Müllberg

Innenstadt 5 (9)

Beitragsfoto: Müllberg

Unsere Innenstadt ist eine einzige Müllhalde — leider sehen es viel zu viele einfach nur noch nicht. Erst heute konnte ich rauchende Ordnungsamtmitarbeiter beobachten, denen es nichts ausmachte, dass Heilbronner gleich neben ihnen den Hausmüll in der Fußgängerzone verteilen — Raucherpausen sind heilig.

Derweil führt mein Aufräumen vor Ort einzig und alleine nur dazu, dass noch mehr Müll an den Häuserwänden entlang abgelegt wird. Die Blumenkübel sind inzwischen willkommene Aschenbecher, nicht nur für die Hausgemeinschaft.

Da unsere Familien und Schulen keine Garanten mehr für halbwegs zivilisierte Mitbürger sind und auch die Heilbronner Kontrollen ebenfalls für die Katz sind, muss man andere Wege finden, um unsere Innenstadt nicht gänzlich für uns Bürger unbewohn- und unbetretbar zu machen.

Eine Möglichkeit wäre es, wenn wir unsere Innenstadt zu einer teuren und damit attraktiven Wohnlage entwickeln und dort sowohl alle Sozial- wie auch günstige Wohnungen verbieten. Als erstes muss die völlig untaugliche Mietpreisbremse für Innenstädte aufgehoben werden.

Denn Eigentümer wie auch Mieter, die viel Geld für ihre Wohnungen bezahlen, achten nicht nur mehr auf das Umfeld, sondern verlangen auch ganz folgerichtig, dass die Stadtverwaltung und ggf. auch die Polizei ihren Aufgaben tatsächlich gerecht werden.

Und deshalb ist es völlig falsch, dass wir städtische Infrastruktur wie Bäder und bessere Schulen in die Stadtteile verfrachten, sondern diese gehören mit weitern städtischen Attraktionen mitten in unsere Stadt — der Ausbau des Bildungscampus in Richtung Zentrum ist zu begrüßen. Der Umbau des Wollhaus’, wenn schon nicht in einen städtischen Infrastrukturknoten, dann aber in eine 1a-Wohnlage muss endlich vorangetrieben werden.

Die Innenstadt muss wieder zu einer einzigen Wohlfühlzone für uns Bürger werden. Bettler, Hausierer und andere auch nur potenzielle Kriminelle gehören von dort verbannt.

Besonders in Großstädten ist es wichtig, dass die Zentren wieder zu einem sicheren städtischen Nukleus werden, wo wir Bürger uns unbelästigt bewegen können und auch gerne aufhalten. Und es sollte wieder möglich sein, dass Kinder ohne Bewachung durch ein Elternteil nicht nur alleine in die Schule oder in den Kindergarten gehen, sondern auch die Spielplätze gefahrlos nutzen können.

Leider gibt es bei uns inzwischen viel zu viele Menschen, die mit Städten nichts anfangen können und deshalb eher auf Müllplätzen oder in Slums gut aufgehoben wären. Dazu zähle ich auch jene Menschen, die ihren Müll aus einem Mercedes oder Ferrari auf die Straße werfen.


Stuttgarter Landtag

12.2.02025 4.5 (11)

Beitragsfoto: Stuttgarter Landtag

Vermischtes

Wenn wir schon einmal dabei sind, aus dem Wollhausumbau ist ebenfalls nichts geworden. Dafür können wir Bürger aber nichts — das hat der OB von ganz alleine verbockt.

Zerstreuung finde ich derweil beim Baden und Tanzen sowie beim Stöbern in den vielen Büchern, die ich schon lange gelesen haben wollte. Wie ich erfuhr, streiten sich die Gemeinderäte gerade darüber, welcher unbedeutende Stadtteil das neue Hallenbad bekommen soll — jeder präferiert dabei den eigenen. Und so schlachten wir unsere eigene Kernstadt weiter aus, nur um uns später über deren Trümmer zu beschweren. Diesen Fehler begannen die US-Amerikaner bereits vor Jahrzehnten und sind bekanntlich voll und ganz damit gescheitert. Deshalb revitalisieren diese ihre Downtowns, wo sie nur können.

Derweil stellen die US-Amerikaner fest, dass sie sich in einer waschechten Verfassungskrise befinden — welch eine Überraschung auch! Und dabei bereitet Donald Trump mit seinem neuen Adlatus Elon Musk längst die Übernahme der gesamten Welt vor, zumindest jene Teile, die sich nicht bereits andere Totalitaristen unter den Nagel gerissen haben. In bilateralen Gesprächen jeweils mit Wladimir Putin, Kim Jong-un und Xi Jinping werden aktuell die jeweiligen Pufferzonen festgelegt. Spätestens als Donald Trump den Gazastreifen als Top-Lage für sich entdeckte, sollte nun aber wirklich jeder an dessen Qualitäten als Immobilienmogul zweifeln.

