Auszeit

27.8.02026 5 (8)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Vermischtes

Heute musste ich den Kopf frei bekommen und zog so noch ein paar Runden in der Neckarhalde; der Aufenthalt dort heute ohne Tadel — könnte ich nach gut 12 Jahren wieder zurück in Heilbronn noch schwimmen, wäre es sogar ein Genuss geworden.

Die Rückfahrt fand mit dem Auto statt, da es mehr Termine als Tag gibt. Meine bessere Hälfte hielt an einer Ampel, um einem Fußgänger regelgerecht das Überqueren des Zebrastreifens zu ermöglichen. Was den Taxi Nr. 98 dazu bewog, seiner Hupe freien Lauf zu lassen. Ich gehe einmal nicht davon aus, dass er mit meiner besseren Hälfte flirten wollte. Und da er mich dann doch noch erblickte, hat er ihr auf alle Fälle keine Schläge angedroht.

Die Busfahrer der Linie 10, insbesondere in der Wollhausstraße, achten schon länger nicht mehr so richtig auf uns Fußgänger. Ich bin gewarnt, sonst wäre ich heute Morgen dort auf dem Zebrastreifen überrollt worden. Wenn so ein Stadtbus einmal in Fahrt ist, dann muss er wohl Strecke machen und da stören die Zebrastreifen in der Wollhausstraße einfach.

Unsere Gesellschaft verroht immer weiter, was nicht ursächlich an den Neubürgern festzumachen ist, sondern an der Tatsache, dass dumme Menschen in einer Demokratie sehr schwer zu erziehen sind. Da hilft es auch nicht, dass man ihnen Führerscheine und Schulabschlüsse schenkt.

Und da Detlef Stern jüngst ein paar nette Wortspiele ins Netz stellte, hab ich auch eines — wahrscheinlich viel zu schräg für meine Leser, aber dennoch: heute haben wir statt Blockwarten Blogwarte und unsere deutsche Welt ist wieder völlig in Ordnung.

Amtsgericht

Hätte ich in den letzten Monaten nicht viel zu viele Gerichts- und Rechtsanwaltschreiben in meinem Briefkasten, wäre mir wohl das heutige Schreiben des Amtsgerichts Hünfeld nicht zugestellt worden. Einfach nur, weil meine Adresse auf der förmlichen Zustellung nicht stimmt. Die Postboten in meinem Umfeld sind lernfähig und so hat sich die Anzahl der Briefe, die ich wieder in Briefkästen werfen muss, da falsch adressiert, merklich verringert. Aber Postboten denken auch mit und so dachte sich der heutige, dass ein weiteres Gerichtsschreiben schon passen würde.

Und meine Neugierde war geweckt, da ich aktuell mit einem Landgericht mehr zu tun habe als es mir lieb ist. Für die Laien unter uns, die Mitarbeiter eines Landgerichts sind in der Lage, um die richtige Adresse eines Beklagten festzustellen und auf das Anschreiben zu setzen. Was man von einem Amtsgericht nicht behaupten kann, zumindest nicht vom Amtsgericht Hünfeld.

Wer oder was ist überhaupt Hünfeld? Ich hab es für meine Leser gegoogelt: „Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.“ (Wikipedia). Ok, dort möchte ich auf alle Fälle nicht tot über den Zaun hängen, und schon gar nicht im dortigen Amtsgericht.

Das alles half mir nun auch nicht weiter, also öffnete ich den Brief und fand darin einen Mahnbescheid vom 24. August 2026 aufgrund eines Antrags mit einer Geschäftsnummer. Anscheinend macht ein Antragsteller folgenden Anspruch geltend: Unerlaubte Nutzung geschützter Werke aus dem Repertoire des Antragstellers gem. Schreiben PIX-CPA-xxxxx vom 11. März 2026. Die Hauptforderung beläuft sich auf 140 Euro (!) und ich solle 419,66 Euro mit zusätzlichen Zinsen zahlen.

Ok, den Antragsteller habe ich dann sogar gefunden: dpa Picture-Alliance Gesellschaft mbH. Und ich dachte, ich kenne die Fotoanbieter bereits, da ich als Blogger bei vielen zahlender Kunde bin — schon alleine, um nicht durch Abmahnschreiben belästigt zu werden. Also, wer oder was ist die Picture-Alliance Gesellschaft? Ich habe diese Firma tatsächlich gefunden. Was mir nun auch nicht weiterhilft, denn das im Mahnschreiben aufgeführte Schreiben PIX-CPA-xxxxx ist nirgends zu finden. Aber dann der beruhigende Hinweis, dass künftig das Amtsgericht Stuttgart für mich zuständig sei, warum auch immer — Mystik deutscher Justiz. Und die können mir dann vielleicht sogar weiterhelfen, denn bisher kann ich mit den mir bereitgestellten Informationen nur spekulieren und in Erinnerungen schwelgen. Auf alle Fälle aber lenkt es mich heute vom Ernst des Lebens etwas ab.

