Beitragsfoto: Foto Umberto Ecos in der la Repubblica | © La Repubblica
Inhaltsverzeichnis
Umberto Eco
Im gestrigen Gespräch mit Detlef Stern ergab es sich, das wir beide Umberto Eco lesen. Er laß „Der Name der Rose“ bereits 1981, ich erst während meines Studiums 1984. Ecos Bücher stehen noch heute in meinem Regal, was ich von sehr vielen anderen Autoren nicht behaupten kann. Im Zuge meiner Recherchen für mein eigenes Buch musste ich doch so einige „wissenschaftliche“ Werke in den Müll verfrachten, einfach weil sie nicht nur von irgendwelchen Hiwis zusammengeschustert waren, sondern auch noch bei einer Prüfung der dort aufgeführten Quellen völlig versagten. Was einen Autoren sogar dazu veranlasste, mir mitteilen zu müssen, dass Hiwis in seinem Buch für die Quellen zuständig gewesen seien.
Warum sollen Politikwissenschaftler für ihr Tun und Lassen Verantwortung übernehmen, wenn es Politiker auch nicht tun? Umberto Eco hätte bestimmt an diesem Standardwerk seine Freude gehabt! Das vermute ich, nachdem ich den von Detlef Stern empfohlenen Film gestern Nacht noch geguckt habe — die heutige Technik macht so etwas möglich.
Dieser Film trägt den Titel „Umberto Eco – Eine Bibliothek der Welt“ und stammt bereits aus 2022. Davide Ferrario führte Regie. Die Dokumentation ist auf Italienisch, auf Wunsch mit deutschen Untertiteln. Deshalb konnte ich meine bessere Hälfte für diesen Film gewinnen, da sie bereits seit ein paar Jahren an ihren Italienischkenntnissen arbeitet.
Menschen, die etwas mit Umberto Eco anfangen können, die werden diesen Film bestimmt genießen. Ich vermute, die meisten haben ihn bereits sogar schon gesehen.
Vermischtes
Beiträge wie der von Martin Thielecke über SAP lassen mich immer wieder gerne in meine Timeline schauen. Das Einzige was ich schon immer an SAP bewundere, dass diese Firma wirklich jeden Schrott verkaufen kann — ich gehe einmal nicht davon aus, dass sie das mit dem Schmieren nur sehr gut verstehen; es sind einfach Verkaufsgenies.
Danach kam dann gleich auch noch Thomas Michl um die Ecke, der seit Jahren immer wieder gerne an unserem Europastammtisch teilnimmt.
„Der gute alte Stammtisch wirkt antiquiert und aus der Zeit gefallen. Er ist alles andere als modern und hip. Und doch habe ich gelernt, ihn zu schätzen. Als Ort der Begegnung und des persönlichen Austauschs. Als Ort, an dem wir lernen und üben, miteinander zu diskutieren, uns auszutauschen und unterschiedliche Meinungen als gleichwertig zu akzeptieren. Gerade im Zeitalter der schnelllebigen digitalen Kommunikation, in der mit einem Klick die ganze Welt binnen Sekunden mit unseren Ideen, Gedanken und Impulsen, aber auch mit emotionalen Ausbrüchen konfrontiert wird, braucht es einen Ausgleich und einen Ort der persönlichen Begegnung. Einen Ort, an dem wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnen und in den Austausch treten. Eine begrenzte Arena, in der wir nicht befürchten müssen, dass lautes Denken sofort einen Shitstorm auslöst.“
Thomas Michl (31.1.2026)
Könnte sein, dass die Social Media deshalb so erfolgreich sind, weil man nicht aus dem Haus muss und andere Menschen zudem anonym belästigen und drangsalieren kann.
Und zum guten Schluss lässt mich auch noch Stefan Pfeiffer wissen, dass er einen von mir geteilten FAZ-Beitrag ebenfalls gelesen hat. Meine kleine Bloggerwelt ist für heute völlig in Ordnung!
Rundschreiben
Mein Rundschreiben für Februar ist raus. Seit ich wieder etwas mehr Politisches in meinen Rundschreiben veröffentliche, was so von einigen Mitgliedern erwünscht war, reduziert sich die Anzahl der Leser. Wenn man mich um meine Meinung bittet, dann kann man nicht erwarten, dass ich die Meinung anderer vertrete — ich bin kein bezahlter und schon gar kein gekaufter Vertreter.
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Europäische Föderalisten,
die aktuellen Geschehnisse in Minneapolis machen sprachlos, zeigen aber sehr gut, was geschieht, wenn eine demokratische Partei den rechtsstaatlichen Grundlagen abschwört und ausschließlich Parteiinteressen verfolgt.
Was geschieht dann erst, wenn bei uns eine Partei an die Macht kommt, die von Anfang an allen demokratischen Gepflogenheiten abgeschworen hat und ganz offensichtlich erneut Demokratie nur bis zu einer Machtergreifung heuchelt?
Selbst dann, wenn wir Bürger mit keiner einzigen demokratischen Partei zufrieden sein sollten, müssen wir erkennen, dass es absolut falsch ist, wenn wir antidemokratischen Kräften nur den Hauch einer Chance geben. Gerade zeigt uns die US-Demokratie wie schnell selbst die ältesten demokratischen Parteien ihren Halt verlieren und in den Wettstreit mit Totalitaristen treten — auch bei uns sind solche Tendenzen erkennbar!
Die Gründungsväter unserer deutschen Demokratie wussten dies noch aus eigener Erfahrung und schoben solch einem Treiben einen Riegel vor:
Nach Art. 21 Abs. 2 Grundgesetz (GG) sind Parteien verfassungswidrig, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden. Sie können durch das Bundesverfassungsgericht verboten werden.
