Hunde

25.10.02025 5 (5)

Beitragsfoto: Hunde

Eine Stunde

Heute Nacht bekommen wir die Stunde zurück, die man uns im Frühjahr genommen hat, leider weiterhin ohne jegliche Zinsen. Jedes Jahr dasselbe!

Dabei wäre in einer funktionierenden Gesellschaft das Ganze schon längst wieder vom Tisch. Rein zufällig erfolgte am vergangenen Donnerstag, als wir mit Schülern im Europäischen Parlament waren, eine entsprechende Aussprache.

„Die Abgeordneten befragen Kommission und Rat, warum es noch immer keine Antwort auf den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger gibt, die saisonale Zeitumstellung in Europa abzuschaffen.

Im März 2019 hatte das Europäische Parlament dafür gestimmt, die Praxis, die Uhren im Frühjahr und Herbst jeweils um eine Stunde zu verstellen, bis 2021 abzuschaffen. Damit reagierten die Abgeordneten auf eine öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission, an der sich 4,6 Millionen Menschen beteiligten – 84 % von ihnen sprachen sich für ein Ende der Zeitumstellung aus.“

Europäisches Parlament (16.10.2025)

Der zuständige EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas betonte am Donnerstag, die Zeitumstellung sei Quell unnötiger Komplikationen, etwa im Verkehrssektor und für die menschliche Gesundheit. Sie habe inzwischen keinen Zweck mehr, sagte er bei der Aussprache im Parlament.

In der Debatte kritisierten die Abgeordneten die Untätigkeit der nationalen Regierungen. Sie unterstrichen, dass es ein klares Votum der Bürger zum Thema gebe. Parlamentsvizepräsidentin Sabine Verheyen appellierte an die Staats- und Regierungschefs, endlich auf das Europäische Parlament, die Kommission und die Bürger zu hören.

Meine Studenten wissen inzwischen, dass wer die Kosten nicht in den Griff, das mit der Zeit und den Inhalten ebenfalls nicht auf die Reihe bekommt. Und so werde ich es nicht mehr selbst erleben dürfen, dass wenigstens dieses leidige Thema vom Tisch kommt.

Vermischtes

Aktuell regen sich viele, auch ich, über den Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses auf; dort soll ein imposanter Ballsaal entstehen. Donald Trump möchte ein wenig mehr Kreml in Washington haben. Kaum einer regt sich darüber auf, dass wir Deutschen seit Helmut Kohl den größten Regierungssitz zumindest in der westlichen Welt haben. Das Kanzleramt hat derzeit gut 25 000 Quadratmeter Fläche, wird unter Friedrich Merz aber weit über 50 000 Quadratmeter Fläche erhalten.

Hier einmal zum Vergleich: 10 Downing Street (London) wird so um die 3 000 Quadratmeter haben. Der Élysée-Palast (Paris) um die 11 000 Quadratmeter. Das Weiße Haus wird mit dem Umbau vielleicht die 7 000 Quadratmeter erreichen. Meckern wir aber lieber nicht, sonst kommt unsere Regierung noch auf die Idee, das Kanzleramt mit einem ICE-Bahnhof und einem eigenen Flughafen auszustatten — hätte Jens Spahn einen guten Bekannten, der so etwas baut, gäbe es beides wohl schon etwas länger.

Ich war schon immer ein Freund des Bargelds, auch wenn ich nie selbst viel davon hatte. Einfach nur weil es einen von Banken und anderen Institutionen unabhängiger macht. Inzwischen gibt es einen weiteren Grund fürs Bargeld, der sogar noch triftiger als meiner sein dürfte: was machen die Schweden zum Beispiel, wenn das Internet nicht mehr so richtig funktioniert.

Was uns Deutschen aber völlig egal sein dürfte, dann zahlen wir einfach mit unseren Goldbarren im Keller oder greifen gleich wieder auf die D-Mark zurück, die ebenfalls fast jeder von uns noch in größeren Mengen im Sparschwein liegen hat.

Lese mal wieder darüber, dass Frauen von Anbeginn unserer Geschichte gleichwertige Krieger gewesen wären. Gewalt ist dabei sehr einfach, man übereignet dem Gegner mehr Energie als dieser verarbeiten kann. Und schon dürfte es offensichtlich sein, dass Frauen, die normaler Weise leichter und graziler als Männer sind, bei der physischen Gewalt von Natur aus schon immer benachteiligt sind — sie können die fehlende Masse nicht so einfach durch höhere Geschwindigkeit wett machen, selbst bei der besten Technik nicht. Dank Hollywood dürften wir inzwischen aber vom Gegenteil überzeugt sein, was sich nun auch auf die Wissenschaft auszuwirken scheint.