In meinem Leben war ich in Deutschland meines Wissens bisher nur zweimal vor Gericht, was sich seit diesem Jahr nun völlig verändert — auch Rechtsanwälte müssen leben, sonst werden diese Politiker oder kommen gleich ganz auf die falsche Bahn, z. B. als Abmahnanwälte. Das erste Mal war es ein Mordprozess, wobei ich diesen ganz gut überstand. Das zweite Mal und dies ist hier im Blog auch dokumentiert, machte man mir ein Namensrecht streitig. Aktuell geht es wieder einmal um etwas Existentielles und das kann echt nerven, zumal man vor Gericht wie auch auf hoher See alleine seinem Schicksal überlassen bleibt.

Apropos 140 Euro, das ist wie bei der Stadtverwaltung, wenn ich mal angeblich zu schnell gefahren bin oder falsch geparkt habe. Sie schreiben mir und ich zahle, weil es mir weiteren Ärger erspart und ich auch nicht vor dem Heilbronner Amtsgericht landen möchte.

Und so spekuliere ich einmal, dass die dpa Picture-Alliance auf meinen immer noch viel zu vielen Websites Fotos gefunden haben will, für die ich aus Gründen auch immer kein Geld abgedrückt habe; wobei Werke alles Mögliche sein können, z. B. Gedichte — was ich schon eher erwarten würde. Hier konnte ich mich aber in den letzten zwei Jahrzehnten immer mit den Rechteinhabern gütlich einigen — was dann auch dazu führte, dass ich eine meiner hübschesten Websites schon länger ins digitale Nirwana geschickt habe, weil es mir den „Ärger“ einfach nicht wert war.

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal für eine Vereinswebseite einen Beitrag vom Europäischen Parlament übernommen und dies im Glauben, dass das völlig in Ordnung sei. Ein paar Jahre später nahm ein vermeintlicher Rechteinhaber mit mir Verbindung auf, ich löschte das Bild samt Beitrag und zahlte für dessen Unannehmlichkeiten. Der Witz wäre es nun, wenn dieses Bild nun erneut auf einer meiner Websites aufgetaucht ist. Das Amtsgericht Stuttgart wird mich nun wohl bald erleuchten können. Was mich dann auf alle Fälle beruhigt, denn ich möchte keine unrechtmäßigen Werke auf meinen Websites haben und schon gar nicht von einem Bilderverkäufer, von dem ich in über 30 Jahren Internet noch nie zuvor gehört oder gelesen habe.

Aber das ist die heutige Zeit! Andere Menschen möglichst gekonnt ausplündern und dies ohne selbst jemals etwas gearbeitet haben zu müssen. Und ich weiß, was mir der eine oder andere Leser (kleiner Insider) nun mitteilen wird: einfach sämtliche Bilder entsorgen und die Texte alleine sprechen zu lassen. Was sicherlich eine gute und sehr bequeme Lösung wäre. Das Problem dabei ist, dass ich in mein Blog für mich selber schreibe und zudem dabei auch gerne Bilder und Filme gucke. Wer die Fotos oder die Videos nicht mag, der kann das Blog über RSS lesen.

So, nun muss ich mich aber wieder ums echte Leben kümmern. Und das geht unaufhörlich weiter, selbst dann wenn man darüber im Blog sinniert. 140 Euro! Ich zahle für die Fotos normaler Weise zwischen 7 und maximal 60 Euro! Was wollen die da gefunden haben? Angela Mergel nackt auf dem Küchentisch?

Internet

Das Internet war dazu gedacht, um gegen alle Widerstände Informationen teilen zu können. Das hat auch ganz gut geklappt. Nun aber haben auch Geschäftemacher, Behörden und sonstige ansonsten wenig internetaffine Personen das Internet endgültig für sich entdeckt.

