Zeit für ein Gedicht

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Kaffeegenuss | © Pixabay

„Dulce et decorum est pro patria mori“ wurde durch Horaz in seinen Carmina zu einem noch heute viel zitierten Lobgesang. Allerdings sehen dies heutzutage immer weniger Menschen als erstrebenswert an, wobei ich fest davon überzeugt bin, dass es auch vor gut 2 000 Jahren bereits der Fall war.

Jene Gemeinschaften, in denen Vernunft gegenüber der Verantwortung für die Gemeinschaft obsiegte, gibt es heute allerdings nicht mehr. Und wie wir es gerade miterleben können, ist es heute nicht anders und wird auch künftig weiterhin so sein. Denn die ureigenen persönlichen Interessen vom Großteil unserer Bevölkerungen sorgen noch heute dafür, dass vielversprechende Lösungen, die diesen alten Spruch sofort ad absurdum führen könnten, keine Chance auf Realisierung haben.

Und so sind unsere Gesellschaften weiterhin darauf angewiesen, dass sie ausreichend „Deppen“ generieren, die noch heute für ihre „Landsleute“ den Kopf hinhalten, genau für jene „Landsleute“, die alles nur Erdenkliche unternehmen, dass es auch weiterhin so bleiben wird — der Irrsinn hat nämlich System!

Schlimmer wird es nur noch, wenn diese „Deppen“ ihre Einsätze überleben, denn dann werden sie für wirklich alles verantwortlich gemacht und dürfen höchstens noch darauf hoffen, dass sie ein Stück Blech an die Brust geheftet bekommen, bevor sie wieder auf die nächste Schlachtbank geführt werden.

Wilfred Owen, ein britischer Soldat, schrieb das nun folgende Gedicht bereits 1917. Ob er genau wie viel zu viele der anderen „Deppen“ oder, im Falle, dass man Donald Trump, die aktuelle Ikone aller Konservativen, zitieren möchte, die anderen „Loser“ singend in den Krieg zog, weiß ich nicht. Auf alle Fälle aber fiel er selber 1918 in Frankreich.

Dulce et Decorum est

Bent double, like old beggars under sacks,
Knock-kneed, coughing like hags, we cursed through sludge,
Till on the haunting flares we turned our backs
And towards our distant rest began to trudge.
Men marched asleep. Many had lost their boots
But limped on, blood-shod. All went lame; all blind;
Drunk with fatigue; deaf even to the hoots
Of disappointed shells that dropped behind.

Gas! GAS! Quick, boys! — An ecstasy of fumbling,
Fitting the clumsy helmets just in time;
But someone still was yelling out and stumbling
And floundering like a man in fire or lime. —
Dim, through the misty panes and thick green light
As under a green sea, I saw him drowning.

In all my dreams, before my helpless sight,
He plunges at me, guttering, choking, drowning.

If in some smothering dreams you too could pace
Behind the wagon that we flung him in,
And watch the white eyes writhing in his face,
His hanging face, like a devil’s sick of sin;
If you could hear, at every jolt, the blood
Come gargling from the froth-corrupted lungs,
Obscene as cancer, bitter as the cud
Of vile, incurable sores on innocent tongues, —
My friend, you would not tell with such high zest
To children ardent for some desperate glory,
The old Lie: Dulce et decorum est
Pro patria mori.

Wilfred Owen, 1917

Gerade heute konnten wir erfahren, dass die russischen Streitkräfte nun auch in der Ukraine C-Waffen einsetzen, wohl um ihre Durchbrüche weiter auszubauen.

Derweil machen sich nun auch bei uns nicht nur die Europa-Verhinderer, Europa-Verzögerer und Putin-Versteher, sondern auch die weiteren Kriegstreiber sowie vor allem die Kriegsprofiteure so langsam Gedanken darüber, woher sie bei uns die vielen „Deppen“ hernehmen sollen, die sie für ihr so erfolgreiches System benötigen werden. Eines ist dabei so sicher wie das Amen in der Kirche: sie selber oder gar ihre Kinder werden es nicht sein! — auch darin sind sie mit Wladimir Putin und Donald Trump einer Meinung.


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