Spannender Weise kämpft man beim Boxsport weiterhin in Gewichtsklassen, diese Sportler haben einfach noch nicht genug Filme geguckt.

Abstiegsgesellschaft

Ob Kindergarten-, Schul- oder Universitätserlebnisse, von den beruflichen oder ehrenamtlichen Begegnungen ganz zu schweigen, muss ich ähnlich wie auch jüngst Daniel Marwecki attestieren, dass wir längst zu einer Abstiegsgesellschaft mutiert sind.

„Die Verrohung der internationalen Politik geht mit der Verrohung im Innern der Gesellschaft einher. … Es ist die Zeit der Vereinfacher und Falschspieler.“

Daniel MArwecki, Die Welt nach dem Westen (2025: 250)

Daniel Marwecki spricht davon , dass die Entdemokratisierung und die Entzivilisierung auch bei uns auf einen Ethnonationalismus und einen identitären Tribalismus stoßen (2025: 251).

Zudem meint auch er, dass das Ende der Mittelschicht im globalen Vergleich das Zeichen einer Abstiegsgesellschaft ist (2025: 253). Dieses Ende der Mittelschicht durfte ich selbst seit den 1970er-Jahren miterleben, anfangs stellten sich noch viele junge und politisch Interessierte vehement dagegen, nur um festzustellen, dass es völlig sinnlos war.

Nun zieht der Brain Train schon ein paar Jahrzehnte lang in die aufstrebenden Teile der Welt, dort wo man noch entwickeln, bauen und sich selbst verwirklichen kann. Zurück bleiben jene, die sich mit dem Mittelmaß begnügen, ihre Vorteile aus dem Zerfall ziehen oder einfach nur darauf hoffen müssen, dass es für sie selbst noch reichen wird, bevor in Europa die letzten Lichter ausgeblasen werden.

Die zunehmende Angst, dass man selbst nicht mehr den Luxus der Elterngeneration einfach so genießen kann, hilft den üblichen Rattenfängern, die das ehemals aufgeklärte Europa — Motor unserer Welt — in eine vermeintlich attraktive Vergangenheit führen wollen.

Wie von unseren Wissenschaftlern und verantwortlichen Politikern in den 1960er- und 1970er-Jahren noch angemahnt, führte uns unsere Vollkaskogesellschaft direkt an den Abgrund heran und die Schubser stehen längst bereit!

Die aktuelle Regierung versucht nun und wohl zum letzten Mal mit Billionen Euro an Schulden dieses Elend noch ein paar Jahre zu überdecken, nun wohl nur noch in der Hoffnung, dass sie von einem Krieg oder einer andere globalen Katastrophe von ihrer ureigenen Verantwortung befreit werden.

Wie in Frankreich auch, versucht man es bei uns schon gar nicht mehr, um durch Reformen — die man bereits in den 1970er-Jahren hätte veranlassen müssen — zumindest das eigene Land zu retten.

Die Befürchtungen von uns engagierten Jugendlichen aus den 1970er-Jahren sind alle wahr geworden, keiner kann den Klimawandel, die Verdummung oder die absolute Verantwortungslosigkeit in unserer Gesellschaft mehr leugnen! Sehenden Auges und mit einem „Sieg Heil“ auf den Lippen werden wir uns demnächst wie die Lemminge zusammen in den Abgrund stürzen.

Die üblichen Verdächtigen werden dabei wieder sehr weich landen, der Rest wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Nachtrag 26.10.2025

Wer von meinen Lesern glaubt, ich sei zu derb, zu grob und dabei noch völlig ungerecht, dem empfehle ich den folgenden Link zum Betonflüsterer. Merke: es geht immer noch besser und deutlicher!

„Das 19. Jahrhundert, in welchem der Westen den Zenit seiner globalen Dominanz erreichte, es kehrt als Weltbild zurück. Wo diese Welt aber nicht mehr existiert, wird aus dem Weltbild ein Wahnbild.“

Daniel MArwecki, Die Welt nach dem Westen (2025: 254)

Fahrradständer

4.10.02025 4.3 (7)

Beitragsfoto: Fahrradständer

Überraschung

Jüngst noch eine der zubetoniertesten Städte Deutschlands (an siebter Stelle!), darf sich Heilbronn nun ganz offiziell als Europas grüne Hauptstadt 2027 bezeichnen. Wahrscheinlich weil wir demnächst ein Gaskraftwerk mit gleich zwei Kesseln und einen davon im Dauerbetrieb bekommen — seit wir eine neue Regierung haben, ist russisches Gas der ultimative Umweltschutz, sogar noch vor der Braunkohle. Vielleicht aber auch nur, weil bei uns das mit dem gelben Sack und dem sonstigen Recycling besonders gut funktioniert [Sarkasmus] und man zudem davon träumt, dass es einmal eine Seilbahn durch die Stadt geben wird.