Und sobald Regelwut und Gier überhand nehmen, bekommen beide zusammen alles tot. Und so macht es einem Erstnutzer kaum noch Spaß, sich in den Welten des Internets zu bewegen. Ich versuche derweil meine Auftritte so weit wie möglich auszudünnen ohne aber daraus nun auch wieder eine eigene Lebensbeschäftigung machen zu wollen.

Ätzend bis hin zu völlig abtörnend sind die unzähligen Versuche anderer Menschen und Firmen aus meinen digitalen Ergüssen Kapital schlagen zu wollen. Abmahnanwälte, selbsternannte SEO-Päpste, Softwareentwickler und grundsätzliche Bedenkenträger geben sich bei mir schon etwas länger die Klicke in die Hand, meistens ohne jemals auch nur einen einzigen Blog-Beitrag von mir selbst gelesen zu haben.

Dazu kommen dann auch noch die ganzen Selbsthilfegruppen und Communities, denen man online ebenfalls immer weniger ausweichen kann. Diese erwecken bei mir immer mehr den Eindruck, dass es sich dabei schon längst um digitale Religionen handelt. Und gerade die deutschsprachigen Bloggerwelten mit deren selbsternannten Blogwarten lassen mich verstärkt an die Zeugen Jehovas denken.

Heute habe ich einmal das Archive.org-Plug-in gelöscht. Eigentlich eine ganz gute Sache, aber wenn ich einen Hyperlink im Internet teile, dann überprüfe ich diesen zwar vorab, aber mache mich mit solch einer Verknüpfung noch lange nicht zum Sklaven regelwütiger Mitmenschen. Die Seite, auf die dieser Link — wenn es nicht eine meiner eigenen Pages ist — hinweist, gehört mir nicht. Und damit habe ich weder Recht, Anspruch noch Verantwortung dafür, dass diese Seite ewig vorhanden ist oder auch noch zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

So ein Service wie von Archive.org ist zwar ganz nett, aber wird der ursprünglichen Idee des Internets nicht gerecht und weckt vor allem nur Bedürfnisse, die kein Mensch vorab je hatte und meines Erachtens auch nicht benötigt. Wer alles hat, der hat überhaupt nichts, und wer alles weiß, der weiß gar nichts!

Was zur Folge hat, wenn ich ins Internet schreibe und Hyperlinks setze, dass es auch Links geben wird, die ins digitale Nirwana führen. Und wer bin ich denn, dass ich einem ins Internetschreiber vorschreiben möchte, dass seine Ergüsse bis in alle Ewigkeit dort zu stehen haben!

Was nun wieder zur Folge hat, dass es auf meinem Blog in Kürze unzählige Links geben wird, die nicht mehr auf archivierte Seiten ins Netz führen, sondern einfach nur eine Fehlermeldung auf dem Endgerät der Leser erzeugen, die man auch als HTTP-Statuscodes kennen dürfte. Leider bin ich selbst noch nie auf eine Website gelangt, die die Fehlermeldung 418 hervorruft. Das wäre für mich wie ein Sechser im Lotto!


Kerzen

7.10.02024 4.9 (10)

Beitragsfoto: Kerzen | © Pexels auf Pixabay

Vermischtes

Kevin Kühnert macht sich vom Acker und baut darauf, dass ihm die SPD fortan sein Luxusleben weiter sichert. Spätestens seit Helmut Kohl ist dies bei uns Staatsräson. Wenn es keine freie oder neue Bundesagentur mehr gibt und auch sämtliche „Staatsbetriebe“ schon vergeben sind, könnte doch zumindest ein CumEx-Aufsichtsrat (die Verbindungen der SPD dorthin sind bestens) oder der Botschafterposten im Vatikan (die CDU hilft sicherlich gerne) freiwerden.

Erfreulich, dass wir einen Nachfolger für mich als Vorsitzenden der Freien Wähler gefunden haben. Nun ist es an der Zeit, um zur Seite zu treten und der Jugend Platz zu machen. Ich bleibe noch auf Wunsch eine Weile beratend tätig, bin aber selbst davon überzeugt, dass man meine Expertise eigentlich nicht mehr benötigt — die „wesentliche eigene Leistung“ (Fachbegriff) ist erbracht und so wird es für den Verein weiter vorwärts gehen, mit mir aber auch ohne mich.

