Beitragsfoto: Europa-Ball
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Meilensteine
Aktuell stehen ein paar Meilensteine an. Nach meinem Geschmack sicherlich ein paar zu viel, aber man ist nicht immer Herr des Verfahrens. Was mich allerdings sehr erfreut ist, dass unsere Kreisvorstandssitzungen inzwischen regelrechte Profiveranstaltungen sind. Gestern Abend schaffte es Oliver Durst bereits das Protokoll zu liefern und dies noch bevor ich den Versammlungsort verlassen hatte — Chapeau!
Ich arbeite inzwischen auch mit kleinen Incentives, zum Beispiel gibt es nun fast immer eine Folgeveranstaltung, die auf 60 Minuten nach Beginn der Vorstandssitzung terminiert ist. Da auch die meisten Mitglieder um die Bedeutung und Notwendigkeit von Terminen wissen, hat dies zur Folge, dass die Kreisvorstandssitzung nach 45 Minuten beendet sein muss, um nicht beide Veranstaltungen miteinander zu verweben.
Auf alle Fälle machen solche Veranstaltungen richtig Spaß. Was ich von manchen anstehenden Meilensteinen nicht gerade behaupten kann. In wenigen Minuten möchte die Telekom bei mir die Glasfaserdose (GF-TA) setzen lassen. Seit gestern bin ich auch im Besitz zweier Leihgeräte der Telekom, nämlich einem glasfaserfähigem Router mit Glasfaser-Modem (ONT). Was ich eigentlich wollte war einen glasfaserfähigen Router mit integriertem Modem! Warum zwei Geräte, wenn auch eines geht?
Ich will aber nicht meckern, die Telekom hätte mir auch ein Telefax liefern können. Nun muss ich gucken, wie ich die beiden Leihgeräte wieder loswerde und mir am besten selber einen entsprechenden Router zulege — was man heutzutage nicht selber macht, macht einem inzwischen mehr Arbeit als notwendig.
Der nächste Meilenstein der Telekom ist ebenfalls gesetzt, denn bis zum November 2026 möchte die Telekom die Glasfaserleitung in Betrieb nehmen. Was mir ausreichend Zeit gibt, um selber nach einem Router zu gucken. Inzwischen verstehe ich auch, warum wir Jahrzehnte benötigen, um Deutschland flächendeckend mit Glasfaser zu versorgen.
Parteiadel
Erbärmlich was gerade im Vereinigten Königreich geschieht. Und dabei dachte ich, dass Krisen dazu genutzt werden können, um mit alten Zöpfen aufzuräumen. Und so begrüßte ich auch die Entscheidung der Labourregierung — nach all den Jahrzehnten — tatsächlich eines ihrer Wahlversprechen zu halten und den Erbadel aus dem Parlament zu entfernen.
Wie wir es nun erfahren müssen, ist auch dies nur die halbe Wahrheit und ein noch größerer Wahlbetrug an den Wählern als zuvor! Denn nun ernennen die Parteien ihre Parteispender und weitere „systemrelevante“ Menschen einfach zu Parteiadelige auf Lebenszeit. Damit wird der Sitz im britischen Oberhaus nicht mehr geerbt, sondern einfach nur gekauft.
Was die britische Demokratie wieder zu etwas ganz Besonderen macht. Denn während sich die Reichen in anderen Ländern ihre Abgeordneten noch kaufen müssen, können sie sich im Vereinigten Königreich den Posten gleich selbst zuschanzen — auf Lebenszeit.
Vermischtes
Gestern kam Josip Juratovic überraschend zum Europastammtisch. Nun ist sichergestellt, dass auch die SPD beim Europa-Ball vertreten sein wird. Es wäre unschön gewesen, wenn die zweitältesten deutsche Partei — auch das Zentrum soll bei uns noch herumvegetieren — nicht mit in der Harmonie dabei gewesen wäre, zumal wir dort u. a. 40 Jahre Europatag begehen werden.
Was macht man als Minister im Sommerloch? Man bringt möglichst pressewirksam einen Buckelwal um. Der deutschen Journaille gefällt es und hinterher will es wieder keiner gewusst haben, geschweige denn gewesen sein. Mir tut der Wal leid, der für deutsche Proleten totgequält wurde und dabei völlig sinnlos leiden musste. Würde mich auch nicht mehr wundern, wenn unsere Experten nun eine Walreligion gründen und die Bundesregierung eine neue Walsteuer schafft.
Gestern erst ein nettes Gespräch mit Detlef Stern und danach gleich in die Vorlesung. Von 100 Studenten, die bei mir Klausur schreiben möchten, waren die üblichen 30 bis 40 Studenten anwesend. Eine Studentin wusste, was heute auf dem Programm stand und zwei Studenten hatten für mich völlig überraschend ihre Hausaufgaben gemacht. Die entsprechende Präsentation ganz passabel. Danach gab es noch weitere zwei Freiwillige, die ihre Ergebnisse vortrugen.
Insgesamt sind es meist zwischen 5 % und 10 % der Studenten, die sich für das Thema ein klein wenig begeistern können, zumindest aber versuchen, es zu verstehen. Nicht ganz zufällig sind es auch meist zwischen 5 % und 10 % der Studenten, die gute Klausuren schreiben. Bis zu weiteren 70 % der Studenten kann man mit ein wenig guter Absicht attestieren, dass sie ausreichend Kenntnisse erworben haben, um im Zuge des weiteren Studiums das Thema verstehen zu lernen. Bei gut 20 % der Studenten ist allerdings Hopfen und Malz verloren.
Was mich insgesamt fragen lässt, was viel zu viele Studenten motiviert, um überhaupt mit einem Studium zu beginnen. Ich frage tatsächlich nach, bekomme leider keine zufriedenstellenden Antworten. Der Wirtschaft wird es egal sein, Hauptsache noch ein Zertifikatsinhaber mehr, denn man muss Bürogebäude füllen. Weil mit vollen Bürogebäuden wird man als Firma systemrelevant und lebt in Folge davon von staatlichen Transferzahlungen.
Wenn wir unsere Kleinbetriebe und den Mittelstand nicht hätten, dann könnten wir bei uns schon sehr lange das Licht ausmachen.