Auch wenn ich wusste, dass die James Bond Filme auf einer wahren Geschichte basieren, war ich bisher davon überzeugt, dass die jeweiligen Regisseure maßlos übertrieben haben — so kann man sich irren!

Erfreulich, dass auch andere Blogger so langsam aber sicher erkennen, dass das mit den Social Media zumindest für uns Blogger eine Sackgasse ist. „Richtig nett“, dass manch ein Blogger nun glaubt, dass Social Media-Junkies jetzt auf Blogs umsteigen werden.

Spannend bleibt es, wie unsere Politiker das von Ihnen selbst verursachte Billionen Euro Haushaltsloch — wir sollten die Beschönigung endlich einmal bleiben lassen! — stopfen wollen? Die ersten Ideen geben sie bereits bekannt: z. B. Erhöhung der Mütterrente wie auch aller anderen Renten, Steuerbefreiung für Besserverdiener, Subventionen für Großkonzerne und und und.

Auf alle Fälle wird es spätestens im kommenden Jahr ein sehr böses Erwachen geben. Ich hoffe dabei wenigstens noch halbwegs in einer Demokratie! Ich befürchte aber, dass unsere Berufspolitiker zusammen mit ihrem Klientel oder umgekehrt, uns ganz bewusst in diese Misere manövriert haben, um uns dann ganz plausibel erklären zu können, dass Wirtschaft und Gesellschaft nur noch durch eine Diktatur zu retten sind. Und da dies eine sehr langfristige Planung voraussetzt, gehe ich davon aus, dass das besagte Klientel mit den Berufspolitikern gewackelt hat und nicht umgekehrt. Ein notwendiges Verfahren, das nach dem unrühmlichen Ende des Dritten Reichs zwingend angebracht war, da wir Deutschen dann doch noch so unsere Bedenken bekommen hatten.

Aber jetzt, wo es erneut um unsere eigene Existenz geht, sind wir wieder sehr schnell dabei, um den Juden, zumindest aber sämtlichen halbwegs semitisch aussehenden Menschen die Schuld zu geben.

„Die Zahlen des SWR BW Trends sind brisant: 49 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg können sich eine Zusammenarbeit mit der AfD vorstellen. Dabei gibt es jedoch Unterschiede:

  • 31 Prozent befürworten eine Zusammenarbeit je nach Einzelfall.
  • 18 Prozent sprechen sich sogar für eine generelle Kooperation der anderen Parteien mit der AfD aus.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage aber auch: 47 Prozent der Baden-Württemberger lehnen jegliche Zusammenarbeit mit der Partei entschieden ab.“

Inside-BW, Umfrage-Kracher! (12.02.2025)

Übrigens, die Erhöhung der Mütterrente betrifft auch nur die Besserverdiener unter den Müttern. Und diese bekommen dann auch nur ca. 15 Euro mehr — dafür kann man dann doch schon ein paar fremde Kinder über die Klinge springen lassen.

Apropos, sobald Stuttgart 21 — zumindest der Bahnhof — fertiggestellt ist, bekommt Stuttgart die nächste größte Baustelle Deutschlands. Nein, nicht die neue Oper, sondern einen Monsterlandtag für bis zu 500 Abgeordnete; was auch nachhaltig ist, denn es könnte auch einen kommenden Volkskongress beherbergen.

XXL-Landtag

Das Volksbegehren ist gescheitert, die erforderlichen 770 000 Stimmen konnten nicht erreicht werden. Damit wird der Landtag bald von ursprünglich 120 Abgeordnete auf über 200 Abgeordnete anwachsen. Die Kosten dafür werden im Milliardenbereich liegen, Geld, das wir z. B. für bessere und funktionsfähige Schulen dringender nötig hätten.

Doch das Volk hat wieder einmal gesprochen und wir sorgen weiterhin lieber für unsere Volksvertreter und deren Familien als für unsere eigenen Kinder: Hasenmahl statt Mensaessen! Wer das versteht, der kann auch durch Null teilen.

Dabei ging es unserem Land richtig gut, als wir noch ein Feierabendparlament hatten!

Korruption

Der Korruptionswahrnehmungsindex 2024 ist am 11. Februar 2025 erschienen. Er ist der weltweit bekannteste Korruptionsindikator und wird vom Internationalen Sekretariat von Transparency International erstellt. Der Index listet Länder nach dem Grad der in Politik und Verwaltung wahrgenommenen Korruption auf.

