gewannen. Ich war hin und her gerissen, da ich Fans beider Clubs kenne; selber war ich in den 1980er bis Mitte der 1990er-Jahre ein Fan der Los Angeles Raiders, wobei die Kansas City Chiefs die Favoriten meiner beiden Cousins waren.

Die Krönung des Sonntags war dann aber für mich nicht der Super Bowl, sondern ein weiteres Gespräch, welches bis in den späten Abend hinein verlief.


Heilbronn

Rückblick 2023 4.9 (11)

Beitragsfoto: Heilbronn am Abend

Dieses Mal versuche ich einmal etwas Neues, indem ich meinen Jahresrückblick mit ein paar Fotos versehe; diese sind aus einer Laune heraus ganz spontan aus dem Speicher meines Mobiltelefons entnommen und hier mit hinzugefügt. So kann es durchaus sein, dass ich später noch ein paar Fotos ergänze.

Gleich zu Anfang meines Rückblicks das Wichtigste. Die gesamte Familie ist gesund und munter. Wir werden zwar allesamt älter, sind aber weiterhin in der Lage, um damit ganz gut zurechtzukommen. Die ältesten Mitglieder entspannen sich gerade in Abano. Das am weitest entfernte Familienmitglied befindet sich in Kalifornien und wir dürfen davon ausgehen, dass dies auch kein schlechter Ort ist. Und die Jugend ist über die Festtage in Heilbronn.

Mein Vorhaben, auch dieses Jahr täglich mindestens drei Kilometer zu gehen, konnte ich nicht umsetzen. Auch nicht regelmäßig in der Woche zumindest 1 000 Meter zu schwimmen. Dafür ging es aber regelmäßig in die Tanzstunde und ein neu beschafftes Rudergerät wartet darauf, dass ich es nicht nur bestaune. Zudem scheiterte mein Vorhaben, jede Woche ein Buch fertig zu lesen.

Meine bessere Hälfte ist inzwischen weit sportlicher als ich unterwegs und führt weiterhin „ihre“ beiden Verbände. Dazu kommt noch ihr Engagement als Stiftungsvorstand bei meseno. Maximilian steht inzwischen vor seinem Master-Abschluss in München, findet weiterhin Zeit, um als Notfallsanitäter Menschenleben zu retten, hat jüngst als Jungjäger seinen ersten Bock geschossen und auch noch fast en passant seinen ersten NATO-Lehrgang abgeschlossen. Konstantin wird demnächst seinen zweiten Master-Abschluss erzielen und schnuppert aktuell in Brüssel während eines Praktikums Kommissionsluft. Langeweile ist in unserer Familie weiterhin ein Fremdwort.

Mich halten derweil zwei Vereine, in denen ich jeweils die Funktion des Vorsitzenden begleiten darf, auf Trab. Erfreulicher Weise konnte ich mich auch in drei weiteren Vereinen etwas engagieren und ziehe für mich dabei das Fazit, dass damit mein Bedarf an Vereinsarbeit gedeckt ist — voller Bewunderung schaue ich auf jene, die es schaffen, in mehr als fünf Vereinen zeitgleich Mitglied sein zu können.

Auch wenn ich dieses Jahr etwas kürzer treten wollte, konnte ich es nicht lassen und begleitete noch ein paar Studenten in der Fakultät Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Heilbronn, las jede Woche an der Dammgrundschule Kindern vor und versuchte zudem ein wenig bei meseno auszuhelfen.

Wenn ich nun das Jahr über Revue passieren lasse, komme ich auf weit über 24 Stammtischteilnahmen, fast zwölf Kegelabende und eine ganze Menge an Gremiensitzungen. Ein paar Straßburgfahrten mit Schulklassen, Preisverleihungen im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs und weitere Fahrten oder Besichtigungen zusammen mit Vereinsmitgliedern sowie eine ganze Menge an guten Gesprächen rundeten das Ganze ab.

Gemeinsame Unternehmungen zusammen mit Freunden und Familie sorgten zudem dafür, dass ich auch auf dieses Jahr als ein für mich gutes Jahr zurückblicken darf. Mein persönlicher Höhepunkt waren dabei die Strandspaziergänge mit meiner besseren Hälfte im Mai des Jahres und zum Ende September hin die 7. Hertensteiner Gespräche, die für alle Beteiligten mehr als erfreulich verliefen.

Mein Dank geht dabei an alle, die ich dieses Jahr neu kennenlernen oder mit denen ich gar regelmäßig meine Zeit verbringen durfte. Ob im echten Gespräch oder nur im schriftlichen Austausch, ich ziehe bei allen diesen Interaktionen ein positives Fazit. Und bei den wenigen Fällen, wo es tatsächlich etwas geknirscht hat, konnte ich zumindest dabei noch etwas Neues lernen.

Aber wie schon gesagt, es sind noch alle Knochen dran, die meisten spüre ich auch und so gibt es für mich keinen Grund zum Klagen — und da ich kein Rechtsanwalt bin, ist dies ausdrücklich eine gute Sache!

Allen Menschen und ganz besonders meiner Familie, meinen Freunden, meinen Kameraden und Bekannten, meinen Mitstreitern, meinen Studenten, meinen Nachhilfeschülern, Zuhörern und auch meinen Lesern wünsche ich ein frohes Fest und das Beste für das kommende Jahr und wenn es sich nur einrichten ließe, ein wenig Weltfrieden … wenigstens so einen ganz kleinen.


Konzert

One-Hit-Wonder 4.4 (7)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Detlef Stern bringt sich beim Korrigieren von Klausuren durch Musik in die richtige Stimmung. Ich suche gerade nach der richtigen Musik, um mich auf das letzte Rundschreiben des Wochenendes vorzubereiten.

Die Bee Gees habe ich zwar schon etwas länger im Hintergrund laufen, aber dies ist bei weitem noch nicht ausreichend, um das Rundscheiben zu beginnen. Und so stöberte ich ein wenig in meinen Ablagen … und wurde fündig.

Marshall Hain und ihr Lied „Dancing In The City“ aus dem Jahr 1978. Jeder, der die 1970er-Jahre halbwegs wach erlebte, kennt dieses One-Hit-Wonder und viele fragen sich, von wem der Song eigentlich stammt, wenn er wieder einmal im Radio zu hören ist.

Die Gruppe bestand aus Kit Hain und Julian Marshall, die sich 1976 in London zusammenfanden, diesen Hit 1978 in die Charts brachten und bereits 1979 (!) wieder ihre eigenen Wege gingen.

Kit Hain ist dem einen oder anderen Lesepaten noch als Kinderbuchautorin (The Flame in the Mist) bekannt; sie lebt heute in den USA. Julian Marshall arbeitet inzwischen als Dozent; seine späteren Musikversuche waren weniger von Erfolg gekrönt.