Lesezeichen

Der Fluch der Eintönigkeit 5 (4)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Birgit Ochs | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der Fluch der Eintönigkeit – Stadtentwicklung (zuletzt aufgerufen am 20.5.2024, 14.29 Uhr)

„Als reine Einkaufs- und Gastromeile hat die Innenstadt ausgedient. Lässt sie sich neu erfinden? …

Die zentrale Frage ist, wie die Städte Zugriff auf jene Flächen bekommen können, die der Handel aufgibt. Es habe sich gezeigt, dass überall dort, wo die Städte entscheidend mitbeteiligt waren, der Umbau und die Neuentwicklung verwaister Geschäftshäuser gelungen ist, sagt Bernd Düsterdiek, Dezernent für Stadtentwicklung beim Deutschen Städte- und Gemeindebund.“


Sehr lesenswerter Artikel von Birgit Ochs! Am Beispiel des Heilbronner Wollhauses können wir gut sehen wie Stadtverwaltung und Gemeinderat weiterhin in die falsche Richtung rennen.

Selbst das zwischenzeitlich vom OB so gepriesene und durchaus attraktiv daherkommende neue Privatkonzept scheint nur wieder einmal eine Luftnummer zu sein.

Deshalb komme ich auf meine Idee zurück, das Wollhausareal städtebaulich zu entwickeln und fordere erneut dort einen zeitgemäßen Busbahnhof mit Stadtbahnanschluss und auf dem Areal eine Großveranstaltungshalle, die zum südlichen Magneten der Innenstadt werden wird. Und wenn man schon von Stadtplanung spricht, passt dort auch noch ein zweites so dringend benötigtes Stadtbad hin. Und gerne oben drauf noch Wohnungen — mehr als 100 Meter Bauhöhe dürfen es in einer Großstadt ruhig sein.


IHK-Bar

9.4.02024 5 (5)

Beitragsfoto: IHK-Bar

Neckar-Käpt’n

Einiges läuft bei uns in Heilbronn nicht ganz so rund und so verwundert es auch nicht weiter, wenn es zum einen heute keine positiven Nachrichten vom Wollhaus gibt und zum anderen sich erstaunlich viele Akteure aus Heilbronn zurückziehen.

Zu meinem sehr großen Bedauern nun auch der Neckar-Käpt’n, der rein unternehmerisch betrachtet, den alten Neckarbummler in Stuttgart besser aufgehoben sieht. Für meine bessere Hälfte und mich eine sehr traurige Angelegenheit!

Zwei Dinge verwundern mich dabei sehr, erstens, wie die CDU als größte Fraktion im Gemeinderat und damit zumindest wesentlich mitverantwortlich immer wieder versucht, das eigene Nichtstun oder ihr beständiges rin in die Kartoffeln und wieder raus aus den Kartoffeln (Beispiel: Moschee) für den Wahlkampf zu nutzen. Ganz aktuell will die CDU nun die Neckarschifffahrt „verstaatlichen“.

Zweites, wie jüngst von viel zu vielen Akteuren und nun auch vom Neckar-Käpt’n immer wieder die Heilbronn Marketing GmbH als eigentlicher Showstopper ins Spiel gebracht wird. Diesbezüglich müsste sich einmal der Gemeinderat etwas näher mit den Hintergründen vertraut machen.

Unterwegs

Ein ganz neues Format lernte ich gestern in der IHK kennen. Zugegebener Maßen hatte es durchaus Unterhaltungswert, über einen etwaigen Tiefgang könnte man unterschiedlicher Meinung sein. Einen der Teilnehmer kannte ich schon etwas länger und war somit auch wenig überrascht. Eher darüber, wie gerne über billige Witze gelacht wird. Und ja, in einem konnte ich zustimmen, es sind nicht immer die anderen, die die Schuld an allem tragen. Manchmal darf man auch selber Verantwortung übernehmen, vor allem dann, wenn man die ganze Misere über Jahrzehnte hinweg mit verschuldet hat.

Später bin ich dann noch einer Einladung zum Fastenbrechen gefolgt. Dort traf ich auf erfreulich viele Bekannte und auch Freunde. Spannend dabei die Verbindung zwischen Religion und Wahlkampf. Ein wenig bringt mich dabei zum Schmunzeln, dass sich die neue Liste für den Gemeinderatswahlkampf „Gemeinsam für Heilbronn“ nach langem Hin und Her genau so wie die bereits sehr lange bestehende evangelische Allianz „Gemeinsam für Heilbronn“ nennt. Für mich ein eindeutiges Zeichen dafür, dass zumindest die Verantwortlichen dieser Liste weiterhin in ihrer ganz eigenen Welt leben.