Dänemark liegt mit 90 Punkten an der Spitze von insgesamt 180 betrachteten Ländern, gefolgt von Finnland (88), Singapur (84) und Neuseeland (83). Luxemburg, die Schweiz und Norwegen haben jeweils 81. Punkte. Schweden erreicht immerhin noch 80 Punkte. Wir haben uns um drei Punkte verschlechtert und liegen nun mit 75 Punkten zusammen mit Kanada auf dem 15. Platz und damit wieder auf dem Stand der letzten CDU / SPD-Regierung. Großbritannien erreicht noch 71 Punkte, Belgien immerhin 69 Punkte. Vielleicht ein kleiner Trost, denn Österreich und Frankreich haben jeweils nur 67 Punkte. Die USA findet man zusammen mit den Bahamas auf einem Platz, beide erreichen jeweils 65 Punkte.

Auf der Website von Transparency International Deutschland findet man eine Einschätzung, warum wir nur auf einem 15. Platz liegen.

„Aber selbst wenn alles von den Alten entdeckt ist, wird dies immer neu sein, der Gebrauch und die Kenntnis dessen, was von anderen entdeckt ist, sowie die Anordnung.“

Seneca, 7. BUch, 64. Brief (2023: 421)

Käthchen von Heilbronn

16.8.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Käthchen von Heilbronn|© Shutterstock

Erfreulich

Neben all den aktuellen Herausforderungen, die mir heute u. a. das Käffchen mit Detlef Stern verwehren, gibt es immer wieder auch sehr erfreuliche Dinge, wie z. B. das Sommer-Tanzprogramm oder eine halbwegs freie Bahn in der Neckarhalde — man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

Da ich heute auf ein stets anregendes Gespräch verzichten muss, erwähne ich einen schon etwas älteren Blog-Beitrag von Detlef Stern zum Thema Ethik aus 2015. Ethik, Moral und das Bohren dicker Bretter wären wohl Thema gewesen, neben den üblichen eher nerdigen Topics.

Erfreulich die jüngsten Zusagen zu den Hertensteiner Gesprächen, die diese Gespräche immer mehr zu einem überregional bedeutenden Forum für europäische Fragestellungen machen. Auch der SWR ist nun mit an Bord, und so hoffe ich einmal, dass die Heilbronner Stimme etwas umfangreicher von diesem Ereignis berichten wird.

Erfreulich auch, dass alle demokratischen Parteien Vertreter zu den Gesprächen entsenden, eine sehr gute Gelegenheit, um mit der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Und für die Bürger eine gute Gelegenheit, um ihre jeweiligen Volksvertreter aus nächster Nähe zu erleben und besser kennenzulernen.

Wollhaus

Und auch das Wollhaus soll — für alle Verantwortlichen ganz überraschend — eine unendliche Geschichte bleiben. Es wäre wohl besser gewesen, wenn sich Rathaus und Gemeinderat zuerst an einer Nummer kleiner versucht und für mehr öffentliche Toiletten und ein wenig mehr Sauberkeit in der Stadt gesorgt hätten.

Für eine Großstadt wie Heilbronn reicht ein Dieter Schwarz alleine bei weitem nicht aus. Wir müssen als Bürger bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden, dabei auch das eine oder andere Nazi-Porträt abhängen und vor allem dafür sorgen, dass Kompetenz und Verantwortung sowohl ins Rathaus als auch in den Gemeinderat einziehen.

Wer immer alles beim Alten belässt und dabei Veränderung wünscht, wird irgendwann von der Realität eingeholt werden. Dabei haben wir in Heilbronn nicht nur Probleme und Herausforderungen, wir haben auch Chancen, eine ganze Menge, um genau zu sein!

Und so ist es schon einmal ganz gut, dass wenigstens die 89 Mietwohnungen in der Happelstraße fertiggestellt werden; eine Bank und ein Investor haben eine Einigung und dies auch zum Wohle unserer Stadt gefunden und getroffen.

Käthchen

Kaum zu glauben, aber in der Causa Käthchen kommt nach all den Jahren doch noch etwas Bewegung ins Spiel. Laut dem in Sachen Rathausspitze bestens informierten Uwe Ralf Heer (Heilbronner Stimme, 16.8.2024: 21) denkt man nun darüber nach, wenigstens in dieser Sache in Heilbronn etwas mit der Zeit zu gehen. Man diskutiert schon einmal „heftig“, ob man die Wahl des Käthchens abschaffen soll. Man bringt sogar ein KI-Käthchen mit ins Spiel, was unsere Weindorf-, Hasenmahl- und NS-Bilderstadt (aka „Wissens- und KI-Stadt“) besser verkörpern soll — im Endeffekt liefe dies auf eine Beerdigung erster Klasse hinaus. Ich hoffe dabei nicht, dass das KI-Käthchen dann eher „ganz zufällig“ einer Eva Braun ähnelt.

„Wenn du einen Hund treten willst, dann vergewissere dich zuerst, wem er gehört.“

Yu Huas, Brüder (2009 [2005/2006]: 206
„Verdammt! Guck hin, wem der Hund gehört, den du schlägst.“)