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Caspar David Friedrich

Das erste Mal hörte ich von Caspar David Friedrich als unser Kunstlehrer uns aufforderte, ein Zitat von Friedrich bis zur kommenden Woche als Bild zu präsentieren.

Da ich dann dafür eine für meine Verhältnisse ganz akzeptable Note erhielt, blieb mir Caspar David Friedrich in guter Erinnerung. Sehr viel später stieß ich dann wieder auf genau dieses Zitat, welches im Original wie folgt lautet:

„Jedem offenbart sich der Geist der Natur anders, darum darf auch keiner dem andern seine Lehren und Regeln als untrügliches Gesetz aufbürden. Keiner ist der Maßstab für alle, jeder nur Maßstab für sich und für die mehr oder weniger ihm verwandten Gemüter.“

Caspar David Friedrich, Caspar David Friedrich in Briefen und Bekenntnissen (1984)

Caspar David Friedrich war ein Maler der Frühromatik und bestimmt jeder hat schon einmal ein Bild von ihm gesehen.

Und auch für Kunstlehrer hat Friedrich einen gutgemeinten Ratschlag:

„Nicht alles läßt sich lehren, nicht alles erlernen und durch bloßes totes Einüben erlangen; denn was eigentlich rein geistiger Natur in der Kunst genannt werden kann, liegt über die engen Schranken des Handwerks hinaus. Darum, ihr Lehrer der Kunst, die ihr euch dünket so viel mit eurem Wissen und Können, hütet euch sehr, daß ihr nicht einem jeden tyrannisch aufbürdet eure Lehren und Regeln; denn dadurch könnt ihr leichtlich zerknicken die zarten Blumen, zerstören den Tempel der Eigentümlichkeit, ohne den der Mensch nichts Großes vermag.“

Caspar David Friedrich, Caspar David Friedrich in Briefen und Bekenntnissen (1984)

Friedrichs Bild „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“, welches diesem Beitrag vorgestellt ist, soll übrigens Samuel Beckett  während einer Reise durch Deutschland im Jahr 1936 zu „Waiting for Godot“ inspiriert haben.

Auch Beckett empfehle ich gerne, vor allem deshalb, weil er ebenfalls mit guten Ratschlägen aufwarten kann. Gerne zitiere ich das Folgende:

„All of old. Nothing else ever. Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“

Samuel Beckett, Nohhow On (1989: 77)

Und da ich gerade schon bei Samuel Beckett bin, gleich hier noch ein Gedicht von ihm aus dem Jahr 1934.

Gnome

Spend the years of learning squandering
Courage for the years of wandering
Through a world politely turning
From the loutishness of learning

„Nothing is more real than nothing.“

Samuel Beckett, Malone Dies (2009 [1951]: 168)

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