Deshalb haben sie wohl auch die bestehenden Angebote mehrerer anderer Listen ausgeschlagen, dort zu kandidieren. Auch wenn ich oder gerade weil ich mit dem einen oder anderen bereits seit Jahrzehnten befreundet bin, muss ich es ihnen immer wieder aufs Brot schmieren: es wird endlich Zeit, dass ihr in unserer Welt ankommt!

Und so würde es mich freuen, wenn jene, die sich tatsächlich integrieren und auf den etablierten Listen kandidieren, bei der Gemeinderatswahl gewählt werden — einen solchen Kandidaten durfte ich gestern kennenlernen. Ein Wahlsieg der „ewig Eingeschnappten“ und „Danebensteher“ würde genau das falsche Zeichen setzen.

Und ein Hinweis an den Religionsvertreter: erstens gibt es Menschen, die genau zuhören und zweitens ist Barmherzigkeit dadurch gekennzeichnet, dass man „fremde Not“ bei allen Menschen anerkennt und nicht nur bei jenen, die einem ganz besonders am Herzen liegen — denn sonst ist es bloße Bigotterie!

Nachbereitung

Die heutige Vorlesung war für mich selbst sehr lehrreich, denn ich musste zur Kenntnis nehmen, dass den heutigen Studenten gänzlich die Bilder fehlen, zumindest für jenen Bereich, in dem ich an der Hochschule unterwegs bin.

Was mich nun sehr beschäftigt, da die fehlenden Bilder der Studenten kaum kompensiert werden können. Wenn ich von Plänen, Listen, Tabellen und Grafiken spreche, dann habe ich weit mehr als Excel-Tabellen oder Pixel-Bildchen im Kopf — bei mir öffnet sich da sehr schnell eine ganze Welt an analogen Plänen und Charts, die ganze Wände füllen oder Tischreihen unter sich begraben und sich am Ende wie von selbst zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

Wer keine solche Bilder im Kopf hat, kann diese auch kaum zu einem gesamten Produkt zusammenfügen. Die Nachfragen der Studenten scheinen dies zu bestätigten. Und wie kann man nur ein einziges Produkt erstellen, wenn man es nicht bereits vorab im Kopf vor Augen hat.

Und so werde ich mir überlegen, wie ich am besten diesbezügliche Bilder stellen kann. Denn das Ganze Thema nur auf Folien fachmännisch in die Einzelteile zu zerlegen, um dabei die Komplexität besser darstellen zu können, reicht nicht; man muss heute wohl auch noch die entsprechenden Bilder dazu mit liefern.

Dafür habe ich jetzt ein neues Bild von der Hochschule im Kopf, nämlich eines mit nicht funktionierender Kaffeemaschine, und dies obwohl mir Detlef Stern hinterher versicherte, dass die Maschine im Zuge des Vormittags wieder in Betrieb genommen werden konnte.


Blindflug

Blindflug 5 (7)

Beitragsfoto: Blindflug | © Anemone123 from Pixabay

Wenn man sich die Heilbronner Stadtentwicklung etwas genauer anschaut, dann kommt man nicht umhin, um an einen Blindflug zu denken. Einzig und alleine Dieter Schwarz sticht dabei mit seinem Engagement positiv heraus, wobei man aber auch feststellen muss, dass dieses Engagement ohne bürgerschaftliche Begleitung (Gemeinderat und Rathaus dürfen diesbezüglich getrost als Nullnummern betrachtet werden) sehr unrund für die Stadtentwicklung werden wird, denn Dieter Schwarz und Heilbronn spielen in zwei ganz anderen Ligen! Und so müsste man das Engagement von Dieter Schwarz, die permanent gefühlte Arbeitsverweigerung der Stadtverwaltung, die bürgerlichen Bedarfe und eine großstädtische Entwicklung miteinander harmonisieren. Es hälfe dabei sicherlich, wenn wir zumindest einen OB hätten, der halbwegs kompetent und willig ist, dies auch zu leisten.

In den letzten Jahren habe ich hier im Blog von wunderbaren städtischen Projekten geträumt, u. a. von einer echten Universität, einem Hauptbahnhof, der dies nicht nur noch auf dem Papier ist, einem richtigen Busbahnhof, einem Ausbau der Stadtbahn, einer Großveranstaltungshalle, einem echten Sportplatz, einem Ausbau der Neckarhalde, einer Müllverbrennungsanlage (zum Schutze der Umwelt), einer Sanierung des Hafens und der Hafenbahn, einem Entwicklungskonzept für das Industriegebiet und eines für die Kernstadt und nicht zuletzt von einer echten Schwimmsporthalle.