Besonders würdigte die Jury in Vilnius Heilbronns konsequenten Weg zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Dabei wäre es in unserer Stadt üblich, den Wandel nicht nur von oben zu gestalten, sondern uns Bürger aktiv zu beteiligen — ich hoffe jetzt nicht, dass uns die Jury, wie sonst so nördlich des Weißwurstäquators üblich, mit Hanau verwechselt hat.

Aber das mit unserer Wasserqualität hat mich nun ganz besonders gefreut, denn dann müssen wir zukünftig nicht mehr den Bodensee mit leer pumpen, was tatsächlich einmal eine Leistung wäre.

Nachtrag 5.10.2025

Heilbronn konnte die Jury davon überzeugen, dass sie über die nationalen Standards hinausgehende Umweltziele verfolgt und dies weit besser als die anderen noch verbliebenen Kandidaten Debrecen und Klagenfurt.

Die zwölf 12 Indikatoren des Wettbewerbs für eine grüne Stadt sind:

  • Innovation und nachhaltiges Wirtschaftswachstum – Unterstützung grüner Start-ups, Kreislaufwirtschaft, grüne Beschaffung.
  • Luftqualität – Maßnahmen zur Senkung der Luftverschmutzung, Einhaltung von EU-Grenzwerten, Verbesserung der Atemluft.
  • Wasserqualität und -verbrauch – Zugang zu sauberem Trinkwasser, effiziente Wassernutzung, Schutz von Gewässern.
  • Abfallmanagement und Kreislaufwirtschaft – Recyclingquoten, Müllvermeidung, nachhaltige Entsorgung.
  • Abwasserbehandlung – Kläranlagen, Sauberkeit von Flüssen, Seen und Küstengewässern.
  • Lärmmanagement – Reduktion von Verkehrslärm und anderen Lärmemissionen.
  • Grünflächen und Biodiversität – Anteil öffentlicher Grünflächen, ökologische Korridore, Schutz bedrohter Arten.
  • Klimawandel – Minderung (Mitigation) – Maßnahmen zur Senkung von Treibhausgas-Emissionen (CO₂-Bilanz).
  • Klimawandel – Anpassung (Adaptation) – Strategien gegen Hitzewellen, Hochwasser, Starkregen.
  • Nachhaltige urbane Mobilität – Förderung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Elektromobilität.
  • Energieeffizienz – Effiziente Nutzung von Strom und Wärme, Anteil erneuerbarer Energien.
  • Umweltmanagement und Governance – Integration von Umweltzielen in Stadtplanung, Monitoring, Bürgerbeteiligung.

Die Bewertungskriterien sind:

  • Bisherige Leistungen: messbare Fortschritte in den letzten Jahren.
  • Aktuelle Maßnahmen: politische Programme, Budgets, Umsetzungsstand.
  • Zukunftsplanung: realistische, ambitionierte Ziele für die kommenden 10 – 20 Jahre.
  • Bürgerbeteiligung: Transparenz, Bildung und Partizipation der Bevölkerung.
  • Vorbildwirkung: Potenzial, anderen Städten als Modell zu dienen.

The Kill Room

Aktuell sind es Komödien, die mir etwas mehr zusagen und so gönnten wir uns einen Film mit Uma Thurman, die mir bereits seit „Kill Bill“ (2003 / 2004) gefällt. Nicol Paone brachte diesen sehr unterhaltsamen Film bereits 2023 in die Kinos. Joe Manganiello gefiel mir dabei als Künstler Bagman mit seiner dunklen Seite am besten. Zu Uma Thurman muss ich nichts Weiteres sagen, denn das hat bereits Matthew Maher als Nate ganz gut hinbekommen.

Auch die Nebenrollen sind ziemlich gut besetzt, ganz besonders hat mir dabei Larry Pine gefallen. Auf alle Fälle sind die 98 Minuten Film keine Zeitverschwendung, sondern eine sehr gute Ablenkung vom Alltag — für Seneca dürfte es dasselbe sein.

Vermischtes

Heute gab es ein etwas anderes Europäisches Frühstück [kleiner Insider], bevor wir uns auf den Weg nach Stuttgart machten. Höhepunkt des Tages war dann der Besuch bei unserem Jüngsten, der ein hausgemachtes Tiramisu kredenzte. Ganz ohne Frage, Tiziana hat nun ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Schon länger habe ich keinen Wahlkampf mehr für die CDU gemacht. Die Umstände und die aktuelle Kandidatin machen dies für mich aber alternativlos. Es gibt zwar eine Alternative, die tatsächlich auch von völlig falsch abgebogenen CDUlern unterstützt wird, letztendlich aber keine ist. Den dabei völlig falsch Abgebogenen gebe ich zu bedenken, dass man als Parteisoldat nicht wirklich alles, was keinen Anstand besitzt, auch wählen muss — da haben diese Typen wirklich etwas in den falschen Hals bekommen.