Die Richtergeneration der Nachkriegszeit war weniger zimperlich und rettete uns bekanntermaßen noch vor solchen Versuchungen. Ich behaupte nun nicht, dass unsere deutsche Gesellschaft schon immer auf einem Auge blind war, gebe aber zu bedenken, dass wir insgesamt und noch mehr unsere gewählten Volksvertreter aktuell mit dem Feuer spielen.
Auch sollten wir nicht abwarten, bis wir uns in Sachsen-Anhalt die Finger verbrennen! Jedes Feuer kann sehr schnell außer Kontrolle geraten — vor allem weil Polizeiapparate mit DDR-Erfahrung sich wunderbar gleichschalten lassen; noch heute werden dort u. a. Todesfälle in Polizeigewahrsam nicht aufgeklärt.
Aber schon am Sonntag, 8. März 2026 können wir Bürger in Baden-Württemberg Nägel mit Köpfen machen und sämtlichen antidemokratischen Parteien eine Abfuhr erteilen. Wenn wir dabei erfolgreich sind, hilft es vielleicht unserer Legislative und Jurisdiktion wieder dabei, etwas mutiger zu werden.
Noch heute bin ich fest davon überzeugt, dass es falsch war eine NPD alleine wegen einer vermeintlichen Bedeutungslosigkeit nicht zu verbieten — eine sehr einäugige Auslegung unseres Grundgesetzes!
Wir Europäische Föderalisten stehen alle mit beiden Beinen auf dem Boden unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, manchmal ist es dabei angebracht, dass man dies nicht nur am Wahltag kundtut. Deshalb bitte ich alle unsere Mitglieder, sich in den nächsten Monaten ein klein wenig mehr für unsere Demokratie und unser Europa stark zu machen.
Aktuell ist es eher unsere Demokratie, die mir Sorgen bereitet. Sobald wir diese Kuh wieder vom Eis haben, müssen wir uns gemeinsam überlegen, warum wir weiterhin an der Mär europäischer Nationalstaaten festhalten möchten. Ich bin mir dabei völlig bewusst, dass nicht alle von uns dies gutheißen können — vermeintliche Traditionen halten sich erstaunlich besser als tatsächliche, einfach nur, weil sich Hirngespinste schlecht an der Realität messen lassen.
Bis zum 8. März 2026 haben die demokratischen Kandidaten zur Landtagswahl im Stadt- und Landkreis Heilbronn noch die Möglichkeit, sich bei zwei Europastammtischen kurz vorzustellen. Es freut mich, dass eine Kandidatin ihr Kommen bereits avisiert hat. Wir Europäische Föderalisten sind überparteilich und unterstützen grundsätzlich alle demokratischen Kandidaten, besonders aber jene, die bei uns Mitglied sind.
Auch unterstützt die EUROPA-UNION Heilbronn die Veranstaltung des Landesverbandes und Stuttgarter Kreisverbandes zum Thema „Vielfalt verbindet: Landespolitik als europäischer Brückenbauer” mit den Spitzenkandidaten der Parteien der Europäischen Bewegung.
Wir laden Sie alle herzlich ein, mit dabei zu sein, um sich zu informieren und die Kandidaten und ihre Positionen kennen zu lernen.
Dienstag, 3. Februar 2026, ab 19.00 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)
Ort: SpOrt Stuttgart, Fritz-Walter-Weg 19, 70372 Stuttgart
Anmeldungen bitte an events@europa-union-stuttgart.de
Am Europatag, 9. Mai 2026 (Samstag) möchten wir mit dem Europa-Ball Europa und unsere Demokratie feiern. Wir hoffen darauf, dass wir bei der Landtagswahl dafür sorgen konnten, dass es viel zu feiern gibt!
Auf alle Fälle aber werden wir unter dem Motto „Culture meets Politics“ zeigen, dass Europa großen Spaß machen kann und wir in Vielfalt geeint sehr viel gewinnen können. Wir hoffen dabei darauf, dass möglichst viele Tanzbegeisterte und an Europa Interessierte durch ihre Teilnahme ein Signal setzen. Wir Demokraten müssen uns einfach bemerkbarer machen und mit den großen Vorzügen und Vorteilen von Demokratie werben. Parteien, Wählergruppen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen können dabei sehr gerne Flagge zeigen!
Am Samstag, 19. September 2026 gehen wir dann inhaltlich und programmatisch bei den 10. Hertensteiner Gesprächen in die Vollen. Wir hoffen dabei, auch die letzten Zweifler von einem europäischen Bundesstaat überzeugen zu können. Auf alle Fälle aber wird es wieder zahlreiche und sehr spannende Diskussionen geben! Auch hierbei sind die Mitglieder der EUROPA-UNION Heilbronn aufgefordert, durch eine Teilnahme für unser gemeinsames Europa und unsere Demokratie einzutreten.
Noch haben wir Bürger die Gelegenheit, um auf gut geplanten und organisierten Veranstaltungen Flagge zu zeigen. Minneapolis zeigt uns ganz aktuell, dass dies sehr schnell ganz anders und dazu sehr unangenehm werden kann.
Es wäre sehr schrecklich, wenn erst einige von uns tot auf der Straße liegen müssen, bis wir Demokraten wieder zu zeigen beginnen, dass wir hier bei uns die Mehrheit sind und an den bisherigen Errungenschaften der Menschheit weiter festhalten wollen!
Nachtrag
Alle reden und schreiben über das neuste Meisterwerk aus dem Haus Jeff Besos: Melania, der Film!
Hier nun der Trailer zum Film.
Wenn der Film in den Kinos floppt, dann wird er bei uns sicherlich bald Effi Briest als Schullektüre ersetzen. Trumphörige Regierungspolitiker werden sicherlich dafür sorgen.






