Beitragsfoto: Wahlkabinen | © Alexandru Nika, Shutterstock
Inhaltsverzeichnis
Vermischtes
Den heutigen Nachmittag verbringe ich bei meseno in der Hausaufgabenhilfe, denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Die letzten Abende konnte ich das Tanzbein schwingen und dabei auch etwas Werbung für den kommenden Europa-Ball machen. So langsam aber sicher trödeln die ersten Ballanmeldungen ein. Was mich wieder daran erinnert, dass ich den Ball noch bei der GEMA anmelden muss. Die GEMA sorgt so langsam aber sicher dafür, dass es bald bei uns nicht nur keine Weihnachtsmärkte, sondern auch keine Bälle mehr gibt. Wenn die eingetriebenen Gelder wenigstens den Musikern zugute kämen, so aber finanzieren diese nur einen weiteren Apparat, den kein Mensch wirklich braucht, der uns Bürger aber beständig geißelt.
Mit solchen Institutionen schaffen wir zwar Arbeitsplätze, verschleiern damit wie bei den Banken, Behörden und Versicherungen auch nur, dass es viel zu viele Bürger gibt, die weder arbeiten können noch wollen. Dass dieses System langfristig nicht tragbar ist, merkt man in der Politik nicht. Ganz im Gegenteil, man schafft wo man nur kann weitere Scheinarbeit und beklagt sich zeitgleich, dass es zu wenige Fachkräfte gibt und diese dabei auch noch viel zu wenig arbeiten würden.
Anstatt Fachkräfte auszubilden, schickt man die Arbeitsverweigerer lieber auf Hochschulen und Universitäten. Und weil diese auch dort nicht arbeiten wollen, schafft man sämtliche Voraussetzungen ab und verleiht sämtliche Titel und Diplome ganz automatisch.
Und da diese Menschen nicht alle Minister und Kanzler werden können, muss man nur folgerichtig für immer mehr Scheinarbeit und noch größere Parteiapparate sorgen. Das Ganze ging halbwegs so lange gut, wie wir uns die benötigten Fachkräfte noch aus dem Ausland besorgen und zudem möglichst viel Arbeit ins Ausland auslagern konnten.
Inzwischen sollten auch unsere Volksvertreter erkannt haben, dass das mit dem Schlaraffenland nur für sie selbst aber nicht für unser gesamtes Land funktioniert! Leider aber bezeugen die aktuellen Wahlplakate, dass keine unserer Parteien dies erkannt hat oder aber, dass sie uns alle inzwischen für so blöd halten, dass sie mit wirklich jedem Wahlplakat Stimmen gewinnen können.
Wahrscheinlich haben unsere Politiker wenigstens dabei Recht! Das Quotensystem funktioniert. Das Resultat wird eine Diktatur sein!
Klausuren
Heute Morgen gab es ein sehr erfreuliches und völlig entspanntes Käffchen zusammen mit Detlef Stern und dies obwohl wir uns beide in der Prüfungsphase des Semesters befinden. Jenen Studenten, die bereits eine Stunde nach der Klausur ihr Prüfungsergebnis haben wollten, empfehle ich einmal in die Prüfungsordnung zu schauen. Ich darf die Noten erst veröffentlichen, wenn alle Prüfungen erfolgt sind. Ich strebe deshalb Freitag, den 13. an — hat was, meine zumindest ich.
Wegen meines eigenen Seelenheils lasse ich mir beim Korrigieren dieses Mal etwas mehr Zeit, was übrigens auch den Studenten guttun wird. Mit etwas mehr Abstand sehe ich über manche Dinge hinweg, wie etwa, dass Studenten die größere Rechenaufgabe ohne Probleme im Kopf rechnen können und nur das Ergebnis — was mir als Autor der Aufgabe selbst nicht gelungen ist — hinschreiben, dafür aber bei meiner Kontrollrechenaufgabe (!) zwei Seiten weiter völlig hoffnungslos am Multiplizieren der Zahl 12 scheitern. Das wirklich Schlimme daran ist, dass kein Student merkt, dass die Klausur im Zusammenhang geschrieben wurde und nicht nur die Abfolge von einzelnen Aufgaben ist.