Wer sich wegen des obigen Fotos wundert, ich war auch etwas überrascht, als ich das Auto abstellen wollte. So etwas wird man in der European Green Capital 2027 sicherlich nicht vorfinden, denn bei uns fährt man mit dem Wohnmobil oder dem SUV zum Eisholen durch die Fußgängerzone.

Das Leben geht weiter mit und ohne einen selbst, wie im Kleinen so auch im Großen. Leben gab es vor uns Menschen und wird es sicherlich auch nach uns noch geben. Ob wir dabei eine glorreiche Rolle spielten oder auch nicht, wird die Nachwelt entscheiden und dies auch nur für den Fall, wenn es diese dann überhaupt interessiert.

Und so konnte ich mich wieder einmal nicht so ganz erholen, weil ich nicht vollständig aus bestimmten Entscheidungsprozessen ausgeklinkt sein möchte. Zumindest menschliches Leben ist Kommunikation und der kann man sich bekanntlich nur durch den eigenen Tod entziehen. Also muss ich gucken, wie ich am Ball bleibe — dabei einfach nur in der Ecke zu sitzen und Bauklötze zu staunen, hat sich bei mir nicht so richtig bewährt, dafür sind die introvertierteren Exemplare besser geeignet.

Meine bessere Hälfte und ich wollten gerade in ein Auto steigen als zwei Mopeds, die kurz zuvor an uns vorbeigefahren waren, zurückkamen und uns in ein Gespräch verwickelten. Zwei ehemalige Mesenos freuten sich, uns erblickt zu haben. Manchmal kann das Leben einfach und schön sein.


Lesezeichen

Paix de Trump 3.6 (7)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Jean Marsia | AGEFI Luxembourg

Le « Jour de la Libération » et la « paix de Trump » (April 2025: 18; Artikel wird hier von mir zur Verfügung gestellt)

Jean Marsia nimmt seit Jahren aktiv an den Hertensteiner Gesprächen teil. Seine Beiträge in der AGEFI Luxembourg befinden sich hinter einer Bezahlschranke.


Le « Jour de la Libération » et la « paix de Trump »

Par Jean MARSIA, président de la Société européenne de défense AISBL (S€D)

Le « Jour de la Libération », celui où Trump a annoncé une hausse arbitraire des droits de douane, a été présenté par son administration comme une tentative de réindustrialiser les États-Unis d’Amérique et de résorber leurs déficits, budgétaire et commercial. Il me semble qu’en réalité, Trump a tenté de mettre fin à la mondialisation en portant en moyenne à 25 % les droits de douane, ce qui n’était plus arrivé depuis la mise en place de l’Accord général sur les tarifs douaniers et le commerce en 1947, auquel a succédé l’Organisation mondiale du commerce en 1995. La fin de la mondialisation devrait avoir l’effet inverse de son instauration, rendue possible par la fin de l’URSS et la libéralisation de l’économie chinoise. Des centaines de millions d’êtres humains ont vécu dans un bien-être matériel plus grand, après, il est vrai, une décennie de récession pour les Russes.

C’est pourquoi, en moins d’une semaine, Trump a subi la pression des bond vigilantes, les placeurs qui protestent contre des politiques, dans le cas présent fiscales, jugées inflationnistes. En vendant massivement des obligations, ils font baisser leur prix et augmenter le taux d’intérêt. En conséquence, Trump a ramené la hausse des droits de douane à 17 % en moyenne, mais son « Jour de la Libération » aura des effets durables, tant sur le plan économique que géopolitique.

Certes, la baisse du cours du dollar, qui valait 0,96 € en janvier et 0,87 € début avril, facilitera les exportations américaines, mais seuls quelques secteurs économiques stratégiques vont être relocalisés aux États-Unis d’Amérique : dans une économie développée comme la leur, la part dans le PIB de l’agriculture, puis de l’industrie manufacturière se réduit au profit des services, car il est moins coûteux de produire les biens ailleurs dans le monde, en diversifiant de préférence les sources pour garantir la sécurité de l’approvisionnement. Les droits de douane ne changeront pas grand’chose au déficit commercial américain.

