Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Eigentum verpflichtet

Das Schöne an Blumen und Pflanzen ist, dass man eigentlich nie genug davon haben kann, und so sammeln sich, wenn man nicht aufpasst, mit der Zeit doch so einige in Töpfen, Kübeln, Trögen oder im Garten an. Was gerade bei solch schönem Wetter wie heute dazu führt, dass man sich keine großen Gedanken darüber machen muss, was man eigentlich so alles anstellen könnte. Pflanzen und Tiere sind ohne Frage die beste Art und Weise, um einem vor Augen zu führen, dass Eigentum verpflichtet — dazu muss man dann nicht einmal unser Grundgesetz bemühen.

Sieben-Tage-Inzidenz

Heue kann man wieder einmal so schön lesen, dass Heilbronn bei der Sieben-Tage-Inzidenz Spitzenreiter in Baden-Württemberg ist. Und schon wieder fangen alle an, sich zu wundern. Noch schlimmer aber ist, es werden, wie in den 1930er-Jahren, Sündenböcke dafür gesucht — dieses Mal sind es, ganz unvoreingenommen, alle Ausländer oder solche Heilbronner, die danach aussehen.

Wer aber wie ich regelmäßig durch die Stadt bummelt, wird feststellen, dass man Maskenmuffel weder am Aussehen oder der Herkunft noch an einem vermeintlichen Bildungsstand festmachen kann. Es spricht aber vieles dafür, dass es am Unverständnis — vielleicht auch an Ignoranz oder mangelnder Solidarität — unserer Mitbürger liegt, die nicht wahrhaben wollen, dass Distanz untereinander und dies kombiniert mit einem medizinischen Mund-Nasen-Schutz einer weiteren Verbreitung von COVID-19 wie auch eines Grippe-Virus ganz offensichtlich entgegenwirkt.

Wenn man nach einem Verantwortlichen sucht, dann ist dies der Heilbronner Oberbürgermeister, der es in seiner Amtszeit versäumt hat, die Stadtverwaltung so aufzustellen, dass sie funktioniert oder gar für Krisensituationen gewappnet ist. Als die COVID-19 Welle ab März 2020 auf uns zuschwappte, war nicht nur das Gesundheitsamt völlig überfordert und muss bis heute von der Bundeswehr (!) gerettet werden, sondern die gesamte Stadtverwaltung absolut unvorbereitet, um überhaupt Krisensituationen halbwegs begegnen zu können.

Noch heute ist die Krisenkommunikation der Stadt Heilbronn ungenügend, auch ist nicht zu erkennen, dass unser „Stadtoberhaupt“ zumindest einmal versucht, die Initiative zurückzugewinnen. Wenn überhaupt, dann reagiert unsere Stadtverwaltung nur auf Anordnungen und Hinweise von oben, anstatt selbst einmal zu agieren.

Schlimmer noch ist es, wie ich es leider bereits seit langem in Blog-Beiträgen berichten muss, dass neben einer mangelhaften Information der Bürger sowie der Besucher Heilbronns, von Anfang an keine hinreichenden Kontrollen sowohl seitens der Stadtverwaltung als auch seitens der Polizei stattgefunden haben, und dieser grob fahrlässige Schlendrian nun dazu geführt hat, dass man das Rad nur noch mit weit überdimensionierten Mitteln zurückdrehen könnte.

Selbst die willigsten Bürger haben inzwischen die Nase gestrichen voll und sind es leid, immer wieder neue Einschränkungen hinnehmen zu müssen! — Zumal man das Ganze durch verantwortliche Stadtpolitik gemeinsam besser hätte hinbekommen können.

Übrigens, auch unsere Gemeinderäte haben bis auf einen „Rettungsfond“ (?!) nur die Öffnung der Heilbronner Bäder erreicht, die, wenn es so weitergeht, gleich auch wieder geschlossen werden müssen.