Zu meiner Zeit war dieses Erkennenkönnen überhaupt erst die Voraussetzung, um ein Studium beginnen zu dürfen! Und so wundert es mich auch nicht mehr, dass viel zu viele Studenten die Ergebnisse der Aufgaben der letzten Klausur — die erlaubten Spickzettel machen dies möglich — in die aktuelle Klausur eintragen. Spannend für mich dabei, wie sie diese Lösungen auf die Fragen der Klausur verteilen, weil so einige Studenten dabei erkennen, dass es dann doch nicht so ganz passen könnte.
Dass viel zu viele Studenten die Aufgabenstellungen mangels Deutschkenntnis nicht mehr verstehen können, wundert mich schon lange nicht mehr — und ich schreibe schon Deutsch für Erstklässler. Denn dies ist alleine unserem Quotensystem geschuldet, das weder Leistung noch Abholpunkte kennt und innerlich jede Form von Bildung zu tiefst verabscheut.
Mein aktuelles Highlight bei der Korrektur ist ein Student, der schrieb, dass er die Ergebnisse schätzt, weil er keine Ahnung habe, wie man sie rechnet.
Den Überflieger in diesem Semester konnte ich schon während der Klausur beobachten, denn als Erstling (jeder Student hat drei Chancen) schrieb er nur die Aufgaben der Klausur ab, um die Antworten dann beim nächsten Mal in der Klausur verwenden zu können. Vielleicht ist er dann bei seinem Letztversuch etwas schlauer und versucht es einmal vorab mit studieren.
Nachfrage
Es freut mich, dass sich doch so manche nette Menschen nach mir erkundigen, wenn ich hier ein paar Tage lang nichts poste. Aktuell bin ich etwas beschäftigt und habe zusätzlich mit Yoyod, ein ganz neuer Zugang ins Fediverse, ein Spielzeug an die Hand bekommen, das mich doch etwas mehr beschäftigt als es eigentlich sollte.
Wer sich selbst mit einem eigenen Blog oder einem Social Medium wie etwa Mastodon im Fediverse bewegt, der kann mir nun auch so folgen. Was ich zudem zum Anlass genommen habe, mein eigenes Weblog wieder über ActivityPub mit dem Fediverse zu verbinden.
Wenn wieder einmal in meinem Blog Flaute herrschen sollte, kann man übers Fediverse prüfen, ob ich noch lebe — ein Anruf oder eine Nachfrage per E-Mail geht selbstverständlich auch.
Das Gute an Yoyod ist dabei, dass der gesamte Social Media Müll ausgeblendet bleibt und man nur das zu Gesicht bekommt, was man sehen möchte.
Meine Erfahrung mit dem Fediverse ist, dass es sehr hilft, wenn man selbst auf einer möglichst kleinen Fediverse-Instanz angemeldet ist. Mir persönlich war schon mastodon.social zu viel des Guten. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass es auf kleinen Instanzen etwas länger dauert, bis man sein kleines Fediversum zusammen hat — also nichts für Social Media Junkies, eher etwas für die stillen Genießer.
Was auch auf Blogs zutreffen sollte, denn es ist erfreulich, wenn eine Blogstille zu wenigen aber dafür ernstgemeinten Nachfragen führt und nicht sogleich ein eigener Wikipedia-Eintrag generiert wird.
Bei viel zu vielen heutigen Blogs, auch jene, die ich noch selber lese, meine ich, dass diese nur noch in der Hoffnung geschrieben werden, dass der entsprechende Blogger diesen dereinst einmal monetarisieren können wird.
Noch schlimmer steht es aktuell um die mir bekannten Blogwelten, von denen ebenfalls viel zu viele den Betreiber reich machen sollen. Und so bin ich schon wieder einmal am Überlegen, aus der einen oder anderen „Community“ wieder auszutreten. Das sich gegenseitige Hochpuschen und die gemeinsame Jagd nach Klickzahlen und Reichweite — meist nur um des schnöden Mammons Willen — hat mich noch nie interessiert. Eigentlich sind die meisten Blogger einmal angetreten, um sich selbst und die Welt um einen herum ein klein wenig besser zu machen.
Ob man dies dadurch erreicht, indem man versucht selbst ein paar Millionen Follower zu erhalten, darf bezweifelt werden. Und so kann man es durchaus als einen großen Gewinn für die Menschheit ansehen, dass kaum einer von uns jemals in diese Sphären vordringen wird. Denn fast alle Menschen wollen zwar einmal selbst ein Mahatma Gandhi werden, für die allermeisten von uns reicht es dabei aber nur zu einem Donald Trump.