Les droits de douane ne combleront pas le déficit budgétaire américain, au contraire. Ils vont provoquer une baisse des importations, une hausse de l’inflation et une récession économique. Le déficit budgétaire américain pourrait passer de 6 à 7, voire 8 % du PIB, alors que la dette publique atteint 124 % du PIB. La dette extérieure publique et privée ou position extérieure nette américaine est, elle, de 90 % du PIB. C’est le pourcentage le plus élevé au monde. En cas de récession, cette dette deviendrait vite insoutenable. C’est pourquoi la Chine et le Japon ont commencé à vendre les bons du Trésor américain qu’ils détiennent. Les Européens pourraient les suivre. Le dollar américain cesserait d’être la monnaie de réserve mondiale.

Les droits de douane n’inciteront pas les Américains à épargner plus, car l’inflation réduira leur pouvoir d’achat. Ils ne seront pas capables de racheter les bons du Trésor, dont la valeur va s’effondrer.[1]

L’Union européenne (UE) a envoyé son commissaire au Commerce extérieur négocier à Washington avant de prendre des mesures de rétorsion. Déjà les touristes sont moins nombreux aux États-Unis d’Amérique. Les financiers pourraient suivre le mouvement. Les cours des actions ont chuté en bourse puis ont rebondi, mais pas jusqu’au niveau précédent. Le boycott des produits américains s’amplifie dans le monde.

Sur le plan géopolitique, Trump et son administration ont montré un profond mépris pour les alliés de longue date des États-Unis d’Amérique, en Europe comme dans la zone indopacifique, mais c’est envers l’Ukraine que les bornes ont été dépassées, en l’accusant d’être le fauteur de guerre, alors que nous avons tous vu les images satellites des colonnes de chars russes se dirigeant vers Kiev en février 2022.

Cette situation suscite de nombreux questionnements en Europe et plus encore en Ukraine.

Voici mes réponses à quatre des questions qui m’ont été posées.

Sur les perspectives de paix

Pendant la campagne présidentielle, Trump promettait de mettre fin à la guerre en Ukraine en 24 heures, or la « paix de Trump en Ukraine » n’est toujours pas réalisée, près de trois mois après sa seconde investiture. C’est pourquoi il a menacé la Russie de nouvelles sanctions si elle ne consentait pas à la paix. La fanfaronnade de Trump a fait long feu. Les négociations qui ont cours en Arabie saoudite n’ont jusqu’à présent produit qu’un cessez-le-feu limité aux infrastructures énergétiques, qui a été immédiatement violé. Poutine a posé des conditions inacceptables à un cessez-le-feu en mer Noire. Il n’accepte pas de limiter son impérialisme et ne fait aucune concession. Il veut atteindre tous les objectifs assignés à l’opération spéciale, notamment la cession des oblasts de Louhansk, Donetsk, Zaporijjia et Kherson, qu’il n’occupe qu’en partie, la mise en place d’un régime fantoche à Kiev, le désarmement de l’Ukraine qui deviendrait un territoire neutre et la fin de la coopération militaire entre l’OTAN et l’Ukraine. Zelensky s’est montré conciliant quant au cessez-le feu, mais pas quant à la cession de ressources minières aux Américains sans garanties de sécurité.

Le 11 avril, M. Witkoff, l’émissaire de Trump a rencontré Poutine en Russie pour la troisième fois et pendant quatre heures trente. Il s’est aussi entretenu avec le négociateur russe sur les questions économiques, M. Dmitriev, qui fut début avril le premier haut responsable russe accueilli à Washington depuis le 24 février 2022. Trump veut rétablir les relations bilatérales avec la Russie pour l’éloigner de la Chine, qu’il considère comme la principale menace pour la suprématie américaine. Il me semble improbable que Trump puisse rééditer le coup d’éclat de Nixon et Kissinger, qui avaient réussi à éloigner la Chine de l’URSS pour mettre fin à la guerre en Indochine, car les rapports de force ont beaucoup changé. De plus, Mao et Khrouchtchev ne s’entendaient pas, alors que Xi soutient manifestement Poutine. Le 8 avril, l’armée ukrainienne a capturé deux soldats chinois. En réagissant à cette annonce, la porte-parole du département d’État américain a rappelé que la Chine fournit près de 80 % des articles à double usage dont la Russie a besoin pour soutenir la guerre. Comme Trump et Vance se sont engagés lors de la campagne électorale à mettre fin à la guerre, ils vont céder beaucoup à Poutine pour ne pas perdre la face, probablement trop pour que ce soit acceptable pour l’Ukraine et pour l’Europe, car une victoire de Poutine ferait augmenter le risque d’agression, en Europe orientale notamment. La guerre hybride nous est faite par Poutine sans discontinuer depuis 2007. Depuis le début de 2024, 11 câbles ont été endommagés en Baltique, notamment par des navires laissant traîner leur ancre sur le fond marin.[2]

Le nouveau paysage géopolitique vu de Washington risque donc d’être une Amérique isolée, sans plus guère d’alliés, faisant face à un bloc composé de la Chine, de la Russie, de l’Iran et de la Corée du Nord, pour ne citer que les partenaires les plus évidents, car les routes de la soie ont doté la Chine d’un réseau mondial.

