19.9.02021

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Menschenbild

Es ist schon erstaunlich, was so manche Gemeinderäte von ihren Mitbürgern so denken: „Sie sollen sich nicht nur um Falschparker und Hundekotbeutel kümmern, sondern darüber nachdenken, wie der Ort aufgewertet werden kann.“

Da sitzen so manche im Gemeinderat und haben bestenfalls eigene Aufsichtsratsposten im Sinne, ohne jemals selbst darüber nachdenken zu wollen, was man in Heilbronn verbessern könnte, geschweige denn selbst einmal Positives dazu beizutragen, oder gar mit Hand anzulegen — ok, wenn es pressewirksam ist, lässt man sich schon einmal ein Papierchen zum Einsammeln vor die Füße legen.

So muss der Bürger bereits eigenhändig Menschenkot aus den Straßen, Gassen und Hauseingängen entfernen, dafür sorgen, dass er aus seiner Hofausfahrt herauskommt und Hundekotbeutel aus dem Garten aufklauben, und soll jetzt auch noch darüber nachdenken, neue Erlebnisorte zu schaffen.

Dabei könnte sich der Heilbronner Gemeinderat dafür einsetzen, dass es z.B. ausreichend öffentliche Toiletten gibt, die Sauberkeit auf unseren Straßen verbessert wird, eine funktionierende Verkehrsplanung einschließlich befahrbarer Radwege gewährleistet wird, und vor allem, dass die Stadtverwaltung dafür sorgt, dass in Heilbronn wieder Regeln eingehalten werden.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir schon damit eine wunderbare städtische Erlebniswelt hätten, was dann auch Bürger dazu motiviert, zusätzlich noch einzelne „Tüpfelchen auf die Sahnehaube” zu setzen.

Neue Ideen

Gestern konnten wir wieder einmal von vielen neue Ideen in der Heilbronner Stimme lesen. So zum Beispiel wird angeregt, alle Ampelstandorte daraufhin zu überprüfen, ob ein Rechtsabbiegepfeil für Autofahrer möglich ist. Das ist besonders interessant, da man zuvor still und heimlich solche in Heilbronn entfernt hat, z.B. gleich bei mir um die Ecke an der Südstraße.

Das hat eine ähnliche Qualität, wie das beträchtliche Reduzieren des Polizeiapparates, um gleich danach jahrelang mehr Polizisten zu fordern. So schafft man sich populäre Themen, die eigentlich gar keine wären — auf jeden Fall wird so Politik sehr, sehr bequem.

Die Forderung nach grünen Pfeilen für die Radfahrer in Heilbronn dürfte hingegen ein Novum sein. Nur hat dies einen gewaltigen Haken, denn in Heilbronn gelten für Radfahrer überhaupt keine Regeln. Damit sind solche Pfeile völlig überflüssig.

Gespräche

Gestern hatte ich die Ehre, die inzwischen 5. Hertensteiner Gespräche erneut eröffnen zu dürfen, welche dann in gut zehn Stunden vier Gesprächsthemen sehr intensiv hinterfragten und ausloteten.

Zwar war der Teilnehmerkreis nicht so groß wie bei den vorherigen drei Präsenzveranstaltungen, dafür aber hoch qualifiziert. Dies war von Vorteil, da es gelungen ist, die diesjährigen Themen von allen Seiten zu beleuchten und dabei auch in die Tiefen der eigentlichen Thematiken zu gelangen.

Alle Teilnehmer waren sich nach diesen erneut sehr fordernden Gesprächen einig, dass es gut investierte Zeit war, und die kommenden 6. Hertensteiner Gespräche am 17. September 2022 — dann wieder in Präsenz — auf jeden Fall eine Reise nach Heilbronn wert sind.

Besonders gefreut hat es mich, dass fast der gesamte Heilbronner Kreisvorstand der EUROPA-UNION mit diskutierte, und sich Michael Georg Link MdB trotz Wahlkampf die Zeit nahm, erneut als Moderator eines der Gesprächskreise zu fungieren.

Konstantin Kümmerle, erstmals in der Funktion als Moderator bei den Hertensteiner Gesprächen, legte sehr stark vor und motivierte damit die anderen Moderatoren, ebenfalls in die Vollen zu gehen — das Gesamtergebnis war alleine deshalb eine Veranstaltung, welche für die Diskussionskultur im Gesamtverband Maßstäbe setzen wird.


Geburtstag des Tages

William Golding

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