Eines dürfte uns allen jetzt aber klar sein, dass Schönwetter-Politiker — selbst wenn sie Röcke tragen mögen — wenig hilfreich sind!

Gut wäre gewesen, wenn ein Oberbürgermeister die Initiative ergriffen hätte und er zusammen mit den Stadträten die notwendigen Maßnahmen an die Heilbronner Bevölkerung herangetragen hätte — anstatt bei Promi-Festen genau das Gegenteil zu propagieren und dabei die Bevölkerung für dumm verkaufen zu wollen.

Noch besser wäre gewesen, nach einer erfolgreichen Mitnahme der gesamten Bürgerschaft — durch Vorbild und gemeinsames Handeln — dafür zu sorgen, dass die ersten „Abweichler“ in ihre Schranken verwiesen und eine Verbreitung von COVID-19 innerhalb unserer Stadtgrenzen entgegengewirkt worden wäre.

So müssten wir heute nicht auf eine Inzidenz von 58,5 schauen, sondern wären ganz locker im aktuellen Bundesschnitt von 17,3!

„Like everyone else, we are inclined to go along with our peers and authority figures; but, we are less willing to conform to others when this conflicts with our own beliefs, observations, and preferences. We see ourselves as unique beings, not as nodes in a social network that stretches out through space and back in time.“

Joseph Henrich, The WEIRDest People in the World: How the West Became Psychologically Peculiar and Particularly Prosperous (2020: 21)

Kaiserstraße | © Shutterstock

12.6.02021 5 (2)

Kaiserstraße | © Shutterstock

Amüsement

Mein Gang durch die Innenstadt sorgt auch hin und wieder für ganz nette Erinnerungen. Vor allem bei gutem Wetter gibt es jüngst eine Heilbronner Kneipe, vor der sich verstärkt gebrauchte Nobelkarossen versammeln und deren vermeintliche Besitzer amüsiert zuschauen, wie sich Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer sowie Kinderwägen abmühen, um nicht auf die Straßenbahnschienen ausweichen zu müssen.

Bereits in den 1980er-Jahren gab es eine Münchner Kneipe namens Extrablatt, in der sich die Nobelkarossenbesitzer dabei amüsierten, für jeden Strafzettel oder gar ein abgeschlepptes Auto eine Flasche MOËT & CHANDON springen zu lassen.

Der Unterschied zu Heilbronn ist, dass es sich in München um sehr attraktive Neuwagen mit sehr spendablen Besitzern handelte, und auch das Ordnungsamt täglich vorbeischaute und Strafzettel verteilte.

Das Münchner Spektakel erfreute damals die Passanten, die Gäste, den Kneipenbesitzer, das Champagnerhaus und uns Steuerzahler, die Heilbronner Kopie außer mir — der an eine schöne Zeit erinnert wird — wohl nur die Kneipengäste, welche ganz offensichtlich zu geizig sind, um Parkgebühren zu zahlen.

Gestern Nachmittag — ich kann es mir einfach nicht verkneifen und muss es erwähnen — haben wir beim Spazieren das Ordnungsamt gesehen. Sie waren dieses Mal im Auto unterwegs, und in der Zeit, wo wir sie einsehen konnten, haben die „Beamten“ gut 10 Ordnungswidrigkeiten, wie parken in der Fußgängerzone, blockieren von Gehwegen und fehlende Masken, übersehen. Man kann vermuten, dass sie eine Prämie für jedes Mal wegschauen erhalten, und deshalb, mit dem Auto unterwegs, ihre Quote erhöhen.

Aufreger

Manche Menschen sind einfach gleicher als die anderen, und das wird wohl schon immer so gewesen sein — überall auf der Welt und auch bei uns hier in Heilbronn. Regelmäßig wird es auch publik und eine kleine Aufregungswelle rollt durch das Land. Ein oder zwei Aufreger in der Zeitung und alles geht wieder seinen gewohnten Gang.