Sur l’avenir de l’OTAN

Bien que l’Europe reste leur principal partenaire commercial et le premier investisseur aux États-Unis d’Amérique, selon l’Interim National Defense Strategic Guidance du secrétaire à la Défense Hegseth divulguées par le Washington Post, les États-Unis d’Amérique n’apporteraient probablement à l’Europe qu’une aide limitée à la dissuasion nucléaire en cas d’attaque russe, car ils veulent concentrer leurs forces sur un éventuel conflit avec la Chine à Taïwan.[3]

Dans ces conditions, peut-être l’Otan pourrait-elle devenir une ébauche d’union de défense européenne, avec le Royaume-Uni et la Turquie, qui ont participé à un récent sommet de l’UE à Paris. Le personnel politique et diplomatique européen semble en effet suffisamment déboussolé pour s’engager à nouveau dans la voie d’une défense « européenne » intergouvernementale, sans avoir mis préalablement en place une union politique fédérale de l’Europe. Ce serait emprunter le chemin sans issue qui le fut à maintes reprises depuis 1951.

L’invasion à grande échelle de l’Ukraine par la Russie a poussé les pays européens à augmenter considérablement leurs budgets de défense, mais les lacunes à combler en matière de capacités restent très importantes. La passation de marchés et le développement des capacités demeurent fragmentés. L’industrie européenne de la défense est sous-dimensionnée et organisée en fonction des États. L’UE dispose d’outils limités pour aider à développer la production de défense, encourager la recherche et le développement communs et promouvoir la passation conjointe de marchés, mais le financement actuel ne conduit pas à des changements majeurs.

Parce qu’elle n’est qu’une association d’États, l’UE n’est pas en mesure d’assurenotre sécurité et notre défense : lesÉtats ont le monopole de l’usage légitime de la force. D’un point de vue militaire, pour une défense efficace, crédible et donc dissuasive de l’Europe, il faut définir une chaîne de commandement, européenne, unique, légitime et donc émanant d’un pouvoir politique démocratiquement élu au niveau européen.

Les rapports Letta, Draghi et Niinistö qui vont dans ce sens sont déjà archivés et l’Europe se remet à rêver. Un exemple : M. Lembit Uibo, l’ambassadeur d’Estonie en France estime que son pays est protégé, car a-t-il dit : « Nous avons les trois puissances nucléaires de l’Otan présentes en Estonie ! ».[4] L’ambassadeur a tort : la dissuasion, ce n’est pas seulementdéployer des capacités militaires, même des moyens de destruction massive, c’est surtout persuader l’adversaire qu’on estprêt à les utiliser. Il devrait plutôt se demander dans quel délai les trois puissances nucléaires de l’Otan quitteraient l’Estonie si Poutine et Trump échangeaient la prise du Groenland contre celle de l’Estonie.

Il est devenu déraisonnable de s’appuyer sur l’OTAN, c’est-à-dire sur les États-Unis d’Amérique. L’Europe ne peut pas non plus compter sur la France : es présidents Chirac et Macron ont voulu ouvrir le parapluie nucléaire français pourcouvrir l’Europe, mais Poutine a cru et croit toujours que la France ne va pas risquer la destruction de Lyon, Bordeaux ou Lille pour protéger Tallinn, Riga ou Vilnius. Son raisonnement s’applique aussi à la Grande-Bretagne.

L’Otan sans les Américains, c’est un peu de capacités militaires, et beaucoup de lacunes. Rien que nos services de renseignement dépendent des satellites, des serveurs et des ordinateurs de haute technologie made in USA. Pour combler les lacunes, il faudra du temps et de nouveaux moyens.

Le plan Rearm Europe d’Ursula von der Leyen permettrait de contourner les critères de convergence budgétaire européens pour permettre aux États membres d’emprunter jusqu’à 650 milliards €. Elle propose en outre que l’UE emprunte 150 milliards € pour les mettre à la disposition des États, mais ce n’est encore qu’un concept qui n’est pas prêt de se transformer en manne financière. Nous savons que les 750 milliards € du plan Next Generation EU mis en place après le Covid ont permis de satisfaire 70 % des demandes, mais seulement à hauteur de 213 milliards €, tant les procédures sont lourdes. Le plan Rearm n’envisage pas de procéder comme pour les vaccins, qu’une autorité européenne avait achetés pour tous les États. Ceux-ci garderaient la maîtrise de la passation des marchés publics. En décembre 2024, le commissaire européen Kubilius avait pointés les inconvénients de ce système : il est très lent, très incrémental, génère des économies d’échelle limitées et ne donne pas à l’industrie les moyens d’accroître et d’accélérer sa production.