Dann musste ich aber bei näherer Betrachtung ernüchtert feststellen, dass die städtische Infrastruktur von unseren Bürgermeistern und dem Gemeinderat insgesamt so heruntergewirtschaftet wurde, dass inzwischen und dies sehr vorsichtig geschätzt zumindest ein Investitionsloch von über 500 Millionen Euro besteht!

So müssen dringend alle Schulen auf den Stand der heutigen Zeit gebracht, erweitert oder gar um weitere Schulen ergänzt werden. So müssen das Busdepot und die Feuerwachen neu gebaut sowie auch der städtische Bauhof auf den Stand der Technik gebracht werden. Die Schwimmbäder und -hallen wie auch die Sporthallen und -plätze müssen kernsaniert oder neu gebaut werden. Abwasserrohre und Versorgungs- und Kommunikationsleitungen müssen kernsaniert, ersetzt oder neugebaut werden. Brücken, die Energie- und Wasserversorgung muss zumindest saniert und wohl auch auf ganz neue Füße gestellt werden. Das Heilbronner Straßennetz muss nicht nur saniert, sondern vor allem auch der heutigen Zeit entsprechend angepasst werden; was auch für die Versorgung der Haushalte, Firmen und Betriebe mit Waren und letztendlich auch für die Müllentsorgung gilt.

Aber die Gemeinderäte und ganz besonders die Bürgermeister scheinen sich weiterhin auf Projekte sehr gerne in ihren eigenen Stadtteilen und auf ihre eigenen Vereine zu konzentrieren — alles andere ist ihnen eher egal. Was u. a. zu einem Radhaus führte, einer Friedhofstreppe, die kein Besucher nutzen kann und einer kaputten Brücke, die zwar nett aussieht, aber für ihren Zweck am Bahnhof unnütz ist. Demnächst erhalten wir auch noch eine bombastische Neckartreppe, einen Fahrradtunnel und weiteres Klimbim, mit dem sich unsere Stadtverantwortlichen schmücken können — nichts gegen das Klimbim, aber wir sollten allesamt so langsam, aber sicher nachhaltiger werden und auch verantwortbare Schwerpunkte setzen!

Ein gutes Zeichen ist es schon einmal, dass man sich um die Stadtbibliothek im Zentrum kümmert und auch am Stadttheater festhalten möchte. Die erfolgte Erweiterung der Harmonie ist ebenfalls erfreulich.

Jetzt aber müssen endlich die echten Schwerpunkte angepackt werden und das sind funktionierende Schulen für alle Heilbronner, auch für die in der Kernstadt. Dazu gehören auch Sporthallen und -plätze, gerne auch eine Schwimmhalle im Zentrum der Stadt, wie übrigens jede wichtige Infrastruktur ins Zentrum der Stadt gehört und nicht in die Stadtteile!

Danach Busdepot und die Feuerwehren. Bauhof, Busbahnhof und Hauptbahnhof müssen folgen. Und das Ganze so koordiniert und geplant, dass unsere nachfolgende Generation in spätestens 30 Jahren nicht schon wieder vor demselben Schlamassel steht.

Dabei ist es zwingend notwendig, dass jede städtische Infrastruktur ein Preisschild gleich am Eingang erhält, das die Bau- und Unterhaltskosten sowie das Datum, wann sie wieder ersetzt werden muss, aufführt.

Wenn man dann dabei wenigstens etwas großstädtisch denkt, könnte man sogar Wollhaus, Kaufhof, Reim- und weitere Areale für die Stadtentwicklung nutzen. Manche Städte bauen sogar Schulen in alte Kaufhäuser!

Und sollte unser Dezernat IV im Rathaus weiterhin mit allem völlig überfordert sein, könnte man ohne Weiteres das gesamte Dezernat ersatzlos streichen und dafür alle fünf Jahre einer Fachfirma die entsprechenden Aufgaben übertragen, die wären dann sogar für eventuelle Fehler haftbar. Ich vermute einmal, dass dies für uns Bürger die günstigste und für Heilbronn die beste Lösung wäre.

Ok, schon heute werden wohl vom Dezernat IV viele Aufgaben und Tätigkeiten extern vergeben, was nur noch mehr bestätigt, dass man das Dezernat nicht mehr benötigt, denn überflüssige Mittelsmänner verteuern und verkomplizieren das Ganze nur noch.

Nachtrag

Und dann habe ich sogar noch das passende Musikvideo gefunden. Dieses stammt von Yello, eine Band um die Musiker Dieter Meier und Boris Blank, welche sich nach einem yelled Hello benannt hat.

Yello gibt es bereits seit 1978 und ihre größten Hits dürften wohl „Desire“ und „Oh Yeah“ jeweils aus (Stella) 1985 sowie „Rubberbandman“ aus (Baby) 1991 sein.