Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

9.6.02021 5 (1)

Busspur

Dieses Mal flanierte ich die Wilhelmstraße entlang stadtauswärts. Gemäß der unzähligen Verkehrszeichen gibt es dort eine Busspur, welche anhand weiterer Verkehrszeichen auch für Taxen freigegeben ist. Was aber alle anderen Verkehrsteilnehmer offensichtlich nicht davon abhält, genau diese Busspur ebenfalls zu nutzen. Ein Taxifahrer, der durch hupen auf sein Nutzungsrecht aufmerksam machen wollte, wurde ebenso ignoriert, wie der Stadtbusfahrer, der in der Straßenmitte mit dem normalen Verkehr mit schwamm und versuchte zumindest in Höhe der nächsten Bushaltestelle auf die Busspur zu gelangen.

Mein Tipp an die zuständigen Mitbürger: wenn man die gesamte Stadt mit immer mehr Verkehrszeichen, bunten Spuren und sonstigen Gadgets ausstattet, wobei kaum einer noch den Sinn oder Nutzen nachvollziehen kann, braucht man sich nicht wundern, wenn jeder zum Schluss macht, was er will — in Fachkreisen nennt man so etwas Überregulierung.

Verkehrsachsen

Straßen wie die Saarlandstraße oder die Sontheimer Straße sind Verkehrsachsen, die eine Stadt ab einer bestimmten Bevölkerungszahl einfach benötigt, und ganz besonders dann, wenn durch die Stadt hindurch auch Bundesstraßen führen. Nicht zuletzt dienen sie dem Durchgangsverkehr und sind zudem städtische Erschließungsstraßen, die den Verkehr in die Stadt hinein lenken, verteilen und wieder hinaus führen. Insbesondere jene Verkehre, die der Versorgung der Stadt an sich dienen und meist mit Lastkraftwagen in allen Größen bestritten werden. Hinzu kommen die Entsorgungs- und öffentlichen Nahverkehre — manche Großstädte verstärken solche Verkehrsachsen zudem mit Straßenbahnen.

Absolut notwendig sind solche Verkehrsachsen für die Rettungsdienste, wie Feuerwehr und Samariter, die über solche Verkehrsachsen schneller von einem Stadtteil zum anderen gelangen und sich nicht durch die Staus von einer verkehrsberuhigten Zone in die andere quälen müssen.

Selbst dann, wenn man Heilbronn zur verkehrsberuhigten, autofreien und radfahrfreundlichen Stadt erklärt, muss man diese Verkehrsachsen weiterhin vorhalten und mit zunehmender Einwohnerzahl auch weiter ausbauen (siehe Saarlandstraße). Ein Autobahnring, Lieferdrohnen oder gar unterirdische Verteilersysteme werden in den nächsten 500 Jahren für unsere Stadt wohl nicht in Frage kommen.

Deswegen ist es mir völlig unverständlich, dass man den Ausbau bzw. die Erweiterung der Saarlandstraße seit gut 50 Jahren verhindert — welche u. a. auch der Erschließung des einzigen Krankenhauses dient –, oder wie heute in der Heilbronner Stimme, die Sontheimer Straße verkehrsberuhigen möchte.

Zukunft

Heute durfte ich Verhandlungen beiwohnen, deren Gültigkeit über das Jahr 2050 hinausgehen soll, was mir jetzt im Anschluss doch ein wenig zu denken gibt. Zumindest ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ich das Endergebnis selbst noch erleben werde. Man darf dabei getrost behaupten, dass alle Beteiligten zukunftsorientiert denken.


Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

7.6.02021 5 (5)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Qual der Wahl

Reiner Haseloff hat gezeigt, dass man mit Seriosität bei uns doch noch Wahlen gewinnen kann — was übrigens sehr erfreulich ist. Leider aber zeigen unsere Bundesminister, dass er in seiner Partei wohl zu den ganz wenigen gehört, die sich zumindest noch um Seriosität bemühen. Schon bei Armin Laschet muss man sich fragen, warum er unbedingt ein Enkel von Karl dem Großen sein möchte, und was für ein Demokratieverständnis dahinter steckt. Auch eine etwaige parteiliche Alternative, welche die B90/Grünen so gerne sein möchten, scheitert bereits an der ersten Kanzlerkandidatin, Annalena Baerbock, die sich selbst für so ungeeignet hält, dass ihre Partei den entsprechenden Lebenslauf fortwährend zu pimpen versucht — was inzwischen eine bewährte Tradition im Deutschen Bundestag ist, der, wie wir immer wieder erfahren müssen, parteiübergreifend Möchtegerns eine Bühne gibt. Weitere Kandidaten, wie Markus Söder und Olaf Scholz, sind bereits aus dem Rennen, wobei es letzterer noch nicht erkannt hat, und auch seine Kollegen wenig unternehmen, um dieser vielleicht zu alten Partei wieder einen Anschein von Seriosität zu verleihen. Oskar Lafontaine ist da wieder einmal etwas schneller und empfiehlt, seine neue Partei schon gar nicht mehr zu wählen. Und der letzte in der Runde, Christian Lindner, der sich beim letzten Mal so elegant aus der Verantwortung stahl, lässt jetzt alle wissen, dass er für jeden und alles zu haben ist.