Sur le budget de l’UE

Le sixième cadre financier pluriannuel adopté pour la période 2021-2027 doit manifestement être ajusté à cause de la guerre en Ukraine, mais les réunions déjà nombreuses des dirigeants européens depuis l’investiture de Trump le 20janvier ont surtout mis en évidence l’absence d’unanimité au sein de l’UE. Le nouveau budget, s’il est voté, devrait comporter d’une part des fonds qui compenseront en partie la diminution probable de l’aide américaine à l’Ukraine, mais on sait que la Hongrie opposera son veto ; d’autre part, une enveloppe permettant de combler nos lacunes capacitaires, mais la France ne veut pas, contre l’avis majoritaire, que l’argent européen serve à acheter du matériel américain.

L’OTAN a échoué depuis 75 ans à rendre plus efficientes les dépenses de défense européennes. Depuis 1992 et le traité de Maastricht, l’UE n’a pas su faire mieux. L’effort de défense européen s’élève à plus de 400 milliards € par an, qui serventprincipalement à payer près d’un million et demi de soldats, dont moins de 50.000 sont réellement opérationnels. La nouvelle doctrine de l’OTAN prévoit qu’en cas d’attaque, les pays européens doivent mobiliser 300.000 soldats dans un délai d’un mois et 500.000 dans un délai de six mois, sans préciser comment faire. En dépensant la moitié du budget de ladéfense américaine, les Européens obtiennent moins d’un dixième de  eurs capacités militaires.

Sur la poursuite de la guerre en Ukraine

A la question de savoir pourquoi l’Europe devrait poursuivre son soutien militaire à l’Ukraine, même si le conflit est gelé, je me réfère à l’avis de deux militaires particulièrement bien informés : le général Cavoli, commandant des forces américaines en Europe et commandant allié suprême de l’OTAN,[5] ainsi que le général belge Dutron, chef du Service général du Renseignement et de la Sécurité.[6] Celui-ci a rappelé que Trump a contraint Zelensky à faire des concessions en échange d’un soutien militaire et qu’une fois victorieux en Ukraine, Poutine se concentrera probablement d’abord sur la Transnistrie, la Moldavie et peut-être la Biélorussie, puis il tentera de couper les États baltes de l’Europe. Dutron constate que les cyberattaques sont devenues monnaie courante dans notre pays et estime que nous devons rattraper notre retard en matière de protection de nos infrastructures critiques.

Le général Cavoli a déclaré le 8 avril à la Chambre des représentants américaine qu’il recommandait de maintenir les effectifs militaires américains en Europe, portés de 80.000 à 100.000 soldats par le président Biden en réponse à l’attaque russe du 24 février 2022, alors que le Pentagone envisagerait de réduire leur nombre.

Selon Cavoli, l’agression russe rend notre avenir incertain et menace les intérêts vitaux des Occidentaux. Il estime que les positions défensives ukrainiennes sont très solides, qu’il est très peu probable qu’elles s’effondrent, mais qu’une offensive libératrice ne semble plus envisageable, même si, ayant perdu plus de 4.000 chars, les Russes manquent de blindés et de soldats. Pourtant, la plupart des recrues viennent des régions les plus pauvres de Russie et ceux qui se portent volontaires reçoivent jusqu’à six fois leur salaire annuel.

Les deux camps ont développé selon Cavoli des capacités de frappes à longue portée, au moyen de missiles balistiques, de missiles de croisière et de drones. En 2015, l’armée ukrainienne pâtissait de 30 années de sous-investissement. Elle a néanmoins arrêté les Russes. Il en fut de même lors de l’offensive massive de 2022. L’industrie locale produit à présent une grande part des munitions nécessaire à l’Ukraine, elle est au premier rang mondial pour les drones d’attaque. Les Russes ont un niveau de compétence très élevé dans certains domaines techniques. Les F-16 sont efficaces tant pour la défense contre les missiles de croisière que pour le bombardement. Les Ukrainiens ont rapidement maîtrisé l’emploi des systèmes Patriot, qui sont essentiels pour contrer les missiles balistiques et les missiles de croisière. L’appui américain reste essentiel pour le renseignement et la capacité à frapper les postes de commandement, la logistique, etc.

Fédérer l’Europe

Il est urgent d’agir. En 3 ans de guerre, Poutine nous a menacés 130 fois d’attaque nucléaire. Il n’a plus aucun respect du droit international. Or, le premier de ces droits, c’est l’intégrité des frontières. Le populisme séduit une part croissante des Américains. La polarisation de la société américaine pourrait produire un successeur pire que Trump.