Ach ja, die SPD und andere wollen in Heilbronn nun die Neckarhalde überdachen, dabei haben sie meine jüngsten entsprechenden Vorschläge wohl nicht so ganz richtig verstanden. Für mich sind Bäder wichtige Infrastruktur, um den Bürgern das Schwimmenlernen wie auch den Schwimmsport zu ermöglichen. Nicht wie von der Stadtspitze seit Jahren gewollt und gefördert, auch noch im Wasser zu trinken, zu essen, zu rauchen und ansonsten dort nur dumm herumzustehen — ok, man tratscht dabei auch noch gerne mit seinesgleichen. Und so wird der Gemeinderat demnächst auch noch dafür sorgen, dass selbst die Neckarhalde nun zu einem reinen Planschbecken und „Wasserbesen“ (neue Wortschöpfung) wird. Apropos Leistungssport in Heilbronn, wohl nur dann, wenn Besenbesuche olympisch werden!

Gleich morgen gibt es ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern, danach geht jeder von uns in seine eigene Vorlesung bzw. Seminar, mittags sitzen wir erneut kurz zusammen bevor jeder wieder in seinem Seminar verschwindet. Ich bin schon jetzt gespannt darauf, ob die Seminaristen mit eigenen Ideen aufwarten können.

7. Oktober

Heute vor einem Jahr verantwortete die Hamas den brutalsten Völkermord an wehrlosen Israelis seit dem Yom Kippur Krieg. Hemmungslose Lustmörder schändeten dabei Frauen und Kinder, folterten Menschen zu Tode und verschleppten weitere unschuldige Opfer meist auf Nimmerwiedersehen.

Derweil tanzten Palästinenser und Muslime weltweit vor Begeisterung und feierten jedes einzelne Mordopfer. Mir klingen heute noch die Freudengesänge selbst von bei uns Asylsuchenden in den Ohren, welche nicht nur in Berlin und Heilbronn die Ausrottung Israels forderten.

Verantwortliche Religionsführer und die üblichen Verdächtigen unserer eigenen „Friedensbewegten“ schwiegen und schweigen noch heute — ihr abgrundtiefer Antisemitismus lässt alles Menschliche in ihnen verdorren.

Kurz darauf begannen sich die Israelis zu wehren, was leider unvermeidbar weitere unschuldige Leben kostete und auch noch kosten wird.

Seitdem müssen wir das erbärmliche Klagen und dem widerlichen Jammern von ertappten Massenmördern, deren Anstiftern und treuem Gefolge ertragen.

Und nun fordern viel zu viele erneut gebetsmühlenartig einen Frieden im Nahen Osten, dabei müsste jeder wissen, dass man mit Mördern keinen Frieden schließen kann. Wie zum Ende des Zweiten Weltkrieges auch, ist eine bedingungslose Kapitulation dieser Terrororganisationen der einzige gangbare Weg, für den Fall, dass man tatsächlich einen tragfähigen Frieden möchte.

Erschreckend wie gerade in genau dieser Sache der ÖRR (ZDF Spezial) Massenmördern und deren PR-Managern eine Bühne gaben — auch so kann man bei uns seinen eigenen Antisemitismus ganz gefahrlos ausleben.

Führerschein

Da ein Führerschein immer weniger ein Nachweis dafür ist, dass sein Besitzer auch Autofahren kann, sollte man schleunigst damit beginnen und ein wenig mehr Transparenz in die Sache bringen.

Mein Vorschlag: bei jedem Unfall oder schwereren Verkehrsdelikt wird zusätzlich mit angegeben bei wem der Fahrer seine Fahrstunden und -prüfung absolviert hat. Im Falle, dass eine Fahrschule überdurchschnittlich viele Unfallfahrer und Kriminelle hervorbringt, verliert diese ihre Lizenz.

Zudem sollte bei Todesfällen immer geprüft werden, ob man den Prüfer nicht mit in Haftung nehmen kann — ein Führerschein hat etwas mit Reife und Fahrvermögen zu tun und sollte nicht einfach nur so gekauft werden können.

Auch könnte man einmal prüfen, warum sich so viele Heilbronner Stadtbusfahrer bei jedem Zebrastreifen (ganz besonders jenen in der Wollhausstraße) immer öfters überlegen, ob sie bremsen sollen oder nicht — auch bei deren Schulung scheint es große Mängel zu geben.

„Wo auch immer du dich versteckst, menschliche Übel umtosen dich.“

Seneca, 10. Buch, 82. Brief (2018: 659)

Zebrastreifen

6.9.02023 4.4 (5)

Beitragsfoto: Zebrastreifen | © Stefan Schweihofer auf Pixabay

Konflikt

Je mehr man lernt und versteht, umso weniger weiß man. Diesen Konflikt muss man aushalten können, wenn man nach Wissen oder gar Erleuchtung strebt.

