Über das Töten

Bereits 1995 veröffentlichte Dave Grossman sein Buch „On Killing: The Psychological Cost of Learning to Kill in War and Society“, in welchem er unter anderem anführt, dass die heutige Zivilgesellschaft, dabei vor allem die Medien, durch die Adaption von militärischen Techniken, die den Soldaten das Töten erleichtern, die Mordrate vor allem unter den Jugendlichen gewaltig steigert.

Für einen Soldaten ist Grossmans Buch auf jeden Fall ein Must-Read, um sich mit dem „Töten und selbst getötet werden“ weiter auseinanderzusetzen.

Für die interessierte Öffentlichkeit, vor allem aber für Journalisten ist das Buch auch einen Blick wert, um das eigene Handeln gegebenenfalls doch etwas zu hinterfragen. Und dies, obwohl Grossman teilweise vorgehalten wird, dass seine Thesen wissenschaftlich nicht belegt sind und er die Sachverhalte undifferenziert und unzulässig verallgemeinernd darstellen würde.

Ich bin fest davon überzeugt, dass das Töten für die allermeisten von uns nicht sehr einfach ist, und selbst Soziopaten oder Psychopaten einen Anlass benötigen, um mordend durch unsere Lande zu ziehen.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass solche Anlässe in jüngster Zeit von einigen Parteien und deren Politikern herbeigeredet wurden, um im Falle zumindest einer Unionspartei Prozentpunkte bei der Wählerschaft zu ergattern und im Falle der totalitaristischen Parteien, um unser demokratisches System insgesamt aus den Fugen zu heben.

Und diese von Teilen der Politik verbreitete „Endzeitstimmung“ wird sehr gerne von den Medien aufgegriffen und über alle Kanäle hinweg beständig in die Hirne unserer Mitbürger transportiert.

Inzwischen glauben alle politischen Ränder, sich für den Endkampf rüsten zu müssen, „Links“ und „Rechts“ ziehen immer öfters pöbelnd und randalierend durch die Straßen, und der demokratischen Mehrheit kommen immer mehr Zweifel, ob wir eigentlich noch die Mehrheit in unserem Land sind.

Politische oder politisch motivierte Morde, die wir bereits nach Baader und Meinhof bei uns für überwunden geglaubt hatten, sind inzwischen wieder „alltäglich“ geworden.

Ich glaube, es ist nun wirklich an der Zeit, dass wir die Weltuntergangsuhr in unseren Köpfen stoppen und wieder damit beginnen, an Lösungen zu arbeiten und dies auf der Grundlage unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Einem morbiden Charme kann man vielleicht im Kino oder an den Spielekonsolen erliegen, wobei Dave Grossman allerdings davon eher abrät. Aber im Alltag ist ein solcher für alle Beteiligten mehr als gefährlich.

„The link between killing and war is like the link between sex and relationships.“

Dave Grossman, On Killing (2009)

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