Heureusement, les coalitions de volontaires peuvent s’avérer efficaces. Les Américains ayant délaissé la présidence du Groupe de contact de défense de l’Ukraine, le Royaume-Uni et l’Allemagne ont réuni 51 nations le 11 avril 2025 au siège de l’OTAN. De nouveaux programmes d’aide militaire à Kiev, d’une valeur totale de plus de 21 milliards € ont été approuvés et Washington n’a pas contribué. L’Allemagne donne plus de la moitié du total, soit des systèmes de défense aérienne IRIS-T et les missiles associés, des missiles antiaériens Patriot, des véhicules de combat d’infanterie Marder, des chars de combat Léopard, des obusiers et des munitions, ainsi que de la formation. Le Royaume-Uni et la Norvège vont livrer des drones FPV à vision subjective,[7] des drones armés, des systèmes radar, des armes et des mines antichars pour un demi-milliard €. Les drones FPV et armés sont responsables de 60 à 70 % des dommages causés aux équipements russes. Le ministre allemand de la Défense Pistorius a déclaré après la réunion que « La Russie doit comprendre que l’Ukraine est capable de continuer à se battre et que nous la soutiendrons ».[8]

Pour dissuader et réduire l’énorme gaspillage actuel de ressources financières et humaines, l’Europe a besoin de lafédération annoncée le 9 mai 1950 par Robert Schuman. Comme pour l’espace Schengen ou l’euro, une petite coalition depetits États volontaires devrait se rassembler puis s’étendre. Ces États prendraient d’emblée en considération les petites etmoyennes entreprises. Une Europe fédérale est auss le seul moyen de sortir notre base industrielle et technologique de défense de sa situation précaire. Malgré la création de l’Agence européenne de défense en 2004 et l’augmentation récentedes dépenses de défense, le marché européen de l’armement n’est pas assez important pour permettre à notre industrie derépondre à nos besoins en équipements. Une grande partie de ceux-ci est donc acquise aux Etats-Unis d’Amérique, en Corée du Sud ou en Turquie, ce qui réduit le PIB et l’emploi en Europe.


[1] Voir David Roche, ” US Trade and Trump’s Tariffs – Disruption or Design? ” in RUSI, https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/us-trade-and-trumps-tariffs-disruption-or-design, 7/4/2025.

[2] Voir sn, « Telecombedrijven: ‘Aanvallen op onderzeese kabels bedreigen wereldwijd internet’ » in De Morgen, Live Oekraine, 10/4/2025.

[3] Voir sn, “Uitgelekt document: VS zouden Europa beperkt steun bieden bij Russische aanval” in De Morgen, Live Oekraine, 2/4/2025.

[4] Voir Emmanuel Berretta, « Nous avons les trois puissances nucléaires de l’Otan présentes en Estonie ! » in Le Pointhttps://www.lepoint.fr/monde/nous-avons-les-trois-puissances-nucleaires-de-l-otan-presentes-en-estonie-01-04-2025-2586282_24.php, 1/4/2025.

[5] Voir Nikki Wentling, “Top general recommends US maintain current troop levels in Europe” in Military Timeshttps://www.militarytimes.com/news/your-military/2025/04/08/top-general-recommends-us-maintain-current-troop-levels-in-europe/?utm_source=sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=air-dnr, 8/4/2025.

[6] Voir Jeroen Van Horenbeek, “Stéphane Dutron, hoofd van de militaire geheime dienst: ‘De VS zijn een van de grote winnaars van de oorlog’” in De Morgen, https://www.demorgen.be/oorlog-in-oekraine/stephane-dutron-hoofd-van-de-militaire-geheime-dienst-de-vs-zijn-een-van-de-grote-winnaars-van-de-oorlog~ba4b56ed/, 4/4/2025.

[7] La caméra de bord permet au pilote équipé de lunettes immersives de voir comme s’il était dans l’appareil. FPV signifie First Person View.

[8] Voir Tim Martin, “Ukraine Defense Contact Group pledges ‘record’ $23 billion-plus military aid boost” in Breaking Defense, https://breakingdefense.com/2025/04/ukraine-defense-contact-group-pledges-record-23-billion-plus-military-aid-boost/?utm_medium=email&_hsenc=p2ANqtz–NCYacDiMeXaor-eoR5qtHMk_mqURLp5FCoBfUiTfzWvyGWgZCV8PeTAepb4xd462EaCi8rRYkaI0vViyFlR3A3MiA9Q&_hsmi=356391674&utm_content=356391674&utm_source=hs_email, 11/4/2025.