5.9.02022

Beitragsfoto: Mitarbeiter des Monats | © Shutterstock

Anfragen

Jüngst wurde ich gefragt, ob ich nicht auch kommunalpolitisch unterwegs sei. Und als ich dies bejahte, darauf aufmerksam gemacht, dass der neue Fußweg am Eidechsen-Revier, dem ehemaligen Zulauf zum Südbahnhof, zwar ganz nett geworden sei, aber dennoch zwei wesentliche Dinge vermissen lässt. Erstens fehlen auf der gesamten Strecke Mülleimer mit Hundekotbeutelbehältnissen und zweitens von der Brücke bis hin zum Tunneleingangsbereich Sitzbänke, um auf der Strecke auch ausruhen zu können oder um „älteren Herren“ die Chance zu bieten, den Eidechsen beim Sonnenbaden zuzusehen — diese Anspielung fand ich übrigens ganz nett, wobei ich mich selber aber eher an das Holzgeländer lehne.

Und da ich, wie bereits gesagt, diesen neuen Verbindungsweg in den Heilbronner Osten selber gerne nutze, habe ich mich heute etwas näher umgeschaut. Der Anfrager hat völlig recht, zwei bis drei Bänke mehr würden der Strecke ganz gut tun. Und auch eine Ausstattung mit Mülleimern und Hundekotbeutelbehältnissen schadet bestimmt überhaupt nicht. Es ist schon erstaunlich wie viel Müll ich heute entlang der knapp 500 Meter Strecke gefunden habe; manche Menschen scheinen die reinsten Müllabwurfmaschinen zu sein. Noch erstaunlicher sind die vielen gefüllten schwarzen Hundekotbeutel, die entlang des Weges und vor allem im Eidechsen-Schutzgebiet herumliegen — vom Hundekot auf dem Weg selbst, spreche ich schon gar nicht.

Was für Menschen sind das, die Hundekot in kleine schwarze Beutel packen und diese dann vor Ort in die Gegend schmeißen? — Diesen offensichtlich völlig verzweifelten Gestalten könnte man sicherlich mit dem einen oder andern Mülleimer behilflich sein, ansonsten hilft wohl nur psychiatrische Behandlung.

Wenn ich schon einmal dabei bin, auch ich habe eine kleine Bitte an meine Leser. Die Heilbronner Stiftung meseno nimmt gerade erneut an „der Förderpenny.-Aktion“ teil, bei welcher der lokale Gewinner einen Anteil der Spendengelder erhält, die von den Penny-Kunden 2022 erwirtschaftet wurden.

Mit Ihrer Unterstützung klappt es vielleicht dieses Jahr, dass meseno zum Zuge kommt! Dazu müssen Sie nur auf dieser Seite für meseno stimmen und Ihre Stimme per E-Mail bestätigen. Bevor heute die Prozentanzeige weggefallen ist, lag meseno mit 62 % der Stimmen vorne.

Bußgelder

Bußgelder sollen Menschen zu einem anderen Verhalten anleiten. Im Verwaltungsrecht versteht man unter einer „Geldbuße“ eine Geldzahlung, die bei geringfügiger Verletzung der Rechtsnormen wegen Ordnungswidrigkeit durch Behörden verhängt werden kann. Eine weitere Steigerung sieht das Strafrecht vor, wobei Gerichte dann „Geldstrafen“ verhängen können.

Wie wir heute in fast allen Medien lesen, lassen auch in der Region Heilbronn die Bußgelder die städtischen Kassen klingeln; der neue Bußgeldkatalog zeigt seine Wirkung.

Auch wenn sich jetzt unheimlich viele Mitbürger vor lauter Schadenfreude — vor allem dann, wenn es den ungeliebten Nachbarn trifft — zusammen mit unseren Stadtverwaltungen riesig freuen mögen, gebe ich doch zu bedenken, dass der Sinn und Zweck von Bußgeldern nicht das Schließen von Haushaltslücken ist.

Deshalb sollten wir immer wieder und auch dies regelmäßig und verpflichtend über sämtliche Maßnahmen, Regeln, Rechtsnormen und Gesetze nachdenken, ob diese überhaupt (noch) ihren beabsichtigten Zweck erfüllen. Zufallsvorteile von solchen ergriffenen Maßnahmen dürfen dabei nicht als Begründung dienen!