Dieses Mal haben wir wirklich die Qual der Wahl; das einzig Gute daran ist, dass es sich noch um Demokraten handelt und selbst der schlechteste Demokrat immer noch besser als der allerbeste Diktator ist.

Menschenhaufen

Auf meinem Weg in die nördliche Innenstadt traf ich ein paar Stadträte, die ihre Masken vorbildlich und dies auch außerhalb der von der Stadt ausgewiesenen Zone trugen.

Sehr gefreut hat es mich, dass sich Herbert Burkhardt kurz für ein wenig Smalltalk Zeit nahm, dann aber, wie die anderen Stadträte auch, seinen Weg auf der Allee fortsetzte. Ich hingegen musste weiter durch die kleineren Gassen in die Sülmerstraße, nur um erneut festzustellen, dass die städtischen Lockerungen nicht nur die altbekannte Trinkerszene in der Fußgängerzone reaktiviert und für sehr hohen Publikumsverkehr gesorgt hat, sondern aufgrund mangelnder Kontrollen und fehlender öffentlicher Toilettenanlagen, dass ich erneut menschliche Haufen entsorgen durfte, und dies wohl zum großen Erstauen unserer Penner und Bettler, die es offensichtlich ganz gerne sehen, wenn andere arbeiten.

Wie groß muss die Not in Heilbronn nur sein, dass Menschen selbst vor jenen Häusern in der Fußgängerzone ihre Notdurft verrichten, die über keinerlei Sichtschutz verfügen!

Als ich dann beim Beseitigen der letzten Fäkalienreste mit einem Heilbronner Geschäftsmann ins Gespräch kam, konnte ich feststellen, dass ich nicht der einzige bin, der von unserer Stadtverwaltung immer weniger überzeugt ist.

Dabei wäre es so einfach, anstatt über weitere Attraktionen, wie Großtreppen oder ansprechende Trinkgelegenheiten nachzudenken, einmal dafür zu sorgen, dass Heilbronner und ihre Gäste in der Stadt auch auf’s Klo gehen können — nicht nur virtuell auf der Heilbronner Website, sondern in echt.

Geburtstage des Tages

Paul Gauguin, Dean Martin, Tom Jones und Prince


Maskerade

6.6.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Instagram

Nach längerer Abstinenz habe ich wieder Instagram aktiviert, da auch andere Blogger dieses Medium verwenden und Bilder oftmals mehr als Worte sagen. Ich kann mir zwar immer noch nicht vorstellen, wie man Blog und Fotoschau kombinieren kann, poste gerne selbst aber hin und wieder ein paar Snapshots. Und wenn diese dann dazu führen, dass sich der eine oder andere auf meinem Weblog wiederfindet, soll es mir nur recht sein.

Groko

Jahrelang haben sehr viele Mitbürger, darunter auch ich, immer wieder gepredigt, dass große Koalitionen eine Ausnahme sein müssen und nur einem einzigen Zweck dienen, nämlich als Gesetzgeber mit einer großen Mehrheit notwendige gesellschaftliche Veränderungen umzusetzen.

Trotz aller Warnungen haben es sich unsere Berufspolitiker seit längerem in einer „GroKo“ bequem gemacht, dabei nicht einmal zumindest maßgebliche Veränderungen eingeleitet, sondern den politischen und gesellschaftlichen Stillstand auf Jahre hinweg zementiert.

Und dies hat weitere gravierende Folgen, nämlich zum einen, dass, ohne politische Wechsel und entsprechenden Herausforderungen, sowohl die Qualität der Regierungsbeteiligten als auch die der GroKo-Abgeordneten an sich sehr schnell sinkt, aber dafür die Vetternwirtschaft sowie die Korruption ungeahnte Züge annimmt.

Und zum anderen stärkt eine GroKo vor alle die politischen Ränder und führt zugleich zu einem Demokratieverdruss innerhalb der Bevölkerung.

Wahlen

Heute werden wir wieder einmal die Folgen davon sehen können, wobei wir alle hoffen, dass in Sachsen-Anhalt die Anti-Demokraten (AfD und Linke) dort nicht bereits mehrheitsfähig werden.

Aber schon jetzt wissen wir um die Reaktionen der Berufspolitik: die Verantwortlichen werden sich im September 2021 in eine weitere große Koalition stürzen (Grün-Schwarz?), den Stillstand um weitere Jahrzehnte zementieren und dabei ihre Pfründe wie auch die einer Bananenrepublik ähnlichen Verhältnisse weiter sichern.

Das geht aber nur so lange gut, wie wir Bürger noch die Scheuers und Spahns der Berufspolitik finanzieren können oder aber bis die Bürger die Demokratie insgesamt wieder abwählen — ab 18.00 Uhr wird es richtig spannend werden!

Nachtrag

Am 12. September 2021 habe ich meine Instagram-Aktivitäten wieder eingestellt. In meinem Falle ist dieses Soziale Medium reine Zeitverschwendung.