Rentner

Heute startet mein Schwager Dan Schaffer einen neuen Lebensabschnitt, nämlich den eines Rentners. Dabei erinnere ich mich noch ganz genau daran, wie er mir einst sein Mobile home, das irgendwo in der Pampa Ohios stand, vorführte. Nur ein paar Jahrzehnte und etliche Veränderungen später, ist er nun in der Eifel heimisch, wobei diese getrost ebenfalls als Pampa bezeichnet werden darf. Der große Vorteil für mich ist dabei, dass man anstatt des Flugzeugs nun die Bahn oder das Auto nutzen kann.

Und da er weiterhin den Pfadfindern sehr verbunden ist, wird es ihm bestimmt nicht langweilig werden.

„Old age ain’t no place for sissies.“

Bette Davis, an ihrem 70. Geburtstag (Nachruf in der Newsweek 1989)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Sauberkeit

Im Echo24 konnte ich heute lesen, dass sich auch andere Mitbürger über die mangelnde Ordnung und Sauberkeit in Heilbronn beschweren, was, wie man lesen kann, nicht einfach ist. Zuerst muss man im Dschungel der städtischen Website den richtigen Ansprechpartner finden und bekommt dann vielleicht auch einmal auf eine Anfrage eine Antwort — ich rede dabei schon gar nicht mehr von einer fundierten.

Der Vorteil des obigen Beschwerdeführers ist aber, dass er nicht aus der Innenstadt oder einem anderen vernachlässigten Stadtteil kommt, sondern aus einem Stadtteil, das zurzeit im persönlichen Interessenschwerpunkt von so manchem Stadtrat oder städtischen Angestellten liegt.

COVID-19

COVID-19 hat uns Bürgern ein für allemal aufgezeigt, wie wir uns selbst sehen und sein möchten: wir wollen alle mit möglichst wenig Aufwand eine Vollkasko-Gesellschaft, die von irgendwem störungsfrei betrieben wird. Und so lange wir essen & trinken gehen sowie regelmäßig urlauben können, ist die Welt für uns auch in Ordnung.

Es hat uns aber auch gezeigt, wie wir werden, wenn uns jemand die Illusion einer heilen Welt raubt, dann werden wir zu Wutbürgern, Querdenken, Totalitaristen oder gar wieder zu Nationalsozialisten — die wenigsten von uns aber zu Demokraten.

BREXIT

Dass die EU so langsam an die Wand fährt, hätte man sich mit der Inthronisation von Ursula von der Leyen bereits denken können, da diese ein bewährter Garant für Scherbenhaufen und verbrannte Erde ist — welch ein Signal an unsere europäischen Nachbarn!

So war auch klar, dass die Verhandlungen mit der Schweiz scheitern werden, so wie der BREXIT jetzt zu einer unendlichen Geschichte des Leidens mutiert; dies sogar mit Ansage sowie mit einem völlig unausgegorenen Vertrag, der übrigens im Nachhinein (!) vom Europäischen Parlament nur noch durchgewunken worden war.

Was den BREXIT anbelangt, richten sich ab heute alle Hoffnungen auf den G7-Gipfel, wobei mit Joe Biden wieder einmal ein US-Amerikanischer Präsident Europa retten soll. In über 70 Jahren haben es die europäischen Provinzfürstchen — auch die mit gut 80 Millionen Untertanen — nicht geschafft, einen eigenen Bundesstaat auf die Beine zu stellen, oder wenigstens eine EU, die in der Lage wäre, mit ihren Nachbarn konstruktive Verträge zu schließen und diese dann auch umzusetzen.

So trifft Joe Biden auf ein Europa, das nicht einmal mehr für Rechtssicherheit geschweige denn für Menschenrechte eintritt. Ein Europa, das unisono von den USA alles verlangen wird und zeitgleich mit totalitären Regimen wie das von Wladimir Putin oder Xi Jinping kuschelt.