Leider wollen dies immer weniger Menschen und streben deswegen verstärkt in die heile Welt der absoluten Gewissheiten und festen Überzeugungen. Und es gibt dabei genügend Gleichgesinnte, die sich dies zu eigen machen und noch den eigenen Vorteil suchen.

Wenn ich eins in meinem Leben gelernt habe, dann, dass man sehr vorsichtig sein muss, wenn etwas ganz offensichtlich, glasklar und völlig verständlich ist. Noch mehr muss man aufpassen, sobald sich diese Gewissheiten zu einer Mehrheitsmeinung, wenn nicht gar zu einer Mehrheitsüberzeugung entwickelt haben.

Deswegen ist es demokratischer Brauch, dass sich jede Mehrheit auch um die Meinung der Minderheit zu kümmern hat und im Endergebnis Kompromisse auf der Tagesordnung stehen — mit einer einzigen Ausnahme, den faulen Kompromissen.

Das Leben ist nämlich ein Konflikt, die völlige Harmonie der Tod.

Fußgänger

Heilbronn ist schon etwas länger ein unsicheres Pflaster für Fußgänger, und so haben sich meine bessere Hälfte und ich in den letzten Jahren daran gewöhnt, dass man sich als Fußgänger nicht völlig unbeschwert durch die Straßen bewegen darf. Selbst beim Schaufensterbummel mitten in der Fußgängerzone muss man stets darauf achten, dass man nicht von irgendwelchen Fahrzeugen angefahren wird.

Gestern hatten wir sehr viel Glück, denn erst hat die automatische Notbremsung eines SUV dafür gesorgt, dass ich nicht mitten auf dem Zebrastreifen der Cäcilienbrunnenstraße unter die Räder kam, und später dann konnten sich meine bessere Hälfte und ich durch einen gelungenen Sprung vom Zebrastreifen zurück auf den Gehweg in der Wollhausstraße vor zwei „Rennwagen“ retten, wobei der zweite tatsächlich noch Gas gab, wahrscheinlich nur, um mit dem ersten Schritt zu halten, und eher nicht, um uns dann doch noch zu erwischen. Beide Raser setzten ihren Spurt bis zur Oststraße weiter fort — ich vermute einmal, dass es sich hierbei um eine Art Gedächtnisrennen für einen Gleichgesinnten handelte, der sich gerade vor Gericht verantworten muss.

Schlimmer als die Fußgänger sind nur noch die Eidechsen des neuen Eidechsenschutzgebietes im Heilbronner Osten dran, denn die werden sehr gerne auf dem Fußweg daneben plattgefahren. Manchen Radfahren scheint dies sogar etwas Freude zu bereiten — denn im Gegensatz zum Plattfahren von Fußgängern wird einem diese Aktion nicht negativ angerechnet und man muss später auch keine Krokodilstränen in Untersuchungshaft vergießen.

Zebrastreifen würden auch den Eidechsen nicht weiterhelfen, das können nur Menschen, die ein wenig mehr Rücksicht auf andere und ihre Umwelt nehmen.

Lob

Gestern war ich mit meiner besseren Hälfte in der Harmonie, um die ersten Gespräche für den kommenden Europa-Ball am Samstag, 13. April 2024 zu führen. Wir trafen dort auf zwei junge Männer, die uns nicht nur ein erstes Konzept vorstellten, sondern beim anschließenden Gespräch durch Fachkenntnis, Engagement und Kundenorientierung überzeugten.

Und so macht es besonders als Ehrenamtlicher großen Spaß, eine solche Veranstaltung zu planen und zu organisieren. Ich freue mich auf die folgende Besprechung und erlaube mir schon jetzt das Harmonie-Team zu loben. Auf jeden Fall mache ich mir seit heute keine Sorgen mehr darüber, ob es dieses Mal mit dem Europa-Ball in der Harmonie klappen wird oder nicht.


Feedback

Ein Leser meinte heute, dass der Begriff „meine bessere Hälfte“ eine gruselige Aussage sei. Ich halte diese Bezeichnung auch heute noch für völlig in Ordnung, und die beste Ehefrau von allen hat sich bis zum heutigen Tag darüber nicht beschwert. Wobei ich ich den allseits bekannteren Begriff „beste Ehefrau von allen“ dann doch für etwas zu stark aufgetragen empfinde und wohl deshalb den hier im Blog üblichen Begriff gewählt habe.

Wie sehen das die anderen Leser?