Sülmerstraße mit Blick auf K3

6.5.02022

Sülmerstraße mit Blick auf K3

Coro del Grappa

Heute erfuhr ich von Gabrio Bobbos überraschendem Tod — dies hat meine bessere Hälfte und mich schwer getroffen! Am 2. Mai 1992 lernte ich beim Treffpunkt Europa nicht nur meine bessere Hälfte kennen, sondern auch Gabrio Bobbo mit seinem Coro del Grappa.

Die Präliminarien mit meiner heutigen besseren Hälfte fanden bereits am selben Tag und dies beim Stand des Coro del Grappa auf dem Kiliansplatz statt. Und so ließ es sich Gabrio auch nicht nehmen, mit ein paar Musikern ein Jahr später auf unserer Hochzeit aufzuspielen.

Über die Jahrzehnte hinweg entwickelte sich eine sehr enge Zusammenarbeit und ein freundschaftliches Verhältnis zu unseren Heilbronner Italienern des Coro del Grappa. Vor zehn Jahren, bei meinem 50. Geburtstag, sang der Coro del Grappa, durch eine Opernsängerin verstärkt, und trieb selbst den aus Italien angereisten Freunden die Tränen in die Augen.

Über all die Jahrzehnte hinweg war Gabrio Bobbo Herz und Seele dieses italienischen Männerchors. Er wird eine sehr tiefe Lücke in unserer Gemeinschaft und in all unseren Herzen hinterlassen.

Diplomatie

Wenn man sich im Krieg befindet, dann kann man bei seinen „Freunden“ weniger wählerisch sein, das musste nun auch Wolodymyr Selenskyj lernen. Kaum ist es populär, als „Staatsmann“ nach Kiew zu reisen und sich als Kriegstourist selbst in Szene zu setzen, muss er jetzt die gesamte Mahalla der bundesdeutschen Prominenz begrüßen — wir haben die Ukrainer zuvor eindeutig wissen lassen, dass wir Deutschen keinen Cent umsonst hergeben, und sie für jeden Euro, den sie von uns bekommen, „bluten müssen“; die hohe Kunst der deutschen Diplomatie ist wieder einmal am Werk!

Wolodymyr Selenskyj weiß jetzt ganz genau, dass wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr. Dies muss er nun irgendwie noch dem Vladimir Putin vermitteln und schon wäre der Krieg vorbei.

Und wir lernen dabei ebenfalls was Diplomatie ist: sämtliche deutsche Politiker, die dem Vladimir Putin, gekauft oder aus freien Stücke heraus, über Jahre hinweg in den Hintern gekrochen sind, die lassen sich jetzt mit Wolodymyr Selenskyj ablichten.

Und wenn Wolodymyr Selenskyj noch glaubt, dass nach der deutschen Politprominenz — erst Bund, dann Land bis hin zur Provinz (Markus Söder) — endlich Schluss sein wird, dann hat er sich getäuscht, denn dann geht es erst richtig los, denn dann kommen unsere Stars und Sternchen aus Kultur und Sport und vielleicht auch der Wirtschaft, die allesamt mit Selenskyj in Kiew schaulaufen wollen.

Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass Selenskyj das noch nicht in Gänze erfasst hat, sonst würde die Ukraine lieber heute noch als morgen bedingungslos kapitulieren — denn auch Helden sind nicht endlos belastbar.

Vernissage

Gerne denke ich noch an die Vernissagen zurück, die ich für befreundete oder bekannte Künstler organisieren durfte. Und so kam ich letztes Jahr auf die Idee, aus den Plakaten des Europäischen Wettbewerbs, die vor Jahren einmal in Stuttgart den „Europäischen Flur“ schmückten, eine eigene Ausstellung zu kreieren.

Und als sich dann auch die Mitarbeiter des Europa Zentrums Baden-Württemberg von der Idee begeistern ließen, konnte ich die Erstausstellung der Plakate des Europäischen Wettbewerbs für Heilbronn buchen. Sehr gefreut hat es mich, dass Andreas Incze von der Stadtbibliothek Heilbronn das Potential einer solchen Ausstellung erkannte und der EUROPA-UNION Heilbronn eine Kooperation anbot.

Als Ergebnis können wir nun seit gestern eine Auswahl der Plakate des Europäischen Wettbewerbs aus den letzten 70 Jahren Wettbewerbsgeschichte in der Stadtbibliothek Heilbronn bis zum 28. Mai 2022 zeigen. Und wenn dereinst die Stadtbibliothek Heilbronn erweitert wurde, gucken wir, dass wir diese nochmals und dann in Gänze präsentieren werden können.

Eine solche Ausstellung vorzubereiten, nach Heilbronn zu transportieren, aufzubauen und zum Schluss auch wieder nach Stuttgart zurückzubringen, wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer gar nicht möglich.

Deshalb bedanke ich mich beim Transportteam Bettina Kümmerle, Roland Baier und Franz Schirm, das für den Rücktransport noch mit Oliver Durst, Thomas Heiligenmann und Herbert Steudel verstärkt werden wird. Auch bedanke ich mich bei Ina Rubbert und Dr. Lana Mayer, die die Ausstellung in Stuttgart vorbereitet hatten.

Ich bedanke mich beim Aufbauteam Bettina Kümmerle, Andreas Incze und Franz Schirm, die die Ausstellung während des laufenden Betriebs der Stadtbibliothek geräuschlos aufgestellt haben. Mein Dank gilt auch dem gestrigen Vernissageteam, das die Ausstellungseröffnung mit begleitender Preisverleihung zum 69. Europäischen Wettbewerb sicherstellte, Dr. Lana Mayer, Ursula Hecht, Bettina Kümmerle, Gertrud Kleofass, Andreas Incze und Franz Schirm.


Website des Tages

KoKi — Kommunales Kino Heilbronn

Die Initiative Kommunales Kino Heilbronn e.V. wurde im Oktober 1984 gegründet und setzt sich in erster Linie für die Förderung kommunaler Filmarbeit ein.


Geburtstage des Tages

Orson Welles und Christian Morgenstern

2 thoughts on “6.5.02022

  1. Ich habe das KoKi Heilbronn seinerzeit mitgegründet und dazu eine Seite in meinem Kinoblog verfasst:
    https://heilbronnerkinos.wordpress.com/gegenwart/kommunaleskino-heilbronn/

    Da ich das Projekt wegen der ungeeigneten Räumlichkeiten und der Technik für gescheitert halte, bin ich ausgestiegen und kuratiere seit 2018 eine kommunal geförderte Filmreihe in einem richtigen Kino:
    https://heilbronnerkinos.wordpress.com/gegenwart/kinostar-arthaus-kinos/arthaus-extra/

    1. Sehr geehrter Herr Hofmann, ich kenne zwar beide Vorhaben ein wenig, aber nicht genug, um hierzu Stellung nehmen zu können. Sehr gerne können Sie KoKi und Arthaus Extra meinen Lesern hier in einem eigenen Blog-Beitrag gegenüber und zur Diskussion stellen. Oder aber auch eine entsprechende Diskussion im Forum anregen.

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