Montagsrunde

Heute konnte ich wieder mit dem meseno-Bus den nördlichen Landkreis genießen. Dabei viel mir erneut auf, dass Dorf wohl dort ist, wo die Gehwege in einem ordentlichen Zustand gehalten werden. Auf jeden Fall aber ist es immer wieder eine Freude schön gepflasterte und frisch gekehrte Gehsteige sehen zu können.

Und als ich wieder in den Stadtkreis zurückkam, begrüßte mich das neue Verkehrsleitsystem mit einem herzlich Willkommen — und in diesem Falle hier ist das Adjektiv willkommen auch richtig geschrieben. Leider findet man auf Schildern immer öfters: „Herzlich willkommen“ groß geschrieben. Der Duden merkt übrigens noch heute dazu an — was beim Duden neuerdings morgen schon wieder ganz anders sein kann, da sich die Dudenredaktion gegen die deutsche Sprache und für ein Polit-Deutsch (Neusprech) entschieden hat:

will|kom|men

In Fügungen wie Herzlich willkommen! oder Seien Sie willkommen! schreibt man willkommen klein, da es hier als Adjektiv verwendet wird. Großgeschrieben wird willkommen nur, wenn es als Substantiv gebraucht wird: Sie hatten ihm ein herzliches Willkommen bereitet.

Duden, 3.9.2022

Auf jeden Fall aber ist ein freundliches Willkommen auf einem Verkehrsleitsystem viel besser als antiquierte Verkehrsnachrichten! Und diese neue Nutzungsidee für ansonsten völlig überflüssige Schilder lässt mich auf den folgenden Gedanken kommen. Man könnte doch dort immer den „städtischen Mitarbeiter des Monats“ vorstellen — kostet nichts und ist zudem eine altbewährte Motivationsmethode; was derzeit ganz besonders wichtig ist, da auch die Stadtverwaltung dringend nach neuen Mitarbeitern sucht.


KI-Bilder

John Oliver muss man mögen. Ich tu es auf jeden Fall!

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5 thoughts on “5.9.02022

  1. Was mich an der Berichterstattung zu den Bußgeldern stört – es findet sich an keiner Stelle eine Gegenrechnung, was der städtische Haushalt an Investitionen für Verkehrsüberwachung und Personalkosten u. ä. beinhaltet. So entsteht immer wieder der Eindruck, dass das Stadtsäckel durch Ordnungsgelder gefüllt wird. Und zwar ordentlich. Sicher, die alter Kameralistik hat diese Zahlen so nicht direkt geliefert, mit der Doppik sollten – zumindest dort, wo sie bereits vollumfänglich umgesetzt wird, die Informationen vorliegen. Ich bin mir sicher, dass sich dann ein vollständig anderes Bild zeigt. Nämlich, dass mitnichten das Stadtsäckel (im Sinne eines „Überschusses“) ordentlich gefüllt wird, sondern weitgehend eine Kostendeckung erreicht wird. Dis ist zwar nicht Ziel und Zweck, aber erzeugt dann doch einen anderen Eindruck.

    1. Unabhängig davon — und ich bin immer für mehr Transparenz — sollte man bei Bußgeldern nicht nach der Kosten-Nutzen-Rechnung schauen, sondern alleine, ob sie auch tatsächlich eine Verhaltensänderung bei den „Opfern“ herbeiführen. Wenn nicht, muss man wohl gleich zu Strafen greifen.

      Oder man evaluiert einmal die Wirkung von positiver Verstärkung, z. B. die Smiley-Anzeigen, sobald man die vorgeschriebene Geschwindigkeit einhält — zumindest bei mir wirkt das.

      1. Richtig. Es geht nicht ums Geld verdienen, aber genau dies unterstellt häufig die Berichterstattung. Dazu müssten bestimmte „Liberale“ endlich davon verabschieden, den „Markt“ auf den „Staat“ übertragen zu wollen. Denn genau durch die „marktliberalen Modelle“ der 1990er-Jahre mit dem Konzern „Stadt“ hat die Bedeutung der Effektivität in der Diskussion – in der breiten Öffentlichkeit – deutlich an Bedeutung verloren. Das ist allerdings ein anderes Fass, dass ich an dieser Stelle nicht aufmachen möchte.

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